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Sind das Depressionen?

5. Januar 2016 um 5:42 Letzte Antwort: 5. Januar 2016 um 20:29

Hey
Mir geht es seit einiger Zeit gar nicht gut. Ich glaube, seit es anfing sind schon gut sechs Jahre vergangen. Es wurde mit der Zeit immer schlimmer.
Ich habe Lust auf gar nichts, bin mit den Gedanken immer wo anders und habe die Freude am Leben verloren. Ich kann mich einfach über nichts mehr freuen. Ich bin total gefühllos. Da ist einfach NICHTS. Manchmal halte ich mich schon für ein Monster, weil ich auch nichts mehr für Personen empfinde, die mir eigentlich viel bedeuten sollten. Ich frage mich ernsthaft ob ich weinen würde, wenn eine meiner Freundinnen plötzlich sterben würde.
Wenn ich mich entscheiden muss, brauche ich immer total lange.
Ich kapsel mich komplett ab und bin lieber den ganzen Tag allein. Dann habe ich noch das Gefühl den Bezug zur Realität verloren zu haben. Das ganze Leben kommt mir einfach vor wie ein Traum. Als wäre mein Bewusstsein mit einer meterdicken Wand von meinem Körper getrennt. Ich habe immer versucht mich von dem Ganzen abzulenken. Das hat auch einige Zeit funktioniert. Doch jetzt...
Ich habe mich sogar selbst dabei erwischt, wie ich mit dem Gedanken spiele mich zu ritzen. Doch eigentlich möchte ich das nicht.
Ich habe auch Angst, dass ich das mit der Schule nicht mehr packe. Ich habe einfach keine Motivation überhaupt irgendwas zu tun. Meine Hausaufgaben habe ich dieses Halbjahr vielleicht ein bis zwei Mal gemacht.
Ich bin erst 16 und hab noch mein ganzes Leben vor mir. So möchte ich nicht weitermachen. Was kann ich tun?

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5. Januar 2016 um 20:29

Pubertät?
Das ist in deinem Alter echt schwer zu unterscheiden. Depressionen haben den "Vorteil", dass du an einer Krankheit leidest, auf die du altersbedingt bestimmt in gewissem Maße normale Faulheit und auch alle anderen Zipperlein schieben kannst.
Das Doofe an der Sache ist: du brauchst jemanden, der dir das diagnostiziert. Wenn du also zum Arzt gehst, ist das ein guter Weg, den du auch schnell gehen solltest.
Bei dir würde dafür sprechen, wie du deine Gefühle beschreibst.

Ganz normale Pubertät hat den "Vorteil", dass du dich um nix kümmern musst, keine Zeit in Ärzte investieren musst und alle das ganz normal finden, wenn du launisch bist. Sollte dies wirklich der Fall sein, dann wirst du genau so viel für die Schule tun, wie du musst, mehr nicht.
Der Haken: du musst praktisch ohne Hilfe durch.
Bei dir würde dafür sprechen, dass du deine nicht vorhandenen Gefühle und alles so genau beschreiben kannst.. wenn man nix fühlt, ist es eine Leistung, das herauszufinden. Das spricht eher gegen eine Depression.

Ich kann das von hier aus wirklich nicht beurteilen und ich behaupte, dass das niemand kann, der hier nur deinen Post gelesen hat. Du kannst dich natürlich als erstes an deine Eltern wenden, wenn du das nicht packst, solltest du direkt zum Arzt gehen. Du kannst dich auch an einen Lehrer wenden, dem du vertraust oder einfach mal die Nummer gegen Kummer (116 111) anrufen, da gibt's auch Tipps.

Ich habe mich übrigens damals gegen Hilfe entschieden. Ob das klug war? Keine Ahnung. Ob das wirklich eine Depression war? Will ich gar nicht wissen. Eines weiß ich: ich habe nach der Pubertät 10 Jahre sehr unbeschwert erlebt, war weiter faul und hab trotzdem einen guten Job erwischt und habe die Pubertät und damit verbundene Jugend in ganz guter Erinnerung und ohne eine Krankheit in Erinnerung.

Lass mal ab und an hören, wie es dir ergeht.

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