Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Sexuellen Mißbrauch als Kind dem Freund beichten? Ja o. Nein?

Sexuellen Mißbrauch als Kind dem Freund beichten? Ja o. Nein?

10. März 2011 um 8:52

Hallo an alle!

Ich habe heute morgen schon ein paar Beiträge hier gelesen und muß vorweg mal sagen, daß ich wirklich begeistert bin auf anhieb ein Forum mit so viel sinnvoller Anteilnahme gefunden zu haben.

Meine Geschichte ist folgende - ich wurde als Kind mit ca 5-8 Jahren sex. Mißbraucht und kann mich bis dato nur an Bruchstücke erinnern. Im Frühjahr 2010 waren die Erinnerungen daran so dominant, daß ich mich entschied mich an eine Opferhilfe vor Ort zu wenden, welche mich super beraten, unterstützt und mir einfach geholfen hat. Ich habe dort gelernt mit den Gedanken "umzugehen" und auch Techniken gelernt wie ich in Situationen, wo ich mich davon übermannt fühle auch meine Gedanken wieder selber kontrollieren kann.

Inzwischen brauche ich diese Techniken so gut wie garnicht mehr, da die Gedanken bzw Erinnerungsfetzen nur noch super selten wiederkommen. Zudem habe ich mit Yoga angefangen, was mir täglich eine extra Dosis Entspannung verpasst. Also eigentlich würde man meinen, daß es mir wieder deutlich besser geht.

Das "Problem" an der Sache ist aber, daß ich damals aufgrund der Erinnerungen bestimmt schon ein dreiviertel Jahr vor dem Besuch der Opferhilfe angefangen habe weniger Sex mit meinem Freund zu haben. Da ich ungefähr zur selben Zeit auch neue Tabletten gegen meine Migräne bekommen habe, welche ich immernoch nehme, konnte ich die Unlust einfach auf selbige Tabletten schieben.

Sprich in unserer inzwischen 3,5 jährigen Beziehung gab es bestimmt 2 Jahre lang keinen ungezwungenen Sex und vor allem immer weniger Sex. Ich hatte damit zu Anfang keine Probleme, wir hatten oft Sex und vor allem schönen ausgelebten Sex. Momentan passiert es nur noch alle paar Monate (letztes Mal ca 3 Monate her) und dann auch nur Blümchensex. Letzteres stört weder mich noch ihn, aber die Tatsache, daß es so selten ist, finde ich persönlich nicht gut und ich weiß, daß er es auch nicht besonders schön findet. Er setzt mich nicht Druck und sagt Sachen wie ich brauch jetzt aber Sex, sonst verlaß ich Dich oder so (ganz ehrlich - dann könnte er das auch machen, denn erpressen lass ich mich schonmal garnicht) aber manchmal seh ich halt seine enttäuschten Blicke oder hör einen genervten Stöner und wenn er mal total gestresst ist kommt auch mal der Spruch, dann hab ich halt nie wieder Sex. Sowas entsteht meistens aus folgender oder ähnlicher Situation. Wir haben uns früher (also als noch alles ok war) öfters einfach mal nackt auf die Couch gekuschelt zum Fernsehen. Das es dann meistens nicht beim Fernsehen blieb ist ja klar. Jetzt schlägt er das manchmal vor und ich sage dann entweder direkt nein, oder sage vielleicht oder sage mal sehen wies mir heut abend geht. Manchmal noch mit dem Zusatz "aber nur kuscheln".

Das er da enttäuscht ist, kann ich schon verstehen, schließlich halte ich ihn ewig hin mit der Ausrede mit den Tabletten hab ich einfach keine Lust. Aber das stimmt ja garnicht. Ich habe schon Lust, vor allem wenn wir kuscheln oder so. Aber was ich ihm nicht sagen kann, ist das ein paar seltene Gesten die er macht mich an den Mißbrauch erinnern und ich dann zwar stark genug bin nicht in totale Panik mit Flashbacks zu verfallen, aber total abgetörnt bin. Das Schlimmste daran, früher - also bevor ich mich erinnern konnte - fand ich die Sachen gut. Wie kann ich ihm jetzt klarmachen, daß er das nicht machen soll?

Und was mich am allermeisten wurmt ist die Frage, ob er damit überhaupt klarkommt. Er ist nicht gerade der Gesprächspartner für solche ernste Themen und ich habe Angst, daß wenn ich ihm davon erzähle und er nicht gleich davonrennt er dann vielleicht Angst vor dem Sex haben könnte, weil er nicht weiß was er machen soll.

Unsere Beziehung ist abgesehen davon sehr schön und ich weiß, daß der seltene Sex kein Trennungsgrund für ihn ist, aber mir fehlt es auch und auf ewig so weitermachen möchte ich nicht. Was habt ihr da für Erfahrungen gemacht und was habt ihr für Vorschläge?

Vielen Danke schonmal, Gruß Calli

Mehr lesen

11. März 2011 um 9:26

Antwort
Hallo Anja,

nachdem ich eben eine ellenlange Anwtort geschrieben habe, und sie irgendwo im nichts verschwunden ist als ich Nachricht senden gedrückt habe hier ein zweiter Versuch....

Danke erstmal für die Gedankenanstöße und Erfahrungen.

Zur vertrauensvollen Beziehung kann ich sagen, Deinen Standpunkt verstehe ich total. Ich habe es bisher aber einfach nicht erzählt, weil ich mir dachte - wozu muß er das wissen. Es belastete mich nicht mehr und wozu sollte ich ihn denn noch damit belasten? Aber als ich die Entscheidung des Nichterzählens getroffen habe, dachte ich auch, daß sich das Drumherum wieder einpendelt, da es ja nie wirklich eingeschlafen ist.

Es ist so, daß ich außer bei der Opferhilfe niemals persönlich mit jemand darüber geredet habe. Es ist mir damals sehr schwer gefallenmich zu öffnen, aber jeder weitere Termin mit einer quasi "Unbekannten" hat mir geholfen. Wir habe damals auch das Thema besprochen, ob ich es meinem Freund erzählen will oder nicht und ob er vllt mal zu einem Termin mitkommen soll, aber wie gesagt, ich entschied mich dagegen.

Wenn ich mir jetzt vorstelle es ihm zu sagen - um auf Deine Frage was dagegen spricht zu reden zu kommen - kommen mir widerrum so viele Fragen in den Kopf. Wie soll ich es formulieren. Wie wird er reagieren. Was passiert danach. Kann ich überhaupt ein Wort rausbekommen???

Vor allem das formulieren - mir machen ja am meisten bestimmte Gesten und Berührungen Probleme. Soll ich (in grober Kurzform) sagen, ich wurde sex. Mißbraucht - bitte fasse mich so nicht an und mach die und die Geste nicht - daß erinnert mich daran? Ok, das wäre die pure Ehrlichkeit, aber wenn ich mir vorstelle sowas zu hören, würden danach in meinem Kopf wahrscheinlich die ganze Zeit irgendwelche Bilder ablaufen. Davor habe ich einfach Angst, daß will ich nicht. Ich will ja nicht, daß es schlimmer wird sondern besser.

