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Schlimme Kindheit - welche psych. Auswirkungen später

15. Dezember 2005 um 12:54 Letzte Antwort: 21. Dezember 2008 um 18:42

hallo
mir hat sich eine sehr Arbeitskollegein anvertraut und mir folgendes erzählt aus ihrer Kindheit. sie ist jetzt übrigens 27 Jahre alt:

Als sie 5 Jahre alt war, hat sie mitbekommen wie ihre Mutter Alkoholikerin war, das ging so ca. bis sie 13 jahre alt war. Ab diesem Zeitpunkt war ihre Mutter dann trocken, und trinkt auch bis heute nicht mehr.
Jedoch erinnert sie sich oft an die Zeit als das ganze Drama mit Ihrer Mutter war, sie hatte solche Angst um sie gehabt, aber redet mit ihr heute überhaupt nicht über das Thema weil sie ihre Mutter nicht belasten möchte. Sie hat mir 12 Jahren, als ihre mutter mal wieder umgefallen ist im rausch, auf sie eingeschlagen (also nicht aggressiv sondern vor Wut) und gesagt, dass sie nicht mehr ihre Mutter wäre, sie niemals mehr was von ihr wissen möchte und sie sie hasst, wenn sie noch einmal trinkt. Seit diesem Zeitpunkt hat ihre Mutter nie wieder getrunken

Hierzu kam noch dass ihr Vater sehr jähzornig war früher, und immer wieder ihre Eltern gestritten hatten, teilweise sehr heftig und der Vater hat ihre Mutter auch schon mal die Hand dabei gebrochen. Meine Bekannte musste dann immer eingreifen (war ja noch ein kind) und heulen, schreien, teilweise mit dem Messer drohen damit die Eltern nur nicht streiten, sie hatte ständig Angst, dass ihr Vater ihrer Mutter was antun würde.

Danach hat sie erfahren, dass ihre Mutter eine Affaire hatte und auch Tabletten (beruhigungstabletten) nahm und auch viele Schulden hatte. auch das hat sich dann aber zum Guten gewendet irgendwann. Über die Affaire hat sie niemals mit Ihrer Mutter gesprochen, die hatte ihre Mutter auch beendet.

Ihre Bezugsperson war eigentlich nur ihr opa, den hat sie abgöttisch geliebt, er verstarb im alter von 60 jahren von einem Tag auf den anderen als sie 7 jahre alt war. Über den Tod ihres geliebten opas hat sie auch niemals geredet, auch hat keiner das thema angesprochen.

Dann erfuhr sie im Alter von ca 19 jahren (glaube ich) dass ihre Mutter unheilbar an krebs erkrankt ist, und nicht mehr operiert werden könne. Die op fand dann auf Wunsch doch statt und ihre mutter ist bis heute (7 jahre vergangen) gesund trotz metastasen usw.

ihr Vater ist schwer herzkrank und hat auch schon viele operationen mitgemacht. Ihre Oma ist vor 5 jahren an Magenkrebs gestorben, íhre Schwester hatte mit 35 jahren Darmkrebs, ihr Onkel mehrere Selbstmordversuche hinter sich usw usw

Sie hat mir noch viele andere Dinge erzählt und sagt trotzdem dass sie eine glückliche Kindheit hatte, also viele Freunde usw usw

Sie wohnt schon lange nicht mehr zuhause, hat eine Beziehung, die mal gut mal schlecht läuft, und gibt sich die Schuld wegen der dinge in der Kindheit.

Was kann ich ihr raten, ist das alles vergessen und vorbei, da ja momentan alles gut ist oder hat das doch irgendwelche Auswirkungen, sie denkt immer sie ist nicht beziehungsfähig.

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15. Dezember 2005 um 13:43

Also..
ich kann nur sagen das die Kindheit definitiv das spätere Leben prägt! Auch wenn man noch so gut im verdrängen ist, Verhaltensweisen und Ansichten haben sich durch Erfahrungen als Kind mitgeprägt! Viele Leute haben auch ihr halbes Leben nach aussen überhaupt keine Probleme und plötzlich bricht alles aus einem heraus! Auch immer wiederkehrende Schlaf- oder Essstörungen sind u.a auf solche Dinge zurückzuführen. Also Deine Freundin hat sehr wohl recht damit wenn sie sich deshalb für Beziehungsunfähig hält! Es kann gut sein das sie durch die vertauschten Rollen in ihrer Kindheit (Sie musste die Eltern "erziehen") immer das Gefühl hat das sie allein dasteht und das ihr Konflikte so grosse Angst machen das sie flüchtet. Verlustängste fallen mir dazu auch ein. Schlag ihr doch mal vor eine Gesprächstherapie zu machen. Wenn im Unterbewusstsein gespeicherte belastende Dinge aufgearbeitet werden kann man viel für sich selbst daraus ziehen!
LG

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20. Dezember 2008 um 17:29

Sowas kenne ich
Ja,sowas kenne ich nur zu gut...

Nur war meine Mutter keine Alcoholikerin....

Meine Mutter Streittete sich sehr oft mit meinen Vater...
Und das Endete auch meistens immer so das,das Haus nacher voller Blut (Das von meiner Mutter Stammte)
war.....
Und ich musste immer mit ansehen wie mein Vater sie Schlug,Biss,Trettete....

Es ist sehr schlimm für ein Kind sowas mitzuerleben...

Und denoch kann ich Frei von mir aus sagen, das ich keinerlei Psychische prägungen davontrug....

Heute bin ich 24 und habe selbst 2 Kinder die ich sehr liebe und eine Wundervolle Frau.

Ich schwor mir damals ein Guter Vater zu werden....


Xemnas

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21. Dezember 2008 um 18:42

Kindheit
Meiner Meinung nach prägt die Kindheit jedem egal ob sie positiv o. negativ verlaufen ist. Sie ist die Basis für das spätere Leben. Das spielt es keine Rolle ob man Gewalt erlebt hat oder nicht.
Meine Kindheit hat mich auch geprägt und ich kämpfe heute noch mit den Folgen. Ich habe keine Gewalt erlebt, ich habe nie wirklich erfahren können, was Vaterliebe ist. Wie deine Bekannte bezeichne ich mich heute als Beziehungsunfährig. Gerade jetzt wo sich mein (EX)Freund getrennt hat, gebe ich mir die Schuld am allen und mir wird bewusst wie sehr das schlechte Verhältnis zu meinen Vater dazu beiträgt, sowie mein Impulsives Verhalten da ich damit noch nicht abgeschlossen habe.
Deine Bekannte hat lt. deinem Beitrag so viel Schiksalsschäge erlebt, das kann man nicht von heute auf morgen vergessen. Wenn sie dir vertraut, kann ich dir nur raten, das ihr gemeinsam mal eine Beratungsstelle aufsucht.

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