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Sexuell missbraucht - Verständnisproblem!!!

22. Januar 2016 um 2:24

Hallo zusammen,

ich habe aktuell arge Probleme mit meiner Freundin (platonisch). Wir kennen uns erst seit 2 Jahren und sind seit ca. einem Jahr befreundet, was bedeutet, dass sich seither ein Vertrauensverhältnis entwickelt.

Recht früh erzählte sie mir, dass sie als 11 Jährige von ihrem Sportlehrer missbraucht wurde. Wie jeder Außenstehende, der niemals solche Dinge am eigenen Leib erfahren hat (ich bin dankbar dafür), empfand ich eine Höllenwut auf diesen Mann, der noch viele Jahre so weiter machen konnte, weil sie schwieg. Bis heute, denn weder ihre Eltern, noch sonst jemand hat jemals Wind von dieser Sache bekommen.
Ich bin ein Mensch, der emotionale Schicksalsschläge überwiegend im stillen Kämmerlein mit sich vereinbart. Ich bin gerne alleine und genieße die Zeit dann auch. Ich habe 3 Söhne und daher ohnehin schon wenig Zeit für mich
Meine Freundin ist da ganz anders. Sie hat keine Kinder und braucht den Kontakt zu Freunden, wie - mir kommt es so vor - die Luft zum Atmen. Manchmal erdrückt mich das und ich habe Angst, dass ich die Verantwortung, die sie mir durch ihre Offenbarung übertragen hat, nicht mehr tragen kann.

Es gibt regelmäßig tiefgründige Gespräche, in denen sie mir sagt, dass ich einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben bin, sie nicht mehr wüsste, wie es da ohne mich aussähe etc. Da ich aber nun mal viel Freiraum brauche, kann ich ihr die Aufmerksamkeit, die sie braucht oft nicht geben. Zumal da ja auch noch das Familienleben und auch andere Freunde sind...
Oft entstehen Grundsatzdiskussionen. Ob ich genug von ihr habe, ob sie mir auf die Nerven gehe, sie habe Angst, mich zu verlieren bzw. dass sich etwas zwischen uns verändert hat usw. Egal, was ich sage - es geht ein paar Wochen gut und kommt dann wieder auf. Mich stressen solche Diskussionen ungemein und ich verstehe sie da einfach nicht. Ich bin zwar ein Mensch, der nicht täglichen Kontakt zu seinen Freunden pflegt, aber eigentlich stets da ist, wenn es brennt. So handhabe ich das mit all meinen Freunden und da alle selbst stark eingebunden sind durch ihren Job, oder die eigene Familie, begrüßen das auch alle.

Gepaart mit diesen Zweifeln an meiner Person - so nehme ich das einfach auf - kommt permanentes Unwohlsein bei mir zu Hause auf. Wenn sie mich besucht, höre ich im Anschluss nicht selten, wie unwohl sie sich heute wieder bei mir gefühlt habe (Ich habe ja nun auch noch einen Ehemann). Mein Mann nimmt sich aber sehr raus, wenn ich jemanden zu Gast habe. Er ist höflich, aber distanziert. Er hat kein Interesse an oberflächlichen Unterhaltungen und verschwindet dann meist in seinen Hobbyraum im Keller, oder kümmert sich um die Jungs. Heute sind sie sich nicht einmal über den Weg gelaufen.
Da ist mir dann beinahe der Geduldsfaden gerissen...ich meine: Eine Grundsatzdiskussion haben wir vor ein paar Tagen schon wieder gehabt und heute dann das. Es ist irgendwann auch einfach mal verletzend ewig derjenige zu sein, mit dem was nicht stimmt - jemand, der Schuld daran ist, dass jemand anderes gerade wieder in eine emotionale Schieflage gerät.

Beinahe hätte ich ihr geschrieben, dass sie ja nicht mehr kommen brauche. Dass ich niemandem die Bürde auferlegen will, mich, mein zu Hause, oder meine Familie aushalten zu müssen. Ja, ich war sauer. Richtig sauer! Ich habe den Text wieder gelöscht....ich will sie nicht verunsichern, das ist sie sowieso dauernd!

