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Scheidungskind - brauche ich Hilfe???

23. April 2013 um 11:01

Zuerst einmal meine Geschichte:

Ich bin ein Scheidungskind. Als ich 10 Jahre alt war, kam meine Mutter nach Hause und meinte "packt eure Sachen, wir ziehen aus". Niemand hat mich gefragt, wo ich leben möchte, ich wurde einfach "mitgenommen" Meine Eltern stritten viel, das ist so ziemlich das einzige, was mir aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben ist... Kaum ausgezogen, hatte meine Mutter Besuch von einem alten Bekannten, dem besten (!) Freund meines Vaters. Das ging ein paar Wochen so bis sie meiner Schwester (ein Jahr jünger) und mir eröffnete, sie sei schwanger. Plötzlich waren wir zu fünft, manchmal noch zu sechst, wenn der Sohn meines neuen "Vaters" zu Besuch war. Ich bin die älteste von uns Kindern und meine daher auch, damals am Meisten mitbekommen zu haben. Das ist auch der Grund, wieso ich heute noch so sehr nach meinen beiden Schwestern schaue und immer das Gefühl habe, mich um sie kümmern zu müssen. Weil ich die älteste bin und am meisten mitbekommen habe. Auch wenn Erwachsene immer denken, Kinder würden das garnicht verstehen, was da abläuft. Ich habe mich von Anfang an nicht mit meinem Stiefvater verstanden und wurde von diesem auch von Anfang an nicht akzeptiert. Anders hingegen meine Schwester.

Ich bin mittlerweile 22 Jahre alt, meine Schwester 21 und die kleine Nachzüglerin ist 11. Auch wenn sie "nur" meine Halbschwester ist, ist sie für mich meine Schwester. Für ihren Vater kann sie nichts Wir zwei "großen" sind beide schon mit 19 von Zuhause ausgezogen weil es unter einem Dach mit dem Stiefvater nicht mehr auszuhalten war und unsere Mutter war zu sehr mit sich selber beschäftigt, um nach uns zu sehen. Denn nach kurzer Zeit hatte auch sie erkannt, dass ihr neuer Mann nicht so war, wie er durch die rosarote Brille vielleicht aussah. Den Mut, ihn zu verlassen, hatte sie bis heute nicht.

Nun ja, so viel mal zu meiner groben Vorgeschichte. Jetzt das eigentliche Problem:

Ich habe den Eindruck, dass ich beziehungsunfähig bin. Ich habe große Verlustängste, wenn ich jemanden mal an mich heran lasse, kann ich ihn nicht mehr loslassen. Momentan wird das sehr deutlich dadurch, dass ich mich zwischen zwei Männern nicht entscheiden kann und niemanden loslassen möchte.

Und ansonsten wird mir gern von Freunden oder Familienmitgliedern nachgesagt, ich sei sehr kalt nach außen und könne mich nicht öffnen. Das stimmt auch leider. Ich habe ein sehr großes Problem damit, über Probleme oder Gefühle zu sprechen. Wenn ich das dann doch mal muss, bin ich so überwältigt von meinen Gefühlen und der Überwindung, die es mich kostet, dass ich nur noch am Weinen bin. Sachlich darüber reden geht absolut nicht.

Nach außen hin lasse ich mir davon nichts anmerken. Ich gebe zu, dass ich gerne den Eindruck vermittle, sehr kontrolliert über mich und andere Dinge zu sein. Ich bin mit 19 Jahren, also direkt nach der Ausbildung, Chefsekretärin in einem Unternehmen geworden, was wohl meinen Charakter zusätzlich unterstreicht. Ich habe gern die Kontrolle und das Sagen. Ebenso im Privatleben, womit bisher wenige Männer klar gekommen sind.

Alle Ängste und Sorgen spielen sich meist nur in meinem Kopf ab, weil ich es einfach nicht schaffe, sie auszusprechen.

