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Sie soll nach der Beerdigung arbeiten gehen, gerecht?

10. Dezember 2008 um 19:49

Hallo zusammen,

es geht um meine Arbeitskollegin,
sie ist schon 2 Jahre dabei und macht ihre Ausbildung, ich bin seit August im Betrieb und habe gerade mit der Ausbildung angefangen.

Jetzt zum Weihnachtsgeschäft hin gibt es natürlich viel zu tun und man muss viele Leute einplanen gerade wenn Ware kommt.

So ist es auch jetzt Dienstag, wir bekommen Ware und da müssen entsprechen genug Leute da sein.

Problem:

Meine Arbeitskollegin hatte einen Trauerfall in der Familie (Großonkel)
nun wird er am Dienstag beerdigt und sie wollte natürlich hingehen.

Jetzt meinte unsere Chefin zu ihr "Ja wenn sie um 12 hier los gehen und um 15 uhr wieder zur Arbeit gehen dann passt das doch, so lange dauert das ja nicht." <<< meine Kollegin erzählte mir das heute in der Pause.

Sie soll also morgens vor der Beerdigung und direkt im Anschluss auch wieder Arbeiten kommen.

Jetzt habe ich ihr angeboten das ich nach der Schule (ich habe 7 Stunden Schule am Dienstag und danach eigentlich frei) für sie arbeiten komme.

Jetzt wollte sie Freitag mit ihr nochmal darüber sprechen ob das wirklich sein muss dass sie nach der Beerdigung arbeiten muss..

.. ich finde es schrecklich... egal wer gestorben ist eine Beerdigung steckt man nicht einfach so weg, sie sollte sich schon Zeit für ihre Familie nehmen und die Angehörigen trösten können.
Außerdem stellt es unseren Laden in ein schlechtes Licht wenn die Angehörigen mitkriegen das sie nach der Beerdigung arbeiten soll.

Was denkt ihr darüber?
Ist es gerecht seinen Azubi derart seelisch zusetzen zu wollen?
Oder haltet ihr es für normal?

lg
Kathy

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10. Dezember 2008 um 23:16

Bekommen diese Leute überhaupt noch was mit?
ich glaube die haben statt einer Brille Banknoten vor den Augen. Und das Herz scheinbar völlig abgeschalten. Normal ist das nicht
Aber es gibt genügend die das alles mitmachen. Da braucht sich nachher keiner mehr wundern. Muß man selber wissen inwieweit man sich so etwas gefallen läßt..

ES gibt sicher eine Möglichkeit. Vielelicht kommt die Chefin eines Tages wieder zu sich wenn man ihr das gleiche anbietet in ähnlicher Situation.

Kann auch sein, dass sie schon so oft zu einer Beerdigung war, dass es für sie wie kurz mal shoppen ist.

Erst kommt das Geld dann der Mensch.

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10. Dezember 2008 um 23:21

Gefühle auszublenden, wird immer mehr zur Normalität !
alles hat seinen Preis. Und dann wundern sich die Menschen wenn das Familienleben nicht mehr klappt und sie irgendwann doch ihre Ruhe brauchen, nämlich wenn der Körper sich doch meldet und sie krank sind.

Aber die arme Chefin könnte sich auch nicht noch eine Kollegin leisten wenn doch so viel zu tun ist? Ich meine da kommt denn schließlich auch Geld rein.

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11. Dezember 2008 um 9:11
In Antwort auf lzcia_11852414

Gefühle auszublenden, wird immer mehr zur Normalität !
alles hat seinen Preis. Und dann wundern sich die Menschen wenn das Familienleben nicht mehr klappt und sie irgendwann doch ihre Ruhe brauchen, nämlich wenn der Körper sich doch meldet und sie krank sind.

Aber die arme Chefin könnte sich auch nicht noch eine Kollegin leisten wenn doch so viel zu tun ist? Ich meine da kommt denn schließlich auch Geld rein.

Ja.. scheint für sie normal zu sein
wir sind ja genug leute, nur gerade an dem Tag sieht es anders aus..