Nichtsdestotrotz bin ich heute an einem Punkt angekommen, an dem mein Verständnis nicht mehr ausreicht. Ich verstehe - wenn ich auch manches nicht nachvollziehen kann - etliche ihrer Abneigungen, die sie aufgrund ihres Erlebnisses hat. Das Problem, Menschen nicht vertrauen zu können, kann ich sogar nachvollziehen. Mein "Otto-Normal-Verbraucher-Verstand" hätte aber heute am Liebsten herausgebrüllt, dass es jetzt auch einfach mal gut ist! Sie ist ja neben dem Missbrauchopfer auch noch ein rational denkender Mensch. In meinem Haus, hat ihr nie jemand Schaden zugefügt. Keiner tut ihr hier etwas - mein Mann & ich, mein zu Hause haben nichts mit ihren Erfahrungen zu tun. Ich fühlte mich heute in Kombination mit den ständigen Zweifeln an meiner Person einfach gekränkt!

Ich gehe davon aus, dass viele, die hier mitlesen vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil sie mich vielleicht für unsensibel halten...aber ist das alles normal? Muss man das so hinnehmen? Helfe ich ihr mit endlosem Verständnis? Ich habe auch Schicksalsschläge hinter mir, die nichts mit sexuellem Missbrauch zu tun haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ab einem gewissen Punkt auch einfach mal nötig ist, ins Hier und Jetzt zurückgeholt zu werden.

Sie ist immer so lieb & bemüht. Sie ist ein zuverlässiger Mensch, klug und auch lustig ab und zu. Aber diese ewigen Tiefs...mich macht das fertig. Und ich verstehe es immer weniger...Vielleicht bin ich einfach betriebsblind inzwischen und sehe das Naheliegende nicht. Aber vielleicht kann mir ja mal jemand erklären, wie ich mit ihr umgehen soll, damit das endlich aufhört, bzw. sie endlich mal nach fast 23 Jahren Zeit, die seither vergangen ist, einen Weg findet, ein normales Leben zu führen.

Ich bin für Antworten dankbar. Ich möchte niemanden kränken, oder Probleme die derart traumatisierende Effekte haben, kleinreden. Ich habe Respekt vor allen Frauen, die das durchmachen mussten und es bis hierher geschafft haben. Aber ich sehe mich einfach aktuell am Ende meiner Möglichkeiten...

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24. Januar 2016 um 20:22

Oh ja...
...das klingt auch für mich sehr nah an meiner persönlichen Situation!

Aber mal eine Frage: Ist es wirklich so, dass man sich nach einer so langen Zeit, immer noch beinahe täglich damit befasst? So viele Vorgänge im Leben damit in Verbindung bringt? Und warum konfrontiert man den einzigen, der Schuld hat, NICHT damit?

Meinem Verständnis nach wäre das nötig, um abzuschließen...ach, ich bewege mich da immer auf der Ebene der Mutmaßung und Einschätzung. Manchmal fahren meine Gedanken da Achterbahn und ich komme an keinem für mich akzeptablen Punkt an. Macht mich zwischendurch echt fertig...

