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Schlechte Erfahrungen mit Sex beeinträchtigen derzeitige Beziehung, Partner kann mich nicht verstehe

1. November 2011 um 21:56 Letzte Antwort: 26. November 2011 um 15:52

Hallo, ich weiß nicht, wie ich anfangen soll...

ich habe einige schlechte Erfahrungen in Sachen Sex gemacht. Wurde missbraucht, was mir mehrmals passiert ist, da ich nach den ersten Erfahrungen, die so verlaufen sind mich nicht wehren konnte, meine Grenzen immer wieder überschreiten lassen habe, weil ich es nicht anders kannte, weil ich Angst hatte und ich weiß nicht warum.
Auch bei den späteren Erfahrungen, wo es vielleicht nicht so drastisch war, da war es eher subtiler, habe ich mich zu Sachen bringen lassen, die ich nicht wollte, habe nicht nein sagen können oder wenn ich es sagte mich schlecht gefühlt. Ich hatte meistens Schmerzen, konnte mich nicht entspannen, fallen lassen und habe mich dafür schuldig gefühlt.

Hatte immer den Druck dass es mir doch gefallen muss und wurde auch von den Männern unter Druck gesetzt, weil sie meinten, ich hätte doch schon Erfahrungen, wäre doch keine Jungfrau mehr, dass ich dann doch nicht so verklemmt sein sollte. Ich habe damals nicht wirklich darüber reden können, später etwas besser, habe angedeutet, das ich da schlechte Erfahrungen gemacht habe, aber habe dennoch nicht die Rücksicht und Verständnis bekommen, die ich gebraucht hätte, mir gewünscht habe.

Ich habe immer gedacht, warum ist das so, warum kann ich das nicht und mir noch mehr Druck gemacht. Mit meinem jetztigen Freund läuft es eigentlich echt gut, wir reden sehr offen miteinander, haben schon viel durchgemacht. Anfangs konnte ich ihm das natürlich auch nicht gleich alles sagen, aber später dann immer besser. Er hat versucht Rücksicht auf mich zu nehmen, versucht immer alles zu machen, damit es gut für mich ist. Inzwischen habe ich auch keine Schmerzen mehr.

Aber es war trotzdem immer so ein Druck dabei. Denn er ist unzufrieden, dass er mich nicht befriedigen kann, deshalb hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn er sich so ins Zeug legt, aber da bin ich auch entspannter geworden, genieße es einfach wie es ist und es wird auch immer schöner. Aber ich weiß, dass es ihn arg belastet. Der andere Punkt ist, dass er Sachen von mir will, die ich nicht will. Z.B. Oralsex.

Schon mein Exfreund hat mich damit unter Druck gesetzt (aber der wusste nichts von meinen schlechten Erfahrungen) ich habe es aber nie gemacht. Mein Freund hat es so lange angesprochen und seinen Wunsch ausgedrückt, bis ich es gemacht habe, obwohl ich nicht wollte, nicht bereit war! Habe es nur kurz gemacht. Dann wollte er mehr, hat mich weiter gedrängt. Mir ging es schlecht, er hat versucht das Thema sein zu lassen, mich nicht zu drängen, aber es kam immer mal wieder auf. Er wollte mir Zeit lassen, bis ich von selbst auf ihn zugehe aber das ist kein Zeitlassen, wenn man die ganze Zeit spürt, wie der andere unzufrieden ist und man sich drauf verlassen kann, dass er es doch nicht sein lassen kann und es doch wieder anspricht.
Bin davon langsam echt zermürbt und es macht mir jedes Mal mehr Angst. Die letzte Zeit ging es echt gut, er konnte mich damit in Ruhe lassen, ich habe den Sex immer besser genießen können und weiß auch, dass es ihm gefällt. Aber auch wenn er alles so wie es ist mit uns super findet, fehlt ihm eben speziell diese eine Sache so sehr, dass er dann frustriert ist.

Und neulich hat er es wieder erwähnt. Er sagt, er braucht es dann einfach mit mir darüber zu reden, damit es ihn nicht mehr so belastet und dann ist es für ihn auch wieder gut. Aber für mich ist es nicht gut! Im Gespräch bleibe ich inzwischen ruhig, aber hinterher geht es mir einfach nur schlecht. Es scheint jedes Mal schlimmer zu werden, lässt mich nicht mehr los. Ich habe das Gefühl ich breche auseinander, mein Kopf ist so komisch und ich muss dauernd heulen. Bilder tauchen immer vor meinen Augen auf, sie quälen mich. Ich weiß nicht was ich tun soll.

Mein Freund und ich haben uns ausgesprochen und ich habe ihm nochmal klar gemacht, das es für mich echt schlimm ist und ich so nicht mehr kann. Er meint, er wird mich damit jetzt wirklich in Ruhe lassen, und ich habe mich vergewissert, dass es ok ist, falls er es wieder anspricht zu sagen, dass er es sein lassen soll. Das war schwer für mich, weil ich immer der Ansicht war, man soll über alles reden können und wenn es ihm schlecht geht, dann sollte ich mir das zumindest auch anhören und da für ihn dasein, so wie er ja auch für mich. Aber es macht mich kaputt. Und wir haben diese Gespräche so oft geführt.

Dennoch habe ich so ein Problem ihn da abzuweisen. Aber ist es denn richtig, dass ich mir alles x-mal anhören muss, auch wenn es mich kaputt macht, damit er sich dann hinterher besser fühlt? Ich weiß nicht wie solche Sachen laufen, fühle mich so schlecht, weil ich ihm seine Wünsche nicht erfüllen kann und weil ich so vorgeschädigt bin und er sich so bemüht...er ist wohl auch manchmal überfordert damit. Er kann meine Probleme manchmal einfach nicht nachvollziehen, weil er solche Probleme gar nicht hat, er hat einfach andere Sachen mit Sex erlebt, gute Sachen, er ist da voll locker. Abgesehen von diesem Thema läuft in unserer Beziehung ja auch alles echt gut, er ist einfühlsam, liebevoll und schätzt mich und wir wohnen zusammen und sind die meiste Zeit sehr glücklich. Das scheint einfach der einzige Punkt zusein, wo ein Kompromiss nicht möglich ist.

Bitte helft mir, ich fühle mich gerade so schlecht und einsam und hilflos. Ich weiß nicht, ob ich das jemals überwinden kann und es macht mich noch verzweifelter immer wieder zu erleben, dass ich gedrängt werde und mich beim Sex unwohl fühle. Dachte ich hätte es inzwischen gelernt meine Grenzen zu schützen und so. Aber in diesem Fall habe ich doch irgendwie auch wieder nicht genug meine Grenzen vertreten, oder? Ist mir gerade aufgefallen. Könnte das sein, oder sehe ich das falsch? Brauche mal Meinungen von außen.

Nyrella

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3. November 2011 um 15:41

Liebe Maus
Gerade, wenn Frauen in der Kindheit bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, leiden sie extrem. Und wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du deine schlechten Erfahrungen zu einer Zeit gesammelt, wo du noch gar nicht wusstest, was Sex ist. Stimmt das so?
Das tut mir für dich furchtbar Leid und ich würde dir gern helfen.
Jeder Mensch darf verklemmt sein. Es gibt Menschen, die haben nie schlechte Erfahrungen gemacht und können doch nur mit ihrem Partner schlafen, wenn das Licht aus ist. Na und? Ist völlig okay.
Ich verstehe, warum du dich unter Druck fühlst. Du hast ein ganz bestimmtes Bild vor Augen, was die "normale" Frau ausmachen sollte. Und jetzt versuchst du, diesem Bild zu entsprechen. DU BIST EINE VÖLLIG NORMALE FRAU. Genau so, wie du bist, bist du okay. Wenn du bestimmte Dinge nicht tun möchtest, ist das vollkommen in Ordnung. Ich lehne für meine eigene Person SM in Bausch und Bogen ab. Aber wenn andere das toll finden, ist es in Ordnung, wenn sie es praktizieren. Wir alle haben da Vorstellungen, was wir okay finden und was wir total verwerfen. Und jede Meinung muss immer von allen Menschen toleriert werden.

Jede Frau darf sagen: "Für mich ist Oralsex unmöglich. Das werde ich nie machen und werde meine Entscheidung auch nicht diskutieren." Man erklärt ja auch nicht hunderte Male, wieso man keine Erbsen essen mag. Mag man nicht und fertig.

Du sagst, du fühlst dich schlecht, weil du ihm seine Wünsche nicht erfüllen kannst. Das stimmt so nicht ganz. Wenn du es könntest, würdest du ihm zuliebe ja manches tun. Nur gibts ein paar Sachen, die du von deinem Vermögen her nicht bewältigen kannst. Du nimmst ihm also nicht aus bösem Willen seinen Spaß, sondern er bittet um etwas, was du einfach nicht leisten kannst. Angenommen es gäbe keine Rollstühle auf dieser Welt: Würdest du jemanden, der beide Beine verloren hat, bitten, einen Waldlauf mit dir zu machen, weil du dich sonst schlecht fühlst, wenn er nicht mitkommt?
Was nicht geht, erbittet man auch nicht. Ich habe eine ganz liebe Freundin, die keine Fremdsprachen spricht. Ich würde sie nie um eine Übersetzung bitten. Wie soll sie das machen?

