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Sind Borderliner schlimm?

9. September um 0:49 Letzte Antwort: 13. Oktober um 8:16

Hallo,
Ich habe die Diagnose Borderline und im Internet liest man meist über schlimme Erfahrungen mit Bordis. Und dass diese ja so schlimm seien und man am besten nichts mit Betroffenen zu tun haben sollte.

Mich würde mal interessieren was eure Erfahrungen sind? Vielleicht sind ja nicht nur schlechte dabei .

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9. September um 7:55

wir sind "schlimm", so lange wir nicht mit uns selbst klar kommen, ja.

Haben wir den Umgang mit unseren Emotionen weitestgehend im Griff, sollten wir uns dennoch fernhalten von
- Menschen, die dazu neigen, viel persönlih zu nehmen
- sehr "hilfsbereiten" Menschen
- Menschen mit geringem Selbstbewußtsein
denn für die werden wir immer "schlimm" sein - und sie für uns.

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9. September um 7:57
In Antwort auf annice_21166122

Hallo,
Ich habe die Diagnose Borderline und im Internet liest man meist über schlimme Erfahrungen mit Bordis. Und dass diese ja so schlimm seien und man am besten nichts mit Betroffenen zu tun haben sollte.

Mich würde mal interessieren was eure Erfahrungen sind? Vielleicht sind ja nicht nur schlechte dabei .

Ich habe extremst unangenehme Erfahrungen gemacht. Lieber springe ich aus dem Fenster,  bevor ich mir nochmal so einen Kontakt antue. Für einen gesunden Menschen ist es unerträglich. Folter. 

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9. September um 8:05
In Antwort auf muc.ist

Ich habe extremst unangenehme Erfahrungen gemacht. Lieber springe ich aus dem Fenster,  bevor ich mir nochmal so einen Kontakt antue. Für einen gesunden Menschen ist es unerträglich. Folter. 

#menschenverachtend

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9. September um 8:38
In Antwort auf annice_21166122

Hallo,
Ich habe die Diagnose Borderline und im Internet liest man meist über schlimme Erfahrungen mit Bordis. Und dass diese ja so schlimm seien und man am besten nichts mit Betroffenen zu tun haben sollte.

Mich würde mal interessieren was eure Erfahrungen sind? Vielleicht sind ja nicht nur schlechte dabei .

Hallo,

du interpretierst gerade Erfahrungen anderer. 
Borderliner sind per se keine "schlimmen" Menschen. Sie weichen in ihrem Denken und Fühlen von anderen ab, auch ihre Wahrnehmung, wie sie sich selbst und andere "erleben" ist eine andere und nicht die Norm. 

Wie erlebst du diese Diagnose? 

LG Sis

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9. September um 8:40
In Antwort auf muc.ist

Ich habe extremst unangenehme Erfahrungen gemacht. Lieber springe ich aus dem Fenster,  bevor ich mir nochmal so einen Kontakt antue. Für einen gesunden Menschen ist es unerträglich. Folter. 

Hallo,

Angehörige oder Beziehungspartner (auch vergangene) können sich Unterstützung holen um mit dieser Extremerfahrung besser umzugehen. 

LG Sis

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9. September um 9:51
In Antwort auf lostindarness

#menschenverachtend

warum menschenverachtenden?

Leider Tatsache was muc schreibt.

Entspreche keinem der Punkte von avarra und trotzdem weiche ich den emotional Instabilen aus. Erfahrungen gemacht,  danke nie wieder. 

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9. September um 10:46
In Antwort auf bar_sinister19

warum menschenverachtenden?

Leider Tatsache was muc schreibt.

Entspreche keinem der Punkte von avarra und trotzdem weiche ich den emotional Instabilen aus. Erfahrungen gemacht,  danke nie wieder. 

keiner der Punkte? Ich schrieb auchm dass ein Mensch, der mit sich selbst (noch) nicht klar kommt, auch mit anderen nicht klar kommt. (Gilt natürlich nicht nur für Grenzgänger)

Schwere und / oder langwierige Erkrankungen haben immer Auswirkungen auf Menschen im Umfeld, physische wie psychische, psychische eher mehr. Damit ommt nicht jeder klar, damit muss und soll nicht jeder klar kommen.

Inzwischen sind mir die Menschen, die mir dann gleich aus dem Weg gehen, entschieden leiber, aber ich bin auch froh, dass das Internet noch ein anderes war, als ich noch nicht gefestigt war. Keine Ahnung wie ich sonst Kraft und Hoffnung hätte zusammenkratzen sollen, mich diesem Kampf zu stellen.

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9. September um 12:22
In Antwort auf muc.ist

Ich habe extremst unangenehme Erfahrungen gemacht. Lieber springe ich aus dem Fenster,  bevor ich mir nochmal so einen Kontakt antue. Für einen gesunden Menschen ist es unerträglich. Folter. 

Genau das finde ich sehr schade. 
Ich kann nicht wissen welche Erfahrungen du gemacht hast.  Ich kann nur sagen, dass ich mich selbst nicht als so schlimm betrachte. Und mein Umfeld es auch nicht so sieht. 
sonst wäre ich auch keine 17 Jahre in einer festen Beziehung. 

Vielmehr hatte ich damals diese starken Emotionen und fühlte mich selbst in mir hilflos. 

Ich finde es schade in solche Schubladen gepresst zu werden. Denn mekne Erfahrung ist, dass manche eben durch diese Vorurteile sich such unfair gegenüber Betroffenen verhalten. Zum Beispiel indem sie lügen oder selbst manipulieren oder anderweitig fragwürdige Verhaltensweisen zeigen. 
So wurde meine Krankheit schon für diverses Fehlverhalten scheinbar gesunder Menschen mißbraucht. 
 

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9. September um 13:53
In Antwort auf annice_21166122

Genau das finde ich sehr schade. 
Ich kann nicht wissen welche Erfahrungen du gemacht hast.  Ich kann nur sagen, dass ich mich selbst nicht als so schlimm betrachte. Und mein Umfeld es auch nicht so sieht. 
sonst wäre ich auch keine 17 Jahre in einer festen Beziehung. 

Vielmehr hatte ich damals diese starken Emotionen und fühlte mich selbst in mir hilflos. 

Ich finde es schade in solche Schubladen gepresst zu werden. Denn mekne Erfahrung ist, dass manche eben durch diese Vorurteile sich such unfair gegenüber Betroffenen verhalten. Zum Beispiel indem sie lügen oder selbst manipulieren oder anderweitig fragwürdige Verhaltensweisen zeigen. 
So wurde meine Krankheit schon für diverses Fehlverhalten scheinbar gesunder Menschen mißbraucht. 
 

ja, es gibt genug, die sachliche Information zu dem Thema mit den Erfahrungsberichten derjenigen ersetzen, die halt am lautesten schreien. Und das sind nicht die mit den guten Erfahrungen...

Aber ehrlich: auf den Typ Mensch verzichte ich gern.

Schubladen und Vorurteile sind wichtig für Menschen, das darfst Du bei allem Ärger nicht vergessen. Wenn wir immer erst urteilen (und damit entscheiden) würden und könnten, wenn wir alle Informationen zusammen haben, wäre keiner von uns lebensfähig.
Deswegen machen wir das auch - jeder von uns - und können auch nicht mal eben damit aufhören. Du hast das mit den Schubladen auch. Ganz sicher. Du hast nur andere

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9. September um 15:27
In Antwort auf annice_21166122

Genau das finde ich sehr schade. 
Ich kann nicht wissen welche Erfahrungen du gemacht hast.  Ich kann nur sagen, dass ich mich selbst nicht als so schlimm betrachte. Und mein Umfeld es auch nicht so sieht. 
sonst wäre ich auch keine 17 Jahre in einer festen Beziehung. 

Vielmehr hatte ich damals diese starken Emotionen und fühlte mich selbst in mir hilflos. 

Ich finde es schade in solche Schubladen gepresst zu werden. Denn mekne Erfahrung ist, dass manche eben durch diese Vorurteile sich such unfair gegenüber Betroffenen verhalten. Zum Beispiel indem sie lügen oder selbst manipulieren oder anderweitig fragwürdige Verhaltensweisen zeigen. 
So wurde meine Krankheit schon für diverses Fehlverhalten scheinbar gesunder Menschen mißbraucht. 
 

Hallo,

also schubladendenken und Manipulationen beherrschen Borderliner in Perfektion. Auch können sie es sehr gut darstellen, dass ihr eigenes Verhalten als Fehlverhalten in anderen interpretiert wird. 

Es steht Menschen zu, zu sagen, dass sie einen Umgang nicht aushalten können und sich abwenden. Nur neigt ein Borderliner auch dazu alles dafür zu tun um genau diesen Satz zu vermeiden. 