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29. Januar 2016 um 21:32

Schliess Dich an....
Hey! Melde dich bei mir auf Facebook, oder schau Dir auch mal diese Videos an. Das Problem ist. Mitarbeiter die die Aufgabe hatten, vom Fiskus/staatlichen Geldern finanziert wurden, auf Schutzbefohlene aufzupassen haben sehr oft versagt. Niemals wirst Du/Wir alleine es schaffen das wir eine Entschuldigung, Anerkennung oder Entschädigung bekommen, solange diese Leute noch beschäftigt sind im staatlichen Dienst. Das einzige was wir machen können, auf uns aufmerksam, gemeinsam. Öffentlich an den Kostenträger oder Ämter unsere Vorwürfe vorbringen. In der Zeitung liest Du oft, ah, 60 jährige Oma schildert Ihr Leid im Heim... Naja, weil zu dem Zeitpunkt keiner mehr dort arbeitet, um seine Pension/Rente gebracht werden kann, oder verantwortlich gemacht werden kann, oder sich dazu äussern müsste. Viel schlimmer finde ich, kennst Du bestimmt auch. Das Missbrauchsopfer wie wir, immer wenn wir mit den niederen Behörden zu tun bekommen schickaniert und fertig gemacht werden. Und das kann nicht sein, das unsereins, selbst wenn er mit der Sache längst abschliessen konnte, immer daran erinnert wird, das wir kein Recht haben, egal was wir sagen nicht gehört werden. Jeder macht Fehler, und egal wer er ist oder wo er arbeitet hat er dafür gerade zu stehen. Und erst Recht wenn es um den Vorwurf der Pädophilie oder allgemein sexuellen Missbrauch geht. Das ist vorm Gesetz das Schlimmste, ein Triebtäter. Man muss sich das mal vor Augen halten. Ein 16 jähriger denkt sich in der Schulzeit, gut, ich stehe auf kleine Kinder. Seine Sache. Aber, das er weil er das durch Familienmitglieder oder Eigenrecherche wehemend daran arbeitet ab diesen Zeitpunkt, in Positionen zu arbeiten, in denen er seine Triebe ausleben kann. Und zwar so, das er perfekten Überblick darüber hat,

1. welches Kind für ihn "sympathisch" dafür erscheint
2. auffälliges Verhalten eines Schutzbefohlenen für sich zu Nutzen machen kann
3. nachdem er die Tat begangen hat, an Gehirnwäsche arbeitet(alles was Du sagst ist gelogen! egal was Du sagst bekommt kein Gehör! Du bist nichts besonderes! )
4. er genau über die Umstände bescheid weiß, Familie, psychische Krankheiten, seine Kontakte im Laufe seiner Berufskariere derart zu nutzen um Deine "Akte" die von öffentlichen Krankenhäusern, Polizeibehörden oder von Lehranstalten derart zu verschlechtern, das Du niemals eine Chance bekommst an Geld zu kommen oder einen ehrlichen Partner zu finden, der dies für Ihn strafrechtlich gefährlich machen würde.

Und da mir persönlich mittlerweile gleich ist was die mir erzählen, versuchen vorzuspielen. Ich lebe mein Leben gut alleine. Werde immer nur nach unten gezogen, daran erinnert was ich in deren Augen bin, erfahre ich eine ähnliche Behandlung heute. Es ist schon lange an der Zeit, das Missbrauchsopfer sich organisieren, auch wenn es nur über Facebook und Youtube ist, weil Eltern die Ihre Kinder in deren Obhut voller Vertrauen und Erwartungen in an diese Leute geben, sollten wissen was für Vorwürfe, sind diese auch zehn Jahre alt, gegen den Triebtäter vorlagen. Was aber noch viel wichtiger ist, das diese Menschen keine Möglichkeit mehr bekommen sollen, Jahrzehntelang ein Missbrauchsopfer derart Steine in den Weg zu legen, das dieses keinen Sinn mehr an der Lage erkennen kann.

Mein Freund, da heisst locker bleiben, akzeptiers bis sich nichts daran ändert, und egal was ist, mache das Beste aus der Situation. Und diese Leute sind nicht das Volk. Du glaubst doch nicht wirklich, das die Mehrheit das Gut heißen würde. Deswegen, helf mir ein wenig. Weil, wir sind sicher hunderte.

Mh, ist zum Teil nicht ganz ernst gemeint, wird ausgearbeitet, bisheriger Kontakt mit Gesetzgebern, Kostenträgern und Entscheidern sowie zukünftiger wird von mir schriftlich gespeichert, aufgenommen. Alleine deswegen, das keiner in 30 Jahren sagen kann, hätten wir das gewusst.

Aber schreib dazu, teile es.

https://www.youtube.com/watch?v=WddFkjryxT0

https://www.youtube.com/watch?v=2Ww0q8wgKjo

und das ist kein dummer Spruch, das ist geschriebenes Gesetz.

Wenn Recht zu Unrecht wird, dann hat der Bürger nicht nur das Recht, sondern die Pflicht sich dagegen zu wehren.