Irgendwie habe ich die Vorstellung, daß in seiner heilen Welt sowas total realitätsfremd ist und er den totalen Schock kriegen würde, wenn ich ihm zuviel zumute. Verstehst Du das?

Andererseits bin ich absolut Deiner Meinung - ohne Ausreden leben ist eine Erleichterung und es kann nicht ewig so weiter gehen. Deshalb bin ich ja auch hier und suche Rat. Zwar nicht von Heut auf Morgen, aber irgendwann muß Besserung her.

Gruß Calli

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

12. März 2011 um 13:35

Hey Calli,^
Du musst es ihm erzählen. und zwar sofort.
Er braucht nun mal seinen sex! jeder braucht seine befriedigung! wahrscheinlich betrügt er dich entweder schon oder er fühlt sich total ungeliebt und unbegehrt!
Das das ganze daran liegt, das du missbraucht wurdest, wird die situation vollkommen ändern!!
Er wird viel verständnisvoller sein- wird nicht mehr genervt aufstöhnen und auch solche sprüche werden nicht mehr kommen.
Versetz dich doch mal in seine situation! er fühlt sich dauernd abgelehnt und weiß nicht warum.
Er tut mir echt leid.
sag es ihm sofort und sage ihm, das du vorher einfach nicht darüber reden konntest.
Es ist leichter als du denkst- setz dich einfach mal abends im bett auf, dreh dich zu ihm hin und sag: "hör mal, ich muss dir was erzählen..."
ich kann gar nicht glauben, das man eine beziehung führen kann, in der soetwas nicht erwähnt wird... ich kanns echt gerade nicht glauben.
so etwas muss der partner einfach über einen wissen, sonst KANN er doch gar nicht richtig reagieren!
viel glück s.e

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

12. März 2011 um 20:28

Re. ""Beichten""
Hi Sternennacht,

danke für die ausgiebe Antwort. Weiß garnicht wo ich anfangen soll...

Offensichtlich kann man ja ganz schön viel aus so einem Text lesen - Kopflastig - absolut richtig! Ich glaube früher war ich nicht so schlimm - da ging es auch mal etwas emotionaler, aber inwischen habe ich einfach immer gern einen Plan und weiß, was wann wo los ist... Immer stark sein triffts auch total. Nur die latenten Schuldgefühle, die seh ich nicht - schließlich weiß ich genau, daß ich keine Schuld habe an dem was passiert ist - an sowas kann man keine Schuld haben. Oder worauf bezogen meinst Du die?

Meine Sorge gegenüber meinem Freund besteht natürlich auch, ich würde es nicht unbedingt "ihm weh tun" nennen - habe ja nichts verbrochen - sondern eher Sorge ihn zu schockieren, oder was auch immer man in dem moment ist, wenn einem so etwas gesagt wird. Aber Du hast natürlich total recht - im Vordergrund sollte das Gefühl für mich stehen.

In einigen Bereichen meines Lebens habe ich schon auf dieses Gefühl für mich hingearbeitet, z.B. einfach weniger Arbeit annehmen, um mehr Zeit nur "für mich" zu haben. Diese Zeit nutze ich für Sport, Lesen was auch immer, einfach nur Entspannung, was auch meiner Migräne zugute kommt (welche übrigens in meiner Familie ganz normal ist). Eine Therapie habe ich übrigens nie ganz ausgeschlossen, möchte sie aber auch erst machen, wenn ich mich wirklich bereit dafür fühle. Und so weit bin ich einfach noch nicht.

Der Gedanke, die Beziehung noch fester zusammen zu schweißen und neu zu orientieren ist super. Und auch dein Vorschlag, wei ich es ihm sagen könnte ist echt super. Manchmal hat man einfach ein Brett vor dem Kopf - oder in meinem Fall, man denkt zu viel nach...

Was unsere Beziehung ausmacht ist ganz einfach, wir lieben uns, wir akzeptieren uns so wie wir sind, wir können miteinander lachen, wir vetrauen uns (ja, ich weiß, da kommt jetzt bestimmt ein riesen aber von euch, daß wenn es so wäre, ich aber schon lange alles erzählt hätte - aber ich traute mich bisher nunmal nicht) ...

Jedenfalls habe ich heute morgen direkt mal eine günstige Situation genutzt und in einer ganz entspannten Atmosphäre angesprochen, daß ich mich auch mal freuen würde, wenn wir über Sachen reden würden, die ich will oder mag - nicht direkt auf Sex bezogen aber es ging darum, daß er immer ungern nackt ist (würde z.b. auch nie an einen fkk strand gehen) mir aber öfters mal sagt, wieso bleibst du nicht nackt? da habe ich ihm nett gesagt, daß das andauernde gefrage unangenehm ist, ich ihn im gegezug aber gerne nackt sehe. (ist ja schließlich ein hingucker und es ist ja nicht so, daß ich keine lust mehr auf ihn hätte - das habe ich nicht gesagt, das war jetzt nur nebenbei erwähnt). Und wir wollen uns jetzt, wenn wir beide viel Zeit haben und entspannt sind hinsetzen und reden. Werde mir bis dahin noch einiges genau überlegen und Worte zurechtlegen, was ich sage und was nicht, damit wir endlich mal wieder "neu" anfangen können bzw. ich nicht andauernd irgendwelche ausflüchte suchen muß.

Gruß Calli

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

12. März 2011 um 20:44

"Antwort"
Hi Anja,

das ist natürlich ein gutes Argument unter dem ich das noch nie betrachtet habe... natürlich habe ich ihm schon vieles aus meiner Vergangenheit erzählt. Natürlich ist das auch wichtig, aber bis jetzt habe ich das noch nie so sehr gemerkt bzw realisiert, daß es uns beide so sehr beeinflußen kann. Und ich hatte ich es deshalb nie für nötig gehalten es ihm zu sagen. Wie schon erwähnt, ich dachte immer - wozu sagen, wenn er es nicht wissen muß und wozu unnötig schockieren, beunruhigen (wie auch immer man das nennen mag was man dann ist).

Aber jetzt wo ich mich immer mehr mit dem Gedanken anfreunde ihm mehr oder weniger zu erzählen (hab ich auch schon ausgiebeig in dem beitrag an sternennacht erörtert) kann ich die beiträge und die tipps auch immer besser verarbeiten. finde das beispiel mit dem beinbruch und mit dem simplen tu das erstmal nicht wieder auch super. kurz und gut sozusagen.

