Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Schuldgefühle. Einzelkind.

Letzte Nachricht: 9. Juli um 6:25
05.07.21 um 9:39

Ich bin ein Einzelkind, ich lebe bei meinem Vater, meine Mutter ist tot.

Als ich ein Kind war, wollte ich nie einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester haben, ich war sehr eifersüchtig und egozentrisch. 
Und ich hatte immer Angst, dass meine Mutter noch andere Kinder haben würde.

Jetzt aber fantasiere ich davon, jüngere Geschwister zu haben.
Mein Vater ist ein sehr süßer und liebevoller Mann, und ich würde mich freuen, wenn er eine Familie mit einer netten, liebevollen Frau wieder aufbauen könnte, eine zweite Mutter auch für mich.
Ich vermisse wirklich eine normale Familie, und einen mütterlichen Bezugspunkt.

Aber ich fühle mich sehr schuldig gegenüber meiner Mutter, wegen dieses Wunsches.
Ist das in meinem Alter normal? Danke schön

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08.07.21 um 15:18

Dein Wunsch ist völlig normal und du musst dich nicht schuldig fühlen. Deine Mutter hätte sicher gewollt, dass du und dein Vater wieder glücklich werdet.

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08.07.21 um 15:38

Hallo,

deine Mutter scheinst du sehr geliebt zu haben. In einer normalen kindlichen Entwicklung spielen Ablösungsprozesse eine wichtige Rolle. In den ersten Lebensjahren sichert ein primärer Narzissmus das Überleben. Nach und nach lernen wir, dass die Mutter allein nicht unsere einzige Bezugsperson darstellt. 

Mir erscheint es so, als ob du als kleiner Junge an der Liebe deiner Mutter festhalten möchtest und es unbewusst vielleicht als Verrat empfinden könntest, eine andere Person ihr vorzuziehen. Gleichzeitig weißt du, aus einer etwas älteren Position heraus, dass das Glück deines Vaters im Leben besteht. 

Dir fehlt deine Mutter, du vermisst sie. Ich finde dies sehr legitim. 

LG Sis
 

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09.07.21 um 6:25

Hallo, vielen Dank für Ihren Kommentar.
Ja, ich leide sehr unter dem Verlust meiner Mutter.
Aber jetzt wäre ich froh, wenn das Sonnenlicht wieder in unsere Familie scheinen würde.
Ich verabscheue diese Konflikte, die oft in Großfamilien mit zweiten Müttern entstehen, und hoffe, dass meine Anwesenheit kein Hindernis für meinen Vater sein wird.
Danke, mit freundlichen Grüßen

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