Weisst was geil wäre kommt mir gerade so... Meine Videos sind vielleicht kein so guter Start, aber wenn jeder in einem Kanal den ich anlege, seine Erfahrung schildert, und diese werden immer weitergeleitet an die Öffentichkeit, Vereine in denen die Triebtäter arbeiten, und auch an die öffentlichen Behörden.

Und weisst, ist auch eine geile Zeit im Moment. Ich mein, keiner von uns, ich zumindest kein Stück, bin gewaltbereit. Aber jetzt, wo die Polizei nur noch ganz selten Zeit und Lust hat, immer mehr eigene Leute an dem Sinn der Sache zweifeln, weil aus irgendeinen Grund sind sie Polizisten geworden, bekommen diese Feiglinge Angst.

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7. Februar 2016 um 8:49

Deine Wünsche sind wichtig!
Ich kann deine Empfindungen gut nachvollziehen, weil ich ähnliches erlebt habe. Ich war Vertrauensperson für einen Menschen, dem es - egal warum - nicht gut ging, der entweder depressiv war und es heute noch ist oder zumindest eine ähnliche psychische Beeinträchtigung hat.

Dieser Mensch war wie du deine Freundin beschreibst immer lieb und zuverlässig, aber mit der Zeit habe ich mich von ihm immer mehr vereinnahmt gefühlt. Mir wurde irgendwann klar, dass sich seine sozialen Kontakte größtenteils auf mich beschränkten, und mir war klar, dass er mich letztlich verantwortlich dafür gemacht hat, ob es ihm gut ging oder nicht. Das hat er nie so ausgesprochen, aber wenn ich mal keine Zeit hatte, verhielt er sich, als hätte ich ihn ausgestoßen, und wenn ich besonders auf ihn eingegangen bin, war er mir gegenüber wieder fröhlicher.

Letztlich ist mir klar geworden, dass das alles zu nichts führt. Ich wollte, dass es ihm wieder besser geht und er einen professionellen Weg findet, das zu erreichen, z.B. eine Therapie beginnt, er wollte das aber nicht und war der Meinung, es ginge ihm doch gut, so lange ich für ihn Zeit hätte. Die Freundschaft ist darüber letztlich zerbrochen, denn ich konnte nicht weiter auf ihn eingehen, ohne mich selbst aufzugeben.

Heute ist er noch genau so, er hat sich aber eine Freundin von mir als Vertrauensperson gesucht. Wenn ich die beiden sehe und sehe, wie er sich verhält, wird mir noch stärker klar, dass das keine Freundschaft ist und dass er anderen Menschen die Verantwortung für sich und seine seelische Gesundheit aufbürdet. Es geht ihm heute noch schlechter als früher, und ich mache mir ehrlich Sorgen um meine Freundin, weil ich sehe, wie er auch sie vereinnahmt und ihr immer wieder zu spüren gibt, dass er sich schlecht fühlt, wenn sie nicht ausreichend für ihn da ist.

Das vorausgeschickt: Deine Freundin wird sich nicht ändern, da bin ich mir sicher. Und die Zeit ist gekommen, um ihr klar zu machen, dass du sie gerne unterstützt, aber dass sie sich nur besser fühlen wird, wenn sie mit professioneller Hilfe Wege findet, aus ihrer psychischen Situation herauszukommen. Die Vorfälle sind schon so lange her, dass Gespräche mit dir nicht helfen werden, ihre Situation zu verbessern. Tatsächlich vereinnahmt sie dich und erpresst sich emotional, und das wird letztlich dazu führen, dass du psychische Probleme bekommen wirst und sich in deiner Beziehung Probleme einstellen werden, denn du wirst ihren Ansprüchen nie genügen können.

Suche für sie, um ihr den ersten Schritt zu erleichtern, ein paar Hilfsprogramme heraus, gehe mit ihr zu Beratungsterminen, zur Unterstützung und um zu sehen, was man ihr dort rät und bestärke sie, den angeratenen Weg einzuschlagen. Mache ihr klar, dass du willst, dass es ihr besser geht, aber dass du das nicht leisten kannst. Auch wenn es von großem Vertrauen zeigt, dass sie sich dir öffnet, kannst du alleine als nicht fachlich ausgebildete Person ihr nicht die professionelle Hilfe bieten, die sie braucht.

