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Sind das Depressionen?

2. Juni 2016 um 9:54 Letzte Antwort: 15. Juni 2016 um 0:10

Hallo ihr Lieben,

Ich bin weiblich, 26 und mir geht's momentan alles andere als gut. Einen richtigen Grund dafür kann ich aber irgendwie nicht fest machen. Ich hatte bis vor kurzen einigen Stress in meinem Leben (Studium, Umzug etc) der aber jetzt vorbei ist und erst JETZT kommt langsam so eine depressive Verstimmung.
Seit einigen Tagen ist es richtig schlimm, ich weine jeden Abend im Bett und das wegen der banalsten Kleinigkeit oder einfach nur "weil ich mich traurig fühle". Ich bin den ganzen Tag müde, antriebslos und absolut unmotivert. Abends/Nachts kann ich aber dann nicht einschlafen.
Normalerweise habe ich einen sehr guten Appetit und neige eher mal zum Binge Eating. Momentan habe ich allerdings keinen Appetit (das tritt bei mir extrem selten auf), mir ist oft schlecht, ich leide unter Sodbrennen und Magen-Darm Verstimmungen. Auch meine Haut ist seit den letzten Wochen immer schlechter geworden und ich leide seit einigen Tagen unter Atemnot (die aber allergisch diagnostiziert wurde).
Mein Partner gibt mir momentan auch keinen Halt, oder ich bilde mir das zumindest ein. Alles war er tut, macht er falsch in meinen Augen. Er interessiert sich nicht für mich, meldet sich kaum und ich könnte ständig weinen wegen ihm. Ich kann rational nicht einmal sicher sagen, ob das denn WIRKLICH der Tatsache entspricht.
Gerne oder halbwegsgerne gehe ich momentan noch zum Sport und auch mit Freunden/Familie unternehme ich öfters etwas. Also dahingehend kann ich eigentlich keine "Störung" feststellen.
Was vielleicht noch interessant zu erwähnen ist, dass ich in der Vergangenheit schon mit Essstörungen zu kämpfen hatte und schon öfter depressives/selbstverletzendes Verhalten gezeigt habe.
Ich will mir nur jetzt nichts falsches einbilden. Vielleicht leide ich einfach unter Schlafmangel? Oder ist das Problem vielleicht in meiner Partnerschaft zu suchen?

Kann mir jemand Rat geben?

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7. Juni 2016 um 14:11

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Hallo!

Für mich hört sich das sehr nach Burn Out an. Du schreibst, dass Du die letzte Zeit sehr viel Stress hattest - dieser ist nun weg und somit Bühne frei für die Emotionen - die Ablenkung ist ja jetzt weg.

Wie alles zusammen hängt, kann Dir hier im Forum wohl keiner wirklich beantworten, da es den Anschein macht, als wären bei Dir mehr Baustelle, die jede für sich genommen nicht weiter tragisch ist, aber im Zusammenspiel eben doch ein erhegliche Auswirkung haben.

Meiner Meinung nach solltest Du mit einem Therapeuten sprechen.

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15. Juni 2016 um 0:10

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Hallo Flederwisch23, ich kann sehr gut nachempfinden, wie es dir geht, weil ich das Gefühl habe, dass du mir aus der Seele sprichst! Ich habe auch vier Jahre lang studiert und habe am Wochenende volle Schichten in der Gastronomie gefahren, um mein Geld zu verdienen. ich bin 27. Jetzt arbeite ich in der Baubranche, tucker die ganze Woche quer durch Deutschland, 2000 km, muss aber trotzdem die Baustellen am Laufen halten, 2 mal mehr für die Jungs draußen mitdenken und nach oben hin dafür sorgen, dass am Ende noch genug verdient wird, egal wie gut oder schlecht die preise liegen. Ich habe auch das Gefühl, mit jedem Tag unglücklicher zu werden und mich erschöpfter zu fühlen. Nichts macht mir mehr wirklich Spaß, mittlerweile zweifle ich sogar daran,ob es das richtige war, wofür ich mich entschieden habe. ich bin jeden Tag so ko und unzufrieden, dass ich mir täglich überlege, was ich anderes machen könnte. Ich habe auch einen Partner, der an meiner Seite und hinter mir steht, aber auch ich frage mich manchmal, ob er mein Leiden versteht oder ob ich mich einfach nur in dieses schlechte Gefühl hinein steigere. Etwas in mir drin sagt mir auch immer "lass dich jetzt nicht so hängen und stell dich nicht so an!", aber ich habe immer das Gefühl, die letzten Schritte eines Marathons zu laufen, der für meine Kondition grenzwertig gewesen ist, und ich kurz vorm Verdursten bin. Ich frage mich dann auch immer, ob es mir der Job wert ist, solche Einbußen in allem anderen machen zu müssen, obwohl ich meinen Beruf wirklich mit Leidenschaft studiert habe. Dazu kommt ja noch, dass man sich indirekt mit anderen vergleicht und es den anderen -aus dem eigenen Standpunkt- immer besser geht als einem selbst. Ich schleppe mich regelmäßig einfach nur zum Wochenende, weil ich einfach nicht mehr Kraft aufbringen kann. Bei mir hat sich das ganze mittlerweile auf meinen Hormonhaushalt ausgewirkt. Meine Tage haben das letzte Mal 5 Monate gebraucht, um wieder zu starten. Ich will irgendwie aber auch nicht zum Arzt, weil er mich schon einmal auf den hohen Stresspegel angesprochen hat und ich befürchte, dass er mir eine Kur empfehlen könnte.. Und ich will auch nicht zu meinem Chef gehen und ihm sagen, dass ich nach eineinhalb Jahren im Berufsleben in eine Kur muss o.ä. . Ich denke mir dann immer "die anderen schaffen es doch auch" und bleibe am Ball, aber ich komme einfach nicht mehr auf alle viere zurück. Ich bin total antriebslos, gefühlsmäßig gleichgültig und Spaß empfinde ich bei kaum noch etwas. Ich bin dauernd müde so wie du, aber kann abends nicht abschalten.. Manchmal fällt mir abends etwas kleines ein, eine Nichtigkeit, die ich am Tag vergessen habe und innerlich spielt sich in mir ein Drama ab, sodass ich mit magenkrämpfen und Schweißausbrüchen bis zum nächsten Morgen kämpfe und Angst vor diesem habe... Obwohl am nächsten Tag alles gut ist. warst du mal beim Arzt? Bist du schon weitergekommen? Viele Grüße und fühle dich mitfühlend umarmt !

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