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Schüchternheit überwinden. Wie?

16. Januar 2018 um 21:48 Letzte Antwort: 4. Februar 2018 um 5:45

Hallo liebe Community, 

ich bin neu hier und suche nach Tipps und Ratschlägen. 

Ich (W, 21) bin ein eher ruhiger und schüchtener Mensch. Wurde in der Schulzeit viel gemobbt und mir fällt es schwer mit Fremden direkt lockere Gespräche zu führen. 

Über die Jahre hat es sich schon etwas gebessert und ich werde lockerer, bin aber im Vergleich zu anderen immer noch extrem schüchtern! 

Mich belastet die Situation sehr, da ich trotzdem gerne Kontakt mit Menschen habe und mich auch gerne unterhalte. Viele denken, dass ich lieber alleine gelassen werden will und meine Ruhe möchte (sagen viele, wenn ich sie mal frage). Das stimmt so nur gar nicht. 

Mir fällt es schwer auf Menschen zu zu gehen und Smalltalk zu führen. Am schlimmsten ist es auf Partys. Denn dort bilden sich automatisch so Grüppchen und man muss sich dann irgendwie dort hineinbringen. Meistens hänge ich immer an einer mir gut bekannten Person und ansonsten schweige ich vor mich hin oder versuch Gespräche mitzuhören um ins Gespräch einsteigen zu können - was aber zu 99% dann nicht gelingt und dann (glaube ich) wirke ich eher wie so ein unguter Stalker... 

Ich bin in solchen Situationen oft komplett überfordert, ich habe aber keine Angst vor Menschen, fühle mich nur hilflos Gespräche zu starten. Strahle aber wohl so eine Unsicherheit aus (Mauerblümchen), dass nun auch wenige direkt auf mich zukommen -> also muss ich zu ihnen! 

Wenn ich die Person jedoch gut kenne, habe ich absolut keine Probleme! Meine Freunde würden mich auch nicht mehr als schüchtern bezeichnen. Jedoch brauche ich dafür oft sehr lange und habe dementsprechend zwar sehr enge und tolle Freundschaften, aber dafür wenige. 

Ich würde einfach mal gerne mehr Menschen kennenlernen und meine Schüchternheit und Unsicherheit endlich mal überwinden. Dass ich aber nie extrovertiert sein werde, damit kann ich leben und akzeptiere ich auch, nur ein bisschen entspannter wäre mal schön...denn ich mache mir extremen Druck. 

Gibt es Leute die ähnlich sind oder waren und gute Tipps hätten ? Wäre sehr dankbar. 

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16. Januar 2018 um 22:19
In Antwort auf lisa10182

Hallo liebe Community, 

ich bin neu hier und suche nach Tipps und Ratschlägen. 

Ich (W, 21) bin ein eher ruhiger und schüchtener Mensch. Wurde in der Schulzeit viel gemobbt und mir fällt es schwer mit Fremden direkt lockere Gespräche zu führen. 

Über die Jahre hat es sich schon etwas gebessert und ich werde lockerer, bin aber im Vergleich zu anderen immer noch extrem schüchtern! 

Mich belastet die Situation sehr, da ich trotzdem gerne Kontakt mit Menschen habe und mich auch gerne unterhalte. Viele denken, dass ich lieber alleine gelassen werden will und meine Ruhe möchte (sagen viele, wenn ich sie mal frage). Das stimmt so nur gar nicht. 

Mir fällt es schwer auf Menschen zu zu gehen und Smalltalk zu führen. Am schlimmsten ist es auf Partys. Denn dort bilden sich automatisch so Grüppchen und man muss sich dann irgendwie dort hineinbringen. Meistens hänge ich immer an einer mir gut bekannten Person und ansonsten schweige ich vor mich hin oder versuch Gespräche mitzuhören um ins Gespräch einsteigen zu können - was aber zu 99% dann nicht gelingt und dann (glaube ich) wirke ich eher wie so ein unguter Stalker... 

Ich bin in solchen Situationen oft komplett überfordert, ich habe aber keine Angst vor Menschen, fühle mich nur hilflos Gespräche zu starten. Strahle aber wohl so eine Unsicherheit aus (Mauerblümchen), dass nun auch wenige direkt auf mich zukommen -> also muss ich zu ihnen! 

