Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Selbstdiagnose Bulimie - selbst zu überwinden? Hilfe holen?

Selbstdiagnose Bulimie - selbst zu überwinden? Hilfe holen?

2. April 2017 um 9:20 Letzte Antwort: 4. April 2017 um 16:19

Hallo ihr Lieben,

von ca. Oktober 2013- März 2014 war ich magersüchtig/bulimisch (hatte gelegentliche FAs, die ich mit Hungern und Sport kompensierte). Hungerte mich etwas über 10 kg runter, bis ins Untergewicht (BMI 17,3). Dann folgten FAs, die ich zu Anfang noch versuchte zu kompensieren, aber irgendwann Überhand nahmen. Mich richtig übergeben habe ich mich nicht, wenn dann war es der Versuch mit Sport und hungern. Dann ging es mir irgendwann besser, ich hatte einen Freund, viele Freunde und war größtenteils glücklich, mein Körpergewicht pendelte sich auf das Gewicht ein, das ich vor der ES hatte und ich hatte keine Angst mehr irgendwas Bestimmtes zu essen. Ich hatte zwischendrin aber immer mal wieder  kleinere FAs, mit denen ich aber irgendwann umgehen konnte und sie hingenommen habe, da mein Körpergewicht sich nicht nennenswert veränderte- es gab immer Schwankungen. Nun ist es jedoch wieder schlimmer geworden. Ich habe viel Stress bekommen und es ist viel Schlimmes passiert- ich habe wieder oft schlechte Gedanken, viele FA's, vergebliche Versuche zu hungern, Gewicht steigt, und zu allem Überfluss habe ich angefangen, mein Essen auch durch Kotzen wieder loszuwerden, was (zum Glück) nicht richtig funktioniert. Damals tat ich das auch gelegentlich, wenn es viel zu viel war, aber alles loswerden habe ich nie gekonnt, immer nur einen Bruchteil- nach wie vor. Dennoch weiß ich, welche Auswirkungen zu viel Magensäure in falschen Gegenden haben kann und da es jetzt tagelang hintereinander so kommt, mache ich mir viele Gedanken. Ich werde seit Jahren diese dämlichen FAs einfach nicht komplett los- klar, sie sind nicht mehr ganz so schlimm wie unmittelbar nach meiner Magersucht-phase, aber trotzdem ist es viel zu viel (ca 4000 kcal würde ich schätzen, pro FA). Und meist habe ich am Tag vorher schon etwas (normal) gegessen. Ich habe Angst, dass ich jetzt unaufhaltsam zunehme. Im Moment liegt mein BMI bei 22. Ich habe aber auch Angst, zurückzufallen oder es alleine nicht zu schaffen, komplett herauszukommen aus dieser ES.
Sollte ich mir Hilfe suchen? Wenn ja, wo? Ich mag eigentlich mit niemandem darüber reden.
Man sieht es mir ja auch nicht an. Jeder denkt, dass ich gerne esse und trotzdem ein schönes Gewicht habe. Ich möchte mich nicht "outen" in der Richtung, dass ich mit einer ES kämpfe. Deshalb wäre mir der Weg, es alleine zu schaffen, lieber- aber mittlerweile fast 4 Jahre sind schon eine lange Zeit und bislang habe ich es nie ganz geschafft.

Gibt es hier jemanden, dem es ähnlich geht?
Jemand, der einen guten Ratschlag hat?
Jemand, der FAs komplett losgeworden ist?

Freue mich über Antworten!
Liebe Grüße, Lile

 

Mehr lesen

3. April 2017 um 12:08
In Antwort auf mitzi_12448282

Hallo ihr Lieben,

von ca. Oktober 2013- März 2014 war ich magersüchtig/bulimisch (hatte gelegentliche FAs, die ich mit Hungern und Sport kompensierte). Hungerte mich etwas über 10 kg runter, bis ins Untergewicht (BMI 17,3). Dann folgten FAs, die ich zu Anfang noch versuchte zu kompensieren, aber irgendwann Überhand nahmen. Mich richtig übergeben habe ich mich nicht, wenn dann war es der Versuch mit Sport und hungern. Dann ging es mir irgendwann besser, ich hatte einen Freund, viele Freunde und war größtenteils glücklich, mein Körpergewicht pendelte sich auf das Gewicht ein, das ich vor der ES hatte und ich hatte keine Angst mehr irgendwas Bestimmtes zu essen. Ich hatte zwischendrin aber immer mal wieder  kleinere FAs, mit denen ich aber irgendwann umgehen konnte und sie hingenommen habe, da mein Körpergewicht sich nicht nennenswert veränderte- es gab immer Schwankungen. Nun ist es jedoch wieder schlimmer geworden. Ich habe viel Stress bekommen und es ist viel Schlimmes passiert- ich habe wieder oft schlechte Gedanken, viele FA's, vergebliche Versuche zu hungern, Gewicht steigt, und zu allem Überfluss habe ich angefangen, mein Essen auch durch Kotzen wieder loszuwerden, was (zum Glück) nicht richtig funktioniert. Damals tat ich das auch gelegentlich, wenn es viel zu viel war, aber alles loswerden habe ich nie gekonnt, immer nur einen Bruchteil- nach wie vor. Dennoch weiß ich, welche Auswirkungen zu viel Magensäure in falschen Gegenden haben kann und da es jetzt tagelang hintereinander so kommt, mache ich mir viele Gedanken. Ich werde seit Jahren diese dämlichen FAs einfach nicht komplett los- klar, sie sind nicht mehr ganz so schlimm wie unmittelbar nach meiner Magersucht-phase, aber trotzdem ist es viel zu viel (ca 4000 kcal würde ich schätzen, pro FA). Und meist habe ich am Tag vorher schon etwas (normal) gegessen. Ich habe Angst, dass ich jetzt unaufhaltsam zunehme. Im Moment liegt mein BMI bei 22. Ich habe aber auch Angst, zurückzufallen oder es alleine nicht zu schaffen, komplett herauszukommen aus dieser ES.
Sollte ich mir Hilfe suchen? Wenn ja, wo? Ich mag eigentlich mit niemandem darüber reden.
Man sieht es mir ja auch nicht an. Jeder denkt, dass ich gerne esse und trotzdem ein schönes Gewicht habe. Ich möchte mich nicht "outen" in der Richtung, dass ich mit einer ES kämpfe. Deshalb wäre mir der Weg, es alleine zu schaffen, lieber- aber mittlerweile fast 4 Jahre sind schon eine lange Zeit und bislang habe ich es nie ganz geschafft.

