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Selbstmord!Egoismus??

9. Februar 2007 um 2:33 Letzte Antwort: 5. November 2008 um 18:39

Ist Selbstmord egoistisch??Ich hab schon so oft darüber nachgedacht und habe doch keine Antwort!!Was wenn man man einfach nicht mehr kann??Soll man denn nicht auch mal an sich denken??Ich weiß einfach net weiter!!Vera

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9. Februar 2007 um 3:19

Mmmh
schwer zu sagen, das kann man so und so sehen.
so kann es dir zum beispiel doch ganz krass gesagt egal sein, wie sich deine mitmenschen danach fühlen, denn du bist ja nicht mehr da.

aber mal anders gesehen ist es schon egoistisch, denn es gibt doch sicherlich menschen die dich lieb haben und dich schrecklich vermissen werden, und die garrantiert lieber versucht hätten deine probleme zu lösen, anstatt dich missen zu müssen, weil du nicht mehr weiter wussetst. stell dir vor ein geliebter mensch von dir entschließt sich dazu, dann würdest du doch auch wollen das er zu dir kommt und sich mitteilt oder nicht?
ich weiss nicht...
ich finde es gibt immer eine lösung, egal was das problem ist! man sollte seinem leben nicht eigenhändig ein ende bereiten, egal wie sehr man am ende ist, was ist wenn sich alles morgen zum guten wenden würde?!! wenn man sich dazu entschließt, gibt es kein zurück mehr!

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9. Februar 2007 um 15:37
In Antwort auf dagmar_12312141

Mmmh
schwer zu sagen, das kann man so und so sehen.
so kann es dir zum beispiel doch ganz krass gesagt egal sein, wie sich deine mitmenschen danach fühlen, denn du bist ja nicht mehr da.

aber mal anders gesehen ist es schon egoistisch, denn es gibt doch sicherlich menschen die dich lieb haben und dich schrecklich vermissen werden, und die garrantiert lieber versucht hätten deine probleme zu lösen, anstatt dich missen zu müssen, weil du nicht mehr weiter wussetst. stell dir vor ein geliebter mensch von dir entschließt sich dazu, dann würdest du doch auch wollen das er zu dir kommt und sich mitteilt oder nicht?
ich weiss nicht...
ich finde es gibt immer eine lösung, egal was das problem ist! man sollte seinem leben nicht eigenhändig ein ende bereiten, egal wie sehr man am ende ist, was ist wenn sich alles morgen zum guten wenden würde?!! wenn man sich dazu entschließt, gibt es kein zurück mehr!

Andererseits
koennte man auch den leuten, die darunter leiden, dass ein ihnen nahestehender mensch sich das leben nimmt, ebenfalls den vorwurf des egoismus machen, denn mit welchem recht koennen andere von mir erwarten, dass ich allein ihnen zu liebe ein leben weiter fuehre, das ich als hoechst unertraeglich empfinde?

unter bestimmten bedingungen nur ist selbstmord in europaeischen kulturen, bei anderen weiss ich es nicht genau, schon legitim, naemlich dann, wenn es darum geht, eine ehrverletzende situation wieder ins reine zu bringen.

im uebrigen glaube ich, dass das selbstmordverbot im grunde darauf beruht, dass es als verbrechen an der gruppe, der gesellschaft etc., verstanden wird, wenn man sich ihrer verfuegungsgewalt quasi durch selbsttoetung entzieht. das klingt fuer heutige anonymisierte gesellschaften ein bischen konstruiert, aber solche vorstellungen wurden ja doch zu zeiten gepraegt, als man noch in relativ kleinen und ueberschaubaren gruppen lebte, in denen tatsaechlich jede verfuegbare arbeits- u. kampfkraft dringend gebraucht wurde.

im grunde weist die begruendung von immanuel kant in dieselbe richtung: es verstoesst gegen das universale gesetz, einen menschen zu toeten, also darf ich auch mich selbst nicht toeten. was kant da macht, ist letztlich, dem subjekt die entscheidungshoheit ueber seinen eigenen koerper zu entziehen und diesen in gesellschaftliches eigentum zu ueberfuehren.

da neig ich persoenlich dann doch eher dazu, mir selbst dioe entscheidung vorzubehalten, was ich mit mir so mach.

aber so schlimm wars bislang eigentlich noch nie, dass ich die lichter haette ausmachen muessen.