Wenn ich die Person jedoch gut kenne, habe ich absolut keine Probleme! Meine Freunde würden mich auch nicht mehr als schüchtern bezeichnen. Jedoch brauche ich dafür oft sehr lange und habe dementsprechend zwar sehr enge und tolle Freundschaften, aber dafür wenige. 

Ich würde einfach mal gerne mehr Menschen kennenlernen und meine Schüchternheit und Unsicherheit endlich mal überwinden. Dass ich aber nie extrovertiert sein werde, damit kann ich leben und akzeptiere ich auch, nur ein bisschen entspannter wäre mal schön...denn ich mache mir extremen Druck. 

Gibt es Leute die ähnlich sind oder waren und gute Tipps hätten ? Wäre sehr dankbar. 

Ob extrovertiert oder introvertiert, jedem geht es innerlich ähnlich wie dir mit dem Unterschied, das der eine diese Ängste besser überspielen kann als der andere. Auch derjenige, der sich gut und gerne im Mittelpunkt sieht, ist aufgeregt. Er überspielt seine Aufregung besser.  

Halte dich an die Menschen, die dir freundlich begegnen und dann klappt das schon. Zum Smaltalk eignen sich meist belanglose Themen.

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17. Januar 2018 um 8:12
In Antwort auf sonnenwind3

Ob extrovertiert oder introvertiert, jedem geht es innerlich ähnlich wie dir mit dem Unterschied, das der eine diese Ängste besser überspielen kann als der andere. Auch derjenige, der sich gut und gerne im Mittelpunkt sieht, ist aufgeregt. Er überspielt seine Aufregung besser.  

Halte dich an die Menschen, die dir freundlich begegnen und dann klappt das schon. Zum Smaltalk eignen sich meist belanglose Themen.

Zum Smaltalk eignen sich meist belanglose Themen.

=> da kann ich gleich direkt anknüpfen:
Am besten die, die sich aus dem Kontext ergeben.
Steht man am Bahnhof am Bahnsteig und wartet auf den Zug - von der mal wieder begeisternden "Pünktlichkeit" der Bahn (gemeinsames Meckern solidarisiert und verbindet und ist als Einstieg universell - vorzugsweise aber nicht über Personen und vor allem nicht übertreiben damit) oder fragen, wie man am besten nach xxx kommt oder der Hoffnung Ausdruck verleihenen, dass die Heizung im Zug vielleicht heute mal Dienst tut, weil man ziemlich friert...

Bahnhöfe sind sowieso gar nicht mal schlecht zum Üben. Reichlich Auswahl an verschiedensten Menschen da, kein Drama, wenn was schief läuft, wenn man nicht gerade die eigene tgl. Pendlerstrecke zum Übungsgelände macht, sieht man die Leute auch nie wieder. Bestes Sandbox-Terrain.

Der nächste wichtige Punkt: Fehlschläge gehören dazu. Immer. Bei jedem. Regelmäßig.
Menschen sind verschieden, was den einen vor Begeisterung dahinschmelzen lässt, nervt den anderen wie Hölle. Auch extrovertierte Menschen laufen mit Kontaktversuchen immer wieder gegen die Wand. Teils sogar noch öfter, weil sie stärker polarisieren. Ist normal und gehört dazu. Schultern zucken, weiter gehen, next.

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17. Januar 2018 um 19:27

Danke für eure Antworten! Ja üben muss ich wohl. Gerade diese Einstiegsphasen finde ich so schwer. Oft sehe ich jemanden, denke mir, dass ich mit dem ja reden könnte...aber dann krümmle ich so lange was ich fragen/sagen könnte, dass ichs schlussendlich doch lasse. 
Denn diese typischen "Und was machst du so?" Phrasen passen nicht immer. Und natürlich immer diese unterbewusste Angst sich zu blamieren...

 

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17. Januar 2018 um 20:38
In Antwort auf avarrassterne1

Zum Smaltalk eignen sich meist belanglose Themen.