Nach meiner Erfahrung werden Gespräche immer dann zum Endlosgespräch, wenn der andere die Hoffnung hat, jemanden rumzuquatschen. Auch da ein Beispiel: Mit wurde vor mehr als 20 Jahren ein Job angeboten, den ich abgelehnt habe. Ich habe den Job seitdem etwa 50 mal abgelehnt, aber ich kriege ihn immer noch angeboten. "Das wär der ideale Job für dich. Du kannst das doch so gut. Wenn ich wüsste, dass du am Telefon sitzt, wäre mir wohler, wenn ich auf Reisen bin. Mit deinen Englischkenntnissen bist du DIE Besetzung für den Posten..." Und wenn schon. Ich verkaufe keine Software, die ich als schlecht empfinde. Aus Prinzip.
Ich weiß, dass es manchmal SEHR schwer ist, zum weiß ich wie vielten Male NEIN zu sagen, aber so stur, wie mein Gegenüber muss ich da sein, sonst hocke ich eines Tages doch noch an seinem blöden Telefon.
Vll kannst du es mit folgendem probieren: Wenn ein Thema kommt, das du ausreichend besprochen hast, dann sage einfach: "Mit dem Thema waren wir schon mehrfach durch. Sprich es nicht mehr an, wenn du mich nicht verärgern willst. Ich schwöre dir, sollte sich meine Meinung zu dem Thema ändern, komme ich auf dich zu."
Ich hätte auch keine Lust, immer dasselbe zu erzählen.

Es könnte sein, dass Sex dir noch einige Zeit Probleme macht. Du kannst mich jederzeit ansprechen, wenn du das Gefühl hast, ich könnte dir helfen.
LG, Nelly

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3. November 2011 um 23:22

Vielen Dank für eure Antworten
Ihr helft mir wirklich sehr, es tut echt gut solche Worte zu lesen. Ich fühle mich gerade so allein damit, weil mein Freund das eben nicht so verstehen kann, wie jemand, der sowas erlebt hat.

Ich bin zur Zeit total verwirrt. Immer wieder muss ich heulen und meine Gedanken sind oft bei dem Thema. Ich kann meinen Freund nicht mehr so sehen wie vorher, weil mich das langsam echt kaputt macht, immer so bedrängt von ihm zu werden. Er hat viele gute Eigenschaften, dachte ich zumindest immer, er hat auch oft gezeigt, dass ich ihm wichtig bin und er mich liebt aber ich kann das jetzt gerade alles nicht mehr so hinnehmen. Ich fühle mich nicht mehr wohl und ich frage mich, ob es das alles wert ist. Er hat gesagt, er ändert sich und ich will versuchen den Mut zu finden im anderen Fall ihn in seine Schranken zu weisen aber ich habe Angst, dass es wieder so kommt oder dass selbst wenn ich da anders reagieren kann ich wieder in so ein Loch falle und mir alles zu viel wird.

Ich weiß gerade nicht was ich für ihn fühle, was richtig ist da zu fühlen. Er versucht wieder alles so wie es war zu leben, ich kann das noch nicht und ich weiß nicht, ob ich es je wieder mit ihm kann. Kann oft keine guten Gefühle für ihn verspüren, in anderen Momenten suche ich dann doch wieder Nähe, aber irgendwie ist da von meiner Seite aus so eine Barriere, ich kann nicht wie so oft wieder da weiter machen, wo wir vorher waren. Ich sehe alles gerade sehr kritisch und habe Angst, wenn ich es nicht tue, lasse ich mich wieder in den falschen Bereichen bequatschen und ruck zuck weiche ich wieder da zurück, wo ich für mich einstehen müsste. Ich kann nicht lockerlassen. Ich habe Angst.

@ Nelly

ich war schon 18, als ich diese Erfahrungen gemacht habe aber es waren meine ersten Erlebnisse und es war zu einer Zeit, wo es mir schlecht ging, unter anderem weil bei mir zuhause mal wieder alles zusammenbrach (meine Mutter war psychisch krank und ich habe wegen den Schwierigkeiten zuhause die Ausbildung abbrechen müssen und wusste nicht wie es weitergehen soll) kurz zuvor hat ein Junge, den ich toll fand, mich abgewiesen und es ging mir deshalb auch lange schlecht.

Ich habe angefangen Alkohol zu trinken und da ich damit bisher keine Erfahrungen hatte (auch nicht haben wollte), passierte es, dass ich viel zu viel trank. Der Typ, mit dem es das erste Mal passiert ist, war einige Jahre älter als ich, ich mochte ihn nicht, aber ich habe gedacht, mir ist eh alles egal. Er hat aber bald gemerkt, dass ich nicht wirklich will und das es mir wehtut und hat mich zum Glück in Ruhe gelassen. Dennoch habe ich mich hinterher sehr schlecht und schmutzig gefühlt. Das zweite Mal war schlimmer.

Da habe ich es mit dem Alkohol so übertrieben, dass ich hyperventiliert habe und irgendwann kaum bei Bewusstsein war und Leute die ich nicht kannte wollten schon den Krankenwagen holen, ich konnte sie davon abbringen. Ein Typ hat sich um mich "gekümmert" und mich irgendwann heebracht. Ich habe gar nichts mehr geschnallt und er ist mit reingekommen und hat meinen Zustand ausgenutzt, obwohl er gemerkt hat, das ich es nicht will. Ich konnte mich nicht wehren. Die Male danach war ich irgendwie von dem Drang geleitet etwas von dem was passiert ist zu versuchen zum guten zu wenden und ich bin mehrmals mit ihm und später einem anderen Mann mitgegangen.

Mit dem einen war es so schlimm, dass ich mein Schweigen brechen konnte und ihm gesagt habe, er soll mich in Ruhe lassen. Er hat zwar keine richtige Gewalt angewendet hat mich aber daraufhin dennoch nicht in Ruhe gelassen und weitrgemacht. So habe ich den Glauben verloren, etwas ändern zu können. Meine weiteren Erfahrungen waren auch nicht so toll... Ich habe mich so oft nicht getraut etwas zu sagen, auch weil ich, wenn ich dann Mal mit Männern zusammen war, die netter waren, Angst hatte sie zu verlieren oder zu enttäuschen.

Erst später ist mir aufgefallen, dass sie doch auch oft nicht so korrekt zu mir waren und nicht Rücksicht genommen haben, wohl weil ich das nicht einfordern konnte. Deswegen habe ich mir auch immer Vorwürfe gemacht, weil ich immer wieder zu viel mit mir machen lasse. Ich hatte gedacht, ich hätte das in der Beziehung mit meinem Freund ganz gut gelernt aber jetzt muss ich sehen, dass ich doch wieder zusehr Angst hatte ihn zuverlieren oder eben vor noch mehr Unzufriedenheit von ihm, dass ich eben nicht sagen konnte: "lass es gut sein, wir haben schon oft genug darüber geredet. Ich will das nicht"

Ich fühle mich auch einfach unzulänglich und irgendwie falsch... ich verstehe ja, dass er sich wünscht es wäre lockerer aber das ist es auch schon geworden und ich habe mich so wohl gefühlt und dann kommt er wieder mit dem Thema und meint, dass es ihn eben öfter mal beschäftigt. Er ist dann da total drauf fixiert und es stresst ihn auch. Dennoch versteh ich langsam nicht mehr, was das soll. Wir haben schon oft darüber geredet, es reicht, es macht mich nur noch kaputt. Aber kann/darf man soetwas in einer Beziehung einfach ignorieren? Kann ich einfach sagen, ich kann/will nicht, lass mich damit in Ruhe? Warum fühl ich mich so schuldig?

@ Sternennacht:

Ja ich denke eigentlich ja auch, dass das akzeptiert werden sollte, wenn jemand was nicht will. Umso unverständlicher ist es auch für mich, wenn jemand mich immer wieder bedrängt obwohl er weiß, dass es mir nicht gut tut und sowieso nichts zum Guten bewirkt. Ich würde nie etwas von meinem Freund verlangen, was er nicht will oder wozu er aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage ist, gerade eben beim Sex. Aber in Sachen Sex gibt es da bei ihm denke ich nichts, womit er Probleme hätte und sowieso nichts, was ich mir noch von ihm wünschen würde. Deshalb kann er mich einfach nicht verstehen. Irgendwie hat er auch immer das Gefühl zu kurz zu kommen (dabei bin ich die, die ...) halt, weil er immer so viel macht und sich Mühe gibt, für mich ist es schon schwierig genug mich fallen zu lassen und es zu genießen aber irgendwie kann ich dieses "Verwöhnen" nicht so bei ihm machen, wie er es gerne hätte und wie er es bei mir versucht.

Ich glaube halt auch, weil ich selbst noch nicht so die Erfahrung gemacht habe, dass sowas schön sein kann, also ich meine so richtig schön... irgendwie kann ich ihm das nicht geben und es stresst einfach auch, ständig solche Maßstäbe zu haben die man erfüllen soll, damit es dann richtig ist. Warum kann er nicht einfach locker lassen? Tut er doch irgendwie auch nicht! Aber von mir immer verlangen doch spontaner zu sein, mich mehr um ihn zu bemühen... das ist mir zuviel Druck.