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9. Februar 2007 um 19:55
In Antwort auf sudhir_12904184

Andererseits
koennte man auch den leuten, die darunter leiden, dass ein ihnen nahestehender mensch sich das leben nimmt, ebenfalls den vorwurf des egoismus machen, denn mit welchem recht koennen andere von mir erwarten, dass ich allein ihnen zu liebe ein leben weiter fuehre, das ich als hoechst unertraeglich empfinde?

unter bestimmten bedingungen nur ist selbstmord in europaeischen kulturen, bei anderen weiss ich es nicht genau, schon legitim, naemlich dann, wenn es darum geht, eine ehrverletzende situation wieder ins reine zu bringen.

im uebrigen glaube ich, dass das selbstmordverbot im grunde darauf beruht, dass es als verbrechen an der gruppe, der gesellschaft etc., verstanden wird, wenn man sich ihrer verfuegungsgewalt quasi durch selbsttoetung entzieht. das klingt fuer heutige anonymisierte gesellschaften ein bischen konstruiert, aber solche vorstellungen wurden ja doch zu zeiten gepraegt, als man noch in relativ kleinen und ueberschaubaren gruppen lebte, in denen tatsaechlich jede verfuegbare arbeits- u. kampfkraft dringend gebraucht wurde.

im grunde weist die begruendung von immanuel kant in dieselbe richtung: es verstoesst gegen das universale gesetz, einen menschen zu toeten, also darf ich auch mich selbst nicht toeten. was kant da macht, ist letztlich, dem subjekt die entscheidungshoheit ueber seinen eigenen koerper zu entziehen und diesen in gesellschaftliches eigentum zu ueberfuehren.

da neig ich persoenlich dann doch eher dazu, mir selbst dioe entscheidung vorzubehalten, was ich mit mir so mach.

aber so schlimm wars bislang eigentlich noch nie, dass ich die lichter haette ausmachen muessen.

Die Leute die
dich lieben werden sich immer fragen, ob sie mit Schuld an deinem Tod tragen. Ich spreche da aus Erfahrung. Je näher dir der Mensch steht um so unerträglicher wird ihm die Schuldfrage sein. Es ist also meiner Meinung nach sehr egoistisch Selbstmord zu begehen. Auf der anderen Seite kann der Gedanke sich umzubringen hilfreich sein, da er für viele die Möglichkeit eines Auswegs ist, den man ganz allein für sich sieht und bevor man es tut löst sich das Problem (weshalb man sich umbringen will)von allein.

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14. Februar 2007 um 13:09

Natürlich
ist Selbstmord egoistisch, wenn Du es allein aus eigenem Antrieb tust.
Ich habe aber den Verdacht, dass es Dir nicht um die Einordnung "egoistisch oder nicht" geht, sondern dass Du nach einer Bewertung suchst. Vielleicht meinst Du in dem Sinne mit "egoistisch sein" eher "rücksichtslos sein" ?

Ein Selbstmord wird Menschen im Umfeld der Person, die Selbstmord begeht, sicher oft sehr treffen und mehr oder weniger lange in ihrer Lebensqualität stark einschränken. Andererseits ist die Lebensqualität desjenigen der Selbstmord begeht sicher in dem Moment ebensfalls extrem eingeschränkt und er versucht, mit dem Selbstmord aus der Situation zu fliehen. Es ist also eine Abwägung zwischen leidvollen Situationen.

