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Scheidungskind, lange Gerschichte

7. März 2005 um 13:21

Meine Eltern haben sich scheiden lassen als ich 2 1/2 jahre jung war, mein Bruder war damals 5 Jahre. Wir haben in Bayern gelebt und meine Mutter ist mit uns in ihre Heimat Hessen gezogen. Mein Vater/Erzeuger ist in Bayern geblieben. Der Kontakt zu ihm war recht spärlich. Nach ca 5 Jahren hat er mit seiner Lebensgefährtin (die beiden sind immer noch zusammen) noch eine Tochter bekommen. Für mich hat er sich nie sonderlich interessiert wenn überhaupt dann nur für seinen Sohn. Er hat oft gesagt das er uns besucht oder abholt und hat es selten gehalten, wenn er dann doch da war, dann war ich wie ein kleines Anhängsel. Meine Mutter ist nach der Scheidung relativ schnell wieder Vollzeit arbeiten gegangen. Ich war erst bei einer Tagesmutter und als ich in die Schule kam in einem Hort. Ab der 5. Klasse waren mein Bruder und ich nach der Schule allein zuhause bis sie nachmittags von der Arbeit kam. Als ich 9 Jahre alt war hat meine Mutter wieder geheiratet, der neue Mann war von Anfang an supernett, ist für mich auch mein Papa. Er hat immer viel für uns getan, tut er auch heute noch (ich bin inzwischen 25 und vor 6 Jahren zuhause ausgezogen).
Dennoch, die Trennung unserer Eltern war für uns Kinder nicht leicht. Als ich größer wurde habe ich angefangen zu lügen, hab mir Geschichten ausgedacht wie ich mein Leben gern gehabt hätte, meine Mutter hat mich zu mehrerern Kinder-/Jugendpsychologen geschleppt, keiner konnte mir helfen. An sich ging es mir zuhause nicht schlecht, aber ich war immer unzufrieden. Vielleicht hat mir einfach Aufmerksamkeit gefehlt.
Als ich 14 Jahre alt war hat meine Mutter noch eine Tochter bekommen,die mir sehr nahe steht. Ich habe von Anfang an viel auf sie aufgepaßt, ich bin für sie mehr als nur eine Schwester.
Inzwischen ist sie 11 Jahre alt und geht auf das selbe Gymnasium auf das meine Eltern mich geschickt haben.Ich hab damlas nach der 12 abgebrochen weil ich kein Bock mehr auf Schule hatte, war zu faul zu lernen ... und werde heute gern als Negativbeispiel hingestellt.
Meine Mutter hat sich mit mir nie hingesetzt und gelernt, wenn Veranstaltungen in der Schule waren mußte ich immer alleine hin. Meine Schwester wird gefördert und unterstützt wo es nur geht. Ich will ihr nicht unrecht tun, die Kleine kann ja auch nichts dafür, Trotzdem versetzt es mir jedesmal einen Stich wenn ich mitkriege wie sie umsorgt wird.
Warum hat meine Mutter sich so wenig um mich gekümmert? Gut, sie war alleine mit zwei Kindern, ging Vollzeit arbeiten um uns zu ernähren aber kann man seinen Kindern dann nicht trotzdem noch Liebe geben?
Im November 2003 habe ich einen Sohn auf die Welt gebracht, sein Vater hat uns im Mai 04 verlassen und ich steh jetzt auch mit dem Zwerg alleine da. Seit kurzem habe ich wieder einen Freund. Wenn das mit ihm und mir sich gut entwickelt wird mein Kleiner mit Sicherheit in den nächsten jahren auch Halbgeschwister kriegen.
Werde ich die gleichen Fehler machen wie meine Mutter? Und was kann ich tun damit es bei uns nicht so wird?

Dann gibt es ja noch die andere Halbschwester, meine Mutter wollte nie das ich Kontakt zu meinem Erzeuger habe, dessen Tochter sucht jetzt aber den Kontakt zu mir und meinem Sohn. Kann ich mich mit ihr treffen ohne meine Mutter und ihren Mann vor den Kopf zu stoßen?

