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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Schwester in der Psychiatrie

Letzte Nachricht: 1. Februar 2015 um 16:28
H
hennie_12642775
21.12.04 um 18:13

Hallo! es ist so schrecklich und gar nicht zu begreifen. ich kanns nicht glauben. seit sonntag ist meine schwester (27jahre alt) in einer psychiatrie. sie hatte schon seit monaten unglaublichen stress bei der arbeit (180 überstunden, altenpflegerin) und dazu kam noch die trennung von ihrer freundin (sie ist lesbisch). meine schwester hat sich monatelang von ihrer ex rumkommandieren lassen, bekam keine zärtlichkeiten mehr, war einsam und hat sich wohl keinem anvertraut. als dann die ex sogar mit nem kerl fremdgegangen ist hat meine schwester den schlussstrich gezogen.
da sie nicht mehr zu hause wohnt hatte sie meine eltern und meine schwester vor einer woche noch besucht. sie war so überglücklich dass sie jetzt "frei" ist und tun und lassen kann was sie will. sie war so gut gelaunt. seit 4 wochen ist sie auch supergut mit einer arbeitskollegin befreundet und hatte auch eine super bezugsperson. aber am sonntag vormittag... das telefon klingelte, meine mutter ging ran und sie dachte sie hört nicht richtig: meine schwester redete am telefon was vom propheten, dass die ganze menschheit drogen nimmt und dann las sie zeilen aus irgendnem buch vor. meine mutter legte auf da meine schwester auf fragen meiner mutter nicht reagierte. es klingelte noch 2 x, jedesmal wieder wirres zeug. dann rief die beste freundin meiner schwester an und bat meine mutter um rat: meine schwester erzählte wohl seit donnerstag nur wirres zeug, ihre wohnung verdreckt, sie kann seit tagen nicht mehr arbeiten, macht nur fehler, hätte ihre wohnung fast abgebrannt usw.. am nachmittag schleppte die beste freundin meine schwester zu uns nach hause, unter einem vorwand. und dann gings richtig los: wir sind nur ihre halbschwestern, unser vater sei nicht ihr leiblicher vater, sie wurde im reagenzglas gezeugt, sie war mal 1944 ne bäuerin, sie war mal auf kur für hochbegabte, kann hellsehen, ihre jetzige beste freundin(23 jahre alt) sei 35 und nervenärztin und und und.... es war schrecklich!!!! sie rauchte eine nach der anderen, schrie meine eltern an, sie war nicht die "normale, fröhliche schwester". sie war so fremd. sonntag abend zur notaufnahme ins krankenhaus und nun ist sie auf unabsehbare zeit in ner psychiatrie. wenn sie hier zu hause ne nacht verbracht hätte, hätte sie sich und uns in gefahr gebracht. meine eltern haben sie gestern besucht, nach wie vor die gleichen sätze. meine eltern sind total fertig und ich auch und das vor weihnachten. wir wollten mal wieder alle zusammen feiern. der arzt meinte, wenn jemand schon seit längerem zeitraum zu viel stress hat und dazu noch eine schwere trannung, kann es zu nem kurzschluss kommen. ES IST FÜR MICH UNVORSTELLBAR! meine schwester in ner klapse, vor einer woche noch viel geredet, zusammen gelacht und jetzt ist sie so fremd! ihr gehts zum glück gut dort, wir wollen sie auch regelmäßig besuchen, aber wenn ich mir alte fotos anschau oder so was könnt ich heulen! der text ist ziemlich lang geworden aber trotzdem danke fürs lesen und für ratschläge!!!!!!!!!!
liebe grüße

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E
eryn_12735428
21.12.04 um 18:22


och tayra, ich schick dir mal von hier ein paar ganz liebe grüße!

ich finde deine geschichte total traurig... gerade jetzt vor weihnachten...

einen richtigen ratschlag kann ich dir auhc nicht geben, außer, die kleinen positiven dinge an der jetzigen situation zu suchen.