=> da kann ich gleich direkt anknüpfen:
Am besten die, die sich aus dem Kontext ergeben.
Steht man am Bahnhof am Bahnsteig und wartet auf den Zug - von der mal wieder begeisternden "Pünktlichkeit" der Bahn (gemeinsames Meckern solidarisiert und verbindet und ist als Einstieg universell - vorzugsweise aber nicht über Personen und vor allem nicht übertreiben damit) oder fragen, wie man am besten nach xxx kommt oder der Hoffnung Ausdruck verleihenen, dass die Heizung im Zug vielleicht heute mal Dienst tut, weil man ziemlich friert...

Bahnhöfe sind sowieso gar nicht mal schlecht zum Üben. Reichlich Auswahl an verschiedensten Menschen da, kein Drama, wenn was schief läuft, wenn man nicht gerade die eigene tgl. Pendlerstrecke zum Übungsgelände macht, sieht man die Leute auch nie wieder. Bestes Sandbox-Terrain.

Der nächste wichtige Punkt: Fehlschläge gehören dazu. Immer. Bei jedem. Regelmäßig.
Menschen sind verschieden, was den einen vor Begeisterung dahinschmelzen lässt, nervt den anderen wie Hölle. Auch extrovertierte Menschen laufen mit Kontaktversuchen immer wieder gegen die Wand. Teils sogar noch öfter, weil sie stärker polarisieren. Ist normal und gehört dazu. Schultern zucken, weiter gehen, next.

Extrovertierte Menschen polarisieren mehr, meinst du? Sehe ich nicht so. Das Polarisieren geschieht meist aus Unwissenheit...ansonsten interessanter Beitrag. 

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17. Januar 2018 um 20:44
In Antwort auf lisa10182

Danke für eure Antworten! Ja üben muss ich wohl. Gerade diese Einstiegsphasen finde ich so schwer. Oft sehe ich jemanden, denke mir, dass ich mit dem ja reden könnte...aber dann krümmle ich so lange was ich fragen/sagen könnte, dass ichs schlussendlich doch lasse. 
Denn diese typischen "Und was machst du so?" Phrasen passen nicht immer. Und natürlich immer diese unterbewusste Angst sich zu blamieren...

 

Es besteht kein Unterhaltungszwang, immer und überall - es ist auch mal wunderbar andere zu beobachten oder  ihnen zuzuhören. Ich denke, viel wichtiger als der Smalltalk ist dein Ausdruck, den du vermittelst. Der sollte nicht verklemmt oder ablehnend wirken.Stillsein kann auch sehr sympathisch ankommen.

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17. Januar 2018 um 21:56
In Antwort auf sonnenwind3

Extrovertierte Menschen polarisieren mehr, meinst du? Sehe ich nicht so. Das Polarisieren geschieht meist aus Unwissenheit...ansonsten interessanter Beitrag. 

hm, meine ich. Wir sind nämlich weder dezent noch unauffällig und schon gar nicht ohne Ecken und Kanten - und bei extrovertierten Menschen  kommen die Ecken und Kanten auch deutlicher heraus. "Still" und "beobachtend" bietet weniger Angriffsfläche als eine spitze Zunge.

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17. Januar 2018 um 21:58
In Antwort auf lisa10182

Danke für eure Antworten! Ja üben muss ich wohl. Gerade diese Einstiegsphasen finde ich so schwer. Oft sehe ich jemanden, denke mir, dass ich mit dem ja reden könnte...aber dann krümmle ich so lange was ich fragen/sagen könnte, dass ichs schlussendlich doch lasse. 
Denn diese typischen "Und was machst du so?" Phrasen passen nicht immer. Und natürlich immer diese unterbewusste Angst sich zu blamieren...

 

ja, wie ich schon sagte: "Sand Box" - eine Umgebung, in der Dich keiner kennt und wo Du auch nicht unbedingt jemanden wieder sehen wirst, ist da super zum Üben.

Und mal angenommen, Du blamierst Dich wirklich - NA UND? Meinst Du das passiert anderen nicht? Extrovertierten Menschen nicht? Wenn Du das glauben solltest: DU IRRST

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18. Januar 2018 um 8:22
In Antwort auf avarrassterne1

hm, meine ich. Wir sind nämlich weder dezent noch unauffällig und schon gar nicht ohne Ecken und Kanten - und bei extrovertierten Menschen  kommen die Ecken und Kanten auch deutlicher heraus. "Still" und "beobachtend" bietet weniger Angriffsfläche als eine spitze Zunge.

