Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Selbstfindung & Depressionen

Letzte Nachricht: 1. Juni um 13:02
24.05.21 um 19:43

Hallo zusammen...
Ich bin Kevin, 23, und komme aus der Nähe von Stuttgart.
Nun zu meinem Thema..
Ich habe bereits als Kind beide Elternteile verloren, habe dann in einem Kinderheim und später in 2 Pflegefamilien gelebt, wovon eine mich leider extrem negativ geprägt hat. Alles hier zu erzählen würde wahrscheinlich zu lange dauern, aber damit ihr so ungefähr eine Idee habt, hier die Kurzfassung. 
Nunja, mittlerweile bin ich 23, bin mit Anfang 20 aus einer Jugendhilfeeinrichtung ausgezogen und wohne seit 3 Jahren in meiner eigenen Wohnung . 
Meine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker habe ich 2017 abgeschlossen, jedoch wurde ich letztes Jahr im April gekündigt, da mir der ganze Arbeitsalltag zu viel wurde. Daraufhin wurde mir eine schwere Depression diagnostiziert und ich war von Dezember 20 bis März 21 in einer psychiatrischen Tagesklinik zur Behandlung. Seitdem beschäftige ich mich extrem viel mit mir selbst, und dachte, ich teile einfach mal meine Erfahrungen, vieleicht finden sich ja Leute, denen es ähnlich geht oder die irgendwelche Tipps haben. 
Ich bin extrem introvertiert, sprich ich verhalte mich immer stark zurückgezogen unter Menschen, kenne ich jemanden jedoch etwas länger, bin ich sehr aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit. 
Ich habe das Gefühl, einfach anders als alle Menschen um mich rum zu denken, wenn ich unter Menschen bin, fühlt es sich immer befremdlich an. Gleichzeitig beschäftige ich in meiner Freizeit fast ausschließlich mit mir und wie ich meinen Alltag Meistern kann. Auf Frauen wirke ich so gut wie nie anziehend, und allgemein habe ich große Probleme soziale Kontakte zu knüpfen, vorallem mit Menschen die frei von solchen Problemen sind. Auch wenn ich schon oft ans aufgeben gedacht habe, weiß ich, dass ich die Willenskraft habe, mich neu zu erfinden, nur weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Geht es jemandem ähnlich? 
 

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29.05.21 um 22:51

Ich kann mich ehrlich gesagt in deinem Text sehr gut wieder finden. Vor allem dieses sich anders fphlen und anders denken, dieses Bemühen, den Tag irgendwie unbeschadet zu überstehen.
Gegen soziale Ängst gibt es leider kein Wundermittel. Was mir geholfen hat, waren tatsächlich mehrere Klinikaufenthalte, vielleicht wäre so ein volstationärer Aufenthalt ja für dich etwas besser als eine Tagesklinik?
Ich fand es sehr hilfreich in einer größeren Gemeinsschaft zu leben und Konflikte "üben" zu können, aber auch das Gefühl zu lernen, dass man wirklich nicht alleine ist mit seinen Problemen.
Und sprich mit deinen Freunden, wie es in dir aussieht. Dass du dich fühlst, wie ein Sonderling usw., alleine die Ehrlichkeit kann dir schon einige Last nehmen.
Ja, soziale Kontakte knüpfen kann schwierig sein. Aber man muss ja auch nicht gleich die ganz großen Sprünge machen.

Ich habe zB nach und nach Leute kennengelernt, als ich mich damals für Pokemon GO angemeldet habe. Da hat man sich hin und wieder mal zwanglos für einen gemeinsamen Raid getroffen, man hat hin und wieder geoplaudert und sich verstanden, aber ohne diesen Zwang da eine Freundschaft draus aufbauen zu müssen.

Keine Ahnung, ob dir das was hilft, ich wollte dir im Grunde nur sagen, dass du nicht alleine bist mit deinen Problemen

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30.05.21 um 21:49

Es tut mir leid zu lesen, wie jung du schon solche Verluste meistern musstest. Es ist bewundernswert, wie du nach Lösungen für dich suchst. Das erfordert viel Kraft und Stärke. Wahrscheinlich bist du dir dessen nicht bewusst. Bist du im Moment auch in einer Therapie. Ich denke, dass du dich selbst finden musst und vielleicht auch lernen musst dich selbst zu lieben, denn das scheint bestimmt schwer gewesen zu sein. Treibst du Sport? Vielleicht könntest du durch den Sport Kontakt zu anderen aufbauen. Es gibt einige Möglichkeiten, falls du nicht sportlich bist, vielleicht Tischtennis oder ähnliches. Ein Haustier könnte dir auch helfen. Mit einem Hund zum Beispiel musst du jeden Tag raus und triffst auf viele andere  Menschen mit Hunden, da kommt man schnell ins Gespräch. Mit der Zeit lernt man die Menschen besser kennen. Manchmal gibt es Gruppen, die sich treffen, die ähnliches erlebt haben. Du könntest auch eine Anzeige aufgeben, nach dem Motto Freunde gesucht. Auch wenn dein Start ins Leben von Schmerz gekennzeichnet ist, so haben es doch wir selbst in der Hand dem Leben wieder Vertrauen zu schenken, und uns zu öffnen. 

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01.06.21 um 13:02

Hallo,

ich finde es erstaunlich, wie gut du dein schweres Schicksal angehst. Du wuppst eine eigene Wohnung und hast deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. 

Als Kind wurdest du wahrscheinlich nicht gestärkt und konntest dich als Individuum gar nicht entwickeln. Ein Kind braucht für die Selbstwerdung den richtigen Rahmen. Dieser war für dich nicht gegeben. Du wirst das schaffen! Vielleicht beginnst du damit, dich der Frage zu widmen, welches deine Bedürfnisse sind. Welche Vorstellungen du vom Leben hast und wie du diese Vorstellungen umsetzen kannst. Nimm dazu auch gern Hilfe von Therapeuten in Anspruch. 

LG Sis

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