Ich finde es schön, dass du über den Vorzug eines stabilen und sicheren Umfeldes verfügst. 

LG Sis

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9. September um 16:47
In Antwort auf avarrassterne3

ja, es gibt genug, die sachliche Information zu dem Thema mit den Erfahrungsberichten derjenigen ersetzen, die halt am lautesten schreien. Und das sind nicht die mit den guten Erfahrungen...

Aber ehrlich: auf den Typ Mensch verzichte ich gern.

Schubladen und Vorurteile sind wichtig für Menschen, das darfst Du bei allem Ärger nicht vergessen. Wenn wir immer erst urteilen (und damit entscheiden) würden und könnten, wenn wir alle Informationen zusammen haben, wäre keiner von uns lebensfähig.
Deswegen machen wir das auch - jeder von uns - und können auch nicht mal eben damit aufhören. Du hast das mit den Schubladen auch. Ganz sicher. Du hast nur andere

Ja Schubladendenken betrifft uns alle. Dennoch versuche ich mich darin nicht zu vorschnell zu verurteilen, sondern jedem eine faire Chance zu geben. 
wenn ich dann enttäuscht oder verletzt werde, dann sind das eben neue Erfahrungswerte.
doch wenn es um Schubladen geht, dann könnten mich Menschen in viele pscken: FFau die Kraftsport betreibt = Vermännlichung des weiblichen Geschlechts. Vegetarier = wollen alle missionieren und Borderliner = bloß die Finger weg.

Ich bin alles und doch individuell. Und daher begrüße ich jeden, der auch mir eine faire Chance gibt 😉
 

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9. September um 17:04
In Antwort auf annice_21166122

Ja Schubladendenken betrifft uns alle. Dennoch versuche ich mich darin nicht zu vorschnell zu verurteilen, sondern jedem eine faire Chance zu geben. 
wenn ich dann enttäuscht oder verletzt werde, dann sind das eben neue Erfahrungswerte.
doch wenn es um Schubladen geht, dann könnten mich Menschen in viele pscken: FFau die Kraftsport betreibt = Vermännlichung des weiblichen Geschlechts. Vegetarier = wollen alle missionieren und Borderliner = bloß die Finger weg.

Ich bin alles und doch individuell. Und daher begrüße ich jeden, der auch mir eine faire Chance gibt 😉
 

es gibt Menschen, die mit Borderlinern nicht klar kommen und nie klar kommen werden.
Genauso wie es Menschen gibt, die mit schüchternen Menschen / stark extrovertierten Menschen nicht klar kommen oder mit eher egoistischen / eher altruistischen Menschen nicht klar kommen oder ...
Es ist zum Vorteil beider Seiten, wenn man das von vorn herein respektiert und ist noch nicht mal eine "Verurteilung".

Ich für meinen Teil komme mit altruistischen Menschen (und denen, die sich dafür halten) nicht klar, mit schüchternen Menschen nicht und mit Menschen mit wenig Selbstbewußtsein auch nicht.  Zu ihnen halte ich grundsätzlich einen möglichst großen Abstand. Deswegen verurteile ich sie noch lange nicht, sie passen nur nicht zu mir. Und wenn wir uns aus dem Wege gehen, ist das für besser und für mich auch. Ich halte mich nicht für besser als sie, ich halte ihre PErsönlichkeit / Einstellung nicht für falsch, ich finde nur, wir sind inkompatibel.
 

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9. September um 17:18
In Antwort auf annice_21166122

Hallo,
Ich habe die Diagnose Borderline und im Internet liest man meist über schlimme Erfahrungen mit Bordis. Und dass diese ja so schlimm seien und man am besten nichts mit Betroffenen zu tun haben sollte.

Mich würde mal interessieren was eure Erfahrungen sind? Vielleicht sind ja nicht nur schlechte dabei .

Nö, Bordies sind nicht schlimm.

Es snd einfach nur grund traurige Menschen mit der Sucht nach Aufmerksamkeit.
Wenn man sie gut hält, ihnen regelmässig Futter gibt, sind sie mehr als zufrieden.

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9. September um 17:39

Es hängt doch sehr stark von der Individualität ab, gibt da viele Varianten, wie bei den meisten Krankheiten. Deshalb nach nur einer persönlichen Erfahrung über alle "Borderliner" z usprechen, ist dementsprechend zu simpel gedacht.

Wichtig ist glaub ich immer, dass man weiß, dass man eine Krankheit hat, dann kann man damit besser umgehen bzw. ist vorsichtiger.

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9. September um 18:12
In Antwort auf annice_21166122

Hallo,
Ich habe die Diagnose Borderline und im Internet liest man meist über schlimme Erfahrungen mit Bordis. Und dass diese ja so schlimm seien und man am besten nichts mit Betroffenen zu tun haben sollte.

Mich würde mal interessieren was eure Erfahrungen sind? Vielleicht sind ja nicht nur schlechte dabei .

Hatte Mal eine Freundin mehr gute Bekannte,kam gut mit ihr aus ,aber ab und an wahr sie total daneben, musste dann ihn die physische Behandlung,ins Krankenhaus ,waren auch noch drugs ihm Spiel ,hat tragisch ihm Suizid geendet.

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9. September um 18:14
In Antwort auf dawn

Es hängt doch sehr stark von der Individualität ab, gibt da viele Varianten, wie bei den meisten Krankheiten. Deshalb nach nur einer persönlichen Erfahrung über alle "Borderliner" z usprechen, ist dementsprechend zu simpel gedacht.

Wichtig ist glaub ich immer, dass man weiß, dass man eine Krankheit hat, dann kann man damit besser umgehen bzw. ist vorsichtiger.

Hallo,

das ist richtig, nur sollten alle Beteiligten über die Erkrankung Bescheid wissen. Die Erkrankten selbst sind irgendwann richtig gut informiert < was sehr gut ist>, alle anderen hängen oft in der Luft und finden keine Erklärung für Verhalten und typische Verhaltensweisen gibt´s bei Borderline, nur lassen sie in der Mehrzahl niemanden an sich heran, speziell keine nahen Angehörigen. Falls es doch dazu kommt sind diese ganz häufig selbst inzwischen krank geworden. Ein Beispiel sind Double-Bind-Konstellationen, die oft unbewusst eingesetzt werden aber dadurch, dass <die andere> Person nicht entfliehen kann entstehen krankmachende Situationen. 

Das Wissen, hier ist jemand sehr krank reicht daher oft nicht aus um jemanden wirklich zu verstehen. Zumal man es augenscheinlich nicht immer sofort erkennen kann und auch sonst wird die Erkrankung oft nur an einem bestimmten Merkmal zur Erkrankung gemacht. Das reicht absolut nicht aus, weil es viel weitreichender geht und dies ist vielen gar nicht bewusst. 

LG Sis

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9. September um 18:22
In Antwort auf annice_21166122

Hallo,
Ich habe die Diagnose Borderline und im Internet liest man meist über schlimme Erfahrungen mit Bordis. Und dass diese ja so schlimm seien und man am besten nichts mit Betroffenen zu tun haben sollte.

Mich würde mal interessieren was eure Erfahrungen sind? Vielleicht sind ja nicht nur schlechte dabei .

Das kann man pauschal gar nicht sagen, weil es damit zusammenhängt, welche Symptome die Person zeigt und wie diese das Leben der Person beeinflussen.

Man sollte im allgemeinen seine Quellen, über die man sich informiert, sehr genau auswählen. Ich weiß ja nicht, wo du das genau gelesenhast, aber lies doch bitte lieber Fachartikel zum Thema Borderline und keine Klatschzeitschriften, Forenbeiträge oder populärwissenschaftliche Artikel. 

Wie Menschen andere Menschen empfinden, ist sowieso individuell. 

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9. September um 18:32
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

das ist richtig, nur sollten alle Beteiligten über die Erkrankung Bescheid wissen. Die Erkrankten selbst sind irgendwann richtig gut informiert < was sehr gut ist>, alle anderen hängen oft in der Luft und finden keine Erklärung für Verhalten und typische Verhaltensweisen gibt´s bei Borderline, nur lassen sie in der Mehrzahl niemanden an sich heran, speziell keine nahen Angehörigen. Falls es doch dazu kommt sind diese ganz häufig selbst inzwischen krank geworden. Ein Beispiel sind Double-Bind-Konstellationen, die oft unbewusst eingesetzt werden aber dadurch, dass <die andere> Person nicht entfliehen kann entstehen krankmachende Situationen. 