Danke nochmal! Gruß Calli

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

12. März 2011 um 20:59
In Antwort auf specialedition

Hey Calli,^
Du musst es ihm erzählen. und zwar sofort.
Er braucht nun mal seinen sex! jeder braucht seine befriedigung! wahrscheinlich betrügt er dich entweder schon oder er fühlt sich total ungeliebt und unbegehrt!
Das das ganze daran liegt, das du missbraucht wurdest, wird die situation vollkommen ändern!!
Er wird viel verständnisvoller sein- wird nicht mehr genervt aufstöhnen und auch solche sprüche werden nicht mehr kommen.
Versetz dich doch mal in seine situation! er fühlt sich dauernd abgelehnt und weiß nicht warum.
Er tut mir echt leid.
sag es ihm sofort und sage ihm, das du vorher einfach nicht darüber reden konntest.
Es ist leichter als du denkst- setz dich einfach mal abends im bett auf, dreh dich zu ihm hin und sag: "hör mal, ich muss dir was erzählen..."
ich kann gar nicht glauben, das man eine beziehung führen kann, in der soetwas nicht erwähnt wird... ich kanns echt gerade nicht glauben.
so etwas muss der partner einfach über einen wissen, sonst KANN er doch gar nicht richtig reagieren!
viel glück s.e

Ich kanns auch echt nicht glauben...
Hi Specialedition,

also ich will ja nicht wie ein Abklatsch von Anja und Sternennacht klingen (schleiße mich deren Aussagen komplett an), aber ich konnte kaum glauben was ich da gelesen habe und muß auch selber nochmal was dazu loswerden!

Hast Du schonmal was von Takt und/oder Mitgefühl gehört? Also ganz ehrlich, ich finde dein Beitrag klingt als wäre mein Freund jetzt das arme Opfer mit dem Sexentzug!!! Und ich könnte froh sein wenn er mir nicht fremdgeht, weil ich Schuld bin, daß ich ihn andauernd abweise. Unglaublich.

Glücklicherweise bin ich schlau genug mich nicht von so einem Beitrag runterziehen zu lassen!

Und nur mal so zur Info, es gibt auch noch andere Sachen die man in einer Partnerschaft machen kann - nebst Sex - die dem Partner zeigen, daß er geliebt wird.

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. April 2011 um 23:00

So. jetzt reichts.
fühl dich doch nicht so angegriffen! und auch alle anderen, die mich angemosert haben: ICH, hab ihr nur den grund genannt warum sie es ihm erzählen soll! ich hab NICHT gesagt, das sie jetzt unbedingt mit ihm schlafen muss, und ich hab auch nicht gesagt, das sie schuld an alledem ist. ABER ich hab erklärt, versucht, zu erklären, wieso sie es ihm sagen soll.
Natürlich ist SIE hier das Opfer und nicht er, Natürlich ist es sehr schrecklich was sie erlebt hat. Und auch wenn ich mich wiederhole: ICH HABE NUR VERSUCHT ZU ERKLÄREN, warum sie es ihm unbedingt sagen muss! damit sie sich auch mal in seine situation versetzen kann!
und ja, ich kann mich in ihre situation versetzten, denn ich wurde mit vier jahren vergewaltigt. Und guess what, ich habs meinen freunden immer erzählt, und zwar aus den oben genannten gründen -.-
sorry, das ich nicht alles in watte verpacke was ich schreibe, aber ich finde immer noch das ich völlig recht habe. Ich mein, es stimmt doch! solang ER diesen wirklich absolut wichtigen punkt nicht KENNT, ist er doch wirklich der arme in der beziehung! weil ER nicht weiß, warum er abgewiesen wird. so, habt ihrs jetzt verstanden? ER WEISS NICHT, Was das problem ist. Deshalb geht es ihm in der beziehung wahrscheinlich schlechter als ihr, weil er den grund für ihr verhalten nicht kennt. ich fasse es nicht, das das so schwer zu verstehen ist!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. April 2011 um 23:04
In Antwort auf specialedition

So. jetzt reichts.
fühl dich doch nicht so angegriffen! und auch alle anderen, die mich angemosert haben: ICH, hab ihr nur den grund genannt warum sie es ihm erzählen soll! ich hab NICHT gesagt, das sie jetzt unbedingt mit ihm schlafen muss, und ich hab auch nicht gesagt, das sie schuld an alledem ist. ABER ich hab erklärt, versucht, zu erklären, wieso sie es ihm sagen soll.
Natürlich ist SIE hier das Opfer und nicht er, Natürlich ist es sehr schrecklich was sie erlebt hat. Und auch wenn ich mich wiederhole: ICH HABE NUR VERSUCHT ZU ERKLÄREN, warum sie es ihm unbedingt sagen muss! damit sie sich auch mal in seine situation versetzen kann!
und ja, ich kann mich in ihre situation versetzten, denn ich wurde mit vier jahren vergewaltigt. Und guess what, ich habs meinen freunden immer erzählt, und zwar aus den oben genannten gründen -.-
sorry, das ich nicht alles in watte verpacke was ich schreibe, aber ich finde immer noch das ich völlig recht habe. Ich mein, es stimmt doch! solang ER diesen wirklich absolut wichtigen punkt nicht KENNT, ist er doch wirklich der arme in der beziehung! weil ER nicht weiß, warum er abgewiesen wird. so, habt ihrs jetzt verstanden? ER WEISS NICHT, Was das problem ist. Deshalb geht es ihm in der beziehung wahrscheinlich schlechter als ihr, weil er den grund für ihr verhalten nicht kennt. ich fasse es nicht, das das so schwer zu verstehen ist!

Ach ja...
und genau deshalb kann man von einem "was eine beziehung alles aushalten kann" oder "sex- der klebstoff aller beziehungen" usw gar nicht reden- weil er nicht weiß, was los ist. Eine beziehung kann sowas nur aushalten, wenn es ein warum gibt. wenn er nicht weiß, warum sie sich so verhält, kann die beziehung das nicht aushalten. da geh ich alles wetten. wer entscheidet sich denn bitte für eine beziehung in der er grundlos ständig abgewiesen wird und keinen sex bekommt?
also mal ehrlich, auf die gefahr das ich jetzt wieder angeblöckt werde, von der meinung werd ich nicht runter gehen.
weil nämlich SIE es in der hand hat, wie es ihm geht.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

21. April 2011 um 9:55
In Antwort auf mercia_12477903

Re. ""Beichten""
Hi Sternennacht,

danke für die ausgiebe Antwort. Weiß garnicht wo ich anfangen soll...

Offensichtlich kann man ja ganz schön viel aus so einem Text lesen - Kopflastig - absolut richtig! Ich glaube früher war ich nicht so schlimm - da ging es auch mal etwas emotionaler, aber inwischen habe ich einfach immer gern einen Plan und weiß, was wann wo los ist... Immer stark sein triffts auch total. Nur die latenten Schuldgefühle, die seh ich nicht - schließlich weiß ich genau, daß ich keine Schuld habe an dem was passiert ist - an sowas kann man keine Schuld haben. Oder worauf bezogen meinst Du die?

Meine Sorge gegenüber meinem Freund besteht natürlich auch, ich würde es nicht unbedingt "ihm weh tun" nennen - habe ja nichts verbrochen - sondern eher Sorge ihn zu schockieren, oder was auch immer man in dem moment ist, wenn einem so etwas gesagt wird. Aber Du hast natürlich total recht - im Vordergrund sollte das Gefühl für mich stehen.