Er wünscht sich z.B. dass der Sex eben lockerer und ausgelassener ist, mehr ausprobieren und soweiter, weil für ihn das einfach dazu gehört und normal ist aber irgendwie werde ich dem nie gerecht, obwohl ich inwzischen wie gesagt schon deutlich entspannter bin und ich bin zufrieden so wie es ist. Aber wenn ich zufrieden bin, scheint es immer noch so, dass er sich so fühlt, als wenn er immer Opfer bringen muss und nicht genug bekommt. Ich verstehe es nicht. Vorallem weil er auch oft genug sagt, wie toll er es mit mir findet und das es ihm total gefällt, nur dann kommt dieses aber... er würde sich ja noch dies oder jenes wünschen und das vermisse er schon sehr... aaaargh.

Zum Thema schlechte Erlebnisse: am Anfang der Beziehung konnte ich mit meinem Freund noch nicht darüber reden, da gab es dann Missverständnisse und er hat sich wohl gewundert, warum ich so "zurückhaltend" bin. Inzwischen habe ich ihm mehr und mehr erzählt und habe eigentlich auch keine Probleme mehr mit ihm darüber zu reden. Ich glaube schon, dass ich ihm einiges erzählt habe. Aber du hast vielleicht recht, irgendwie bin ich mir grade gar nicht so sicher, in wie weit ich es geschafft habe meine Gefühle zu schildern. Und selbst wenn, weiß ich nicht, ob das was ändert. Jedesmal wenn ich ihm was erzähle ist er auch geschockt und betroffen. Ich weiß nicht, ob es ihm nicht auch zu viel ist, oder er überfordert ist.

Trotz all dem, was ich ihm erzählt habe, wenn es dann wieder so ein Gespräch gibt, wo er seine Unzufriedenheit ausdrückt und ich dann sage: du weißt doch wie schwierig es für mich ist, ich habe eben anderes als du erlebt - sagt er immer wieder, er weiß das ja aber verstehen kann er es halt nicht richtig!! Weil er eben gute Erfahrungen hat und Sex anders kennt als ich. Ich fühle mich dann irgendwie so hilflos und als wäre das was ich erlebt habe nicht so ernst, bzw. sollte es nicht sein und als wäre ich nicht normal... was soll man da tun? Bin langsam verzweifelt. Es fällt mir so schwer auf mich zu achten, habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich jemanden auch nur in irgend einer Art und Weise zurückweisen muss.

Ich schreibe immer so lange Texte, aber es ist manchmal schwer das alles in Worte zu fassen. Danke fürs Lesen und für eure Rückmeldungen.

LG Nyrella

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4. November 2011 um 9:17
In Antwort auf ssanyu_12253950

Vielen Dank für eure Antworten
Ihr helft mir wirklich sehr, es tut echt gut solche Worte zu lesen. Ich fühle mich gerade so allein damit, weil mein Freund das eben nicht so verstehen kann, wie jemand, der sowas erlebt hat.

Ich bin zur Zeit total verwirrt. Immer wieder muss ich heulen und meine Gedanken sind oft bei dem Thema. Ich kann meinen Freund nicht mehr so sehen wie vorher, weil mich das langsam echt kaputt macht, immer so bedrängt von ihm zu werden. Er hat viele gute Eigenschaften, dachte ich zumindest immer, er hat auch oft gezeigt, dass ich ihm wichtig bin und er mich liebt aber ich kann das jetzt gerade alles nicht mehr so hinnehmen. Ich fühle mich nicht mehr wohl und ich frage mich, ob es das alles wert ist. Er hat gesagt, er ändert sich und ich will versuchen den Mut zu finden im anderen Fall ihn in seine Schranken zu weisen aber ich habe Angst, dass es wieder so kommt oder dass selbst wenn ich da anders reagieren kann ich wieder in so ein Loch falle und mir alles zu viel wird.

Ich weiß gerade nicht was ich für ihn fühle, was richtig ist da zu fühlen. Er versucht wieder alles so wie es war zu leben, ich kann das noch nicht und ich weiß nicht, ob ich es je wieder mit ihm kann. Kann oft keine guten Gefühle für ihn verspüren, in anderen Momenten suche ich dann doch wieder Nähe, aber irgendwie ist da von meiner Seite aus so eine Barriere, ich kann nicht wie so oft wieder da weiter machen, wo wir vorher waren. Ich sehe alles gerade sehr kritisch und habe Angst, wenn ich es nicht tue, lasse ich mich wieder in den falschen Bereichen bequatschen und ruck zuck weiche ich wieder da zurück, wo ich für mich einstehen müsste. Ich kann nicht lockerlassen. Ich habe Angst.

@ Nelly

ich war schon 18, als ich diese Erfahrungen gemacht habe aber es waren meine ersten Erlebnisse und es war zu einer Zeit, wo es mir schlecht ging, unter anderem weil bei mir zuhause mal wieder alles zusammenbrach (meine Mutter war psychisch krank und ich habe wegen den Schwierigkeiten zuhause die Ausbildung abbrechen müssen und wusste nicht wie es weitergehen soll) kurz zuvor hat ein Junge, den ich toll fand, mich abgewiesen und es ging mir deshalb auch lange schlecht.

Ich habe angefangen Alkohol zu trinken und da ich damit bisher keine Erfahrungen hatte (auch nicht haben wollte), passierte es, dass ich viel zu viel trank. Der Typ, mit dem es das erste Mal passiert ist, war einige Jahre älter als ich, ich mochte ihn nicht, aber ich habe gedacht, mir ist eh alles egal. Er hat aber bald gemerkt, dass ich nicht wirklich will und das es mir wehtut und hat mich zum Glück in Ruhe gelassen. Dennoch habe ich mich hinterher sehr schlecht und schmutzig gefühlt. Das zweite Mal war schlimmer.

Da habe ich es mit dem Alkohol so übertrieben, dass ich hyperventiliert habe und irgendwann kaum bei Bewusstsein war und Leute die ich nicht kannte wollten schon den Krankenwagen holen, ich konnte sie davon abbringen. Ein Typ hat sich um mich "gekümmert" und mich irgendwann heebracht. Ich habe gar nichts mehr geschnallt und er ist mit reingekommen und hat meinen Zustand ausgenutzt, obwohl er gemerkt hat, das ich es nicht will. Ich konnte mich nicht wehren. Die Male danach war ich irgendwie von dem Drang geleitet etwas von dem was passiert ist zu versuchen zum guten zu wenden und ich bin mehrmals mit ihm und später einem anderen Mann mitgegangen.

Mit dem einen war es so schlimm, dass ich mein Schweigen brechen konnte und ihm gesagt habe, er soll mich in Ruhe lassen. Er hat zwar keine richtige Gewalt angewendet hat mich aber daraufhin dennoch nicht in Ruhe gelassen und weitrgemacht. So habe ich den Glauben verloren, etwas ändern zu können. Meine weiteren Erfahrungen waren auch nicht so toll... Ich habe mich so oft nicht getraut etwas zu sagen, auch weil ich, wenn ich dann Mal mit Männern zusammen war, die netter waren, Angst hatte sie zu verlieren oder zu enttäuschen.

Erst später ist mir aufgefallen, dass sie doch auch oft nicht so korrekt zu mir waren und nicht Rücksicht genommen haben, wohl weil ich das nicht einfordern konnte. Deswegen habe ich mir auch immer Vorwürfe gemacht, weil ich immer wieder zu viel mit mir machen lasse. Ich hatte gedacht, ich hätte das in der Beziehung mit meinem Freund ganz gut gelernt aber jetzt muss ich sehen, dass ich doch wieder zusehr Angst hatte ihn zuverlieren oder eben vor noch mehr Unzufriedenheit von ihm, dass ich eben nicht sagen konnte: "lass es gut sein, wir haben schon oft genug darüber geredet. Ich will das nicht"

Ich fühle mich auch einfach unzulänglich und irgendwie falsch... ich verstehe ja, dass er sich wünscht es wäre lockerer aber das ist es auch schon geworden und ich habe mich so wohl gefühlt und dann kommt er wieder mit dem Thema und meint, dass es ihn eben öfter mal beschäftigt. Er ist dann da total drauf fixiert und es stresst ihn auch. Dennoch versteh ich langsam nicht mehr, was das soll. Wir haben schon oft darüber geredet, es reicht, es macht mich nur noch kaputt. Aber kann/darf man soetwas in einer Beziehung einfach ignorieren? Kann ich einfach sagen, ich kann/will nicht, lass mich damit in Ruhe? Warum fühl ich mich so schuldig?

@ Sternennacht:

Ja ich denke eigentlich ja auch, dass das akzeptiert werden sollte, wenn jemand was nicht will. Umso unverständlicher ist es auch für mich, wenn jemand mich immer wieder bedrängt obwohl er weiß, dass es mir nicht gut tut und sowieso nichts zum Guten bewirkt. Ich würde nie etwas von meinem Freund verlangen, was er nicht will oder wozu er aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage ist, gerade eben beim Sex. Aber in Sachen Sex gibt es da bei ihm denke ich nichts, womit er Probleme hätte und sowieso nichts, was ich mir noch von ihm wünschen würde. Deshalb kann er mich einfach nicht verstehen. Irgendwie hat er auch immer das Gefühl zu kurz zu kommen (dabei bin ich die, die ...) halt, weil er immer so viel macht und sich Mühe gibt, für mich ist es schon schwierig genug mich fallen zu lassen und es zu genießen aber irgendwie kann ich dieses "Verwöhnen" nicht so bei ihm machen, wie er es gerne hätte und wie er es bei mir versucht.