Das Wissen, hier ist jemand sehr krank reicht daher oft nicht aus um jemanden wirklich zu verstehen. Zumal man es augenscheinlich nicht immer sofort erkennen kann und auch sonst wird die Erkrankung oft nur an einem bestimmten Merkmal zur Erkrankung gemacht. Das reicht absolut nicht aus, weil es viel weitreichender geht und dies ist vielen gar nicht bewusst. 

LG Sis

Was ich mich immer frage: hat man einen nahestehenden Menschen, der sagen wir mal... Diabetes hat oder MS - informieren sich die meisten. Fragen beim Betroffenen konkret nach. Suchen Informationen (und Informationen meint weniger Erfahrungen) im Netz, kommen von sich aus sofort und gern zu Arztterminen mit - usw. usf. 

Sie erkennen die Symptome, achten auch Veränderungen, wissen, was in einer akuten Situation zu tun ist. 

Und bei uns? Gibt es in den meisten Fällen Beschwerden über unvorhersehbares Verhalten (ja, ist für andere unvorhersehbar, schon klar)

Du bist bei Borderline genauso wenig nur auf Informationen vom Betroffenen angewiesen, wie Du es bei Diabetes wärst. Auch wenn bei uns Grenzgängern natürlich nicht alles gleich ist. 

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9. September um 18:37
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

das ist richtig, nur sollten alle Beteiligten über die Erkrankung Bescheid wissen. Die Erkrankten selbst sind irgendwann richtig gut informiert < was sehr gut ist>, alle anderen hängen oft in der Luft und finden keine Erklärung für Verhalten und typische Verhaltensweisen gibt´s bei Borderline, nur lassen sie in der Mehrzahl niemanden an sich heran, speziell keine nahen Angehörigen. Falls es doch dazu kommt sind diese ganz häufig selbst inzwischen krank geworden. Ein Beispiel sind Double-Bind-Konstellationen, die oft unbewusst eingesetzt werden aber dadurch, dass <die andere> Person nicht entfliehen kann entstehen krankmachende Situationen. 

Das Wissen, hier ist jemand sehr krank reicht daher oft nicht aus um jemanden wirklich zu verstehen. Zumal man es augenscheinlich nicht immer sofort erkennen kann und auch sonst wird die Erkrankung oft nur an einem bestimmten Merkmal zur Erkrankung gemacht. Das reicht absolut nicht aus, weil es viel weitreichender geht und dies ist vielen gar nicht bewusst. 

LG Sis

P. S. 'Wirklich verstehen' können es gesunde Menschen wahrscheinlich nicht. Worum ich Euch beneide. Das ist aber auch überhaupt nicht erforderlich 

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9. September um 18:53
In Antwort auf avarrassterne3

Was ich mich immer frage: hat man einen nahestehenden Menschen, der sagen wir mal... Diabetes hat oder MS - informieren sich die meisten. Fragen beim Betroffenen konkret nach. Suchen Informationen (und Informationen meint weniger Erfahrungen) im Netz, kommen von sich aus sofort und gern zu Arztterminen mit - usw. usf. 

Sie erkennen die Symptome, achten auch Veränderungen, wissen, was in einer akuten Situation zu tun ist. 

Und bei uns? Gibt es in den meisten Fällen Beschwerden über unvorhersehbares Verhalten (ja, ist für andere unvorhersehbar, schon klar)

Du bist bei Borderline genauso wenig nur auf Informationen vom Betroffenen angewiesen, wie Du es bei Diabetes wärst. Auch wenn bei uns Grenzgängern natürlich nicht alles gleich ist. 

Bei körperlichen Krankheiten ist das schon anders als bei psychischen.

Mit Symptomen, die man recht simpel beheben kann (bei Diabetes hält man Diät oder spritzt Insulin) kann man leichter umgehen als mit verletzendem oder unberechenbarem Verhalten, auch wenn dieses der Krankheit geschuldet ist.

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9. September um 18:54
In Antwort auf avarrassterne3

P. S. 'Wirklich verstehen' können es gesunde Menschen wahrscheinlich nicht. Worum ich Euch beneide. Das ist aber auch überhaupt nicht erforderlich 

Verstehen ist auch aus meiner Sicht nicht notwendig, damit umgehen können aber schon. Daran scheitert es oft. Speziell dann, wenn das Verhalten einer Person die ihr nahestehenden Personen immer wieder verletzt (auch wenn das nicht absichtlich geschieht). 

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9. September um 20:03
In Antwort auf ozeanologe

Bei körperlichen Krankheiten ist das schon anders als bei psychischen.

Mit Symptomen, die man recht simpel beheben kann (bei Diabetes hält man Diät oder spritzt Insulin) kann man leichter umgehen als mit verletzendem oder unberechenbarem Verhalten, auch wenn dieses der Krankheit geschuldet ist.

Man kann auch recht simpel herausfinden, was genau ein Trigger ist, was die Symptome sind, wenn der getroffen wird und was man dagegen tun kann. 

Hätte auch gleich den Effekt, dass sich die Auswirkungen auf einen selbst reduzierten, auch wenn der Umgang mit der Krankheit natürlich immer in der Verantwortung des Kranken liegt. Bei einem Zuckerschock geht es, bei einem Trigger nicht. Warum? Weil die Leute such informieren, was ein Zuckerschock ist und eas die Gegenmaßnahmen sind. 

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9. September um 20:44
In Antwort auf avarrassterne3

Man kann auch recht simpel herausfinden, was genau ein Trigger ist, was die Symptome sind, wenn der getroffen wird und was man dagegen tun kann. 

Hätte auch gleich den Effekt, dass sich die Auswirkungen auf einen selbst reduzierten, auch wenn der Umgang mit der Krankheit natürlich immer in der Verantwortung des Kranken liegt. Bei einem Zuckerschock geht es, bei einem Trigger nicht. Warum? Weil die Leute such informieren, was ein Zuckerschock ist und eas die Gegenmaßnahmen sind. 

Weil es schwerer ist, seine Worte, seine Verhaltensweisen anderen Menschen gegenüber zu kontrollieren, nur weil die auf bestimmte Dinge überschießend reagieren. Das ist wie ein Tanz auf Eierschalen.

Beispielsweise: wenn ein solcher Trigger das Wort "Apfelschorle" wäre (ich habe bewusst ein harmloses Wort gewählt, damit ich nicht versehentlich einen Trigger treffe), soll man jetzt nie wieder "Apfelschorle" sagen? Das ist für einen Menschen, der das nicht nachvollziehen kann, wieso jemand dieses Wort als Trigger empfindet, einfach schwer zu verstehen und einzuhalten.

Bei Diabetes muss man seine Wortwahl nicht kontrollieren, sein Verhalten auch nicht. Man gibt dem Patienten Insulin oder bei Unterzuckerung ein Bonbon. Das ist wesentlich einfacher.

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9. September um 21:23
In Antwort auf ozeanologe

Weil es schwerer ist, seine Worte, seine Verhaltensweisen anderen Menschen gegenüber zu kontrollieren, nur weil die auf bestimmte Dinge überschießend reagieren. Das ist wie ein Tanz auf Eierschalen.

Beispielsweise: wenn ein solcher Trigger das Wort "Apfelschorle" wäre (ich habe bewusst ein harmloses Wort gewählt, damit ich nicht versehentlich einen Trigger treffe), soll man jetzt nie wieder "Apfelschorle" sagen? Das ist für einen Menschen, der das nicht nachvollziehen kann, wieso jemand dieses Wort als Trigger empfindet, einfach schwer zu verstehen und einzuhalten.

Bei Diabetes muss man seine Wortwahl nicht kontrollieren, sein Verhalten auch nicht. Man gibt dem Patienten Insulin oder bei Unterzuckerung ein Bonbon. Das ist wesentlich einfacher.

Mein Mann ist allergisch auf Knoblauch. 
Ok, ich mag den jetzt auch nicht wirklich. Aber ich habe im Nachinein festgestellt, dass ich sehr oft welchen gegessen habe. Denn inzwischen kann ich seit 25 Jahren keine Wurst mehr kaufen, ohne genau die Zutaten zu studieren, beim Metzger erst zu fragen und noch mal nachzuhaken, weil die Verkäufer/innen das ohne nachzusehen meist selbst nicht wissen, aber auf due Frage, ob welcher drin ist, mit nein antworten. Gleiches für eigentlich alles gewürzte, vom Grillzeug bis Gemüse oder Pizza. Dazu kommt eine Allergie auf Süßstoffe. Schon mal versucht einen Kaugummi *mit* Zucker und Getränke ohne Süßstoff zu kaufen? Macht jeden Wocheneinkauf zum Abenteuer. 
Würde da auch jemand sagen, dass das nicht zumutbar ist?