Ich weiß, das klingt alles sehr konfus, vielleicht kann ein Außenstehender da besser durchblicken als ich!
Bin für jede Meinung dankbar!!

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21. März 2007 um 14:54

Also....!
Hallo liebe Rotlocke,
ich denke, dass du ohne Bedenken Kontakt aufnehmen kannst, wenn du das möchtest. Unter einer der Scheidung leidet jedes Kind und das Gefühl des "Weniger-geliebt-werdens" ist auch nicht selten, auch nicht, dass die Kinder, die aus den verschiedenen Partnerschaften entstehen, wirklich unterschiedlich erzogen werden.
Fakt ist, dass du deine eigenen Entscheidungen treffen solltest - Rücksicht nehmen, auf die Gefühle deiner Mutter ist natürlich wichtig - schließlich ist sie deine Mutter. Aber mit einem Treffen oder dem Kontakt zu deiner Halbschwester muss sie ja nichts zu tun haben. Gut finden mus sie das auch nicht. Mach bitte, was du in diesem Fall gerne möchtest - warum du das willst, kannst du deiner Mutter ja erklären, aber setze deinen Wunsch ruhig in die Tat um.
Ich wünsche dir alles Gute dabei, mit herzlichen Grüßen Lilalore

Ps: ich schreibe gerade an meiner Diplomarbeit übder von Scheidung betroffene Kinder =)

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14. April 2008 um 2:46

Im allgemeinen
haben es Scheidungskinder nicht leicht. Ich möchte aber auch dies nicht über einem Kamm scheren. Es liegt im ermessen der Eltern, in wie fern der Kontakt nach einer Scheidung bzw. Trennung zu dem Kind bestehen bleiben. Meine Meinung nach sollte dies nicht der Grund sein, dem Kind den jeweiligen Kontakt zu dem getrennten Elternteil zuverbieten. So ist es nun mal leider nicht. Irgendwo wird immer was fehlen und für den einen oder anderen entstehen dann Konflikte im weiterm Leben.
Meine Eltern haben sich auch im meiner frühsten Kindheit getrennt, aus puren Egoismus meiner Mutter bleibt der Kontakt zu meinem Vater nur selten, und ich hab auch das ein oder andere Problem dadurch. Meine Mutter stand in der selben Situation, allein erziehen, arbeiten um den Lebensunterhalt zu finanzieren und sicherlich Abend gestresst um mir noch Aufmerksamkeit zu schenken. Tja dann kam auch bei mir dieses Gefühl nicht geliebt zu werden. Daher kann ich dich sehr gut verstehen.
Was war kann man nicht rückgängig machen nur versuchen es besser zu machenund das ist nicht so Einfach.

Heute bist du Erwachsen und führst dein eignes Leben. Wenn du Kontakt zu deiner Halbschwester haben möchtest, dann nimm ihn auf.Du brauchst kein schlechtes Gewissen gegenüber deiner Mutter zu haben. Vielleicht redest du auch mal mit ihr darüber, wie wichtig es für dich sei, den Kontakt zu deiner Halbschwester herzustellen. Egal wie sie darauf reagiert, dies sollte dich nicht davon abhalten.Deiner Mutter weiss aber dann wie du dich fühlst.

Viel Glück

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30. Januar 2009 um 17:12

Umgang grundrechtlich geschützt!
Ich weiß natürlich nicht, wie Deine Mutter reagieren wird, aber das Umgangsrecht (gleichzeitig sogar die Pflich jedes Elternteiles!!) ist grundrechtlich geschützt und darf von z. B. dem betreuenden Elternteil nicht vereitelt werden. Vielleicht sagst Du Deiner Mutter nicht direkt, daß Du den Kontakt aufnehmen wirst, sie wird es schon akzeptieren (müssen), wenn Du ihr verdeutlichst, daß sie nichts, schon gar nicht ihre Tochter, verlierst.

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