Ich glaube halt auch, weil ich selbst noch nicht so die Erfahrung gemacht habe, dass sowas schön sein kann, also ich meine so richtig schön... irgendwie kann ich ihm das nicht geben und es stresst einfach auch, ständig solche Maßstäbe zu haben die man erfüllen soll, damit es dann richtig ist. Warum kann er nicht einfach locker lassen? Tut er doch irgendwie auch nicht! Aber von mir immer verlangen doch spontaner zu sein, mich mehr um ihn zu bemühen... das ist mir zuviel Druck.

Er wünscht sich z.B. dass der Sex eben lockerer und ausgelassener ist, mehr ausprobieren und soweiter, weil für ihn das einfach dazu gehört und normal ist aber irgendwie werde ich dem nie gerecht, obwohl ich inwzischen wie gesagt schon deutlich entspannter bin und ich bin zufrieden so wie es ist. Aber wenn ich zufrieden bin, scheint es immer noch so, dass er sich so fühlt, als wenn er immer Opfer bringen muss und nicht genug bekommt. Ich verstehe es nicht. Vorallem weil er auch oft genug sagt, wie toll er es mit mir findet und das es ihm total gefällt, nur dann kommt dieses aber... er würde sich ja noch dies oder jenes wünschen und das vermisse er schon sehr... aaaargh.

Zum Thema schlechte Erlebnisse: am Anfang der Beziehung konnte ich mit meinem Freund noch nicht darüber reden, da gab es dann Missverständnisse und er hat sich wohl gewundert, warum ich so "zurückhaltend" bin. Inzwischen habe ich ihm mehr und mehr erzählt und habe eigentlich auch keine Probleme mehr mit ihm darüber zu reden. Ich glaube schon, dass ich ihm einiges erzählt habe. Aber du hast vielleicht recht, irgendwie bin ich mir grade gar nicht so sicher, in wie weit ich es geschafft habe meine Gefühle zu schildern. Und selbst wenn, weiß ich nicht, ob das was ändert. Jedesmal wenn ich ihm was erzähle ist er auch geschockt und betroffen. Ich weiß nicht, ob es ihm nicht auch zu viel ist, oder er überfordert ist.

Trotz all dem, was ich ihm erzählt habe, wenn es dann wieder so ein Gespräch gibt, wo er seine Unzufriedenheit ausdrückt und ich dann sage: du weißt doch wie schwierig es für mich ist, ich habe eben anderes als du erlebt - sagt er immer wieder, er weiß das ja aber verstehen kann er es halt nicht richtig!! Weil er eben gute Erfahrungen hat und Sex anders kennt als ich. Ich fühle mich dann irgendwie so hilflos und als wäre das was ich erlebt habe nicht so ernst, bzw. sollte es nicht sein und als wäre ich nicht normal... was soll man da tun? Bin langsam verzweifelt. Es fällt mir so schwer auf mich zu achten, habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich jemanden auch nur in irgend einer Art und Weise zurückweisen muss.

Ich schreibe immer so lange Texte, aber es ist manchmal schwer das alles in Worte zu fassen. Danke fürs Lesen und für eure Rückmeldungen.

LG Nyrella

An Nyrella
Meinst du, du könntest deinen Freund bitten, beim Thema Sex die Führung übernehmen zu dürfen? Bei manchen meiner Fälle hats toll geklappt, bei andern wars leider ein Flopp.
Du bist mit der Problematik nicht alleine. Einige Frauen bedauern, dass ihre Freunde (oder Männer) neues ausprobieren wollen und dabei zu schnell sind. Da haben sich Frauen mühsam daran gewöhnt, dass sie bei der Sache auch Freude haben dürfen und schon kommen Vorschläge, wie Rollenspiele, ausgefallene Orte usw. Wir haben dann im Gespräch zu dritt (Frau, Mann, ich) festgelegt, dass der Sex, so wie er jetzt ist, erst einmal "eingefroren" wird. Bedeutet: Vorerst ändert sich an den Praktiken mal gar nichts.
In manchen Fällen haben die Frauen dann nach einiger Zeit von sich aus nach Veränderung gefragt und das wurde von ihren Partnern eigentlich immer freudig aufgenommen. Bei den Flopps wars eigentlich immer so, dass der männliche Partner sich nicht an die Absprachen gehalten hat und doch wieder drängelte.

Wie würdest du dein Durchsetzungsvermögen bei anderen Themen beurteilen? Kannst du in einer Diskussion deinen Standtpunkt behaupten, obwohl die Mehrheit eine andere Auffassung vertritt? Vll ist es für dich ja generell schwierig, die Harmonie zugunsten deiner Meinung zu opfern?
Vll muss man manchmal ein bisschen kleiner anfangen?

Alles Liebe, Nelly

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8. November 2011 um 23:44

Langsamer Fortschritt oder nur Ruhepause?
Die letzten Tage hat es sich nur langsam gebessert. Ich bin jeden Tag am heulen, Erinnerungen und Gefühle kommen hoch, ohne das ich was machen kann. Muss wohl einfach raus. Schlafen kann ich gerade auch nicht so gut, bin irgendwie nervös und am grübeln, vielleicht auch, weil ich weiß, dass ich am nächsten Tag wieder einsatzbereit in meinem Studium sein muss und ich hab manchmal nicht die Kraft dazu, bzw. scheinen mir gerade so viele andere Sachen einfach egal zu sein, weil eben das Missbrauchthema jetzt wieder so präsent ist.

Manchmal geht es mir besser, dann schlägt es wieder plötzlich um. Heute ist es verhältnismäßig gut gegangen, ich konnte mich wieder besser auf Studium konzentrieren und später war ich auch bei meiner Therapeutin. Ich habe diese Themen bei ihr nur selten mal angesprochen, es war mir unangenehm mit ihr darüber zu reden aber jetzt ist es gerade so dringlich, dass ich mich überwunden habe. Es ging dann doch ganz gut.

Es ist so unangenehm darüber zu reden, aber ich glaube es hilft auch und früher war ich dazu noch nicht so bereit. Nicht in dem Maße wie jetzt, ich glaube ich beschäftige mich gerade sehr bewusst damit, früher hätte ich das wohl nicht so gekonnt, aber häufig will ich einfach nur, dass es aufhört, das dass alles nicht passiert ist. Es ist so schwierig das alles zu begreifen, manchmal kann ich es einfach nicht verstehen, warum mir das passieren konnte, warum ich nicht besser auf mich aufpassen konnte. Aber das nützt nichts, dann bin ich nur am verzweifeln, weil es sich eben nicht ändern lässt.

@ Sternennacht: nun ja, er hat sich Mühe gegeben das Thema sein zu lassen. Es war ja jetzt auch durchaus eine längere Zeit lang Ruhe. Aber es beschäftigt ihn eben hin und wieder und dann ist er frustriert... zur Zeit kriegt er ja mit, das es mir sehr schlecht geht und ich erkläre ihm da hin und wieder auch näher was dazu. Ich glaube langsam wird ihm schon klar, was es mit mir macht, aber ich frage mich halt, ob das änhält,wenn wieder alles normal ist, also ob ihm das so im Bewusstsein bleibt...

Er ist gerade sehr betroffen und macht sich Vorwürfe, dass er wieder alles kaputt gemacht hat. Ich hoffe wir können uns wieder langsam annähern und dann aber auf einer anderen Basis weiter machen. Irgendwie offener mit dem Thema umgehen, es nicht immer überspielen oder verbergen müssen. Er sollte endlich verstehen, dass der Kram für mich nicht einfach weg ist, auch wenn ich wieder besser drauf bin und lockerer, dass er auch dann vorsichtig mit mir umgehen sollte. Denn ich glaube bisher hat er das nicht wirklich realisiert gehabt. Bzw. war sein Wunsch, dass es eben anders wäre vielleicht so stark, dass er es wenn möglich verdrängt hat? ich weiß nicht.

Kann so nicht weitergehen, er muss akzeptieren, dass ich bin wie ich bin und das ich da eben Probleme habe wo er keine hat. Genauso wie ich, denn ich glaube ich muss das für mich selber auch erstmal akzeptieren lernen. Das ist vielleicht sogar das Entscheidende.

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8. November 2011 um 23:57
In Antwort auf malak_11847289

An Nyrella
Meinst du, du könntest deinen Freund bitten, beim Thema Sex die Führung übernehmen zu dürfen? Bei manchen meiner Fälle hats toll geklappt, bei andern wars leider ein Flopp.
Du bist mit der Problematik nicht alleine. Einige Frauen bedauern, dass ihre Freunde (oder Männer) neues ausprobieren wollen und dabei zu schnell sind. Da haben sich Frauen mühsam daran gewöhnt, dass sie bei der Sache auch Freude haben dürfen und schon kommen Vorschläge, wie Rollenspiele, ausgefallene Orte usw. Wir haben dann im Gespräch zu dritt (Frau, Mann, ich) festgelegt, dass der Sex, so wie er jetzt ist, erst einmal "eingefroren" wird. Bedeutet: Vorerst ändert sich an den Praktiken mal gar nichts.
In manchen Fällen haben die Frauen dann nach einiger Zeit von sich aus nach Veränderung gefragt und das wurde von ihren Partnern eigentlich immer freudig aufgenommen. Bei den Flopps wars eigentlich immer so, dass der männliche Partner sich nicht an die Absprachen gehalten hat und doch wieder drängelte.