Abgesehen davon: Trigger sind keine Worte. Von ganz wenigen Ausnahmen und bestimmten Situationen abgesehen. 
Und im Unterschied zu Allergien liegt die Lösung nicht bei "vermeiden". 

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9. September um 22:07
In Antwort auf avarrassterne3

Mein Mann ist allergisch auf Knoblauch. 
Ok, ich mag den jetzt auch nicht wirklich. Aber ich habe im Nachinein festgestellt, dass ich sehr oft welchen gegessen habe. Denn inzwischen kann ich seit 25 Jahren keine Wurst mehr kaufen, ohne genau die Zutaten zu studieren, beim Metzger erst zu fragen und noch mal nachzuhaken, weil die Verkäufer/innen das ohne nachzusehen meist selbst nicht wissen, aber auf due Frage, ob welcher drin ist, mit nein antworten. Gleiches für eigentlich alles gewürzte, vom Grillzeug bis Gemüse oder Pizza. Dazu kommt eine Allergie auf Süßstoffe. Schon mal versucht einen Kaugummi *mit* Zucker und Getränke ohne Süßstoff zu kaufen? Macht jeden Wocheneinkauf zum Abenteuer. 
Würde da auch jemand sagen, dass das nicht zumutbar ist?

Abgesehen davon: Trigger sind keine Worte. Von ganz wenigen Ausnahmen und bestimmten Situationen abgesehen. 
Und im Unterschied zu Allergien liegt die Lösung nicht bei "vermeiden". 

Hö, du hast im Nachinein festgstellt das du oft Knoblauch gegessen hast, du den auch ? nicht wirklich magst u dein Mann allergisch ist.
Oke...

Denn inzwischen seit 25 Jahren kannst du keine Wurst mehr kaufen, ohne die Zutaten zu studieren.

Boah , ei swär ich trink nie wieder.

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10. September um 10:44
In Antwort auf avarrassterne3

P. S. 'Wirklich verstehen' können es gesunde Menschen wahrscheinlich nicht. Worum ich Euch beneide. Das ist aber auch überhaupt nicht erforderlich 

Hallo,

eine Herausforderung, ich weiß. 
Manchmal ist verstehen absolut notwendig um damit zu leben. 

Es ist für nicht Betroffene glaube ich enorm schwierig und emotional äußerst belastend die Form des Spannungsabbaus als Erkrankung anzusehen. Bei Diabetes z.B. bekommst du gesagt das die Langerhanschen Inseln kein Insulin mehr produzieren und jeder weiß, es gibt Medikamente um dem entgegenzuwirken. Bei vielen psychischen Erkrankungen gibt es eben nicht die Lösung. Sei es Borderline, Schizophrenie oder auch Depressionen. Und alles, was nicht spontan gelöst werden kann ist mit Ängsten verbunden. Die Stategien sind mitunter derart massiv, dass andere Menschen zuerst mit Ungläubigkeit und später sogar mit Ablehnung und Unverständnis reagieren. Deshalb tendiere ich stark für Aufklärung auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen. Im Sinne der Erkrankten aber auch um einen Weg zu finden Beteiligten Ängste zu nehmen, damit eben kein Ausschluß stattfindet. 

Allerdings hat jeder auch das Recht zu sagen, ich kann das nicht, ich will das nicht. Auch bei nahen Angehörigen kann Verstehen ein Prozess sein, der viel Zeit in Anspruch nimmt. 

LG Sis

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10. September um 10:47
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

eine Herausforderung, ich weiß. 
Manchmal ist verstehen absolut notwendig um damit zu leben. 

Es ist für nicht Betroffene glaube ich enorm schwierig und emotional äußerst belastend die Form des Spannungsabbaus als Erkrankung anzusehen. Bei Diabetes z.B. bekommst du gesagt das die Langerhanschen Inseln kein Insulin mehr produzieren und jeder weiß, es gibt Medikamente um dem entgegenzuwirken. Bei vielen psychischen Erkrankungen gibt es eben nicht die Lösung. Sei es Borderline, Schizophrenie oder auch Depressionen. Und alles, was nicht spontan gelöst werden kann ist mit Ängsten verbunden. Die Stategien sind mitunter derart massiv, dass andere Menschen zuerst mit Ungläubigkeit und später sogar mit Ablehnung und Unverständnis reagieren. Deshalb tendiere ich stark für Aufklärung auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen. Im Sinne der Erkrankten aber auch um einen Weg zu finden Beteiligten Ängste zu nehmen, damit eben kein Ausschluß stattfindet. 

Allerdings hat jeder auch das Recht zu sagen, ich kann das nicht, ich will das nicht. Auch bei nahen Angehörigen kann Verstehen ein Prozess sein, der viel Zeit in Anspruch nimmt. 

LG Sis

Doch gibt es wir haben die Lösung aber keiner will sie wahrhaben 😉

Es wäre zu leicht und kosten günstig das verträgt die Wirtschaft nicht 😇

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10. September um 11:23
In Antwort auf avarrassterne3

es gibt Menschen, die mit Borderlinern nicht klar kommen und nie klar kommen werden.
Genauso wie es Menschen gibt, die mit schüchternen Menschen / stark extrovertierten Menschen nicht klar kommen oder mit eher egoistischen / eher altruistischen Menschen nicht klar kommen oder ...
Es ist zum Vorteil beider Seiten, wenn man das von vorn herein respektiert und ist noch nicht mal eine "Verurteilung".

Ich für meinen Teil komme mit altruistischen Menschen (und denen, die sich dafür halten) nicht klar, mit schüchternen Menschen nicht und mit Menschen mit wenig Selbstbewußtsein auch nicht.  Zu ihnen halte ich grundsätzlich einen möglichst großen Abstand. Deswegen verurteile ich sie noch lange nicht, sie passen nur nicht zu mir. Und wenn wir uns aus dem Wege gehen, ist das für besser und für mich auch. Ich halte mich nicht für besser als sie, ich halte ihre PErsönlichkeit / Einstellung nicht für falsch, ich finde nur, wir sind inkompatibel.
 

Da stimme ich dir zu. Wenn jemand von vornherein sagt, ihm ist das zu viel  dann können sich beide daran orientieren und ggf aus dem Weg gehen.
anders ist es aber  wenn Freunde einem etwas vormachen. Wenn man ehrlich zu ihnen ist, dass man eben diese Krankheit hat, es vergehen Jahre, dann geht es einem mal nicht so gut und besagter Freund zeigt plötzlich,  dass er abfällig über Menschen mit Borderline denkt.
ist mir passiert. 
Es ging um ein Treffen zum Reden, weil es mir nicht gut ging. Die Freundin versteckte sich hinterr ihrem Handy, wie sie später selbst zugab, und reagierte einfach nicht mehr. 
Eine andere verwendete Vertrautes um eine Lüge über mich zu erfinden, mir Verhalten zu unterstellen, was durch Borderline resultiere, das ich nicht getan hatte. 
Sie behauptete ich hätte sie aus meinen Kontakten gelöscht, was ja mit meiner Krankheit und dem Mechanismus der Spaltung zu tun habe. 

Seitdem erzähle ich niemandem den ich seither kennengelernt habe, dass ich Borderline habe. 
Seit das Wissen von einstigen Freunden um meine Krankheit misbraucht wurde.

 

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10. September um 12:14
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

eine Herausforderung, ich weiß. 
Manchmal ist verstehen absolut notwendig um damit zu leben. 

Es ist für nicht Betroffene glaube ich enorm schwierig und emotional äußerst belastend die Form des Spannungsabbaus als Erkrankung anzusehen. Bei Diabetes z.B. bekommst du gesagt das die Langerhanschen Inseln kein Insulin mehr produzieren und jeder weiß, es gibt Medikamente um dem entgegenzuwirken. Bei vielen psychischen Erkrankungen gibt es eben nicht die Lösung. Sei es Borderline, Schizophrenie oder auch Depressionen. Und alles, was nicht spontan gelöst werden kann ist mit Ängsten verbunden. Die Stategien sind mitunter derart massiv, dass andere Menschen zuerst mit Ungläubigkeit und später sogar mit Ablehnung und Unverständnis reagieren. Deshalb tendiere ich stark für Aufklärung auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen. Im Sinne der Erkrankten aber auch um einen Weg zu finden Beteiligten Ängste zu nehmen, damit eben kein Ausschluß stattfindet. 

Allerdings hat jeder auch das Recht zu sagen, ich kann das nicht, ich will das nicht. Auch bei nahen Angehörigen kann Verstehen ein Prozess sein, der viel Zeit in Anspruch nimmt. 