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7. Februar 2016 um 17:09
In Antwort auf xxfebuaryxx

Oh ja...
...das klingt auch für mich sehr nah an meiner persönlichen Situation!

Aber mal eine Frage: Ist es wirklich so, dass man sich nach einer so langen Zeit, immer noch beinahe täglich damit befasst? So viele Vorgänge im Leben damit in Verbindung bringt? Und warum konfrontiert man den einzigen, der Schuld hat, NICHT damit?

Meinem Verständnis nach wäre das nötig, um abzuschließen...ach, ich bewege mich da immer auf der Ebene der Mutmaßung und Einschätzung. Manchmal fahren meine Gedanken da Achterbahn und ich komme an keinem für mich akzeptablen Punkt an. Macht mich zwischendurch echt fertig...

Zu deinen Fragen
Natürlich beschäftigt man sich heden Tag damit.
Du kannst dir gar nicht vorstellen (und das ist kein Vorwurf, sondern einfach eine Tatsache) wie es sich anfühlt, wenn sich jemand deines Körpers bedient hat und du plötzlich das Gefühl hast, dein Körper sei nicht mehr dein eigener, du fühlst dich schmutzig, benutzt, kaputt und willst einfachnur weg, aber wie sollst du raus aus deinem Körper??
Also ist der einzige Rückzugsort in deinem Kopf, einfach alles abschalten, alles ausblenden. Deswegen sind so viele von uns nicht in der Lage damit vernünftig umzugehen und es zu verarbeiten, weil man um jeden Preis verhindern will, dass das Erlebte auch noch den letzten sicheren Ort den man hat beschmutzt. Also wird alles weggeschoben und hinter Mauern versteckt,größer und länger als die berühmte von China. Aber irgendwann brechen diese Mauern zusammen, bei mir hat das ungefähr 5 Jahre gedauert. Nach so einer langen Zeit hat man viel zu verarbeiten und wie lizz369 schon gesagt hat, wird auch noch jede Menge durch trigger ausgelöst.
Also ja, man denkt jeden Tag daran.

Zu deiner Frage warum man nicht den Schuldigen damit konfrontiert: tut mir Leid, aber ich finde diese Frage etwas naiv. Diese Person hatte und hat so viel Macht über ihr Opfer, hat die eigene (angebliche) Überlegenheit so eindeutig und brutal demonstriert und selbst wenn man dann zB zur Polizei geht, hat man immer noch Angst vor dieser Person und man kann sich einfach nicht sicher fühlen, weil man sich janicht mal in seinem eigenen Körper mehr sicher fühlt.
Außerdem gibt es meist noch Ängste wie "Was ist wenn mir keiner glaubt?"
Zusätzlich kommt noch dazu, das man das Geschehene dann kaum noch geheim halten kann. Das letzte was deine Freundin will, ist auch noch Zeitungsartikel darüber lesen zu müssen.

Aber trotzdem: ihr Leid gibt ihr nicht das Recht dich auch Leiden zu lassen, auch wenn sie das mit Sicherheit nicht mit Absicht macht. Versuch doch mal ihr die Situation so wie hier zu schildern und auch wenn sie das vielleicht nicht hören will, aber wahrscheinlich wäre eine Therapie sinnvoll. Psychologen sind qualifiziert für diese Gespräche, wissen wie sie am besten helfen können und haben eine Schweigepflicht. Das bedeutet ja nicht, dass du nicht mehr für sie als Freundin da sein willst, aber so wie es momentan ist, ist es für keinen von euch ideal und natürlich muss sich die Situation ändern wenn du darunter leidest, denn jeder ist wichtig, leiden ist kein Wettkampf.

