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Sensibilität und Anziehung

2. Juni um 0:33 Letzte Antwort: 3. Juni um 9:19

Ich würde mich als sehr feinfühligen und sensiblen Menschen bezeichnen. Ich fühle mich schnell innerlich verletzt, nehme mir alles zu Herzen und kann Menschen quasi lesen wie ein Buch. Ich nehme kleinste Signale einer Person war und weiss oft genau was jemand denkt, der mir gerade gegenübersteht. Ebenso erkenne ich sofort was Menschen voneinander denken, die sich gerade unterhalten etc. Ich glaube es gibt nicht allzu viele Menschen die diese Sensibilität besitzen und fühle mich dadurch manchmal als würde ich in meiner eigenen Welt leben. Also so im Inneren. Naja und jetzt zum eigentlichen Punkt. Ich fühle mich irgendwie immer zu Menschen hingezogen (Beziehungs und verliebtseinstechnisch) die eine harte Schale und gleichzeitig eine gewisse Verletzlichkeit ausstrahlen. Von Menschen die so wirken, als hätten sie nicht alles im Leben geschenkt bekommen, jedoch trotzdem robust rüberkommen & dieses sensible in sich haben wenn man genauer "hinschaut". Ich frage immer oft nach dem "warum" wenn ich ein Muster in meinen Verhaltensweisen erkenne. Meine Theorie ist, dass ich mich von diesen Menschen angezogen fühle weil ich dieses harte,robuste selbst nach außen hin verkörper und selbst in meinem Leben (Kindheit) viele schlimme Dinge erfahren habe. So dass ich mich irgendwo mit Menschen verbunden fühle die ähnliches durchgemacht haben könnten und gleichzeitig so wirken als wäre da eine Schulter zum Anlehnen. Naja und das verletzliche, sensible halt weil ich das selbst in mir trage.. 

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2. Juni um 11:06

also nach meiner Erfahrung sind Menschen, die sich schnell etwas zu Herzen nehmen und schnell verletzt sind, üblicher Weise so gar nicht die, die verstehen, wie andere "ticken".
Üblicher Weise verletzt sie nämlich etwas, was von mir in keinster Weise, überhaupt nicht, kein bißchen "böse" gemeint war.

Andere Theorien:
* Du suchst die Gesellschaft von Menschen, die von sich aus eher etwas Distanz wahren
* Du suchst Menschen, die Du von den "schlimmen Dingen", die sie erlebt haben, "heilen" kannst - weil das bei anderen nun einmal einfacher erscheint, als bei einem selbst (auch wenn es nur bei einem selbst möglich wäre)

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2. Juni um 23:35
In Antwort auf avarrassterne3

also nach meiner Erfahrung sind Menschen, die sich schnell etwas zu Herzen nehmen und schnell verletzt sind, üblicher Weise so gar nicht die, die verstehen, wie andere "ticken".
Üblicher Weise verletzt sie nämlich etwas, was von mir in keinster Weise, überhaupt nicht, kein bißchen "böse" gemeint war.

Andere Theorien:
* Du suchst die Gesellschaft von Menschen, die von sich aus eher etwas Distanz wahren
* Du suchst Menschen, die Du von den "schlimmen Dingen", die sie erlebt haben, "heilen" kannst - weil das bei anderen nun einmal einfacher erscheint, als bei einem selbst (auch wenn es nur bei einem selbst möglich wäre)

Ich nehme auch schnell Dinge persönlich, die eigentlich gar nicht böse gemeint sind. Oder persönlich gemeint sind. Ich sehe das immer nach einer solchen Situation. Aber in solchen Momenten funktioniert das leider ganz von selbst.

Das mit den Leuten von schlimmen Dingen heilen, habe ich sogar auch manchmal im Gefühl. Aber woran liegt das?

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3. Juni um 7:46
In Antwort auf lanalan

Ich nehme auch schnell Dinge persönlich, die eigentlich gar nicht böse gemeint sind. Oder persönlich gemeint sind. Ich sehe das immer nach einer solchen Situation. Aber in solchen Momenten funktioniert das leider ganz von selbst.

Das mit den Leuten von schlimmen Dingen heilen, habe ich sogar auch manchmal im Gefühl. Aber woran liegt das?

ja, deswegen hing mir, vor allem nach meinen persönlichen Erfahrungen, Deine Beschreibung ehrlich gesagt etwas quer im Hals

Woran das liegt - kann ich auch nur raten. Ich ticke völlig anders (wahrscheinlich bin ich in Deinem "Beuteschema" ) und um Menschen, die sich so beschreiben würden wie Du mache ich offline einen möglichst großen Bogen, um ehrlich zu sein.
Nach dem, was ich so beobachtet habe (ich bin kein Psychologe, ich bin Laie) gehe ich bei Menschen, die anderen "helfen" wollen, gerade in dieser Hinsicht von 2 grundsätzlichen Hintergründen aus.
Achtung, das ist jetzt bewußt überzogen formuliert, um das klarer herauszustellen, nicht persönlich nehmen