In einigen Bereichen meines Lebens habe ich schon auf dieses Gefühl für mich hingearbeitet, z.B. einfach weniger Arbeit annehmen, um mehr Zeit nur "für mich" zu haben. Diese Zeit nutze ich für Sport, Lesen was auch immer, einfach nur Entspannung, was auch meiner Migräne zugute kommt (welche übrigens in meiner Familie ganz normal ist). Eine Therapie habe ich übrigens nie ganz ausgeschlossen, möchte sie aber auch erst machen, wenn ich mich wirklich bereit dafür fühle. Und so weit bin ich einfach noch nicht.

Der Gedanke, die Beziehung noch fester zusammen zu schweißen und neu zu orientieren ist super. Und auch dein Vorschlag, wei ich es ihm sagen könnte ist echt super. Manchmal hat man einfach ein Brett vor dem Kopf - oder in meinem Fall, man denkt zu viel nach...

Was unsere Beziehung ausmacht ist ganz einfach, wir lieben uns, wir akzeptieren uns so wie wir sind, wir können miteinander lachen, wir vetrauen uns (ja, ich weiß, da kommt jetzt bestimmt ein riesen aber von euch, daß wenn es so wäre, ich aber schon lange alles erzählt hätte - aber ich traute mich bisher nunmal nicht) ...

Jedenfalls habe ich heute morgen direkt mal eine günstige Situation genutzt und in einer ganz entspannten Atmosphäre angesprochen, daß ich mich auch mal freuen würde, wenn wir über Sachen reden würden, die ich will oder mag - nicht direkt auf Sex bezogen aber es ging darum, daß er immer ungern nackt ist (würde z.b. auch nie an einen fkk strand gehen) mir aber öfters mal sagt, wieso bleibst du nicht nackt? da habe ich ihm nett gesagt, daß das andauernde gefrage unangenehm ist, ich ihn im gegezug aber gerne nackt sehe. (ist ja schließlich ein hingucker und es ist ja nicht so, daß ich keine lust mehr auf ihn hätte - das habe ich nicht gesagt, das war jetzt nur nebenbei erwähnt). Und wir wollen uns jetzt, wenn wir beide viel Zeit haben und entspannt sind hinsetzen und reden. Werde mir bis dahin noch einiges genau überlegen und Worte zurechtlegen, was ich sage und was nicht, damit wir endlich mal wieder "neu" anfangen können bzw. ich nicht andauernd irgendwelche ausflüchte suchen muß.

Gruß Calli

Hallo Calli
ich steckte in einer ganz ähnlichen Situation wie du. Mein Vater hat mich als Kind missbraucht und misshandelt und ich hab jahrzehntelang geschwiegen - ich bin nun 29 - und mir selbst "heile Familie" vorgespielt, mir eingeredet, ich würde übertreiben in meinen Erinnerungen usw.

Als ich mich dann entschied, mich meinem Freund gegenüber bezüglich dieser Sache zu öffnen, nach mehr als sechs Jahren mit nahezu keinem Sexleben, erlebte ich eine bittere Enttäuschung: Er glaubte mir nicht.
Wie dein Freund auch lebte er in einer bonbonfarbenen Welt. Dass seine Freundin missbraucht wurde, kann oder will er sich nicht vorstellen.
Ich war damals in einer echten Krise: Kurz zuvor war mir gekündigt worden, betriebsbedingt, aber ich fühlte mich wie ein Versager: Klein, dreckig, faul, schmutzig, all das, was mir meine Eltern immer (ungerechtfertigterweise) zum Vorwurf gemacht hatten. Dann noch sein Verlangen nach Sex, das war zuviel für mich. Ich stand kurz vorm Zusammenbruch und entschied mich dann für die Flucht nach vorn ... wie's ausging, weißt du ja.

Ich habe mich kurz daruf von ihm getrennt. Es war schwer, ohne Arbeit in dieser Situation wieder auf die Beine zu kommen, aber es hat geklappt.
Jetzt überlege ich, eine Therapie zu beginnen. Den Kontakt zu meinen Eltern habe ich bis auf weiteres abgebochen, aber ich fühl mich frei und wohl wie nie.

Ich kann dir also auch nur raten, deinem Freund gegenüber ehrlich zu sein. Wenn er es nicht verträgt: Gut, dann besser als später.
Es ist kein Leben, sich ständig vor den Gelüsten des Partners zu ekeln oder zu fürchten und nach Ausflüchten suchen zu müssen. Mach lieber jetzt reinen Tisch. Du wirst merken, es wird dir - sicherlich nciht sofort - eine Last von den Schultern fallen.

Und vielleicht klappt's ja auch weiterhin mit euch und wenn, dann sicherlich besser.

Ich wünsche dir alles Gute.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

21. April 2011 um 11:07
In Antwort auf linn_12310047

Hallo Calli
ich steckte in einer ganz ähnlichen Situation wie du. Mein Vater hat mich als Kind missbraucht und misshandelt und ich hab jahrzehntelang geschwiegen - ich bin nun 29 - und mir selbst "heile Familie" vorgespielt, mir eingeredet, ich würde übertreiben in meinen Erinnerungen usw.

Als ich mich dann entschied, mich meinem Freund gegenüber bezüglich dieser Sache zu öffnen, nach mehr als sechs Jahren mit nahezu keinem Sexleben, erlebte ich eine bittere Enttäuschung: Er glaubte mir nicht.
Wie dein Freund auch lebte er in einer bonbonfarbenen Welt. Dass seine Freundin missbraucht wurde, kann oder will er sich nicht vorstellen.
Ich war damals in einer echten Krise: Kurz zuvor war mir gekündigt worden, betriebsbedingt, aber ich fühlte mich wie ein Versager: Klein, dreckig, faul, schmutzig, all das, was mir meine Eltern immer (ungerechtfertigterweise) zum Vorwurf gemacht hatten. Dann noch sein Verlangen nach Sex, das war zuviel für mich. Ich stand kurz vorm Zusammenbruch und entschied mich dann für die Flucht nach vorn ... wie's ausging, weißt du ja.

Ich habe mich kurz daruf von ihm getrennt. Es war schwer, ohne Arbeit in dieser Situation wieder auf die Beine zu kommen, aber es hat geklappt.
Jetzt überlege ich, eine Therapie zu beginnen. Den Kontakt zu meinen Eltern habe ich bis auf weiteres abgebochen, aber ich fühl mich frei und wohl wie nie.

Ich kann dir also auch nur raten, deinem Freund gegenüber ehrlich zu sein. Wenn er es nicht verträgt: Gut, dann besser als später.
Es ist kein Leben, sich ständig vor den Gelüsten des Partners zu ekeln oder zu fürchten und nach Ausflüchten suchen zu müssen. Mach lieber jetzt reinen Tisch. Du wirst merken, es wird dir - sicherlich nciht sofort - eine Last von den Schultern fallen.