Ich finde es vor allem traurig, wenn jemand seine Lebenszeit nicht bis zum Ende nutzt und würde daher Menschen in meinem Umfeld viel Unterstützung zukommen lassen, damit sie einen anderen Weg finden.
Wenn sich ein Weg finden läßt, halte ich es für so viel besser, als Selbstmord für alle Beteiligten, dass man dafür schon so einige Anstrengungen unternehmen sollte.

jaja

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19. Februar 2007 um 23:50

Lass es
liebe vera,

mir ist auch so viel schlimmes im leben wiederfahren.
was mich aufrechterhällt ist die tatsache das es immer weiter geht.
an dich denke ist abwarten, nicht aufgeben!!!
es kann schon morgen eine situation geben in der du dich freust am leben zu sein.
jeder tag ist eine chance.
klingt abgedroschen, aber ist allzu wahr.

daher sollte nichts im leben dich dazu bringen können, deinem leben ein ende zu machen.
es liegt so viel schönes vor dir das du noch erleben kannst. selbst bei krankheit, schlimmen erlebnissen und mutlosigkeit. rate ich dir abzuwarten.
mein leitstpruch ist.
das leben ist so wundersam!

und glaube mir, selbstmord ist keine chance.

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22. Februar 2007 um 1:25

Ich seh es eher als Flucht
egoistisch, nee.. wenn du tot bist, haste ja nix mehr vom Leben. Hast du niemanden zum reden oder jemand der dir hilft? Das wäre echt schade.

Mein erster Mann hat sich 1990 (wegen Drogensucht) umgebracht, der Vater meiner Tochter. Sie war damals 18 Monate alt, ich dachte es geht nicht weiter, aber es ging weiter, sogar ziemlich schnell... Sie ist heute 18 Jahre und ohne Vater aufgewachsen. Hat ihr nicht geschadet. Ich konnte ihn nicht verstehen, da ich nie Drogen genommen habe, aber ich war immer für ihn da. Wir kamen aber auf keinen Nenner mehr. Er hatte schon Therapieplatz im Juni fest gehabt, im April hat er sich umgebracht, trotz professioneller Hilfe...

Ich kann dir nur sagen, dir selber das Leben zu nehmen ist nicht der richtige Weg. Wie meine Vorrednerin schon schrieb, es geht immer weiter und es kommen im Leben Momente, wo du denkst, HEE schön zu leben... und schön, dass ich durchgehalten habe.

Ich wünsch dir von Herzen alles Gute und Kraft. Liebe Grüße Pepa




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5. November 2008 um 18:39
In Antwort auf an0N_1204196799z

Die Leute die
dich lieben werden sich immer fragen, ob sie mit Schuld an deinem Tod tragen. Ich spreche da aus Erfahrung. Je näher dir der Mensch steht um so unerträglicher wird ihm die Schuldfrage sein. Es ist also meiner Meinung nach sehr egoistisch Selbstmord zu begehen. Auf der anderen Seite kann der Gedanke sich umzubringen hilfreich sein, da er für viele die Möglichkeit eines Auswegs ist, den man ganz allein für sich sieht und bevor man es tut löst sich das Problem (weshalb man sich umbringen will)von allein.

Warum auch nicht?
Menschen haben das Bedürfnis andere für ihr Vergehen fertig zu machen. Das tun die Überlebenden. Sie versuchen den Toten zum Täter zu manövrieren um damit Frust abzulassen. Das ist aber meistens die Falsche Strategie und trägt sicherlich auch zum Tod des Selbstmörders zu, da sie diese schon zu Lebzeiten angewendet haben.
Natürlich ist Selbstmord furchtbar egoistisch. ABER man selbst ist der wichtigste Mensch in seinem Leben, man selber hat es in der Hand und nur man selbst kann entscheiden. Der Egoismus ist also berechtigt.
Weniger jedoch der, der Überlebenden. Mag sein, dass ihnen der Mensch wichtig war, aber nicht so wichtig anscheinend, dass sie die Wut und das Lästern, nach seinem Tod, über ihn einstellen. Das zeugt von Unverstädnis und da braucht man sich auch nicht in irgendwelche Ausflüchte zu begeben, derjenige war zu schwer. Solche Aussagen zeugen sowieso von eben vorgeworfener Unverständnis.
Und schließendlich will man nur das sie leben, weil man sie am Ende braucht. Nicht um seinetwillen, wie man dann ausweicht, sondern um- und das weiß man auch, wenn man ganz ehrlich ist- einem selbst. Ist das nicht auch irgendwo egoistisch? Ja, ist es.