Gibt es hier jemanden, dem es ähnlich geht?
Jemand, der einen guten Ratschlag hat?
Jemand, der FAs komplett losgeworden ist?

Freue mich über Antworten!
Liebe Grüße, Lile

 

Was schon mal ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung ist, ist Deine Selbsteinsicht! Gratuliere hierzu!

Es alleine zu schaffen ist natürlich der Traum von jedem. Zur Unterstüzung für den Anfang kann ich Dir das Buch "Bulemiefrei - JETZT!" von Sandra Blabl empfehlen. Diese ist Hypnosetherapeutin und war auch selbst betroffen. Möglicherweise gibt Dir das schon die richtige Vorgehensweise.

Wenn Du jedoch merkst, dass Du es selbst absolut nicht unter Kontrolle bekommst, kommst Du um therapeutische Unterstützung leider nicht rum. Kümmere dich hier bitte rechtzeitig darum, Wartzeiten bei Psychotherapeuten sind leder in vielen Fällen sehr lang! Und "outen" musst Du Dich gar nicht! Therapeuten sind zum einen Profis und zum anderen der Schweigepflicht unterlegen! Wenn Du es niemanden erzählst, wird niemand erfahren, dass Du in therapeutischer Behandlung bist!

Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute auf dem Weg zum Gesund werden!

2 LikesGefällt mir
3. April 2017 um 20:21

Also ich leide jetzt mittlerweile bestimmt auch schon seit 2,5 Jahren an einer Essstörung und habe auch Magersucht schon durch, obwohl mein BMI immer noch bei 18 lag. Jedenfalls habe ich jetzt wieder ziemlich zugenommen und liege wieder im Normalgewicht. (Worauf ich wirklich nicht stolz bin, muss ich zugegeben) Also zusammengefasst: Mir ging es noch nie so schlecht wie jetzt. Erbrechen kann ich nicht wirklich, außer ich habe soviel gefressen, dass es von alleine rauskommt. Das Fasten ist also die einzige Lösung. Jedoch geht es mir körperlich und seelisch einfach nur scheiße. Ich habe keine Energie für Sport (obwohl ich es eigentlich liebe Sport zu treiben) und hänge nur zu Hause rum. Erst jetzt wird mir bewusst, wie krass das alles geworden ist. Nach der Magersucht hatte ich akzeptiert (obwohl auch nur schwer), dass ich zunehme. Aber die FA's hören nicht auf. Eine Zeit lang war alles in Ordnung, kleine FA's die ich durch Sport ausgeglichen habe.Jetzt besteht meine Woche aus mind. 2 FA's und anschließend 2 Tagen fasten. Ich denke nicht dass man das ein Leben nennen kann und will auch damit abschließen. Ich weiß nur nicht wie. Ich weiß auch nicht warum ich nicht einfach aufhören kann. Ich begreife diese Situation einfach nicht, warum ich mein Leben und Körper so zerstöre. Ich kann mich nicht ansehen. Anvertraut habe ich mich noch niemanden. Ich glaube ich steh kurz vor einem phsychischen Zusammenbruch, weil mich die ganze Sache so fertig macht und ich keinen habe mit dem ich über das ganze Reden kann. Deshalb würde es mir glaube echt helfen, mich mit jemanden über die eigenen Erfahrungen  einer ES auszutauschen, was Hinweise über das Überwinden dieser etc. angeht.

Hoffe es findet sich jemand.

LG an dich und vielleicht hast du ja Interesse.

 

Gefällt mir
4. April 2017 um 16:19

Hallo liebe lilelito,

du solltest dir unbedingt professionelle Hilfe suchen. Sprich zunächst mit deinem Hausarzt darüber. Er wird dir vermutlich zu einer psychologischen Behandlung raten.
Du hast dann die Möglichkeit, erst einmal fünf Probestunden bei einem Psychologen durchzuführen, um herauszufinden, ob ihr euch sympatisch seid und ob er dir helfen kann.
Deine Krankenkasse wird dich über die genauen Abläufe aufklären.
Ein sehr gutes Buch zum Thema Essattacken ist folgendes: Brain over Binge. Hier lernst du, wie du Essattacken verhindern kannst und wie du das Verhältnis zu dir, deinem Körper und dem Essen normalisieren kannst.

Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg!

Marlene

1 LikesGefällt mir