Und vielleicht klappt's ja auch weiterhin mit euch und wenn, dann sicherlich besser.

Ich wünsche dir alles Gute.

Liebe mezzi.,
ich kann gar nicht glauben was ich da lese!
Die Möglichkeit, das callis freund ihr nicht glauben könnte, hab ich gar nicht in betracht gezogen
Das ist für mich wirklich das aller, allerschlimmste was man einem Opfer wie euch antun kann (ich habe auch selbst erfahrungen, nicht so schlimme wie ihr, aber wenn ich mir vorstelle, mein freund hätte es mir nicht geglaubt, wird mir ganz anders!!!!)
Ich habe wirklich Mitgefühl für dich mezzi, wie schlimm muss es sein sich jemandem zu öffnen und er glaubt einem nicht!! wer zum Teufel würde so etwas erfinden?! um aufmerksamkeit zu erregen oder was?!
Ich finde es sehr, sehr gut das du dich von ihm getrennt hast, das du die Kraft und den Mut dazu hattest! Ich würde dir wirklich zu einer Therapie raten; Auch wenn du dein Leben bis jetzt bemerkenswert gut alleine beweltigt hast, glaub ich, es würde dir sehr helfen!
vor allem weil du mal auf jemanden treffen würdest, der dir glaubt und dir auch helfen will! sowas kann schon berge versetzen.

Viel glück!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

21. April 2011 um 11:40

Naja gut,
sorry, das ich vorher so unverständlich geschrieben habe.
aber ich glaube trotzdem das man so eine Beziehung nicht ewig aushalten kann. Absolut alles in mir sträubt sich dagegen, zu glauben, das sich eine solche Beziehung ewig halten kann, weil ich als Biologin und Psychologin (studiere beides, weil ich dann in der Evolutionspsychologie in die Forschung gehen will) absolut das Gegenteil gelernt habe, lerne, und in meinen Versuchen nachweise... Kein Mensch kann ohne gesunde Sexualität wirklich glücklich sein. Denn das ist es, was Freundschaft von Liebe unterscheidet: die sexuelle Anziehungskraft, mehr ist da nicht. Das mag nun etwas zu biologisch gesehen sein, aber das ist nun mal die Sichtweise, die ich sehen MUSS, weil ich mich beruflich damit befasse. Wobei ich natürlich noch immer nicht ausschließe, das eine Beziehung das aushalten kann, wenn es einen Grund dafür gibt, wie bei dir! denn dann ist die Liebe sehr wohl stark genug, eine sexuelle Flaute zu ertragen! deshalb hab ich es auch so extrem geschrieben, weil ich der Meinung bin, das der einzige Weg ist, die Beziehung zu retten; denn ich für meinen Teil würde in keiner Beziehung länger als 3 Jahre aushalten, in der ich dauernd abgewiesen werden würde, wenns keinen (ersichtlichen) Grund dafür gibt.
und naja, zu deinem Satz mit dem Druck: ich weiß von mir selbst, das ich sehr oft einen (ziemlich starken) Schubs brauche, um das richtige zu tun, und mich meinen Ängsten zu stellen. und wenn man das in watte verpackt, dann mach ich es erst nicht, weil es einfach nicht angenehm ist! vielleicht ist das bei dir nicht so; wenn nicht, dann tut es mir leid, das ich dich unter druck gesetzt hab, aber einen versuch ist es doch wert, das ist schließlich das internet, wos ja doch leichter ist etwas sehr direkt zu sagen und bei mir funktioniert es so sehr gut (zb meiner extremen zahnarztangst hab ich mich nur dadurch gestellt,das mein freund mir einmal doch sehr direkt gesagt hat, das ich hin MUSS, weil mir sonst die Zähne aus dem mund faulen werden^^--> das war sicher alles andere als angenehm, aber ich habs dann doch geschafft zu gehen, und jetzt unterstützt er mich so gut er kann)


Also die Angst, das mein Partner mir nicht glaubt.. wie gesagt, dafür entschuldige ich mich nochmals, hab ich gar nicht in betracht gezogen! denn das war für mich nie ein Thema; ich wollte nur nicht darüber reden, weil ich mich schmutzig, dreckig, beschämt und bloßgestellt gefühlt habe- aber das er es mir nicht glauben könnte... daran hab ich nie gedacht =S und bis jetzt hats mir auch jeder geglaubt dem ich es erzählt habe (Ich rede mittlerweile ganz normal darüber, wenn mich jemand fragt, weil ich gemerkt habe, das es für mich immer normaler wird, je normaler ich es behandle, aber ob das für dich das richtige ist, musst du selbst wissen).
Ich wünsche dir sehr viel Glück, das er dir glaubt; denn wie ich vorher gelesen habe, gibt es wohl fälle, wo die männer dazu nicht fähig sind. das würde mir dann sehr leid tun, denn das wäre wirklich furchtbar.

hast du es ihm mitlerweile eig schon gesagt?

herzliche Grüße, und sorry für die anfänglichen Schwierigkeiten
s.e.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

21. April 2011 um 13:50

Ja, da gibt es viele meinungen und ansätze...
... aber ich muss einfach sagen (ist aber nur meine meinung!!) das ich glaube, das ein Mensch ohne Sex nicht glücklich sein kann, und sich das dann nur einredet.aber wie gesagt, ich studiere Biologie, und für mich gibt es keine andere sichtweise, weil es der Beruf verlangt. ich kann halt auch nur sagen, dass ich ohne sex auch nicht zufrieden sein kann.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

23. April 2011 um 11:52

In den arm nehmen, küssen, streicheln...
.. ist aber kein sex.. ist halt so! Es ist keine sexuelle Befriedigung in der Hinsicht. kuscheln kann ich nämlich auch mit einem Freund... gut, küssen vielleicht nicht. Aber wusstest du, das eine Partnerschaft sogar vor dem Gesetz so definiert ist, das eine sexuelle Handlung zwischen beiden stattfinden muss? Ist dies nicht der Fall, wird die Partnerschaft nicht vor Gericht anerkannt. und ein bisschen küssen zählt da auch nicht- außerdem ist man in einer Ehe dazu verpflichtet, mit dem Ehepartner sexuell zu verkehren, ansonsten ist das ein Trennungsgrund zugunsten des Ehepartners, der keinen Sex bekommt. Nur mal so ein paar Gedanken, wie wichtig Sex wirklich ist.
Monogamie ist kein Unding, weil wir uns ja trotzdem "weitervermehren". Es gibt auch viele Tiere, die monogam leben, zb Papageien, Pinguine, Schwäne, einige Reh- und Gazellen Arten und sehr viele Fische. Das macht ja auch nichts, nur wird dadurch der Sexualtrieb ja trotzdem befriedigt. es geht also nicht darum, seinen Samen so weit wie möglich in die Welt hinaus zu verteilen, sondern sich fortzupflanzen- in der Monogamie eben immer mit dem selben partner.
Und ich bin auch der Meinung das eine Beziehung ohne Sex funktionieren kann, aber nochmal: NUR, wenn es einen Grund gibt! Sei es nun Missbrauch, eine Krankheit, eine Behinderung.... Denn dazu ist der Mensch weit genug moralisch verwurzelt, das ein guter Grund das Fehlen eines natürlchen Bedürfnisses auswiegen kann! Aber ich bin trotzdem der Meinung, das Sex jedem gut tut. ich musste an meiner erfahrung auch sehr arbeiten, hatte jahrelang schmerzen beim Sex, obwohl ich es wirklich wollte; weil mein Körper einfach dicht gemacht hat. ich finde und ich weiß, es ist ein langer und schwerer weg, aber den würde ich lieber 10x gehen, als nie wieder eine gesunde sexualität zu leben wie es auch ein Durchschnittsmensch hat.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2011 um 19:57