Der erste ist diese "Sucht", etwas GANZ, GANZ, GANZ Besonderes zu sein. Dieser EINE Mensch, mit dem alles anders ist. Die EINE und EINZIG WAHRE Liebe / Freundschaft, der strahlende HELD, der den dunklen Drachen besiegte und deswegen immerwährende Dankbarkeit erntet.
Am Beispiel Beziehungen: man ist der-/diejenige, in den/die sich jemand, der sonst immer nur lockere "Beziehungskisten" hat, so richtig unsterblich verliebt und wo plötzlich alles ganz anders ist, so wie es "sein sollte" - damit auch der / die, welche/r niemals verlassen werden kann, denn das ist ja wirklich EINZIGARTIG, was da passiert ist, es ist quasi alles in Glorie und Heiligenschein gebadet.
Ich (!) denke (!) das hat einiges mit Selbstbewußtsein / Selbstwertgefühl zu tun. Wir Menschen sind zwar jede/r einzigartig und besonders, gleichzeitig aber eben auch immer austauschbar. Es braucht ein gutes Selbstbewußtsein, um diese Austauschbarkeit anerkennen zu können. Man kann auch glücklich sein und andere glücklich machen, ohne dass alles in Glanz und Glorie ersaufen muss. Freundschaften, auch tiefe und lange funktionieren. Liebe, auch tiefe und lange funktioniert. Aber dass man DER / DIE EINE und EINZIGE ist - funktioniert nicht. Schon gar nicht, indem man einen Distanzmenschen in Liebe und Fürsorge ersäuft. (immernoch: überzogen formuliert, nicht persönlich nehmen! )

Das andere... wie erkläre ich es am besten... oft sind es eigentlich Menschen, die eigentlich in solcher Hinsicht ihren eigenen Esel zu kämmen hätten. Nur sind diese Esel eben böse und störrische Viecher. Die keilen aus, beißen und kooperieren so gar nicht. Und sehen nach dem Kämmen zudem irgendwie genauso struppig aus wie vorher. Hmpf.
Aaaaaaaaaaaber... da ist ja noch der Nachbar. Der hat auch 'nen Esel. Und das Viech sieht gar nicht so zickig aus, wie der eigene. Ok, bißchen schon, gibt halt nichts umsonst. Wenn man jetzt den Esel vom Nachbarn kämmen würde...
=> leichterer Gegner
=> man tut etwas gutes und richtiges
=> gibt gleich noch die Dankbarkeit vom Nachbarn und den Heldenbonus dazu
.... klingt doch suuuuuuuuuuuuuuuuuper.
Ok, funktioniert nur wenn man im Bild vom Esel bleibt, bei echten Problemen anderer Menschen nicht - die kann man immer nur selbst lösen - aber wer stört sich schon an solch nebensächlichen Details, wenn man das Bild mit gekämmtem Esel samt glänzendem Fell und grinsendem Nachbarn schon vor Augen hat und dabei den eigenen Esel, diese zickige kleine B*tch, so schön vergessen kann?
 

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3. Juni um 9:00
In Antwort auf lanalan

Ich würde mich als sehr feinfühligen und sensiblen Menschen bezeichnen. Ich fühle mich schnell innerlich verletzt, nehme mir alles zu Herzen und kann Menschen quasi lesen wie ein Buch. Ich nehme kleinste Signale einer Person war und weiss oft genau was jemand denkt, der mir gerade gegenübersteht. Ebenso erkenne ich sofort was Menschen voneinander denken, die sich gerade unterhalten etc. Ich glaube es gibt nicht allzu viele Menschen die diese Sensibilität besitzen und fühle mich dadurch manchmal als würde ich in meiner eigenen Welt leben. Also so im Inneren. Naja und jetzt zum eigentlichen Punkt. Ich fühle mich irgendwie immer zu Menschen hingezogen (Beziehungs und verliebtseinstechnisch) die eine harte Schale und gleichzeitig eine gewisse Verletzlichkeit ausstrahlen. Von Menschen die so wirken, als hätten sie nicht alles im Leben geschenkt bekommen, jedoch trotzdem robust rüberkommen & dieses sensible in sich haben wenn man genauer "hinschaut". Ich frage immer oft nach dem "warum" wenn ich ein Muster in meinen Verhaltensweisen erkenne. Meine Theorie ist, dass ich mich von diesen Menschen angezogen fühle weil ich dieses harte,robuste selbst nach außen hin verkörper und selbst in meinem Leben (Kindheit) viele schlimme Dinge erfahren habe. So dass ich mich irgendwo mit Menschen verbunden fühle die ähnliches durchgemacht haben könnten und gleichzeitig so wirken als wäre da eine Schulter zum Anlehnen. Naja und das verletzliche, sensible halt weil ich das selbst in mir trage.. 