Leute, die sich umbringen wollen, tun das nicht, weil es ihnen Spaß macht. Doch irgendwann ist die Seele so vor Schmerz betäubt, dass der körperliche Schaden im Geiste irrelevant wird. Der Verstand schaltet sich wie beim Verlieben aus- und ja, man kann es vergleichen.

Solche Menschen haben selten nur eine Krise hinter sich. Die meisten Suizidgefährdeten erleiden eine Krise nach der anderen und haben umso tiefer sie fallen, weniger Chancen sich zu befreien. Angebliche "Professionelle" Ärzte haben dann nicht das geschickte Feingefühl oder können nur noch wenig tun.
Es ist nicht zu vergleichen mit einer gesunden Lebenssituation, in der man mal die ein oder andere Krise erlebt. Also: Jemand ist gestorben und/oder man hat den Job verloren.
Bei den meisten Menschen bleiben nur die Oberflächlichkeiten hängen, ohne die Begebenheiten zu kennen oder gar zu verstehen.
Meistens steckt viel mehr dahinter, was aber viele nicht sehen (wollen?)

Das Problem ist auch bei Gefährdeten, dass viele zu erst damit drohen und ihnen Angehörige nicht mehr glauben. Und dann ist leider die Bahn frei. Schon allein die Motivation durch den nicht zu vermeidenden Spruch "Du tust es ja doch nicht" lässt denjenigen dazu verleiten.
Irgendwann ist es dann so schlimm, dass ein Abschiedsbrief für nicht mehr nötig gehalten wird. Bei Leuten, die nicht wirklich sterben wollen, findet sich immer so etwas. Aber Leute die sterben wollen, ziehen es einfach gnadenlos durch.

Hier gibt ein Mensch sein Leben auf. Das teuerste und wertvollste was er hat. Besonders bei Leuten, die es doch nicht schaffen reflektiert sich eine unerwiderte Liebe. Sie schätzen das Leben, aber dies gibt ihnen nichts zurück.
Psychische Probleme werden nicht ernst genommen. Das ist immer wieder meine Erfahrung. Sie werden zwar nicht sofort lächelnd beiseite gelegt, aber immer mehr langsam in den Gesprächen. Patienten werden oft am Schluss nicht mehr für voll genommen. Zumindest bei Leuten, denen es wirklich schlecht geht.
Es gibt viele Menschen die in einer freiwilligen Psychatrie hocken und denen nicht viel fehlt. Und das sag ich nicht, nur weil ich es glaube.

Wenn Menschen nach ihrem Tod belächelt werden, dann kann ich nur eins sagen: Ihr Selbstmord hat bestätigung gefunden. Denn genau deswegen ist er gegangen. Weil er diese Dinge des niederen Menschenseins oft nicht mehr ertragen konnte. Dessen Tod ist für ihn damit irgendwie berechtigt.

Selbstmord braucht Mut, ist aber sicherlich nicht Beneidenswert.
Viele denken, dass sie sich selbst damit ihren Tod ausgesucht haben, dennoch waren es die Quäler oder die Probleme, die ihn aussuchten.
Leider und doch Gott sei Dank ist für viele noch die schwere Tür des Todes zu schwer zum Aufstoßen, um über ihre Schwelle zu treten.

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