Grundsätzlich sehe ich das ähnlich, es kommt auf die Umgebung und Situation an. Stillsein kann auch auffällig wirken und grade dadurch Angriffsfläche bieten....Am Bahnhof oder öffentlichen Räumen wäre Zurückhaltung  ratsam, im Arbeitsleben und in der Schule oder der jugendlichen Clique weniger.

Auf einer Party ist die Vielfalt der Charaktere erlaubt und Angriffe wären dort unüblich und sehr uncool. 
 

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18. Januar 2018 um 9:21

@ Lisa10182 Gibt es etwas, wo du meinst einen Schwachpunkt zu haben oder etwas, was dich interessieren würde, beispielsweise im handwerklichen oder sprachlichen Bereich sowie im kognitiven Bereich, dann könntest du überlegen, ob du hier etwas tun kannst. Etwas Neues ausprobieren, auch Dinge, die du dir vielleicht nicht zutraust, gibt dir mehr Selbstbewusstsein. Ich habe mal einen 3 Tägigen Handwerkerkurs besucht oder in der VHS mehrere unterschiedliche Kurse belegt, um zu sehen, was da so dahintersteckt...oder eine Zeitlang die unterschiedlichsten Sportarten ausprobiert und auch gemacht. Zum Tae Bo ( das ist eine Sportart ohne Körperkontakt ) zu gehen hat mich z.B. erstmal Überwindung gekostet, aber es hat mir anschließend sehr viel Spaß gemacht...

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18. Januar 2018 um 11:58

Ich finde es erstmal großartig, dass du erkennst, dass du es selbst in der Hand hast. Gibt auch viele Menschen, die meinen, die Umgebung müsse sich ändern.
Das mit dem Smalltalk wurde ja schon hinreichend erklärt. Es ist dabei vor allem sinnvoll, Fragen zu stellen und nicht zu sehr über sich selbst zu reden. Aber als schüchterner Mensch machst du das vermutlich weniger. Und dann eben nicht den Faden zu verlieren.
Ich war als Kind und nochmal als Teenie recht schüchtern. Dabei wurde mir die "Schlaftablette" angehangen. Ich habe dann irgendwann beschlossen, das zu ändern. Habe die Klasse gewechselt und mich dann bewusst anders nach außen hin gegeben. Das klingt ein bisschen nach Schauspiel, war es sicher auch, aber so konnte ich meine neue Chance einfach perfekt nutzen, habe seitdem viele Freunde gefunden und bin zu einem extrovertierten Menschen herangewachsen.
Wenn ich heutzutage unsicher bin oder mich für ein Verhalten schäme, stelle ich mir den Spiegel vor und frage mich: Was würdeich ich als Fremde über mich denken? Und dann ist es meistens ganz banal.

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4. Februar 2018 um 5:45
In Antwort auf lisa10182

Danke für eure Antworten! Ja üben muss ich wohl. Gerade diese Einstiegsphasen finde ich so schwer. Oft sehe ich jemanden, denke mir, dass ich mit dem ja reden könnte...aber dann krümmle ich so lange was ich fragen/sagen könnte, dass ichs schlussendlich doch lasse. 
Denn diese typischen "Und was machst du so?" Phrasen passen nicht immer. Und natürlich immer diese unterbewusste Angst sich zu blamieren...

 

Das was du beschreibst gibt es millionenfach, vielen Menschen ergeht es so. 

das problem ist das nachdenken, du kannst nicht nachdenken und reden gleichzeitig und unbewusst ist dir das auch klar daher kommt dann die Angst die Sache anzugehen. 
der Schlüssel ist, ohne viel nachzudenken von einem Wort auf das andere zu kommen, von einem Thema zum nächsten. 
Du kennst sicherlich dominosteine, die haben immer zwei zahlen, das eine und das andere Ende. Die kannst du wie bausteine aneinanderreihen. So machst du das auch mit Wörtern und Themen. lerne welche Wörter zueinander passen und geeignet sind von einem Thema auf das andere zu kommen, wenn du darin gut bist hast du immer ein passendes Wort auf lager ohne überhaupt nachdenken zu müssen. Bevor du dir überlegst mit jemandem zu sprechen hast du die Unterhaltung bereits begonnen. So verfliegt die Schüchternheit von selbst

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