Eine harte Schale ist eine harte Schale. Klopfen und hämmern zerbricht sie nicht. Eine andere harte Schale hat die perfekte Lösung parat, einen Presslufthammer. 

Ich vermute, dass du unbewusst versuchst deine eigenen "verletzten" Gefühle zu heilen. Andere Menschen heilen ist ungefährlicher und weniger schmerzhaft, da deine eigene Schale funktionsfähig bleibt. 

Konntest du die schlimmen Dinge deiner Kindheit bearbeiten und verarbeiten? 

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3. Juni um 9:19
In Antwort auf avarrassterne3

ja, deswegen hing mir, vor allem nach meinen persönlichen Erfahrungen, Deine Beschreibung ehrlich gesagt etwas quer im Hals

Woran das liegt - kann ich auch nur raten. Ich ticke völlig anders (wahrscheinlich bin ich in Deinem "Beuteschema" ) und um Menschen, die sich so beschreiben würden wie Du mache ich offline einen möglichst großen Bogen, um ehrlich zu sein.
Nach dem, was ich so beobachtet habe (ich bin kein Psychologe, ich bin Laie) gehe ich bei Menschen, die anderen "helfen" wollen, gerade in dieser Hinsicht von 2 grundsätzlichen Hintergründen aus.
Achtung, das ist jetzt bewußt überzogen formuliert, um das klarer herauszustellen, nicht persönlich nehmen

Der erste ist diese "Sucht", etwas GANZ, GANZ, GANZ Besonderes zu sein. Dieser EINE Mensch, mit dem alles anders ist. Die EINE und EINZIG WAHRE Liebe / Freundschaft, der strahlende HELD, der den dunklen Drachen besiegte und deswegen immerwährende Dankbarkeit erntet.
Am Beispiel Beziehungen: man ist der-/diejenige, in den/die sich jemand, der sonst immer nur lockere "Beziehungskisten" hat, so richtig unsterblich verliebt und wo plötzlich alles ganz anders ist, so wie es "sein sollte" - damit auch der / die, welche/r niemals verlassen werden kann, denn das ist ja wirklich EINZIGARTIG, was da passiert ist, es ist quasi alles in Glorie und Heiligenschein gebadet.
Ich (!) denke (!) das hat einiges mit Selbstbewußtsein / Selbstwertgefühl zu tun. Wir Menschen sind zwar jede/r einzigartig und besonders, gleichzeitig aber eben auch immer austauschbar. Es braucht ein gutes Selbstbewußtsein, um diese Austauschbarkeit anerkennen zu können. Man kann auch glücklich sein und andere glücklich machen, ohne dass alles in Glanz und Glorie ersaufen muss. Freundschaften, auch tiefe und lange funktionieren. Liebe, auch tiefe und lange funktioniert. Aber dass man DER / DIE EINE und EINZIGE ist - funktioniert nicht. Schon gar nicht, indem man einen Distanzmenschen in Liebe und Fürsorge ersäuft. (immernoch: überzogen formuliert, nicht persönlich nehmen! )

Das andere... wie erkläre ich es am besten... oft sind es eigentlich Menschen, die eigentlich in solcher Hinsicht ihren eigenen Esel zu kämmen hätten. Nur sind diese Esel eben böse und störrische Viecher. Die keilen aus, beißen und kooperieren so gar nicht. Und sehen nach dem Kämmen zudem irgendwie genauso struppig aus wie vorher. Hmpf.
Aaaaaaaaaaaber... da ist ja noch der Nachbar. Der hat auch 'nen Esel. Und das Viech sieht gar nicht so zickig aus, wie der eigene. Ok, bißchen schon, gibt halt nichts umsonst. Wenn man jetzt den Esel vom Nachbarn kämmen würde...
=> leichterer Gegner
=> man tut etwas gutes und richtiges
=> gibt gleich noch die Dankbarkeit vom Nachbarn und den Heldenbonus dazu
.... klingt doch suuuuuuuuuuuuuuuuuper.
Ok, funktioniert nur wenn man im Bild vom Esel bleibt, bei echten Problemen anderer Menschen nicht - die kann man immer nur selbst lösen - aber wer stört sich schon an solch nebensächlichen Details, wenn man das Bild mit gekämmtem Esel samt glänzendem Fell und grinsendem Nachbarn schon vor Augen hat und dabei den eigenen Esel, diese zickige kleine B*tch, so schön vergessen kann?
 

Eine super farbige Metapher, die Eselgeschichte. 
Eins a Verschiebung, ein Konflikt wird am Ersatzobjekt ausagiert (sprich Esel) dieser ist im Vergleich zum ursprünglichen Objekt weniger gefährlich oder aversiv (beißt nicht, keilt nicht aus) viel leichter erreichbar (steht direkt beim Nachbarn im Vorgarten) und akzeptiert (sieht gekämmt astrein aus)

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