Lg

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8. Februar 2016 um 2:13
In Antwort auf fraumontag

Zu deinen Fragen
Natürlich beschäftigt man sich heden Tag damit.
Du kannst dir gar nicht vorstellen (und das ist kein Vorwurf, sondern einfach eine Tatsache) wie es sich anfühlt, wenn sich jemand deines Körpers bedient hat und du plötzlich das Gefühl hast, dein Körper sei nicht mehr dein eigener, du fühlst dich schmutzig, benutzt, kaputt und willst einfachnur weg, aber wie sollst du raus aus deinem Körper??
Also ist der einzige Rückzugsort in deinem Kopf, einfach alles abschalten, alles ausblenden. Deswegen sind so viele von uns nicht in der Lage damit vernünftig umzugehen und es zu verarbeiten, weil man um jeden Preis verhindern will, dass das Erlebte auch noch den letzten sicheren Ort den man hat beschmutzt. Also wird alles weggeschoben und hinter Mauern versteckt,größer und länger als die berühmte von China. Aber irgendwann brechen diese Mauern zusammen, bei mir hat das ungefähr 5 Jahre gedauert. Nach so einer langen Zeit hat man viel zu verarbeiten und wie lizz369 schon gesagt hat, wird auch noch jede Menge durch trigger ausgelöst.
Also ja, man denkt jeden Tag daran.

Zu deiner Frage warum man nicht den Schuldigen damit konfrontiert: tut mir Leid, aber ich finde diese Frage etwas naiv. Diese Person hatte und hat so viel Macht über ihr Opfer, hat die eigene (angebliche) Überlegenheit so eindeutig und brutal demonstriert und selbst wenn man dann zB zur Polizei geht, hat man immer noch Angst vor dieser Person und man kann sich einfach nicht sicher fühlen, weil man sich janicht mal in seinem eigenen Körper mehr sicher fühlt.
Außerdem gibt es meist noch Ängste wie "Was ist wenn mir keiner glaubt?"
Zusätzlich kommt noch dazu, das man das Geschehene dann kaum noch geheim halten kann. Das letzte was deine Freundin will, ist auch noch Zeitungsartikel darüber lesen zu müssen.

Aber trotzdem: ihr Leid gibt ihr nicht das Recht dich auch Leiden zu lassen, auch wenn sie das mit Sicherheit nicht mit Absicht macht. Versuch doch mal ihr die Situation so wie hier zu schildern und auch wenn sie das vielleicht nicht hören will, aber wahrscheinlich wäre eine Therapie sinnvoll. Psychologen sind qualifiziert für diese Gespräche, wissen wie sie am besten helfen können und haben eine Schweigepflicht. Das bedeutet ja nicht, dass du nicht mehr für sie als Freundin da sein willst, aber so wie es momentan ist, ist es für keinen von euch ideal und natürlich muss sich die Situation ändern wenn du darunter leidest, denn jeder ist wichtig, leiden ist kein Wettkampf.

Lg

Polizei ist kein Weg...
...da gebe ich Dir völlig Recht. Zumal, wenn ich recht informiert bin - so zumindest schildert sie es auch selbst - die Sache verjährt ist. Das ist aber auch nicht die Art von Konfrontation, die ich meinte. Auch will ich nicht, dass sie sich öffentlich zur Schau stellt für eine Sache, die sich ja (juristisch) nicht einmal mehr beweisen lässt. Abgesehen davon ist das in ihrem Fall so nicht notwendig, da er bestraft worden ist. Sie war nicht sein einziges Opfer und eines hat ihn tatsächlich angezeigt und er wurde verurteilt, wie sie sagt.

Als er sich ihrer ermächtigt hat, war sie ein Kind. Sie war wehrlos und hat was passiert ist gar nicht verstanden. Mit Konfrontation meinte ich eher, ihm vielleicht mal diesen ganzen Dreck vor den Latz zu knallen. Über das Drumherum habe ich mir dazu keine Gedanken gemacht. Ja, vielleicht ist meine Vorstellung dessen abwegig und sogar naiv. Nur ist sie ja nun erwachsen und kein Kind mehr. Warum sollte sich nicht einmal die ganze Wut und die Ohnmacht gegen ihn persönlich richten?
Es ist ja nicht so, als hätten wir nicht schon diverse andere Wege ausprobiert. Es erschien mir einfach als Option, die noch nicht in Betracht gezogen wurde =( Es ist einfach ziemlich zum Kotzen, zuzusehen, wie ein solches Erlebnis nicht nur ein Leben in Beschlag nimmt und der Verursacher sich dem einfach entziehen kann. Das will ich nicht einsehen...aber das muss ich wohl. Ich kann diese Entscheidung schließlich nicht treffen.