Hmm...
anja: seltsam, das du dir nen wolf gegoogelt hast, das hat jetzt genau 2 sekunden gedauert, das zu finden: http://www.anwaltseiten24.de/rechtsgebiete/rechtsirrtuemer/teil-3.html
googelst du vielleicht nicht richtig?
sternennacht: sorry da wirst du mir einfach glauben müssen; ich hatte in der schule das Fach "Politik und Rechtswissenschaften" und da warn wir mal in einem Gericht bei einem Richter zu Gast (Verhandlungen sind ja allgemein öffentlich zugänglich), und er hat uns das erklärt. und wir haben auch genau dieselben fragen gestellt wie du, nämlich: Wie will man das denn nachprüfen, oder "was ist denn wenn die Partner aus religiösen Gründen keinen Geschlechtsverkehr haben?" --> Daraufhin hat er gesagt, nachprüfen kann man es nicht, aber wenn die Partner vor Gericht zugeben, keinen sexuellen Kontakt zu haben, zählt es nicht als "eheähnliche Gemeinschaft" das heißt, der eine Partner darf die Aussage nicht verweigern, wenn er den anderen partner damit belasten müsste. und für solche Gründe wie zb Religion hat das Gericht kein Verständnis, der Partner muss dann gegen den Anderen aussagen. glaub mir, wir waren genauso geschockt wie du, und haben dann auch sicher 15 min mit diesem Richter diskutiert, aber das hat auch seine guten Gründe. Allerdings zählen zeitliche Abstände mit Grund nicht, sehr lange zeitliche Abstände zählen allerdings schon! Er hat uns das so erklärt: um die Aussage vor gericht über den Partner verweigern zu können, braucht man folgende Kriterien:
-Gemeinsamer Haushalt -Gemeinsame finanzielle Aufteilung, - Sexuelle Beziehung. Am besten fragst du einfach mal einen Richter selbst, das ist wohl die zuverlässigste Quelle!

anja: ich bin sehr wohl der Meinung, das die Beziehung funktionieren kann, wenn der Partner am Problem arbeitet und versucht, eine Lösung zu finden! das habe ich auch schon geschrieben also lies doch bitte nochmal genau nach, ich will jetzt nicht alles nochmal schreiben. Ich glaube, eine Beziehung kann sowas nur dann nicht aushalten, wenn nicht am problem gearbeitet wird oder der eine Partner gar nicht erzählt, was das problem ist. soviel dazu, wie gesagt, bitte noch mal oben nachschauen.
also das mit dem geschafft haben... ich bin eher der "augen zu und durch" typ- ich hatte auch nie ne therapie, außer halt das ich mich ein bisschen auskenne, weil ich psychologie studiere.. ABER: das was ich erlebt hab, war wirklich nicht sooo schlimm! also ich glaub, das der augen zu und durch weg nicht funktionieren kann,wenn die erfahrung schlimmer war als meine. ich hatte halt lange schmerzen beim sex, aber an sexuellem kontakt wie oralsex und so weiter immer meinen spaß! wenn ich mich dazu zwingen hätte müssen, hätte ich es glaube ich eher nicht gemacht! ich habe aber zum beispiel auch meine arzt angst mit augen zu und durch überwunden, was schon etwas schwieriger war, weil ich ganz, ganz furchtbare arzterfahrungen habe.

sternennacht: Für mich bedeutet sexuelle Befriedigung: orgasmus. wenn man den durch küssen bekommt, okay! dann ist das für mich gelebte sexualität! ist NIE ein Orgasmus vorhanden, und auch keine Aktivitäten die direkt mit den erogenen Zonen wie Brüste, Scheide, Penis, Hoden zu tun haben, ist es für mich auch keine Sexualität! auch nicht streicheln und so weiter. Kann man nun durch unglückliche Umstände keinen Orgasmus bekommen, stimuliert man aber seinen Partner oder übt eben doch Reiz auf die oben genannten Regionen aus, ist das zwar nicht unbedingt befriedigung, doch aber eine sexuelle handlung, also eine sexualität vorhanden. So weit zählt es für mich, und ich hab auch niemals geschrieben das das bei jemandem anderen so sein muss. das ist meine Definition von gelebter Sexualtiät, wie sich auch der "Norm", also in der Sozialwissenschaftlich festgelegten Regel sehr nahe kommt. ich habe aber nie gesagt, das das jemand so machen muss oder soll, von daher schließe ich auch nicht von mir auf andere; ich kann es sehr schwer verstehen, wie man anders glücklich sein kann, jedoch habe ich nie geschrieben, andere sollen diese meinung annehmen, ich habe lediglich einen Rat gegeben, der für mich passt, und deshalb auch für andere passen KÖNNTE. das ist schließlich sinn und zweck eines forums.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. April 2011 um 10:30

Delfinchen
doch, es steht im Gesetz. Es steht nur nicht einfach drin, "Die beiden Ehepartner müssen sexuell verkehren" weil es natürlich trotzdem absolut strafbar ist, den anderen Ehepartner zum sex zu zwingen, das nennt man vergewaltigung in der Ehe. ABER: es steht wortwörtlich im Gesetz: "Eine ständige und grundlose Verweigerung des Geschlechtsverkehrs sieht das Eherecht weiterhin als Eheverfehlung." Und wenn man eine Eheverfehlung begeht, hat das sehr wohl gesetzliche Folgen zb in der Scheidung. So ist es dann zum Beispiel, wenn eine Scheidung vor Gericht kommt, keine Frage mehr, wer weniger zugesprochen bekommt, und zwar ist es derjenige Ehepartner, welcher die Eheverfehlung begangen hat.
Wie du sicherlich oben lesen kannst, steht im Zitat: Grundlose Verweigerung des Geschlechtsverkehrs. Natürlich gibt es für Fälle wie Vergewaltigungsopfer Ausnahmen; denn wieso sollten diese Menschen einen nachteil erleiden, wenn sie eh schon so viel durchgemacht haben? Nichts desto trozt ist es trotzdem im Gesetz verankert, das hab ich auch schon mehrmals in sehr interessanten Dokumentationen über Rechtsschutz und Rechtsfragen gesehen. Also informiere dich bitte vorher, bevor du das hier verbreitest. Oder kannst du eine genaue, sichere Quelle nennen die mir widerspricht? Wenn nein, sei bitte nicht so überzeugt von deiner Meinung, denn ich habe Recht.
und einige deiner Sätze verstehe ich nicht- zb "wenn man sich liebt, kommt der sex automatisch, das gilt auch für 'Vergewaltigungs-Opfer, nur du musst wissen, das jeder damit anders umgeht" hä?! ich hab ja nie gesagt, das der sex niemals kommt oder das jeder gleich damit umgehen muss? versteh ich nicht.