LG Sis

"Allerdings hat jeder auch das Recht zu sagen, ich kann das nicht, ich will das nicht. "

Unbedingtes JA!
Ich finde diesen moralischen Imperativ ala "man darf keinen Menschen wegen einer Krankheit im Stich lassen!" wirklich grundfalsch - für alle Beteiligten.

Und ja, an allgemeiner Aufklärung fehlt es da - bei verschiedenen Krankheiten. Nicht nur psychischen. Es bessert sich... laaaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaaam ....

Und noch ein Punkt, der mir schon wiederholt in diesem Thread jetzt aufgefallen ist - es geht nicht mal primär um den Spannungsabbau. Viel, viel wichtiger ist es, das "Grundlevel" der Anspannung im Auge zu behalten.
In dem Aspekt greift wieder der Vergleich mit der Diabetis: Ja, klar, wenn man schnell mal eine Sahnetorte vertilgt (ich hoffe, das Beispiel passt, so viel Ahnung habe ich da jetzt auch nicht mehr) wird man einen ziemlich unschönen Zuckerschock haben.
Aber im Alltag ist doch nicht "pack ihm nicht eine ganze Sahnetorte auf den Teller" wichtig. Wichtiger ist es, den Blutzuckerlevel insgesamt im Auge zu behalten. Eine Scheibe Brot mehr ist nicht per se das Tor zur Katastrophe. Aber sie kann der Tropfen im schon vollen Fass sein.

Dass ich das letzte Mal regelmässig für einen Diabetiker gekocht habe, ist jetzt fast 30 Jahre her, das meiste weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß noch, es gibt sowas wie "Broteinheiten pro Tag", die nicht überschritten werden sollten - und wenn dann als sehr seltene Ausnahme, nicht als Regel - auch wenn er nach jeder Mahlzeit das Insulin für diese Mahlzeit individuell dosiert hat. Ich wußte, er muss regelmässig essen, nix mal mit "ach lassen wir das Mittagessen heute aus und machen dafür 16 Uhr ein größeres Kaffeekränzchen" und ich wußte in etwa, was ist "böses Essen" und was ist "gutes Essen" - und ich habe am Anfang jede einzelne Mahlzeit abgesprochen und eine Million Fragen gestellt, was jetzt geht, was nicht und wie viel von allem. Schon allein, weil ich ihn ersparen wollte, dass er mit "ich muss jetzt aber essen" unsere gerade so lustige Skatrunde sprengt. Oder gar das weg lässt, weil er die Runde nicht sprengen will. Oder über das Spielen selbst die Zeit vergisst und die Zeichen übersieht. Oder ich etwas auf den Tisch stelle, was so gar nicht geht. Oder an diesem Tag nicht geht, weil es nicht mehr zu den anderen Mahlzeiten passt. Oder....
Ich habe mich mit ihm darüber unterhalten, was wie zu tun wäre, wenn er doch mal ohnmächtig werden sollte o.ä. (und was ich in der Situation tunlichst unterlassen soll). Woran ich - auch ohne im 10min Takt zu messen - erkennen kann, dass vielleicht gerade etwas nicht richtig läuft - natürlich vorzugsweise bevor er umkippt. Was vielleicht schlimmer aussieht, als es ist - und was der Punkt ist, ab dem ich Großalarm auslösen und den Rettungswagen rufen muss. Was nun einmal nicht bei jeder Ohnmacht der Fall ist, auch wenn die schon unter die Haut geht, wenn man das noch nie gesehen hat und daneben steht. Nicht ganz so lustig und auch nicht egal, kann ich versichern.
All das, weil es auch wichtig war und obwohl es Medikamente gibt.
Würden Menschen, die mit einem Borderliner zusammen leben, in solchen Dingen genauso eifrig sein wie Menschen, die mit einem Diabetiker zusammen leben, gäbe es weniger Probleme.

Ist bei uns Grenzgängern in vielem vergleichbar.
Es gibt ein Stress- / Anspannungslevel, was in der Summe der Einzelereignisse über einen gewissen Zeitraum nicht überschritten werden sollte. Dabei gibt es Situationen, die stark oder extrem stark negativ ins Gewicht fallen (= Trigger) , Situationen, die neutral sind und Situationen, die im Gegenteil das Grundlevel teils erheblich senken ( = Skills). Es gibt auch sowas wie "Insulinspritzen", vor allem aber ist es immer wichtig zu wissen, wo man grundsätzlich gerade steht, dass das Level regelmässig ausgleicht und im Blick behält.
Anders ausgedrückt: Ein Liter Wasser bringt ein Fass nur dann zum Überlaufen, wenn es vorher schon nahezu voll war. Ein Liter Wasser in ein leeres oder halbleeres Fass ist hingegen kein Drama.
Und alles in allem auch nicht schwieriger als bei einem Diabetiker. Vorausgesetzt der Borderliner kümmert sich vor allem selbst um seine Gesundheit. Aber das ist auch nicht besser, wenn der Diabetiker sich nicht die Bohne darum kümmert.

 

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10. September um 12:18
In Antwort auf annice_21166122

Da stimme ich dir zu. Wenn jemand von vornherein sagt, ihm ist das zu viel  dann können sich beide daran orientieren und ggf aus dem Weg gehen.
anders ist es aber  wenn Freunde einem etwas vormachen. Wenn man ehrlich zu ihnen ist, dass man eben diese Krankheit hat, es vergehen Jahre, dann geht es einem mal nicht so gut und besagter Freund zeigt plötzlich,  dass er abfällig über Menschen mit Borderline denkt.
ist mir passiert. 
Es ging um ein Treffen zum Reden, weil es mir nicht gut ging. Die Freundin versteckte sich hinterr ihrem Handy, wie sie später selbst zugab, und reagierte einfach nicht mehr. 
Eine andere verwendete Vertrautes um eine Lüge über mich zu erfinden, mir Verhalten zu unterstellen, was durch Borderline resultiere, das ich nicht getan hatte. 
Sie behauptete ich hätte sie aus meinen Kontakten gelöscht, was ja mit meiner Krankheit und dem Mechanismus der Spaltung zu tun habe. 

Seitdem erzähle ich niemandem den ich seither kennengelernt habe, dass ich Borderline habe. 
Seit das Wissen von einstigen Freunden um meine Krankheit misbraucht wurde.

 

das hat nichts mit Borderline zu tun.

Solche Situationen kann man genauso gut auch als quietschgesunder Mensch erleben. Ok, da ist es dann nicht, dass sie abfällig über Borderliner denken und Du deswegen aus den Kontakten gelöscht haben sollst, sondern vielleicht, dass Du aus den Kontakten gelöscht haben sollst, weil Du ja eh mit Technik nicht so klar kommst und sie abfällig über Menschen denken, die aus einem anderen sozialen Umfeld kommen. Unterscheidet sich nicht.

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10. September um 12:23
In Antwort auf annice_21166122

Da stimme ich dir zu. Wenn jemand von vornherein sagt, ihm ist das zu viel  dann können sich beide daran orientieren und ggf aus dem Weg gehen.
anders ist es aber  wenn Freunde einem etwas vormachen. Wenn man ehrlich zu ihnen ist, dass man eben diese Krankheit hat, es vergehen Jahre, dann geht es einem mal nicht so gut und besagter Freund zeigt plötzlich,  dass er abfällig über Menschen mit Borderline denkt.
ist mir passiert. 
Es ging um ein Treffen zum Reden, weil es mir nicht gut ging. Die Freundin versteckte sich hinterr ihrem Handy, wie sie später selbst zugab, und reagierte einfach nicht mehr. 
Eine andere verwendete Vertrautes um eine Lüge über mich zu erfinden, mir Verhalten zu unterstellen, was durch Borderline resultiere, das ich nicht getan hatte. 
Sie behauptete ich hätte sie aus meinen Kontakten gelöscht, was ja mit meiner Krankheit und dem Mechanismus der Spaltung zu tun habe. 

Seitdem erzähle ich niemandem den ich seither kennengelernt habe, dass ich Borderline habe. 
Seit das Wissen von einstigen Freunden um meine Krankheit misbraucht wurde.

 

Seitdem erzähle ich niemandem den ich seither kennengelernt habe, dass ich Borderline habe. 

Damit schadest Du Dir selbst.
Wenn das Umfeld von einer Krankheit weiß, wissen sie auch, dass es nun einmal ein paar Dinge geben wird, die Du nicht KANNST, auch wenn es für sie kein erkennbares Problem gibt.
Du kannst im Vorfeld (er-)klären, dass Du manchmal "aus heiterem Himmel" aus einer Situation heraus MUSST. Machst Du sowas unangekündigt und ohne Erklärung - kommt das noch viel schlimmer rüber. Unterdrückst / versteckst / überspielst Du es, um genau das zu vermeiden, hat das seinen Preis, manchmal auch einen viel zu hohen - für ALLE.
Du kannst im Vorfeld zumindest ansprechen, dass es vorkommen kann, dass Du "ganz komisch" reagierst, vielleicht auch mal überreagierst. Macht nicht "alles gut", aber manches zumindest etwas besser.