Wie würdest du dein Durchsetzungsvermögen bei anderen Themen beurteilen? Kannst du in einer Diskussion deinen Standtpunkt behaupten, obwohl die Mehrheit eine andere Auffassung vertritt? Vll ist es für dich ja generell schwierig, die Harmonie zugunsten deiner Meinung zu opfern?
Vll muss man manchmal ein bisschen kleiner anfangen?

Alles Liebe, Nelly

Hi Nelly,
ich weiß es nicht, ob das funktioniert. Denn als erstes ist es einfach wichtig, dass er mir keinen Druck macht. Also er hat auch schon vorgeschlagen gehabt, dass ich die Führung übernehme aber da hab ich mich auch wieder unter Druck gefühlt. Irgendwie ist da oft so eine Erwartungshaltung bei ihm. Ich würde mir einfach mehr Verständis und Rücksichtnahme wünschen und dass er auch mal lockerer wird. Denn allmählich fällt mir auf, dass er doch mit seinen ganzen "Wünschen" (fast schon manchmal Forderungen, wie was alles sein muss, was alles für ihn zum Sex gehört, wie man Sex genießt. usw. aus seiner Perspektive halt heraus..) auch doch nicht so locker ist? Zwar hat er scheinbar mit nichts beim Sex Probleme aber er ist unzufrieden, wenn ich mich nicht fallen lassen kann, wenn ich seiner Meinung nach nicht genug Freude am Sex haben kann, wenn ich manche Sachen nicht machen will, die er sich wünscht und vermisst...

Mit dem Durchsetzungsvermögen bin ich mir nicht so sicher. Es hat sich die letzten Jahre gebessert. Ich kann bei meinem Freund schon bei anderen Themen auch standhaft sein, sage zumindest meine Meinung. Aber ich glaub ich lenke schon manchmal einfach ein, weil ich einfach nicht will, dass schlechte Stimmung ist. Na ja, aber ich kann schon meine Meinung deutlich äußern inzwischen.
Auch z.B. bei meinem Studium, wenn ich in einer Gruppe arbeite, kann ich meine Meinungen und Ansichten vertreten, das konnte ich früher nicht, aber in anderen Sachen, die persönlicher sind, fällt es mir schwieriger. Ich verliere auch schnell den Blick für mich und sehe es dann aus der Perspektive des anderen, oder fühl mich schuldig, dass ich anderen Stress mache...usw. Irgendwie kann ich dann manchmal viel eher die Wünsche und Ansprühe anderen verstehen oder rechtfertigen als meine eigenen. Ich fühle mich dann einfach schnell schlecht oder so.



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9. November 2011 um 13:28
In Antwort auf ssanyu_12253950

Hi Nelly,
ich weiß es nicht, ob das funktioniert. Denn als erstes ist es einfach wichtig, dass er mir keinen Druck macht. Also er hat auch schon vorgeschlagen gehabt, dass ich die Führung übernehme aber da hab ich mich auch wieder unter Druck gefühlt. Irgendwie ist da oft so eine Erwartungshaltung bei ihm. Ich würde mir einfach mehr Verständis und Rücksichtnahme wünschen und dass er auch mal lockerer wird. Denn allmählich fällt mir auf, dass er doch mit seinen ganzen "Wünschen" (fast schon manchmal Forderungen, wie was alles sein muss, was alles für ihn zum Sex gehört, wie man Sex genießt. usw. aus seiner Perspektive halt heraus..) auch doch nicht so locker ist? Zwar hat er scheinbar mit nichts beim Sex Probleme aber er ist unzufrieden, wenn ich mich nicht fallen lassen kann, wenn ich seiner Meinung nach nicht genug Freude am Sex haben kann, wenn ich manche Sachen nicht machen will, die er sich wünscht und vermisst...

Mit dem Durchsetzungsvermögen bin ich mir nicht so sicher. Es hat sich die letzten Jahre gebessert. Ich kann bei meinem Freund schon bei anderen Themen auch standhaft sein, sage zumindest meine Meinung. Aber ich glaub ich lenke schon manchmal einfach ein, weil ich einfach nicht will, dass schlechte Stimmung ist. Na ja, aber ich kann schon meine Meinung deutlich äußern inzwischen.
Auch z.B. bei meinem Studium, wenn ich in einer Gruppe arbeite, kann ich meine Meinungen und Ansichten vertreten, das konnte ich früher nicht, aber in anderen Sachen, die persönlicher sind, fällt es mir schwieriger. Ich verliere auch schnell den Blick für mich und sehe es dann aus der Perspektive des anderen, oder fühl mich schuldig, dass ich anderen Stress mache...usw. Irgendwie kann ich dann manchmal viel eher die Wünsche und Ansprühe anderen verstehen oder rechtfertigen als meine eigenen. Ich fühle mich dann einfach schnell schlecht oder so.



Hrm, ich meinte schon echte Führung
Schätzelein, wenn er dir vorschlägt, die Führung zu übernehmen und dann doch wieder aufzählt, was beim Sex so alles drin sein sollte, das ist das keine echte Führung. Dann führt nach wie vor er, er soufliert dir nur, was er will und du sollst es dann vorschlagen. Nicht du führst falsch, er gibt das Zepter nie wirklich ab. Ich bin bei sowas ziemlich radikal, bin aber auch schon älter, da lernt man sowas. Ich würde ihm sagen, entweder Sex zu meinen Konditionen oder gar keinen, Punkt.
Benutz doch mal einen Trick, der eigentlich immer hilft: Stell dir eure Situation vor und übertrage sie auf ein fiktives Paar. Das bist jetzt nicht mehr du und dein Partner, sondern Frau X und Herr Y. Wie beurteilst du, die du als Maus im Schlafzimmer sitzt, Herrn Y. Findest du ihn nett und verständnisvoll, oder hast du das Gefühl, dass er ein Drehbuch geschrieben hat, wie die Szene laufen soll und Frau X ist in seinen Augen eine schlechte Schauspielerin, die die Szene nicht ordentlich bringt?
Natürlich ist Sex auch ein Ausprobieren. Wenn Frau X sagt, dass sie keinen Oralsex will, weil da ja auch andere Sachen rauskommen und sie das ziemlich unappetitlich findet, dann hat Frau X ein Recht darauf, auf Oralsex zu verzichten. Was sagt Herr Y dazu? Wenn er liebender Partner ist, würde er Frau X das dann auch nicht zumuten, weil er ja weiß, dass sie es nicht genießen kann. Wenn er es trotzdem will, ist er Drehbuch-Autor.

Wenn Menschen sich nicht durchsetzen können, liegt es oft daran, dass sie nicht sachlich streiten, sondern emotional. Wer eine andere Auffassung vertritt, als ich, ist gegen mich. Ich musste übrigens auch erst streiten lernen. Es geht immer nur um die Sache, nie um die Personen.
Ich mag die Winterzeit nicht, weil ich eine verfrorene Nuss bin, die ewig braucht, bis sie in allen Jacken und Mänteln steht, um eben nicht mehr zu frieren. Dann laufe ich draussen rum, wie das berühmte Männchen, das Reklame für Reifen gemacht hat und habe das Gefühl, dass ich mich kaum bewegen kann. Da interessiert mich doch nicht, dass in der Zeit das bedeutendste Fest der Wirtschaft (Weihnachten) ist und dass es ja so gemütlich sein kann, wenn man Glühwein trinkt. Ich hasse Alkohol. Die anderen lehnen nicht mich ab, wenn sie Winter toll finden, wir haben nur da mal keinen gemeinsamen Nenner. Bei Schwimmbad gehen, verstehen wir uns alle wieder toll, weil keiner das Geplansche mag.
(Das waren nur Beispiele, ich liebe Schwimmbad.)

Mal generell: Es Recht zu machen jedermann, ist eine Kunst die niemand kann. Ich persönlich halte das auch nicht für eine Kunst, denn es bedeutet eigentlich, dass ich keine eigene Meinung haben darf, weil ich mich dauernd auf verschiedene Meinungen einstellen muss. Ich habe dann das Gefühl, dass meine Grundrechte beschnitten werden, denn anscheinend darf sich jeder eine Meinung erlauben, nur ich nicht. wenn Harmonie nur entsteht, wenn du dauernd nachgibst, ist es keine Harmonie, sondern gelebter Egoismus der anderen.