und das ich mit vielen Dingen unrecht habe, stimmt auch nicht. Ich habe nämlich lediglich geschrieben, wie ich damit umgegangen bin und welche erfahrungen und Tipps ich auf diesem Bereich geben kann. Ich habe doch nie gesagt, das Vergewaltigungsopfer mit ihren Männern schlafen MÜSSEN o.ä! ich habe nur gesagt wie es für mich war und wie ich damit umgegangen bin.
Natürlich ist es toll, wie dein Verlobter mit dir umgeht und das du euer Sexleben bestimmen kannst wie du es gerne möchtest. Für MICH wäre das aber nichts, weil ich der Meinung bin das das sehr egoistisch von mir wäre, wenn ich unser sexleben bestimmen würde, nur weil ich eine Vergewaltigung erlebt habe.. irgendwann muss auch wieder normalität ins Leben kehren, und wenn man dann aus dem Thema "Sex" immer was "besonderes" macht, wie soll es dann normal werden? ich finde es auch unfair meinem Partner gegenüber, meine Situation auszunutzen und zu sagen: wir haben nur sex wann und wie ich will, wie gesagt, das finde ich sehr egoistisch. Aber nochmal: Das ist nur MEINE MEINUNG, ich sage nicht, das du es auch so machen solltest wie ich, ich sage nur, das ich es so mache und das es okay ist, wenn du es anders handhabst.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. April 2011 um 13:09

Hmm..
Ich sage ja so einfach ist das mit dem Gesetz auch wieder nicht. Und wenn er sie mit dem sex unter Druck gesetzt hatte, und sie die ganze zeit gedrängt hat, ist das ja auch wieder ein Ausnahmefall.So einfach ist es ja eben nicht, auch das Gesetz hat so seine Schwierigkeiten... denn natürlich geht es auch nicht, das eine Frau immer dazu gedrängt wird wenn sie nicht immer will- aber grundsätzlich darf in einer Ehe der Sex nicht IMMER und GRUNDLOS verweigert werden. Das Grundlos ist also ein ziemlich dehnbarer Begriff, denn wenn sie sich dazu genötigt und gedrängt fühlt weil er viel öfter will als sie, und vielleicht dinge will, die sie nicht will, dann ist das auch schon ein Grund, den verkehr zu verweigern.Und das bei der Situation deiner Schwester SIE recht hatte, und er scheinbar echt ein Arsch war (bei den Aussagen!!), ist für mich völlig klar.

Na gut, das versteh ich wenn dir die Bilder immer wieder hochkommen, das du dann an diesen Tagen nicht kannst; und das du bessere und schlechtere Tage hast ist ja auch normal nach so einem furchtbaren Erlebnis, von daher freue ich mich sehr für dich und finde es sehr gut, das du einen Mann gefunden hast der so verständnisvoll ist; das würde nämlich nicht jeder mitmachen.
natürlich solltest du gar keinen sex haben wenn du dich nicht in der lage dazu fühlst! sonst bist du ja nur noch mehr "gezwungen" und kannst dich erst recht nie fallen lassen. aber wenn er halt schon lust hat, aber immer nur kann, wenn du willst, dann find ich die Situation auch sehr schwierig. Befriedigst du ihn denn dann anders, zum Beispiel mit der Hand? so würde ich es nämlich machen.

1. Nope, ich bin Österreicherin, hier geboren und in einer extrem toleranten und offenen Familie aufgewachsen. Meine Erfahrung bezieht sich auf meine Kindheit, als ich vier Jahre alt war. Daher kommt auch meine ungeheuerliche Angst vor Ärzten, aber wenn du mehr wissen willst, kann ich das nur per PN schreiben, weil ich soweit noch nicht bin, es völlig öffentlich hier im Forum zu posten..
2. Nein mich setzt keiner unter Druck.. ich habe für mich persönlich entschieden, das ich besser mit problemen umgehen kann, wenn ich mich nicht andauernd mit ihnen beschäftige. ich denke beim Sex einfach gar nicht mehr dran, was mir passiert ist, und ich denke auch im normalen alltag nicht mehr daran; sprechen tue ich ganz normal darüber, fast beiläufig, auch mal bei nem Kaffee, weil ich gemerkt habe, das es mir die Angst vor der Erinnerung nimmt, wenn ich sie so behandle, als wäre sie eine völlig normale Erinnerung. Dass das nicht geht, wenn es zu frisch ist oder wenn die bilder von alleine hochkommen, ist völlig klar, ich wollt dir nur meine Art erklären, damit umzugehen.

und ja danke vielmals, mir geht es sehr gut. ich bin eine selbstständige Frau geworden, die sehr gut gelernt hat, mit schwierigen Erlebnissen umzugehen.

lg special

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

26. April 2011 um 13:20

Okay,
erst mal sorry wegen den ganzen verwirrtheiten wegen dem Scheidungskram. Ich hab einfach voll nicht dran gedacht, dass das ja in D anders sein könnte -.- ich bin soviel in deutschsprachigen Foren unterwegs, das ich manchmal ganz drauf vergesse das es da ja unterschiede gibt , wobei ich auch sagen muss, das diese Gesetzlage eine sehr komplizierte Sache ist! Wenn ich mich recht erinnere, hab ich nämlich auch mal im Deutschen Fernsehen einen Beitrag drüber gesehen hab, das man halt in der Ehe zum sexuellen Verkehr verpflichtet ist. Ist wohl etwas schwieriger das Ganze. und vl wie öfters im Gesetz, auslegungssache.

Stimmt, zuerst hab ich das mit meiner Vergewaltigung nicht zugegeben, weil ich normalerweise nicht drüber schreibe. Ich konnte mich aber sehr gut in die Lage von IHM versetzen, weil ich mal einen Freund hatte, der die Beziehung dadurch zerstört hat, das er mir sowas nicht gesagt hat, deshalb habe ich zuerst für ihn mitleid empfunden als für sie, deshalb kam mein kommi viel härter rüber als er sein sollte, denn ich habs ja danach noch mal besser erklärt. ich hab den Jungen übrigens über alles geliebt, und wenn er mir schneller gesagt hätte, was los ist, dann hätten wir die Beziehung retten können. und ich hab wirklich unheimlich gelitten, weil ich immer gedacht hatte es läge an mir, deshalb ist in meinen ersten kommi zu wenig mitgefühl für die TS rübergekommen; weil ich irgendwie sauer wurde, weils mich so an unsere Situation erinnert hat. .Bei ihm wars aber kein sexueller missbrauch, sondern schwere körperliche Misshandlung; und ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen als ich, nachdem Schluss war, davon erfahren habe.