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10. September um 13:28
In Antwort auf lostindarness

Doch gibt es wir haben die Lösung aber keiner will sie wahrhaben 😉

Es wäre zu leicht und kosten günstig das verträgt die Wirtschaft nicht 😇

Was ist die Lösung? 

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10. September um 13:30

Gibt es hier unter den Betroffenen jemanden der Erfahrung mit Medikamenten hat? Am besten welche die nicht dick und unlustig machen 😂

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10. September um 13:31
In Antwort auf allie97

Gibt es hier unter den Betroffenen jemanden der Erfahrung mit Medikamenten hat? Am besten welche die nicht dick und unlustig machen 😂

die machen so ziemlich alle dick und unlsutig

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10. September um 13:32

BTW ich bin auch so ein schlimmer Borderliner. Fast jede Freundschaft die ich zwischen 16 und 20 geschlossen habe ist auf übelste zerbrochen mit ghosting usw. Scheinbar bin ich auch ziemlich schlimm. Mitlerweile habe ich Freundschaften, die funktionieren aber nur weil sie auf Abstand sind. Ich seh meine Freundinnen höchstens alle 2 Wochen. Alles was mir zu nah kommt geht zugrunde 😅 In der Beziehung ist es auch heftig und ich weiß nie genau was ich will und ob ich meinen Freund wirklich liebe. Es ist mal so mal so. Ich hasse es. 

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10. September um 13:34
In Antwort auf avarrassterne3

die machen so ziemlich alle dick und unlsutig

Haha, na ich hatte jetzt Elontril (Bupropion) sehr lange, das war ganz nett am Anfang aber jetzt hab ich das Gefühl es wirkt nicht mehr so ganz. Leider hab ich auch so schon heftige Libido Probleme, die nicht von Medis kommen 🙈

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10. September um 13:44
In Antwort auf allie97

Haha, na ich hatte jetzt Elontril (Bupropion) sehr lange, das war ganz nett am Anfang aber jetzt hab ich das Gefühl es wirkt nicht mehr so ganz. Leider hab ich auch so schon heftige Libido Probleme, die nicht von Medis kommen 🙈

naja, der Punkt ist, dass die meisten Medis, die uns helfen halt den Serotonin-Spiegel beeinflussen.
Senkt den Stresslevel im schnöden Alltag, der einfach nicht stressig sein SOLLTE - guuuuuut
Hilft bei der einen oder anderen Angststörung, die begeleitend meist dabei ist - guuuut.
Gleicht unsere fehlkonfigurierte emotionale Verarbeitung, die auch aus weitestgehend harmlosen Situationen ein für uns erlebtes Trauma macht, ein wenig aus ... guuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut.
aber eben - wirkt auch auf sexuelle Aktivität, ... iecks.
blendet Erinnerungen teilweise massiv aus, ... najaaaaaaaaaaaaaa
flacht so ziemlich ALLE Emotionen ab ... hmpf.
ach ja und immer her mit dem Futter... MIST!

Das eine geht halt nicht wirklich ohne das andere.

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10. September um 14:02
In Antwort auf avarrassterne3

naja, der Punkt ist, dass die meisten Medis, die uns helfen halt den Serotonin-Spiegel beeinflussen.
Senkt den Stresslevel im schnöden Alltag, der einfach nicht stressig sein SOLLTE - guuuuuut
Hilft bei der einen oder anderen Angststörung, die begeleitend meist dabei ist - guuuut.
Gleicht unsere fehlkonfigurierte emotionale Verarbeitung, die auch aus weitestgehend harmlosen Situationen ein für uns erlebtes Trauma macht, ein wenig aus ... guuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut.
aber eben - wirkt auch auf sexuelle Aktivität, ... iecks.
blendet Erinnerungen teilweise massiv aus, ... najaaaaaaaaaaaaaa
flacht so ziemlich ALLE Emotionen ab ... hmpf.
ach ja und immer her mit dem Futter... MIST!

Das eine geht halt nicht wirklich ohne das andere.

Sad story. 🙈

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10. September um 15:09
In Antwort auf avarrassterne3

"Allerdings hat jeder auch das Recht zu sagen, ich kann das nicht, ich will das nicht. "

Unbedingtes JA!
Ich finde diesen moralischen Imperativ ala "man darf keinen Menschen wegen einer Krankheit im Stich lassen!" wirklich grundfalsch - für alle Beteiligten.

Und ja, an allgemeiner Aufklärung fehlt es da - bei verschiedenen Krankheiten. Nicht nur psychischen. Es bessert sich... laaaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaaam ....

Und noch ein Punkt, der mir schon wiederholt in diesem Thread jetzt aufgefallen ist - es geht nicht mal primär um den Spannungsabbau. Viel, viel wichtiger ist es, das "Grundlevel" der Anspannung im Auge zu behalten.
In dem Aspekt greift wieder der Vergleich mit der Diabetis: Ja, klar, wenn man schnell mal eine Sahnetorte vertilgt (ich hoffe, das Beispiel passt, so viel Ahnung habe ich da jetzt auch nicht mehr) wird man einen ziemlich unschönen Zuckerschock haben.
Aber im Alltag ist doch nicht "pack ihm nicht eine ganze Sahnetorte auf den Teller" wichtig. Wichtiger ist es, den Blutzuckerlevel insgesamt im Auge zu behalten. Eine Scheibe Brot mehr ist nicht per se das Tor zur Katastrophe. Aber sie kann der Tropfen im schon vollen Fass sein.

Dass ich das letzte Mal regelmässig für einen Diabetiker gekocht habe, ist jetzt fast 30 Jahre her, das meiste weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß noch, es gibt sowas wie "Broteinheiten pro Tag", die nicht überschritten werden sollten - und wenn dann als sehr seltene Ausnahme, nicht als Regel - auch wenn er nach jeder Mahlzeit das Insulin für diese Mahlzeit individuell dosiert hat. Ich wußte, er muss regelmässig essen, nix mal mit "ach lassen wir das Mittagessen heute aus und machen dafür 16 Uhr ein größeres Kaffeekränzchen" und ich wußte in etwa, was ist "böses Essen" und was ist "gutes Essen" - und ich habe am Anfang jede einzelne Mahlzeit abgesprochen und eine Million Fragen gestellt, was jetzt geht, was nicht und wie viel von allem. Schon allein, weil ich ihn ersparen wollte, dass er mit "ich muss jetzt aber essen" unsere gerade so lustige Skatrunde sprengt. Oder gar das weg lässt, weil er die Runde nicht sprengen will. Oder über das Spielen selbst die Zeit vergisst und die Zeichen übersieht. Oder ich etwas auf den Tisch stelle, was so gar nicht geht. Oder an diesem Tag nicht geht, weil es nicht mehr zu den anderen Mahlzeiten passt. Oder....
Ich habe mich mit ihm darüber unterhalten, was wie zu tun wäre, wenn er doch mal ohnmächtig werden sollte o.ä. (und was ich in der Situation tunlichst unterlassen soll). Woran ich - auch ohne im 10min Takt zu messen - erkennen kann, dass vielleicht gerade etwas nicht richtig läuft - natürlich vorzugsweise bevor er umkippt. Was vielleicht schlimmer aussieht, als es ist - und was der Punkt ist, ab dem ich Großalarm auslösen und den Rettungswagen rufen muss. Was nun einmal nicht bei jeder Ohnmacht der Fall ist, auch wenn die schon unter die Haut geht, wenn man das noch nie gesehen hat und daneben steht. Nicht ganz so lustig und auch nicht egal, kann ich versichern.
All das, weil es auch wichtig war und obwohl es Medikamente gibt.
Würden Menschen, die mit einem Borderliner zusammen leben, in solchen Dingen genauso eifrig sein wie Menschen, die mit einem Diabetiker zusammen leben, gäbe es weniger Probleme.