Sie lässt mich nicht mit Absicht leiden. Auf keinen Fall ... allerdings ist sie auch nicht willens sich einen Therapeuten zu suchen. Das könne sie nicht. Problem ist, dass "Ich kann das nicht!" ein Satz ist, den ich häufig von ihr höre und manchmal vermute ich auch, dass sie gar nicht so recht will. Sie steckt da fest - an manchen Tagen geht es besser und an anderen schlechter. Im Wesentlichen verändert sich aber nichts - und das ist so, seitdem wir uns kennen.

Es dreht sich einfach fortwährend alles im Kreis - und das macht mich fertig...

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8. Februar 2016 um 9:50
In Antwort auf xxfebuaryxx

Polizei ist kein Weg...
...da gebe ich Dir völlig Recht. Zumal, wenn ich recht informiert bin - so zumindest schildert sie es auch selbst - die Sache verjährt ist. Das ist aber auch nicht die Art von Konfrontation, die ich meinte. Auch will ich nicht, dass sie sich öffentlich zur Schau stellt für eine Sache, die sich ja (juristisch) nicht einmal mehr beweisen lässt. Abgesehen davon ist das in ihrem Fall so nicht notwendig, da er bestraft worden ist. Sie war nicht sein einziges Opfer und eines hat ihn tatsächlich angezeigt und er wurde verurteilt, wie sie sagt.

Als er sich ihrer ermächtigt hat, war sie ein Kind. Sie war wehrlos und hat was passiert ist gar nicht verstanden. Mit Konfrontation meinte ich eher, ihm vielleicht mal diesen ganzen Dreck vor den Latz zu knallen. Über das Drumherum habe ich mir dazu keine Gedanken gemacht. Ja, vielleicht ist meine Vorstellung dessen abwegig und sogar naiv. Nur ist sie ja nun erwachsen und kein Kind mehr. Warum sollte sich nicht einmal die ganze Wut und die Ohnmacht gegen ihn persönlich richten?
Es ist ja nicht so, als hätten wir nicht schon diverse andere Wege ausprobiert. Es erschien mir einfach als Option, die noch nicht in Betracht gezogen wurde =( Es ist einfach ziemlich zum Kotzen, zuzusehen, wie ein solches Erlebnis nicht nur ein Leben in Beschlag nimmt und der Verursacher sich dem einfach entziehen kann. Das will ich nicht einsehen...aber das muss ich wohl. Ich kann diese Entscheidung schließlich nicht treffen.

Sie lässt mich nicht mit Absicht leiden. Auf keinen Fall ... allerdings ist sie auch nicht willens sich einen Therapeuten zu suchen. Das könne sie nicht. Problem ist, dass "Ich kann das nicht!" ein Satz ist, den ich häufig von ihr höre und manchmal vermute ich auch, dass sie gar nicht so recht will. Sie steckt da fest - an manchen Tagen geht es besser und an anderen schlechter. Im Wesentlichen verändert sich aber nichts - und das ist so, seitdem wir uns kennen.

Es dreht sich einfach fortwährend alles im Kreis - und das macht mich fertig...

Es dreht sich alles im Kreis
Dieses Gefühl, dass es einfach nicht weiter geht, hatte ich bei meinem Freund auch.

Nein, er hat mich nicht bewusst gequält, aber in seiner Weltsicht waren halt andere dafür zuständig, dass es ihm trotz seiner schlechten psychischen Grundverfassung gut oder zumindest besser ging. Er selbst hat einfach keine Maßnahmen ergriffen, die an seiner Situation etwas änderten. Alle Vorschläge hat er abgeblockt. Oft hattte ich den Eindruck, dass er gar nicht richtig lebt, sondern nur existiert, ohne richtige Zukunftspläne. Er selbst ist dadurch in seiner Lebenssituation geblieben, während alle anderen sich weiterentwickelt haben.

So gesehen ist es auf Dauer vermutlich auch für deine Freundin eher schädlich, nicht rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die ihr wirklich weiterhelfen können.

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