Naja, ich kann nun wirklich nicht behaupten, das eine einmalige Vergewaltigung eines Fremden so schlimm ist wie eine 3 Jährige durchgehende Leidensgeschichte, in der es immer wieder passiert..! Zumal ich nicht mal seinen Penis in mir hatte, sondern nur andere Gegenstände (etwas kleiner) und er sich nur dran aufgegeilt hat. meiner meinung nach reicht diese Erfahrung aus, eine Vergewaltigung nachempfinden zu können, aber sicherlich keinen jahrelangen missbrauch aus dem es kein entkommen zu geben scheint.
Ja, ich studiere wirklich Psycho und Bio, an der Karl-Franzens Universität in Graz in Österreich. Vielleicht hast du Recht, ich mache mir selbst etwas vor. aber nicht wie du denkst. Ich gehe halt am besten mit Situationen um, indem ich sie verharmlose, und Selbstmitgefühl kommt für mich nicht in Frage. Ich fühle mich sehr schnell wie ein weichei und komme mir schwach vor, wenn ich mir selbst gegenüber zugebe, etwas war schlimm für mich. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, meine Erfahrung war beiweitem nicht so schlimm wie die von anderen "Opfern", ich wage höchstens zu behaupten, das ich durchaus weiß, wie sich sexuelle Gewalt anfühlt, denn das ich die TS anfangs so angeblafft hab, hatte ja einen anderen Grund, siehe oben.
Ich habe die Erinnerung bis 15 verdrängt; mit 14 hatte ich mein erstes Mal und immer Schmerzen. Erst als meine FÄ mich gefragt hat, ob ich vielleicht eine schlechte Erfarhung gemacht habe, hab ich angefangen nachzudenken. zu dieser Zeit bekam ich auch einen neuen Freund, der mir sehr dabei half. mit 15 hab ich angefangen diese einmalige Geschichte (die insgesamt nicht länger als 1 Stunde gedauert hat) aufzuarbeiten. ich finde schon, das fünfJahre (ich bin ja so gut wie 20) ein langer und schwerer weg sind dafür, das ich es nur einmal erlebt habe und das auch noch nicht mal eine wirkliche "Vergewaltigung" war. Ich komme mir einfach blöd vor bei dem Gedanken eine Therapie zu machen und das alles zu erzählen, weil ich es einfach als lächerlich empfinden würde, wenn ich mit sowas nicht allein umgehen könnte... mein freund redet mir auch die ganze zeit ein, mal eine Therapeutin aufzusuchen, aber es ist generell die ganze situation so verschroben (zb darf meine Mutter bis heute nix von dieser "Vergewaltigung" wissen, und so weiter) das ich eigentlich keine Lust hab, das ganze wieder aufzuwärmen, denn ich komme mitlerweile gut klar mit meinem Leben.

ich hoffe du verurteilst mich jetzt nicht, weil ich mit dieser doch ziemlichen kleinigkeit die mir passiert ist, meine, mich in eure situation hineinversetzen zu können. tut mir leid falls ich da doch nicht so mitreden kann wie ich dachte, ich versuche ja nur zu helfen, denn wenn mein Ex eher einen Schubs bekommen hätte, mir seine Erlebnisse zu erzählen, hätten wir die Beziehung retten können (jaja auch wenn ich erst 16 war, ich hab ihn trotzdem wirklich geliebt).
Falls du gerne noch mehr erfahren würdest, bitte nur per pn, denn sowas kann und will ich nicht öffentlich posten, zumal hier leute rumschwirren, die mich anhand meines nicknames usw erkennen könnten!

lg


Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

27. April 2011 um 11:31

Danke schonmal..
.. das du mich nicht angeblafft hast
ja du hast natürlich recht, das Hilflosigkeitsgefühl ist schlimm, aber noch schlimmer finde ich, das ich durch diese ganze Geschichte in sehr viele menschen vertrauen verloren habe, OBWOHL ich den mann nicht mal kannte. aber das ist ja ne andere Geschichte. das ganze beeinträchtigt mich zwar, aber gott sei dank nicht mehr so stark, jedenfalls kann ich normal drüber reden (halt nur mit guten freunden) aber ich finde, ich arbeite es dennoch auf, auch wenn ich es verharmlose. ich spreche viel drüber und ich setze mich absichtlich situationen aus, die mich daran erinnern. Ich bekomme dann eine starke "fight or flight-Reaktion", die ich aber immer besser im Griff habe. Geweint zb hab ich deswegen schon seit einigen Jahren nicht.
Eine Therapie muss man nur machen, wenn man den Beruf "Psychologe" wirklich aufgreifen will, also halt eine Praxis aufmacht bei der Leute bei mir auf ner Couch liegen. Den Beruf werd ich aber nicht ergreifen, sondern in die Forschung im evolutionspsychologischen Bereich gehen, deshalb studier ich auch Biologie dazu- oder ich werd Professorin auf ner höheren Schule oder auf der Uni für Psychologie und Biologie. Die Therapie ist der letzte Schritt zu der Doktorarbeit; also wirklich bevor man dann quasi ein Mensch ist, der andere Therapiert. (zumindest in Österreich ist es so, ich vermute es wird in D gleich sein.)

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

27. April 2011 um 12:13

Nö, weinen ist nicht schlimm!
ich weine sehr, seeehr oft aber halt über andere Sachen... wenn ich mit meinem Freund streite und alles was mir sonst nahe geht. ich lasse meine Gefühle also schon raus. ich hab einfach nicht mehr das Bedürfnis, wegen dem zu weinen; weil ich, wenn ich dran denke, nicht mehr emotional gepackt werde. ich hab aber früher sehr viel deshalb geweint, immer, wenn ich drüber geredet habe. aber viel darüber zu reden hat mir irgendwie die Angst genommen, und deshalb wein ich deshalb jetzt auch nicht mehr deswegen. Früher wurde ich ganz nervös wenn ich drüber geredet hab, schwitzige Hände, Herzrasen, Zittern, weinen- aber das wurde mit der Zeit immer besser! mein freund redet auch viel mit mir darüber.

das mit dem Fight-Flight.. Tja, das geht bei mir aber nicht anders weil ich automatisch damit konfrontiert werde, weil ich der Situation absolut nicht aus dem Weg gehen kann...also setz ich mich ihr schon mal öfters absichtlich aus, damit, wenn ich ihr mal wieder nicht aus dem weg gehen kann, nicht in panik ausbreche. wenn du wissen willst warum ich dem nicht aus dem weg gehen kann (und das GEHT wirklich körperlich nicht!!!), bitte per pn.

Keine Ahnung, ich bin der Meinung, mir gehts zu gut für ne therapie. klingt das blöd? ich glaub schon, aber ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, irgendwem fremden davon zu erzählen, weils mir mittlerweile einfach schon ziemlich gut damit geht.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club

Das könnte dir auch gefallen