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Sexuell missbraucht vom besten Freund, was tun?

8. November 2011 um 15:54

Hallo alle zusammen. Mein Name ist Louisa und ich bin junge 16 Jahre alt. Was ihr vielleicht über mich wissen solltet ist, dass ich eine sehr sehr schwere Kindheit hatte (viel zu viel, um alles auzuschreiben) und ich generell psychisch sehr instabil bin. Ich leide an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, Depressionen, Selbstverletzendem Verhalten und häufigen Suizidgedanken. Deswegen werde ich auch bald in einer psychatrischen Klinik sein..aber das ist nicht der Grund weswegen ich hier bin.
Ich habe was Jungs angeht sehr schlechte Erfahrungen. Wurde von meinem Ex-Freunden betrogen und geschlagen..darum fällt es mir sehr schwer jemandem zu vertrauen. Der einzige Mensch, dem ich noch vertraut hatte war mein bester Freund. Wir sind jetzt seit einem Jahr unzertrennlich gewesen und er war der letzte Mensch den ich noch hatte.
Aber heute vor 5 Tagen ist etwas sehr schreckliches passiert. Mein bester Freund hat bei mir geschlafen (was nichts besonderes ist, wir haben schon oft bei dem jeweils anderen geschlafen), aber diesmal war es anders. Ich bin irgendwann aufgewacht und habe gemerkt, dass er sich an mir vergreift während ich vermeindlich geschlafen habe. Er hatte seine Hände unter meinem BH und auch in meiner Hose. Er hat Dinge getan, die ich hier jetzt nicht so gerne schreiben möchte..Ich war in dem Moment aber wie erstarrt und konnte mich weder rühren, noch was sagen. Außerdem hätt ich nicht die Kraft gehabt eine solche Situation zu bewältigen. Darum hab ich einfach so getan, als würde ich noch schlafen und versucht durch Drehungen (wie sie häufig auch im Schlaf vorkommen) zu verhindern, dass er weitermachen kann. Ich habe alles probiert, aber er hat einfach nicht aufgehört. Es waren die schlimmsten Minuten meines Lebens. Alles woran ich noch geglaubt habe ist einfach so geplatzt und ich fühlte mich so hilflos. Als ich dann merkt dass nichts half, machte ich eine große Bewegung und tat so, als wäre ich in dem Moment aufgewacht..Dann habe ich mich ganz normal verhalten und so getan, als wüsste ich nichts von dem was geschehen war.
Ich hatte mich dann 4 Tage nicht bei ihm gemeldet, weil ich nicht wusste, wie ich reagieren soll, was ich tun soll. Ich konnte natürlich nicht so tun, als wär nichts gewesen, denn es hat mich so fertig gemacht und das macht es immer noch. Aber ich hätte ihn auch niemals drauf ansprechen können. Doch noch bevor ich zu Ende überlegen konnte nahm er mir die Entscheidung ab, indem er mir eine Nachricht schrieb, in der stand, dass er weiß, dass ich es gemerkt habe und dass es ihm Leid tut usw.
Leider ändert das nichts daran, wie es mir jetzt geht und ich weiß auch nicht, wie ich mich weiter verhalten soll.
1. Hatte ich niemanden mehr außer ihn
und 2. Geht er auf meine Schule, wir haben sogar den Leistungskurs zusammen und sitzen nebeneinander. Er hat zwar geschrieben, dass er nichtmehr zu Englisch (Leistungskurs) kommt, bis ich in der Klinik bin, aber leider kann ich damit trotzdem nicht umgehen. Ich sehe ihn jeden Tag und jedesmal wenn ich ihn angucke empfinde ich Trauer, Hass, Einsamkeit, Ekel, Wut und alles auf einmal. Was kann ich tun, um mit der Sache klarzukommen?

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8. November 2011 um 16:39

Au weia
Was könnte ich dir anbieten, womit ich dir wirklich helfen kann?
Ich kann dir sagen, dass du mir jederzeit vertrauen kannst und bin gern bereit, dir das auch zu beweisen (denn Vertrauen muss man sich verdienen, das sollte man nicht geschenkt bekommen). Aber ich kann dir deinen Freund nicht zurückgeben, was mir grade wahnsinnig weh tut, weil du ihn anscheinend richtig gebraucht hast.
Könntest du mit ihm reden, wenn ein Moderator dabei ist? Gibts in eurer Schule so eine Betreuung? Oder vll einen Lehrer oder eine Lehrerin, mit der/dem du dich sehr gut verstehst? Gehe ich recht in der Annahme, dass es nicht zum Äußersten gekommen ist? Gibt es irgendeine Person in deinem Umfeld, die ein solches Gespräch unterstützen könnte? Würdest du dir zutrauen, zu spüren, ob er seine Entschuldigung ehrlich meint?
Wie bald gehst du in die Klinik? Meinst du, die könnten dir auch dabei helfen (die könnten das moderieren)?
Könntest du deinen Freund dazu bringen, dass er sich ins Forum einklinkt und an mich schreibt (gern auch privat) und dass ich das moderieren mal versuche (halt schriftlich, geht ja nicht anders)?
LK bedeutet Gymmi und da hast du eigentlich grade genug mit Schule um die Ohren. Vll kann dir wenigstens ein bisschen helfen.
LG, Nelly

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11. November 2011 um 18:25

Danke!
Ich danke euch für eure Nachrichten! Es tut schonmal gut zu wissen, dass es nicht jedem egal ist.
Leider könnte ich mit ihm glaube ich nie wieder reden, die Gefühle, die ich habe sind total Chaos. An einem Tag bin ich total traurig, weil ich ihn ja verloren habe, aber am nächsten Tag empfinde ich nur noch Hass und Ekel und könnte kotzen, wenn ich ihn sehe. Ekel empfinde ich seitdem auch gegen mich selbst. Ich kann diesen Gedanken einfach nicht ertragen und ritze mich jeden Abend, weil ich daran denken muss. Er hat mir damit so viel angetan. -.-
In der Klinik kann ich das vermutlich gar nicht erzählen, da ich ja noch nicht 18 bin dürfen die Therapeuten meinen Eltern wichtige Infos weitergeben. Das wär wohl so eine Info..aber das möchte ich nicht :/
Aber ich danke euch beiden wirklich von ganzem Herzen für eure Antworten! Jetzt fühle ich mich weniger alleine.

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