Alles Gute für dich, ich warte, ob du mich witer brauchst und bin dann gern für dich da. Aber ich will dich nicht nerven und schon wieder eine von denen sein, die dich bedrängen. Darum sollst du das Tempo bestimmen, mein liebes Mäusschen.
LG, Nelly

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22. November 2011 um 21:39

Und weiter gehts...
Ich durchlebe zur Zeit die ganzen schlechten Erlebnisse von früher, das verwirrt manchmal. Bin mit dem Studium nicht mehr so zurrecht gekommen und muss mich da jetzt ranhalten, sonst verliere ich den Anschluss. Fiel mir zuerst schwer wieder darauf mich zu konzentrieren aber muss sein, geht hahlt nicht anders. Ich will nicht das alles jetzt wieder verdrängen, nur um alles andere gut zu machen, aber man hat halt nie mal für sowas Zeit, geht ja immer weiter und man muss so viele andere Sachen bewältigen. Deshalb versuch ich grad so ein bisschen Kompromisse da zu finden.

Ich glaube diese Phase ist wichtig für mich, dass bewusstmachen und neu ordnen von all den schlimmen Erlebnissen, auch wenn es Kraft kostet und manchmal so viele ungewohnte Gefühle über mich wegfluten. Hört das jeh auf? Ich hoffe ich bin auf dem richtigen Weg, aber es scheint da so viel zu geben, ich kann gar nicht sagen, ob es weniger wird, der Berg. Manchmal habe ich den Einduck es hat sich was in mir getan, gelöst aber dann kann gibt es wieder Momente, wo ich fest zu hängen scheine und es mir alles Angst macht, ich mich mutlos fühle.

Die Sache ist auch, dass die Missbraucherfahrungen nicht das einzige sind. Zwar gerade das Hauptthema aber das ist ja irgendwie alles miteinander verknüpft. Ich meine, ich hab nicht nur diese konkreten Erfahrungen zu verarbeiten sondern das geht auch tiefer, bzw. hat ja auch einen Grund, warum ich in solche Situationen geraten bin und mich dort nicht ausreichend schützen konnte, betrifft auch allgemeine Schwierigkeiten von mir wie z.B. dass ich mich irgendwie leicht von anderen manipulieren, überreden lasse, schnell kusche, mir ein schlechtes Gewissen machen lasse und denke, ich muss mir alles gefallen lassen, weil ich mich irgendwie verdrehter Weise so fühle, als müsste ich immer für die anderen zur Verfügung stehen.

Ich denke das ist ein Wesenszug, der einfach von einer Vielzahl von Erlebnissen in meiner Kindheit, Familie, Schule (Mobbingopfer) und auch später herrührt. Deshalb ist es gar nicht so leicht das zurückzuverfolgen bzw. nur die Missbrauchserfahrungen zu betrachten, weil das eben zusammenhängt.

Und da ist auch komischer Weise so viel Scham. Obwohl ich ja weiß, was mir da passiert ist, kann ich es oft nicht wirklich begreifen und schäme mich dafür, dass ich soetwas erlebt habe. Es ist wie ein Makel, den ich loswerden will und ich will einfach ein normales Leben führen, sein wie Leute, die soetwas nicht erlebt haben. Ich weiß nicht, warum ich mir so schlecht vorkomme, dabei bin ich doch das "Opfer". Ich ertrage es manchmal nicht mal vor mir selbst mir die Sachen in Erinnerung zu rufen, einerseits, weil es schlimme Erlebnisse sind, andererseits weil ich mich zusehr dafür schäme, dann versuch ich mir zu sagen: es ist doch niemand hier, ich bin allein und brauche das ja niemandem so im Detail zu erzählen, also ist es doch ok, wenn ich es betrachte. Das ist es irgendwie nicht. Es sollte einfach nicht passiert sein, habe ich den Eindruck. Deshalb kann ich es manchmal nicht ertragen, weil es eben passiert ist. Das kann doch alles nicht sein...

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24. November 2011 um 17:26

Hm...
nein, meine Therapeutin hat mir a eigentlich nichts gesagt, was ich tun kann. Sie meint halt nur immer wieder drüber reden und dass ich da halt durch muss. Und das es halt Zeit braucht.

Mit dem Entspannen funktioniert eigentlich nicht, wenn ich gerade mitten drin in solchen Gedanken und Empfindungen bin, die hochkommen. Ich möchte mich da dann auch nicht unbeding von ablenken, denke zum Teil ist es auch gut und richtig, dass ich das bewusst erlebe. Es bringt mich auch weiter. Aber manchmal ist es fast zu viel. Bzw. wenn dann noch anderer Stress mit dem Studium und so dazu kommt. Zur Zeit bin ich einfach oft lustlos und ausgelaugt. Selbst wenn ich Zeit hab einfach mal was für mich zu machen, habe ich auf nichts lust und vieles ist einfach anstrengend. Ich lungere dann einfach nur rum und mache nichts groß.

Meine Hobbies von früher musste ich teils aus Zeitgründen aufgeben, weil mein Studium mich so sehr in Anspruch nimmt. Ich zeichne und gestalte beispielsweise gerne, aber damit muss ich mich schon in meinem Studium so mit beschäftigen, dass ich dann in meiner Freizeit schon keine Lust oder Kraft mehr für habe. Früher habe ich Geschichten geschrieben aber irgendwann konnte ich es nicht mehr. Ist einige Jahre her, dass ich regelmäßig geschrieben habe(noch vor all dem), seit dem habe ich es oft versucht wieder reinzukommen, aber ich schaffe es da nicht wo dran zu bleiben und darüber ärgere ich mich dann nur noch mehr, so dass es dann doch nicht mehr entspannend ist. Musik mache ich auch keine mehr, war noch nie so gut darin, aber damals war ich in einem Bandprojekt von einem Jugendzentrum, das hat schon gut getan aber dafür bin ich inzwischen zu alt und alleine habe ich nicht die Motivation und außerdem auch keine Zeit um da weiterzukommen oder auch nur auf den Stand von früher zu kommen. Lesen ist manchmal ganz gut, dass mache ich wieder öfter. Aber wenn meine Gedanken kreisen hilft es auch nicht unbedingt. Nichts hilft dann wirklich.

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25. November 2011 um 8:04
In Antwort auf ssanyu_12253950

Und weiter gehts...
Ich durchlebe zur Zeit die ganzen schlechten Erlebnisse von früher, das verwirrt manchmal. Bin mit dem Studium nicht mehr so zurrecht gekommen und muss mich da jetzt ranhalten, sonst verliere ich den Anschluss. Fiel mir zuerst schwer wieder darauf mich zu konzentrieren aber muss sein, geht hahlt nicht anders. Ich will nicht das alles jetzt wieder verdrängen, nur um alles andere gut zu machen, aber man hat halt nie mal für sowas Zeit, geht ja immer weiter und man muss so viele andere Sachen bewältigen. Deshalb versuch ich grad so ein bisschen Kompromisse da zu finden.

Ich glaube diese Phase ist wichtig für mich, dass bewusstmachen und neu ordnen von all den schlimmen Erlebnissen, auch wenn es Kraft kostet und manchmal so viele ungewohnte Gefühle über mich wegfluten. Hört das jeh auf? Ich hoffe ich bin auf dem richtigen Weg, aber es scheint da so viel zu geben, ich kann gar nicht sagen, ob es weniger wird, der Berg. Manchmal habe ich den Einduck es hat sich was in mir getan, gelöst aber dann kann gibt es wieder Momente, wo ich fest zu hängen scheine und es mir alles Angst macht, ich mich mutlos fühle.

Die Sache ist auch, dass die Missbraucherfahrungen nicht das einzige sind. Zwar gerade das Hauptthema aber das ist ja irgendwie alles miteinander verknüpft. Ich meine, ich hab nicht nur diese konkreten Erfahrungen zu verarbeiten sondern das geht auch tiefer, bzw. hat ja auch einen Grund, warum ich in solche Situationen geraten bin und mich dort nicht ausreichend schützen konnte, betrifft auch allgemeine Schwierigkeiten von mir wie z.B. dass ich mich irgendwie leicht von anderen manipulieren, überreden lasse, schnell kusche, mir ein schlechtes Gewissen machen lasse und denke, ich muss mir alles gefallen lassen, weil ich mich irgendwie verdrehter Weise so fühle, als müsste ich immer für die anderen zur Verfügung stehen.

Ich denke das ist ein Wesenszug, der einfach von einer Vielzahl von Erlebnissen in meiner Kindheit, Familie, Schule (Mobbingopfer) und auch später herrührt. Deshalb ist es gar nicht so leicht das zurückzuverfolgen bzw. nur die Missbrauchserfahrungen zu betrachten, weil das eben zusammenhängt.

Und da ist auch komischer Weise so viel Scham. Obwohl ich ja weiß, was mir da passiert ist, kann ich es oft nicht wirklich begreifen und schäme mich dafür, dass ich soetwas erlebt habe. Es ist wie ein Makel, den ich loswerden will und ich will einfach ein normales Leben führen, sein wie Leute, die soetwas nicht erlebt haben. Ich weiß nicht, warum ich mir so schlecht vorkomme, dabei bin ich doch das "Opfer". Ich ertrage es manchmal nicht mal vor mir selbst mir die Sachen in Erinnerung zu rufen, einerseits, weil es schlimme Erlebnisse sind, andererseits weil ich mich zusehr dafür schäme, dann versuch ich mir zu sagen: es ist doch niemand hier, ich bin allein und brauche das ja niemandem so im Detail zu erzählen, also ist es doch ok, wenn ich es betrachte. Das ist es irgendwie nicht. Es sollte einfach nicht passiert sein, habe ich den Eindruck. Deshalb kann ich es manchmal nicht ertragen, weil es eben passiert ist. Das kann doch alles nicht sein...