klar ist es total schlimm, dass es deiner schwester jetzt so schlecht geht, aber du sagst selber, in der psychiatrie geht es ihr gut! da kümmert man sich um sie und ihr kommt sie besuchen bis es ihr wieder besser gehen.
den sowas geht doch vorbei, danach geht es ihr wieder gut und ihr könnt wie vorher zusammen sein...

ich wünsche dir, deinen eltern und vor allem deiner schwester selbst ganz viel kraft, die schwere zeit gut zu überstehen und ich hoffe, ihr könnt weihnachten trotzdem irgendwie genießen...

lieben gruß
sunseeker

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S
soyala_11898068
25.12.04 um 14:30

Bitte nicht die Hoffnung verlieren!
Hallo Tayra. Ich selbst arbeite in der Psychiatrie und erlebe solche Fälle tag
täglich.Nicht den Mut verlieren!Natürlich ist es für euch alle sehr schlimm , vor allem, das es auch noch kurz vor Weihnachten passiert ist.Wobei ich, als diejenige, die immer froh ist wenn dieses "Fest der Liebe" endlich vorbei ist, dazu nur sagen kann
es wäre zu jedem anderen Zeitpunkt genauso schlimm. Weisst du, unser Körper ist hochintelligent und wenn wir es nicht merken, wann es zu viel wird und uns keine Auszeit nehmen, dann zwingt uns unser Körper dies zu tun , manchmal auf eine brutale Weise.Ich bin mir sicher deiner Schwester wird es bald besser gehen , sie kommt in der Psychiatrie endlich zur Ruhe, die sie sich seit langem schon nicht mehr gegönnt hat. Der Mensch ist keine Maschine( wobei, die Maschinen auch nicht ewig funktionieren, sondern auch von Zeit zur Zeit eine Reparatur benötigen.
Ich wünsch euch allen ganz viel Kraft und alles Gute!Und es wird wieder gut, ganz bestimmt,nur müsst ihr jetzt alle viel Geduld haben , denn Wunder gibt es leider noch keine.Denn deine Schwester hat sehr lange daraufhin gearbeitet, dass es so weit kommen konnte.Also kann es auch nicht von heute auf morgen alles wieder weg sein.Wie gesagt, viel Geduld und Kopf hoch!Ich weiss ich habe leicht reden. Nicht ganz,bin auch betroffen, meine Tochter, die erst 20 ist, bekam ganz plötzlich Angst und Panikattacken, die dann in einer Depression endeten .Meine Tochter hatte auch überhaupt keine Geduld , sie wollte,von jetzt auf nachher wieder gesund werden. Huff, es war nicht leicht, sie musste lernen , sich auch über kleine Erfolge zu freuen, es geht nur mit kleinen Schritten voran.
Alles Gute und Gruss von Schopa

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A
atieno_12907020
01.02.15 um 16:28

Kopf hoch.
Es ist gar nicht nötig, dass du dir das Leiden deiner Schwester vorstellst. Dadurch kannst du dir Leiden vorstellen, das hast du aber schon in deinem Text wiedergegeben. Du hast dein eigenes Leiden, darum solltest du dich kümmern. Ich kann dich etwas beruhigen, deiner Schwester passiert nichts schlimmes. Die Zeit davor ist viel anstrengender, wenn man hinter dem eigenen Stress die anderen fröhlich stimmen soll macht das kaputt. Langsam aber stetig. Nun hat deine Schwester Zeit für sich. Der Ort ist nicht wichtig, sondern das Wohlbefinden deiner Schwester in diesen Zeiten.
Es ist bestimmt anstrengend wenn sowohl Eltern als auch Schwester fertig sind. Fühlst du dich niedergeschlagen? Hast du Interessen denen du nachgehen kannst? Sorge für dich.Erst danach kannst du überhaupt erst für andere da sein ohne dich auszubeuten.

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