Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Regelmässige Träume von Arbeitskollegen

27. Juli 2019 um 18:01 Letzte Antwort: 19. Oktober 2019 um 16:58

Ich habe nun einige Tage überlegt, ob ich einen Thread starten soll. Nun denn, hier ist er:


Vor 4 Monaten habe ich eine neue Stelle begonnen und bin sehr glücklich. Mir gefällt die Arbeit, das Arbeitsklima, der Arbeitsort und die Arbeitskollegen. Zum ersten mal kann ich mich wirklich nicht über meinen Job beklagen und denke, dass ich endlich einen Arbeitsplatz gefunden habe, bei dem ich länger bleiben möchte.

Meinen Freund habe ich bei der vorletzten Arbeitsstelle kennen gelernt. Wir hatten fast 2 Jahre zusammen gearbeitet und uns immer gut verstanden, auf kollegial-freundschaftlicher Ebene. Nachdem er gekündigt hatte, merkten wir, dass da mehr zwischen uns ist. Das ist jetzt gut 2 Jahre her und ich bin sehr glücklich mich ihm und könnte mir keinen besseren vorstellen.

Ca. 1-2 Wochen nachdem ich bei der neuen Stelle angefangen hatte, merkte ich, dass mir ein (ebenfalls vergebener) Kollege nicht schlecht gefällt, der mir in den ersten Tagen kaum aufgefallen ist. Er stand neben mir und ich musterte ihn etwas genauer, und merkte dann, dass er optisch eine Mischung ist aus meinem Freund und einem Ex-Freund. Ich habe kein Verliebtheitsgefühl à la „Kribbeln im Bauch“ oder „Nervosität“ wenn er in der Nähe ist. Ich freue mich aber, wenn ich ihn sehe und er am Mittagstisch oder beim Feierabendbier dabei ist, weil ich gerne mit ihm rede. Abseits von all dem haben wir keinen Kontakt und ich habe auch nicht das Bedürfnis, ihn aussergeschäftlich zu kontaktieren. Trotzdem merke ich, dass ich mir zu viele Gedanken um ihn mache, z.B. worüber wir mal geredet haben, was er zu mir gesagt hat und dass es einige Dinge gibt, die ich ihn mal fragen möchte, weil es mich interessiert. (... allein der Thread hier beweist es)

Das, was mich jedoch am meisten stört und irritiert, ist, dass er seit 1-2 Monaten in meinen Träumen herumgeistert. Und das etwa 2-3 mal in der Woche. Man kann sagen, dass es daher kommt, weil man mit Arbeitskollegen ja viel Zeit verbringt, aber dann müssten die anderen ja auch ständig im Traum auftauchen? Die Träume selbst sind harmlos. Meist sind wir irgendwo zu zweit oder mit anderen unterwegs oder auf Arbeit und reden über etwas. Es gibt nichts sexuelles oder romantisches.

Ich bemerke allerdings zwei Arten von Träumen: Entweder schenkt er mir im Traum Aufmerksamkeit und wir reden über alles mögliche, oder er ignoriert mich fast völlig, was mich dann sehr trifft. Und ich befürchte, das könnte es sein, was mich innerlich beschäftigt: Denn an manchen Tagen habe ich das Gefühl, er mag mich nicht, und dann gibt’s wieder Situationen, bei denen ich denke, ich gefalle ihm auch. Als ob es mir nur darum gehen würde! Suche ich irgendeine Art von Bestätigung? Brauche ich das wirklich? Warum von ihm? Klar möchte ich von den anderen Kollegen auch, dass sie mich mögen oder ich ihnen zumindest sympathisch bin, wir arbeiten schliesslich eng zusammen. Aber bei ihm fühlt es sich an, als möchte ich eine Stufe mehr, denn über die anderen verschwende ich keine Gedanken.

Vielleicht bewundere oder beneide ich ihn? Habe ich ein Faible für Arbeitskollegen (mein Freund war ja auch einer)? Was kann das sein? Wie komme ich davon los? Ich habe schon überlegt, zu einem Therapeuten zu gehen, der mir dann vielleicht helfen kann, herauszufinden, woher das kommt oder was genau tief in meiner Psyche schlummert.

Tipps? Ideen? 




 

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28. Juli 2019 um 8:26
In Antwort auf frischesbier

Ich habe nun einige Tage überlegt, ob ich einen Thread starten soll. Nun denn, hier ist er:


Vor 4 Monaten habe ich eine neue Stelle begonnen und bin sehr glücklich. Mir gefällt die Arbeit, das Arbeitsklima, der Arbeitsort und die Arbeitskollegen. Zum ersten mal kann ich mich wirklich nicht über meinen Job beklagen und denke, dass ich endlich einen Arbeitsplatz gefunden habe, bei dem ich länger bleiben möchte.

Meinen Freund habe ich bei der vorletzten Arbeitsstelle kennen gelernt. Wir hatten fast 2 Jahre zusammen gearbeitet und uns immer gut verstanden, auf kollegial-freundschaftlicher Ebene. Nachdem er gekündigt hatte, merkten wir, dass da mehr zwischen uns ist. Das ist jetzt gut 2 Jahre her und ich bin sehr glücklich mich ihm und könnte mir keinen besseren vorstellen.