Streiten lernen
Hallo, Liebes.

Ich kenne das alles. Ich Idiot ließ mich früher von jedem ausnutzen, weil ich geliebt werden wollte. Man hatte das doch so schön verinnerlicht: Tue brav, was dir aufgetragen wurde, dann erntest du vll ein kleines Danke. In meiner Therapie habe ich das alles gelernt: Wie entspannt man sich, gerade wenn die Gedanken kommen, wie streitet man sachlich, ohne sich gleich emotional angegriffen zu fühlen, wie ahnt man voraus, was der andere als nächstes von einem will und arbeitet unter Umständen dagegen. Ich war bei einem Kinderpsychiater. Eigentlich liegt sein Schwerpunkt da, aber er hat es trotzdem geschafft, einer (körperlich) Erwachsenen Logik und Konsequenz beizubringen. Meinst du, es könnte helfen, wenn du bestimmte Leistungen bei deiner Therapeutin ansprichst? Wenn du sie mal fragst, ob sie dir Entspannungsübungen beibringen kann? (Wenn sie es nicht kann, ich kann dir erklären, wie es geht. Ich bring dir einfach alle bei, die ich gelernt habe und du schaust dann, was für dich gut ist) Blöd ist das mit dem Manipulieren. Das muss man etwas länger üben. Meiner Meinung nach, sollte die Therapeutin das machen, aber wenn sie das nicht will oder anbietet, schicke ich dir in einer privaten Nchricht meine Telefonnummer, dann können wir das zusammen machen. Ich lernte das Streiten am Beispiel von Knödeln. Mein Psychiater fragte mich, ob ich Knödel mag und ich antwortete, ich würde sie zwar lieber essen, als zubereiten, aber ja, ich mag sie. Daraufhin vertrat er die Ansicht, dass Knödel abgeschafft werden müssten bei all der Stärke und dem Mehl, was da so drin sei und ich musste die Notwendigkeit von Knödeln verteidigen. Er machte das sehr gut. Er zählte zwei Zutaten auf, die wirklich drin sein sollten und erwähnte dann eine, die ich zumindest noch nie in Knödel getan habe. Und auf dieser einen hackte er dann gnadenlos herum. Ich hätte nur sagen brauchen: "Keine Ahnung, wie Sie Knödel machen, aber Butter gehört da gar nicht hinein", aber nein, ich Depp ließ mich total ablenken und verteidigte zum Schluss Butter, statt Knödel.
Anfangs war er in seiner Formulierung sehr genau (Das Argument ist haltlos) später provozierte er schon mehr (Das Argument ist Quatsch) und zum Schluss konnte ich mich wehren, wenn er "Blödsinn" sagte. Ich fühlte mich als Mensch durch "Blödsinn" nicht mehr abgewertet, ich konnte bei der Sache bleiben.

Ich will deine Therapeutin nicht kritisieren. Ich will dir nur meine Erfahrungen sagen. Mir haben diese Erfolge unglaublich gutgetan. Natürlich haben wir auch über die Vergewaltigung gesprochen und über mein mieses Elternhaus. Aber er hat auch die Erziehungsfehler meiner Eltern ausgebügelt.

Ich glaube, ich würde mal versuchen, die Therapeutin etwas mehr zu fordern.

Alles Liebe, Nelly

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25. November 2011 um 21:24

Therapie
Ich weiß nicht genau auf ihrem Zettel steht: Fachärztin für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Psychotherapie - fachgebunden- Kinesiologie.

Mir hilft das Reden schon, lange konnte ich ja nichtmal drüber reden und habe mich nur noch mehr in Schwierigkeiten gebracht. Wenn ich mit meiner Therapeutin darüber rede, hilft es mir schon in sofern, dass sich meine Gedanken ordnen, das Chaos im Kopf und teilweise mit den Gefühlen weniger zu werden scheint.
Außerdem hilft die Rückmeldung von ihr, dass sie z.B. mir bestätigt, dass das was man mit mir gemacht hat nicht richtig ist, wobei ich da immer noch Probleme habe und die Schuld bei mir suche, aber dann sowas von jemand anderem zu hören, gibt irgendwie Kraft und ist einfach wie ein anderer Blickwinkel. Und wenn ich darüber rede, wird es realer, im Sinn von, dass ich anfange es zu akzeptieren, und es als Teil meiner Vergangenheit ansehen kann. Und es versteht sich ja von selbst, dass ich nur soviel darüber rede, wie es für mich ok ist. Dennoch weiß ich nicht, ob das reicht, davon abgesehen, dass die Termine oft nicht wöchentlich sind sondern länger auseinander liegen ich aber gerade mehr Unterstützung bräuchte. Bei dem ganzen Wiedererleben, was mir hilft zu mir selbst zu finden und mich besser zu verstehen frage ich mich aber auch, wie ich wieder aus dem Tal herauskomme und habe Angst, dass ich da nachher drin hängen bleibe, keine neuen positiven Einstellungen aufbauen kann. Ich bin jetzt seit einigen Wochen intensiv dabei, alles scheint anders zu sein als vorher, ich weiß nicht so genau, was ich da mache, wie ich mich stärken kann.

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25. November 2011 um 21:49

Mein Freund...
Ich weiß nicht wie ich das mit meinem Freund machen soll. Er kommt glaube ich nicht so mit der Situation klar, vielleicht kann er gar nicht genau verstehen, wie es mir geht, und eventuell gibt er sich die Schuld. Ich habe ihn heute darauf hingewiesen, dass ich zur Zeit Probleme mit Berührungen habe, auch Streicheln kann ich manchmal einfach nicht ab. Er reagiert immer sehr verletzt, ich weiß das nicht recht zu deuten, könnte aber einfach Hilflosigkeit seinerseits sein. Es ist dann schwer mit ihm darüber zu reden, weil er so emotional dann ist und verzweifelt und das bringt dann die Gefühle in mir nach oben, so dass ich frustriert bin, weil er mich nicht zu verstehen scheint, bzw. nicht einfach meine Hinweise annehmen kann ohne so darauf zu reagieren und sich die Schuld zu geben an allem.

Es ist irgendwie so eine Barriere zwischen uns. Denn in solchen Momenten ist ein richtiges Gespräch kaum möglich, wegen der ganzen Emotionen, ich komm nicht an ihn ran, hab den Eindruck ihm nicht verständlich machen zu können, worum es mir geht und warum. Und die zwischen Zeit scheint es mir, als versucht er so zu tun als wäre nichts, hält sich natürlich bei mir zurück aber na ja.. Ich bräuchte die Unterstützung von ihm, aber ich glaube er versteht nicht in welcher Weise und er ist überfordert.

Er denkt ich brauche einfach Zeit, aber ich brauche auch irgendwie die Auseinandersetzung mit ihm über dieses Thema. Ich weiß nicht ob ihm klar ist, dass es erstmal nicht mehr so sein wird wie früher, dass jetzt alles anders ist. Das ist irgendwie auch schwer zu begreifen weil 2 1/2 Jahre sind wir ja relativ vertraut miteinander umgegangen und jetzt habe ich mit vielem Probleme. Aber ich weiß jetzt, dass ich damals einfach viel verdrängt habe, versucht habe darüber hinwegzugehen und mir war gar nicht so bewusst, dass das nicht richtig funktionieren kann, dass es nicht echt ist. Jetzt gestehe ich mir zu diese ganzen Gefühle zu fühlen, auch das Unwohlfühlen bei Berührungen, die für andere kein Problem sind, davor dachte ich gar kein Recht so zu fühlen zu haben.

Jetzt lasse ich es zu und er kann es nicht verstehen, warum ich jetzt so anders bin, warum ich das durchmachen muss. Das es wichtig ist. Er denkt dann irgendwie es liegt an ihm, weil er sich so verhalten hat und mich bedrängt hat. Aber das ist es natürlich nicht nur. Es stimmt schon, dass ich mit diesen Erfahrungen mit ihm auch zu kämpfen habe und das verarbeiten muss aber ich denke, ich währe so oder so an diesen Punkt gekommen, denn die ganzen Erlebnisse von früher, vor ihm, habe ich ja nicht verarbeitet gehabt. Diese ganzen Sachen kommen jetzt hoch und sein Verhalten hat das jetzt ins Rollen gebracht, ich kann ihm sogar dafür dankbar sein, mir war gar nicht klar, wie ich selber mit meinem Problem umgegangen bin, dass ich selber auf mich keine Rücksicht genommen habe.