Ist bei uns Grenzgängern in vielem vergleichbar.
Es gibt ein Stress- / Anspannungslevel, was in der Summe der Einzelereignisse über einen gewissen Zeitraum nicht überschritten werden sollte. Dabei gibt es Situationen, die stark oder extrem stark negativ ins Gewicht fallen (= Trigger) , Situationen, die neutral sind und Situationen, die im Gegenteil das Grundlevel teils erheblich senken ( = Skills). Es gibt auch sowas wie "Insulinspritzen", vor allem aber ist es immer wichtig zu wissen, wo man grundsätzlich gerade steht, dass das Level regelmässig ausgleicht und im Blick behält.
Anders ausgedrückt: Ein Liter Wasser bringt ein Fass nur dann zum Überlaufen, wenn es vorher schon nahezu voll war. Ein Liter Wasser in ein leeres oder halbleeres Fass ist hingegen kein Drama.
Und alles in allem auch nicht schwieriger als bei einem Diabetiker. Vorausgesetzt der Borderliner kümmert sich vor allem selbst um seine Gesundheit. Aber das ist auch nicht besser, wenn der Diabetiker sich nicht die Bohne darum kümmert.

 

Hallo,

dein Beispiel finde ich großartig. 
Die Gränzgänger hast du darin zwar outgecourced aber auch ein Stück wieder hinein gelegt. Bevor ich anfing meine beruflichen Schwerpunkte in diese Thematiken zu legen hatte ich andere Gedanken. Damals hätte ich es beschrieben, du weißt nie, was du kochen sollst bzw. darfst und wenn du es endlich weißt, das Essen steht fertig liebevoll angerichtet auf dem Tisch, ist der Appetit verschwunden. Eine Sonderstellung nimmt der Großalarm ein. Wann ist der Punkt gekommen ihn auszulösen? Wenn Türen gewaltsam geöffnet werden müssen oder wenn dir jemand entgegen kommt und du Handtücher benötigst.... Es ist ganz oft mangelnde Verständigung und mangelndes Wissen um Trigger und Skills. 

Über Grenzen muss ich dir nichts schreiben, du scheinst hier sehr klar.  Mir gefällt deine Einstellung und der Weg, den du für dich gefunden hast. 

LG Sis

 

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10. September um 15:23
In Antwort auf allie97

Haha, na ich hatte jetzt Elontril (Bupropion) sehr lange, das war ganz nett am Anfang aber jetzt hab ich das Gefühl es wirkt nicht mehr so ganz. Leider hab ich auch so schon heftige Libido Probleme, die nicht von Medis kommen 🙈

Hallo,

wende dich bezüglich des Medikamentes bitte an deinen Arzt. Vielleicht muss die Dosis angepasst werden oder man schaut, ob Alternativen möglich sind. Neuroleptika oder Tranquilizer sind mit Bedacht einzusetzen, weil sie allesamt starke Nebenwirkungen aufweisen. Wie sieht es aus mit einer Verhaltensmodifikation und einer DBT Gruppentherapie als Unterstützung? 

LG Sis

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10. September um 15:37
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

dein Beispiel finde ich großartig. 
Die Gränzgänger hast du darin zwar outgecourced aber auch ein Stück wieder hinein gelegt. Bevor ich anfing meine beruflichen Schwerpunkte in diese Thematiken zu legen hatte ich andere Gedanken. Damals hätte ich es beschrieben, du weißt nie, was du kochen sollst bzw. darfst und wenn du es endlich weißt, das Essen steht fertig liebevoll angerichtet auf dem Tisch, ist der Appetit verschwunden. Eine Sonderstellung nimmt der Großalarm ein. Wann ist der Punkt gekommen ihn auszulösen? Wenn Türen gewaltsam geöffnet werden müssen oder wenn dir jemand entgegen kommt und du Handtücher benötigst.... Es ist ganz oft mangelnde Verständigung und mangelndes Wissen um Trigger und Skills. 

Über Grenzen muss ich dir nichts schreiben, du scheinst hier sehr klar.  Mir gefällt deine Einstellung und der Weg, den du für dich gefunden hast. 

LG Sis

 

ich denke, Grenzen sind ein verdammt wichtiges Thema bei Borderlinern.

tbh: wir sind alle samt nicht so die hellste Kerze auf der Torte, wenn es darum geht, die Grenzen anderer überhaupt zu erkennen.

Wir tun daher sehr gut daran, uns mit Menschen zu umgeben, die ihre Grenzen klar kommunizieren und vor allem auch selbst darauf achten, dass die gewahrt bleiben.

Auch ein Grund, warum ich sage: um altruistische Meschen (und denen, die sich dafür halten, also Helfersyndrom & Co) einen weiiiiiiiiiiiten Bogen machen. Diese Menschen neigen dazu, die Verantwortung für die eigenen Grenzen in die Hände anderer zu legen - also "ich gebe und gebe und überlasse es Dir, das auszugleichen und dabei nicht zu gierig zu werden". Nun in meinen Händen ist diese Verantwortung saumies aufgehoben. Weiß ich.
Also umgebe ich mich lieber mit Menschen, die auch klar ansagen: "SO, bis hierhin und nicht weiter" und "Jetzt ist gut, jetzt bin ich dran, ich brauche..." Vorzugsweise bevor das sprichwörtliche Porzellan zerschlagen ist und nicht als irgendwelche "famous last words" beim Abgang von der Bühne!
Das war bei mir auch ein Lernprozess. Ein für niemanden schöner Lernprozess.

Vor allem aber braucht Rücksicht Grenzen. Immer im Leben, nicht nur bei Borderlinern. Zu viel Rücksicht ist nicht minder schädlich als gar keine - und auch das gilt nahezu immer, bei Borderlinern aber besonders.
Auch das gehört zu "Grenzen". Wenn man vor lauter "Rücksicht" sich selbst aufreibt, schadet man dabei allen Beteiligten und es gibt für niemanden etwas positives dabei.

https://psychologie.gofeminin.de/forum/borderline-von-dem-gefuhl-in-gefuhlen-zu-ertrinken-ii-fd9946#af-post-9946-1978

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10. September um 16:08
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

dein Beispiel finde ich großartig. 
Die Gränzgänger hast du darin zwar outgecourced aber auch ein Stück wieder hinein gelegt. Bevor ich anfing meine beruflichen Schwerpunkte in diese Thematiken zu legen hatte ich andere Gedanken. Damals hätte ich es beschrieben, du weißt nie, was du kochen sollst bzw. darfst und wenn du es endlich weißt, das Essen steht fertig liebevoll angerichtet auf dem Tisch, ist der Appetit verschwunden. Eine Sonderstellung nimmt der Großalarm ein. Wann ist der Punkt gekommen ihn auszulösen? Wenn Türen gewaltsam geöffnet werden müssen oder wenn dir jemand entgegen kommt und du Handtücher benötigst.... Es ist ganz oft mangelnde Verständigung und mangelndes Wissen um Trigger und Skills. 

Über Grenzen muss ich dir nichts schreiben, du scheinst hier sehr klar.  Mir gefällt deine Einstellung und der Weg, den du für dich gefunden hast. 

LG Sis

 

das mit dem Großalarm kann ich im Übrigen nicht allgemeingültig beantworten.
Ich kann Dir sagen: wenn es mir nicht gut geht (also das Fass kurz vor voll ist, um im Bild zu bleiben) ziehe ich mich (inzwischen, nach bitteren Erfahrungen) vollständig zurück und "igel mich ein".
Tür zu, Klingel aus, Telefon aus, keine, GAR KEINE Kommunikation. Mit niemandem. Beste Freunde, Familie, Partner inklusive.
Das ist für mich der Weg, mit dem ich
- weitere emotionale Überladungen eindämme (soziale Interaktionen in jeder Form tragen da nun einmal gern dazu bei)
- verhindere, dass ich ohne es zu wollen, irgendwas kaputt mache (Kontrolle ist halt nicht an der Stelle und die Wahrnehmung läuft da auch eh Amok, das was ich da verstehe hat sowieso nur bedingt mit dem zu tun, was der andere sagt)
- Entscheidungen treffe, die ich später bereue
- "über die Klippe getrieben werde" - unbeabsichtigt von anderen oder - Idioten gibt es immer- beabsichtigt.

Also "Türen aufbrechen" wäre ein ganz schlechter Ansatzpunkt bei mir. Grundsätzlich. Die Wahrscheinlichkeit, mich damit in den Abgrund zu treiben, statt mir zu helfen, liegt bei soliden 90%
Und ja: Kommunikation. Über sowas muss man reden. BEIDE Seiten müssen darüber reden, zumindest mit allen, denen man nahe steht.