Ich bin in der Schule für 7 Stunden und kann um 15 uhr frühstens anfangen zu arbeiten für meine Kollegin (wenn das klappt)
eine andere Kollegin nimmt morgens um 7 uhr die Ware entgegen und darf deshalb schon um 13 uhr gehen... und die nächste Kollegin geht schon um 14uhr.

Mein Problem ist wirklich nur.. man sollte für solche Tage Sonderurlaub bekommen, dafür sind diese Sonderurlaubstage da..
egal ob Ware kommt oder nicht.

Meine Kollegin ist sehr sensibel, allein schon das Wort Onkel oder der Name von ihm bringen sie zum weinen< sie ist in einer Schocksituation weil es wirklich von einem Tag zum nächsten geschah (genau auf den Geburtstag ihres Opas der 77 wurde... und der Opa hat an dem Tag einen Sohn verloren)

Mit meiner Chefin kann man wirklich reden und meiner Kollegin war es sicher im 1. Moment nicht bewusst als sie sagte "von 12 bis 15 uhr kannst du von der Arbeit kurz weg"

Aber wie sieht das aus, wenn sie sich im Laden nicht beherschen kann und vor den Kunden weint? Was denken die sich denn dann? Von wegen Kaffetrinken gehen das Mächen das ein Problem und muss damit jetzt irgendwie klar kommen und fühlt sich dann auchnoch ungerecht behandelt.

Wenn jemand stirbt passiert das unerwartet... aber man erwartet das man für solche Fälle Verständnis hat.

Andere aus meinem Betrieb bekommen wegen einem Friseurtermin frei..<<wo bleibt da die Gerechtigkeit?

lg
Kathy

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11. Dezember 2008 um 15:04

Genau dasselbe ist mir auch
schon passsiert als ich als Teenager einen Nebenjob als Küchenhilfe hatte. Mein Lieblingsonkel lag im Koma und verstarb daraufhin und ich fuhr nach Frankfurt damit wir den Sarg ins Flugzeug bekommen, damit er in unserer Heimat begraben wird,
Meine Cousine rief für mich bei unserem gemeinsamen Chef an und der sagte:"Ja und wann isse wieder da? Solange kann ja der Schmarrn nicht dauern..." Nichts von "Mein Beileid" oder so...

Auf jeden Fall kann sich deine Freundin im Falle vom Tod eines Familiemitglied 1-3 Tage freinehmen. Gekündigt werden kann sie deswegen nicht. Das kannst sie ihrer Ausbilderin sagen, das nennt man ARBEITSRECHT.

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11. Dezember 2008 um 15:15
In Antwort auf charis_12772788

Genau dasselbe ist mir auch
schon passsiert als ich als Teenager einen Nebenjob als Küchenhilfe hatte. Mein Lieblingsonkel lag im Koma und verstarb daraufhin und ich fuhr nach Frankfurt damit wir den Sarg ins Flugzeug bekommen, damit er in unserer Heimat begraben wird,
Meine Cousine rief für mich bei unserem gemeinsamen Chef an und der sagte:"Ja und wann isse wieder da? Solange kann ja der Schmarrn nicht dauern..." Nichts von "Mein Beileid" oder so...

Auf jeden Fall kann sich deine Freundin im Falle vom Tod eines Familiemitglied 1-3 Tage freinehmen. Gekündigt werden kann sie deswegen nicht. Das kannst sie ihrer Ausbilderin sagen, das nennt man ARBEITSRECHT.

Aber
im arbeitsrecht existiert keine regelung für sonderurlaub im todesfall.
wenn in ihrem arbeitsvertrag nichts dergleichen steht, hat man eigentlich keinen anspruch darauf. unfair aber so ist es nun mal.
es liegt am arbeitgeber ob man frei bekommt und die gewähren es in den meisten fällen nur bei engen verwandten (ehepartner, eltern, kinder).

einen anspruch auf sonderurlaub hat man allerdings nicht!

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