Ich weiß nur nicht, wie ich es schaffen soll mich wieder mit ihm wohl zu fühlen, ich habe oft Angst und fühle mich so verletzlich. Es ist schwer ihm das zu zeigen, weil wenn er sieht, wie schlecht es mir geht, macht er sich Sorgen und Vorwürfe. Wie kann ich ihm begreiflich machen, was da gerade mit mir los ist und warum und das es nicht nur an ihm liegt? Vielleicht ist es ja auch zu viel für ihn, das könnte ich verstehen, aber das kann er ja auch nicht sagen, weil er eben meint, er ist Schuld daran, dass es mir jetzt schlecht geht und er wird mit den Konsequenzen leben, also mich in Ruhe lassen, wenn ich das will. Aber so einfach ist es nicht. Ich will auch nicht mit allem alleine gelassen werden, ich will auch mit ihm darüber reden können, ohne dass es ihn so kaputt macht und er vor lauter Schuldgedanken nicht erkennt, wie es mir geht und dass ich einfach eine langsame Annäherung brauche.

Derzeit verbringen wir nicht so viel Zeit zusammen, obwohl wir ja zusammen wohnen, aber er meint, er ist gerade allgemein lustlos und hat keine Motivation irgendwas zu machen. Ich weiß nicht weiter, macht es überhaupt Sinn, oder ist die ganze Konstellation einfach zu kompliziert? Was kann ich machen, wenn das Thema doch so schwierig ist und er so verzweifelt reagiert?

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26. November 2011 um 15:52
In Antwort auf ssanyu_12253950

Mein Freund...
Ich weiß nicht wie ich das mit meinem Freund machen soll. Er kommt glaube ich nicht so mit der Situation klar, vielleicht kann er gar nicht genau verstehen, wie es mir geht, und eventuell gibt er sich die Schuld. Ich habe ihn heute darauf hingewiesen, dass ich zur Zeit Probleme mit Berührungen habe, auch Streicheln kann ich manchmal einfach nicht ab. Er reagiert immer sehr verletzt, ich weiß das nicht recht zu deuten, könnte aber einfach Hilflosigkeit seinerseits sein. Es ist dann schwer mit ihm darüber zu reden, weil er so emotional dann ist und verzweifelt und das bringt dann die Gefühle in mir nach oben, so dass ich frustriert bin, weil er mich nicht zu verstehen scheint, bzw. nicht einfach meine Hinweise annehmen kann ohne so darauf zu reagieren und sich die Schuld zu geben an allem.

Es ist irgendwie so eine Barriere zwischen uns. Denn in solchen Momenten ist ein richtiges Gespräch kaum möglich, wegen der ganzen Emotionen, ich komm nicht an ihn ran, hab den Eindruck ihm nicht verständlich machen zu können, worum es mir geht und warum. Und die zwischen Zeit scheint es mir, als versucht er so zu tun als wäre nichts, hält sich natürlich bei mir zurück aber na ja.. Ich bräuchte die Unterstützung von ihm, aber ich glaube er versteht nicht in welcher Weise und er ist überfordert.

Er denkt ich brauche einfach Zeit, aber ich brauche auch irgendwie die Auseinandersetzung mit ihm über dieses Thema. Ich weiß nicht ob ihm klar ist, dass es erstmal nicht mehr so sein wird wie früher, dass jetzt alles anders ist. Das ist irgendwie auch schwer zu begreifen weil 2 1/2 Jahre sind wir ja relativ vertraut miteinander umgegangen und jetzt habe ich mit vielem Probleme. Aber ich weiß jetzt, dass ich damals einfach viel verdrängt habe, versucht habe darüber hinwegzugehen und mir war gar nicht so bewusst, dass das nicht richtig funktionieren kann, dass es nicht echt ist. Jetzt gestehe ich mir zu diese ganzen Gefühle zu fühlen, auch das Unwohlfühlen bei Berührungen, die für andere kein Problem sind, davor dachte ich gar kein Recht so zu fühlen zu haben.

Jetzt lasse ich es zu und er kann es nicht verstehen, warum ich jetzt so anders bin, warum ich das durchmachen muss. Das es wichtig ist. Er denkt dann irgendwie es liegt an ihm, weil er sich so verhalten hat und mich bedrängt hat. Aber das ist es natürlich nicht nur. Es stimmt schon, dass ich mit diesen Erfahrungen mit ihm auch zu kämpfen habe und das verarbeiten muss aber ich denke, ich währe so oder so an diesen Punkt gekommen, denn die ganzen Erlebnisse von früher, vor ihm, habe ich ja nicht verarbeitet gehabt. Diese ganzen Sachen kommen jetzt hoch und sein Verhalten hat das jetzt ins Rollen gebracht, ich kann ihm sogar dafür dankbar sein, mir war gar nicht klar, wie ich selber mit meinem Problem umgegangen bin, dass ich selber auf mich keine Rücksicht genommen habe.

Ich weiß nur nicht, wie ich es schaffen soll mich wieder mit ihm wohl zu fühlen, ich habe oft Angst und fühle mich so verletzlich. Es ist schwer ihm das zu zeigen, weil wenn er sieht, wie schlecht es mir geht, macht er sich Sorgen und Vorwürfe. Wie kann ich ihm begreiflich machen, was da gerade mit mir los ist und warum und das es nicht nur an ihm liegt? Vielleicht ist es ja auch zu viel für ihn, das könnte ich verstehen, aber das kann er ja auch nicht sagen, weil er eben meint, er ist Schuld daran, dass es mir jetzt schlecht geht und er wird mit den Konsequenzen leben, also mich in Ruhe lassen, wenn ich das will. Aber so einfach ist es nicht. Ich will auch nicht mit allem alleine gelassen werden, ich will auch mit ihm darüber reden können, ohne dass es ihn so kaputt macht und er vor lauter Schuldgedanken nicht erkennt, wie es mir geht und dass ich einfach eine langsame Annäherung brauche.

Derzeit verbringen wir nicht so viel Zeit zusammen, obwohl wir ja zusammen wohnen, aber er meint, er ist gerade allgemein lustlos und hat keine Motivation irgendwas zu machen. Ich weiß nicht weiter, macht es überhaupt Sinn, oder ist die ganze Konstellation einfach zu kompliziert? Was kann ich machen, wenn das Thema doch so schwierig ist und er so verzweifelt reagiert?

Liebe Maus
Die Angehörigen von Gewaltopfern werden durch die Liebe zu ihren Partnern auch irgendwie zu Opfern. Darum bietet pro Familia eine Betreuung für beide Parteien an. Unter Umständen könnte dein Freund sich dort Hilfe holen, damit er besser auf dich eingehen kann. Meinem Mann wurde dieses Angebot auch gemacht, doch er weigerte sich vehement, die Ratschläge anzunehmen, ja sogar, sie zu bekommen. Er erklärte mir damals, das sei mein Problem, nicht seins und er sehe gar keinen Grund, sich beraten zu lassen. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass er dieses Thema überhaupt nicht an sich heranlassen kann. Könnte das bei deinem Freund auch so sein? Hast du das Gefühl, dass er dir wirklich zuhört, wenn ihr redet, oder wartet er nur darauf, dass du endlich fertig bist und ihr zur Tagesordnung übergehen könnt?
Bei Problemen mit Partnern ist es so schwer einzuschätzen, ob der Partner einfach nur ein Egoist ist, der will, dass die Tussi jetzt endlich wieder funktioniert, oder ob er wirklich darunter leidet, dass er seiner Freundin nicht besser helfen kann. Es gibt zwar Anzeichen, die das eine oder andere vermuten lassen, aber die könnte ein Berater von pro Familia besser deuten, als ein Laie. Zumindest traue ich mir das nicht zu, wenn ich deinen Freund nicht beobachten kann, während er spricht.

Du fragst, ob es Sinn macht, die Beziehung fortzusetzen. Ich hasse es, dass ich dir darauf nur eine blöde Antwort geben kann: Das kannst nur du entscheiden. Du weißt, wie sehr du ihn liebst, du weißt, wie sehr du unter seiner Hilflosigkeit leidest. Du könntest versuchen, aus eurer Beziehung eine WG zu machen. Ihr macht alles zusammen, nur Sex wird besprochen. Das ist weit entfernt von "spontan" und ist genauso schwer, wie es klingt. Aber es würde einen Schnitt setzen, der vom Partner verstanden wird. Manchen Paaren, die ich betreue, hat das geholfen.
Von den Männern dieser Frauen weiß ich, dass sie sich oft von ihren Frauen/Freundinnen betrogen fühlten. Erst war alles in Ordnung und jetzt kommt die Tussi mit so Problemen raus, die alles auf den Kopf stellen. Natürlich schwingt da immer auch eine gute Portion Egoismus mit, denn im Endeffekt wollen die Männer eigentlich nur, dass alles wieder normal ist. Viele tun sich mit der Rücksichtnahme schwer, wenn die etwas längere Zeit in Anspruch nimmt. Den Männern hilft es meistens, wenn sie sich mit jemandem unterhalten können, der sie nicht verurteilt, wenn sie Dinge missverstehen oder zu ungeduldig sind. Darum betreue ich ja so viele Paare. Ich kann halt beide Seiten verstehen. Ich begreife sehr gut, dass dein Freund verunsichert ist. Egal, ob er aus Egoismus oder echter Hilflosigkeit heraus so handelt, er kommt definitiv mit der Situation nicht klar, weil er keine Informationen über das Thema hat.
Wenn du kannst, erkläre ihm, was du brauchst, was geht und vor allem, was gar nicht geht. Sollte das scheitern, biete ich mich sofort als Moderatorin an.
Ich wünsch dir alles Gute, Nelly

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
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