Großalarm.. ja, ich habe ein Notfallmedikament. Ist eigentlich ein trizyklisches Antidepressivum, wenn Du Dich beruflich mit dem Thema auskennst, weißt Du, was der erste Zyklus ist. Notfallmedikament heißt, ich nehme das zwischen 0 und 5 mal im Jahr, jeweils nur eine Tablette, also ich komme nur in die erste der 3 Phasen.
Nehme ich, wenn ich mal in eine Situation komme, wo wirklich "Lamd unter" ist, die Skills nicht reichen und / oder außerhalb meiner Reichweite in dem Moment sind. Ist die Wirkung der Tablette durch und die Situation trotzdem nicht deutlich besser oder die Situation, in der ich eine brauche, tritt innerhalb weniger Wochen mehrfach auf - dann wäre bei mir der "Großalarm" fällig.
Oder die Todessehnsucht ist zu groß. Aber das ist auch wieder so ein Ding, denn da ist das Thema Kommunikation am Ende.
Zum einen: darüber zu sprechen ist endlos schwer. Und triggert massiv, wenn es gerade akut ist. Und braucht unglaublich viel Vertrauen. Und wir wissen ja auch, was man beim anderen damit auslöst. Und wir wissen auch, was "man sich so erzählt" zu Menschen, die darüber sprechen, ihr Leben zu beenden.
Also wird das wohl meistens ein "stiller Alarm". Also einer, den andere nicht erkennen können. An der Stelle kriege ich selbst die Kurve ins Krankhenhaus zu gehen, oder ... naja, ich bin noch hier, heißt: ich habe die bisher immer gekriegt.

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10. September um 18:23
In Antwort auf avarrassterne3

das mit dem Großalarm kann ich im Übrigen nicht allgemeingültig beantworten.
Ich kann Dir sagen: wenn es mir nicht gut geht (also das Fass kurz vor voll ist, um im Bild zu bleiben) ziehe ich mich (inzwischen, nach bitteren Erfahrungen) vollständig zurück und "igel mich ein".
Tür zu, Klingel aus, Telefon aus, keine, GAR KEINE Kommunikation. Mit niemandem. Beste Freunde, Familie, Partner inklusive.
Das ist für mich der Weg, mit dem ich
- weitere emotionale Überladungen eindämme (soziale Interaktionen in jeder Form tragen da nun einmal gern dazu bei)
- verhindere, dass ich ohne es zu wollen, irgendwas kaputt mache (Kontrolle ist halt nicht an der Stelle und die Wahrnehmung läuft da auch eh Amok, das was ich da verstehe hat sowieso nur bedingt mit dem zu tun, was der andere sagt)
- Entscheidungen treffe, die ich später bereue
- "über die Klippe getrieben werde" - unbeabsichtigt von anderen oder - Idioten gibt es immer- beabsichtigt.

Also "Türen aufbrechen" wäre ein ganz schlechter Ansatzpunkt bei mir. Grundsätzlich. Die Wahrscheinlichkeit, mich damit in den Abgrund zu treiben, statt mir zu helfen, liegt bei soliden 90%
Und ja: Kommunikation. Über sowas muss man reden. BEIDE Seiten müssen darüber reden, zumindest mit allen, denen man nahe steht.

Großalarm.. ja, ich habe ein Notfallmedikament. Ist eigentlich ein trizyklisches Antidepressivum, wenn Du Dich beruflich mit dem Thema auskennst, weißt Du, was der erste Zyklus ist. Notfallmedikament heißt, ich nehme das zwischen 0 und 5 mal im Jahr, jeweils nur eine Tablette, also ich komme nur in die erste der 3 Phasen.
Nehme ich, wenn ich mal in eine Situation komme, wo wirklich "Lamd unter" ist, die Skills nicht reichen und / oder außerhalb meiner Reichweite in dem Moment sind. Ist die Wirkung der Tablette durch und die Situation trotzdem nicht deutlich besser oder die Situation, in der ich eine brauche, tritt innerhalb weniger Wochen mehrfach auf - dann wäre bei mir der "Großalarm" fällig.
Oder die Todessehnsucht ist zu groß. Aber das ist auch wieder so ein Ding, denn da ist das Thema Kommunikation am Ende.
Zum einen: darüber zu sprechen ist endlos schwer. Und triggert massiv, wenn es gerade akut ist. Und braucht unglaublich viel Vertrauen. Und wir wissen ja auch, was man beim anderen damit auslöst. Und wir wissen auch, was "man sich so erzählt" zu Menschen, die darüber sprechen, ihr Leben zu beenden.
Also wird das wohl meistens ein "stiller Alarm". Also einer, den andere nicht erkennen können. An der Stelle kriege ich selbst die Kurve ins Krankhenhaus zu gehen, oder ... naja, ich bin noch hier, heißt: ich habe die bisher immer gekriegt.

Hallo,

ehrliche und mutige Worte von dir in einem sehr sensiblen Thema. Meinen Respekt dafür hast du.

Der Einsatz von trizyklischen Antidepressiva ist mir bekannt aber bisher nicht als Notfallmedikament in dieser Verabreichung. Danke für deine Offenheit. 

Hast du schon einmal überlegt deine Erfahrungen zu teilen und eine eigene Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen? 

LG Sis

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10. September um 18:35
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

ehrliche und mutige Worte von dir in einem sehr sensiblen Thema. Meinen Respekt dafür hast du.

Der Einsatz von trizyklischen Antidepressiva ist mir bekannt aber bisher nicht als Notfallmedikament in dieser Verabreichung. Danke für deine Offenheit. 

Hast du schon einmal überlegt deine Erfahrungen zu teilen und eine eigene Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen? 

LG Sis

Um meine Erfahrungen zu teilen habe ich den Thread gemacht, der da verlinkt ist. Selbsthilfegruppen, whatsappgruppen usw. zu dem Thema meide ich. 
Der erste Grund ist persönlich: ich bin Informatiker, weil ich gern mit Bots zu tun hab. Nicht mit Menschen. In drr Freizeit bitte auch nur wohldosiert. 
Der zweite Grund ist: ich bin mir nicht sicher, dass ich diese Verantwortung übernehmen sollte und haben will ich sie auch nicht. 
Und der dritte Grund: wenn nicht alle Bezeiligten aufpassen wie Sau, konzentriert sich sowas ganz schnell auf das Negative. Auf die Probleme statt auf die Lösungen und schaukelt sich dann schön hoch. Braucht keiner. 

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10. September um 18:55
In Antwort auf avarrassterne3

Um meine Erfahrungen zu teilen habe ich den Thread gemacht, der da verlinkt ist. Selbsthilfegruppen, whatsappgruppen usw. zu dem Thema meide ich. 
Der erste Grund ist persönlich: ich bin Informatiker, weil ich gern mit Bots zu tun hab. Nicht mit Menschen. In drr Freizeit bitte auch nur wohldosiert. 
Der zweite Grund ist: ich bin mir nicht sicher, dass ich diese Verantwortung übernehmen sollte und haben will ich sie auch nicht. 
Und der dritte Grund: wenn nicht alle Bezeiligten aufpassen wie Sau, konzentriert sich sowas ganz schnell auf das Negative. Auf die Probleme statt auf die Lösungen und schaukelt sich dann schön hoch. Braucht keiner. 

Verstehe ich...du achtest gut auf dich. 

LG Sis

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10. September um 19:46

Doch die sind alle Authististen diese Informatiker. 

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10. September um 20:16
In Antwort auf lostindarness

Doch die sind alle Authististen diese Informatiker. 

Geht auch durch

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10. September um 21:32

Für mich sind alle Borderliner , Authisten aber die sind wenigstens normal.

Die die immer Denken sie wären normal sind die Schlimmsten weil sie auch denken alle andren sind es nicht und gehören weggesperrt.

Zeig mit einen Authisten oder einen Borderliner der kann was ich kann

Nicht neidisch sein auf den Jeweils andren und dennoch bin ich beide Wege schon gegangen . Vom Kalten Kalkühl bis zur absoluten Herzlichkeit und Selbsthingabe.

Aber ich sag euch nicht was ich gefunden habe es lag dazwischen und auf beiden seiten.
In den Extremen so wie in der Ausgeglichenheit.

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10. September um 21:41
In Antwort auf muc.ist

Ich habe extremst unangenehme Erfahrungen gemacht. Lieber springe ich aus dem Fenster,  bevor ich mir nochmal so einen Kontakt antue. Für einen gesunden Menschen ist es unerträglich. Folter. 

ich sag's mal so, vorsichtig: Ein gesunder Mensch kann vielleicht vieles nicht nachvollziehen und hat deshalb eventuell nur wenig Verständnis. 
Ergo kannst du niemanden zwingen zu wissen, mit bestimmten Verhalten umzugehen. Einige sind geduldig, andere nicht! 
Andere sind erwartungsvoll, andere nicht!
Die einen akzeptieren Dich wie du bist, die Anderen nicht!

Mein Rat: Mach dir keinen Kopf! Sei wie du bist.
Und wer dich mag, mag dich und wer nicht, der eben nicht! 

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