Andersrum fällt es mir auch sehr schwer, jemandem zu sagen, dass ich ihn mag. Es zu zeigen ist kein Problem aber ich bringe es nicht über die Lippen.

Nun stelle ich mir die Frage, haben alle diese "Macken" ihren Ursprung in meiner Kindheit? Stimmt das Vorurteil, dass viele Scheidungskinder einen "Knacks" haben? Und könnt ihr mir vielleicht sagen, ob ich es doch einmal wagen sollte, mir Hilfe zu suchen um besser durchs Leben zu kommen?

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26. April 2013 um 20:05

Hey
Ich hätte nie gedacht, das ich ein ;ensch finde, dem es genauso geht wie mir!
iÍch bin Scheidungskind, war damals 9 und mittlerweile 15 Jahre alt. Meine Schwester ist nur eine Minute jünger, wir sind Zwillinge, aber ich fühle mich so verantwortlich für sie, wie wenn ich ihre große Schwester wär. Von außen sieht es aus, wie wenn mich die Scheidung nicht belastet oder belastet hat. Aber das ist nicht so! Ich leide so darunter und verstehe mich gar nicht mit der Freundin meines Vaters. Ich war auch wegen eines Vorfalls 4 Monate lang nicht bei meinem Vater, aber das ist ein Jahr her. Meine Noten sind viel viel schlechter geworde, ich muss aufpassen das ich nicht sitzen bleibe und vorher war ich immer gut! Ich hab auch große Verlustängste, Anst mich zu öffnen etc. wie du eben!

Die Scheidung kann sehr wohl ein Grund sein. Die Sache hat dich wahrscheinlich sehr verletzt und du hast Angst, wieder so gekränkt zu werden. So geht es mir zumindest, vielleicht ist es bei dir ja auch so!

Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen dir Hilfe zu holen. Rede auf jeden Fall mit einer Psychologin/einem Psychologen darüber, ich hoffe, das es dir hilft!
Ich will auch mit einer Psychologin reden, weil ich hoffe, das es mir hilft, aber ich hab Angst, das meine Mutter das nicht will und so..

Naja, ich wünsch dir viel Glück!

Scheidungskinder haben keine Knacks! Das ist eben nur eine seelische/psychische Belastund und je nachdem, wie die Scheidung ablief (über ein Jahr, zwei Jahre etc, waren deine Eltern für dich da, haben sie um Geld etc gestritten, haben sie dich danach noch mit irgendwelchen Worten/Handlunen verletzt) geht ein Kind anders damit um. Es kommt auch auf das Alter an und wie sich die Eltern danach verstehen!
Wir wurden verletzt, sehr verletzt von Menschen, die einem einfach alles bedeuten und das ist nicht leicht wegzustecken!

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29. April 2013 um 15:57
In Antwort auf lara_12662393

Hey
Ich hätte nie gedacht, das ich ein ;ensch finde, dem es genauso geht wie mir!
iÍch bin Scheidungskind, war damals 9 und mittlerweile 15 Jahre alt. Meine Schwester ist nur eine Minute jünger, wir sind Zwillinge, aber ich fühle mich so verantwortlich für sie, wie wenn ich ihre große Schwester wär. Von außen sieht es aus, wie wenn mich die Scheidung nicht belastet oder belastet hat. Aber das ist nicht so! Ich leide so darunter und verstehe mich gar nicht mit der Freundin meines Vaters. Ich war auch wegen eines Vorfalls 4 Monate lang nicht bei meinem Vater, aber das ist ein Jahr her. Meine Noten sind viel viel schlechter geworde, ich muss aufpassen das ich nicht sitzen bleibe und vorher war ich immer gut! Ich hab auch große Verlustängste, Anst mich zu öffnen etc. wie du eben!

Die Scheidung kann sehr wohl ein Grund sein. Die Sache hat dich wahrscheinlich sehr verletzt und du hast Angst, wieder so gekränkt zu werden. So geht es mir zumindest, vielleicht ist es bei dir ja auch so!

Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen dir Hilfe zu holen. Rede auf jeden Fall mit einer Psychologin/einem Psychologen darüber, ich hoffe, das es dir hilft!
Ich will auch mit einer Psychologin reden, weil ich hoffe, das es mir hilft, aber ich hab Angst, das meine Mutter das nicht will und so..

Naja, ich wünsch dir viel Glück!

Scheidungskinder haben keine Knacks! Das ist eben nur eine seelische/psychische Belastund und je nachdem, wie die Scheidung ablief (über ein Jahr, zwei Jahre etc, waren deine Eltern für dich da, haben sie um Geld etc gestritten, haben sie dich danach noch mit irgendwelchen Worten/Handlunen verletzt) geht ein Kind anders damit um. Es kommt auch auf das Alter an und wie sich die Eltern danach verstehen!
Wir wurden verletzt, sehr verletzt von Menschen, die einem einfach alles bedeuten und das ist nicht leicht wegzustecken!

Wow
Also zuerst einmal muss ich sagen, du klingst, allein auf das Schreiben bezogen, absolut nicht wie eine 15-jährige

Das ist schön, dass es Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben. Kürzlich hat mir jemand gesagt "Menschen, die glauben, sie brauchen Hilfe, brauchen garkeine Hilfe, da sie ihr Problem bereits erkannt haben". Naja, ob das nun stimmt oder nicht, man weiß es nicht.. Es ist jedenfalls ein sehr großer Schritt für mich, mir diesbezüglich Hilfe zu nehmen, da ich es mir nur schwer zugestehen kann, dass einige Eigenschaften an mir ausbesserungsfähig sind

Aber jetzt mal zu dir.. Warum sollte deine Mutter das denn nicht wollen? Wenn es dir dadurch besser geht, sollte sie dich da schon unterstützen und ich bin mir sicher, dass sie das auch zu deinem Wohlergehen macht.

Vielleicht bleiben wir ja in Kontakt und informieren uns gegenseitig über unsere Fortschritte, würde mich freuen

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29. April 2013 um 15:58

Vielen Dank
für deine nette Antwort!

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1. Mai 2013 um 17:41
In Antwort auf janie_12290789

Wow
Also zuerst einmal muss ich sagen, du klingst, allein auf das Schreiben bezogen, absolut nicht wie eine 15-jährige

Das ist schön, dass es Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben. Kürzlich hat mir jemand gesagt "Menschen, die glauben, sie brauchen Hilfe, brauchen garkeine Hilfe, da sie ihr Problem bereits erkannt haben". Naja, ob das nun stimmt oder nicht, man weiß es nicht.. Es ist jedenfalls ein sehr großer Schritt für mich, mir diesbezüglich Hilfe zu nehmen, da ich es mir nur schwer zugestehen kann, dass einige Eigenschaften an mir ausbesserungsfähig sind

Aber jetzt mal zu dir.. Warum sollte deine Mutter das denn nicht wollen? Wenn es dir dadurch besser geht, sollte sie dich da schon unterstützen und ich bin mir sicher, dass sie das auch zu deinem Wohlergehen macht.

Vielleicht bleiben wir ja in Kontakt und informieren uns gegenseitig über unsere Fortschritte, würde mich freuen

Danke!
ich freu mich echt über deine antwort!
Irgendwie hat der "Spruch" was!
Ich mein, wir haben beide unsere Probleme erkannt, aber ich hab bei mir das Gefühl, ich schaff das nicht alleine, sie zu beseitigen oder kleiner zu bekommen..

Also meine Mutter hat das schon öfter mal vorgeschlagen zu einer Psychologin zu gehen, das wir alle mal darüber reden können..ich werd sie auf jeden Fall darauf ansprechen!
Ich schreib dir eine pn, würd mich auch freuen, wenn wir in Kontakt bleiben!

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