Ca. 1-2 Wochen nachdem ich bei der neuen Stelle angefangen hatte, merkte ich, dass mir ein (ebenfalls vergebener) Kollege nicht schlecht gefällt, der mir in den ersten Tagen kaum aufgefallen ist. Er stand neben mir und ich musterte ihn etwas genauer, und merkte dann, dass er optisch eine Mischung ist aus meinem Freund und einem Ex-Freund. Ich habe kein Verliebtheitsgefühl à la „Kribbeln im Bauch“ oder „Nervosität“ wenn er in der Nähe ist. Ich freue mich aber, wenn ich ihn sehe und er am Mittagstisch oder beim Feierabendbier dabei ist, weil ich gerne mit ihm rede. Abseits von all dem haben wir keinen Kontakt und ich habe auch nicht das Bedürfnis, ihn aussergeschäftlich zu kontaktieren. Trotzdem merke ich, dass ich mir zu viele Gedanken um ihn mache, z.B. worüber wir mal geredet haben, was er zu mir gesagt hat und dass es einige Dinge gibt, die ich ihn mal fragen möchte, weil es mich interessiert. (... allein der Thread hier beweist es)

Das, was mich jedoch am meisten stört und irritiert, ist, dass er seit 1-2 Monaten in meinen Träumen herumgeistert. Und das etwa 2-3 mal in der Woche. Man kann sagen, dass es daher kommt, weil man mit Arbeitskollegen ja viel Zeit verbringt, aber dann müssten die anderen ja auch ständig im Traum auftauchen? Die Träume selbst sind harmlos. Meist sind wir irgendwo zu zweit oder mit anderen unterwegs oder auf Arbeit und reden über etwas. Es gibt nichts sexuelles oder romantisches.

Ich bemerke allerdings zwei Arten von Träumen: Entweder schenkt er mir im Traum Aufmerksamkeit und wir reden über alles mögliche, oder er ignoriert mich fast völlig, was mich dann sehr trifft. Und ich befürchte, das könnte es sein, was mich innerlich beschäftigt: Denn an manchen Tagen habe ich das Gefühl, er mag mich nicht, und dann gibt’s wieder Situationen, bei denen ich denke, ich gefalle ihm auch. Als ob es mir nur darum gehen würde! Suche ich irgendeine Art von Bestätigung? Brauche ich das wirklich? Warum von ihm? Klar möchte ich von den anderen Kollegen auch, dass sie mich mögen oder ich ihnen zumindest sympathisch bin, wir arbeiten schliesslich eng zusammen. Aber bei ihm fühlt es sich an, als möchte ich eine Stufe mehr, denn über die anderen verschwende ich keine Gedanken.

Vielleicht bewundere oder beneide ich ihn? Habe ich ein Faible für Arbeitskollegen (mein Freund war ja auch einer)? Was kann das sein? Wie komme ich davon los? Ich habe schon überlegt, zu einem Therapeuten zu gehen, der mir dann vielleicht helfen kann, herauszufinden, woher das kommt oder was genau tief in meiner Psyche schlummert.

Tipps? Ideen? 




 

Auch wenn man in einer Beziehung ist...es passiert immer mal wieder, dass man jemanden trifft der etwas in einem anrührt, fuer den man schwärmt, sich vielleicht sogar etwas verliebt. 

Das ist gar nicht ungewöhnlich. 

Zum Psychologen muss man deshalb nicht. Man verfolgt diese Gefühle einfach nicht, sucht nicht die Nähe dieses Menschen, sondern meidet sie. Dann löst sich das auch bald wieder in nichts auf...die Träume irgendwann auch. 

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19. Oktober 2019 um 13:18

Ja, Schwärmereien hatte ich in Vergangenheit auch schon, die vergehen irgendwann auch wieder und erweisen sich als harmloser, als es erscheint. Deswegen hoffte ich, dass es diesmal auch wieder so ist. 

Problem: Die Nähe zu jemandem meiden geht nicht, wenn man zusammen arbeitet. Und die Träume lassen mich noch mehr verwirren, wenn ich morgens aufwache. Das macht es noch schlimmer. Wenn doch die Träume wenigstens nicht wären...

Es wurde kürzlich weniger, als ich und danach er Urlaub hatten. Da habe ich ihn 4 Wochen lang nicht gesehen. Jetzt sehrn wir uns wieder und meine Träume und Gedanken über ihn werden wieder präsenter. 

Jedenfalls, danke für die Antwort. Ich kann irgendwie mit niemandem darüber reden und denke oft, dass es besser ist, nicht darüber zu reden. 

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19. Oktober 2019 um 16:58
In Antwort auf frischesbier

Ja, Schwärmereien hatte ich in Vergangenheit auch schon, die vergehen irgendwann auch wieder und erweisen sich als harmloser, als es erscheint. Deswegen hoffte ich, dass es diesmal auch wieder so ist. 

Problem: Die Nähe zu jemandem meiden geht nicht, wenn man zusammen arbeitet. Und die Träume lassen mich noch mehr verwirren, wenn ich morgens aufwache. Das macht es noch schlimmer. Wenn doch die Träume wenigstens nicht wären...

Es wurde kürzlich weniger, als ich und danach er Urlaub hatten. Da habe ich ihn 4 Wochen lang nicht gesehen. Jetzt sehrn wir uns wieder und meine Träume und Gedanken über ihn werden wieder präsenter. 

Jedenfalls, danke für die Antwort. Ich kann irgendwie mit niemandem darüber reden und denke oft, dass es besser ist, nicht darüber zu reden. 

traurig nur für deinen Freund

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