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Realitätsflucht

15. Juni 2006 um 16:06

Hey! Bei mir läuft im Moment nichts wirklich gut. Ich hab ziemlich viele Freunde verloren, meine Noten sind total schlecht geworden wodurch ich evtl. nicht zum Abi zugelassen werde, mit meinen Eltern komm ich nicht wirklich gut klar und außerdem hätte ich so gerne einen Freund. In letzter Zeit steiger ich mich immer mehr in irgendwelche Tagträume rein. Wenn etwas nicht gut gelaufen ist und jemand evtl. ein schlechtes Bild von mir hat, stelle ich mir vor wie es am besten hätte laufen sollen. Ich stell mir das total ausführlich vor und danach gehts mir so viel besser. es gibt mir so ein gutes Gefühl, als ob es jetzt wirklich so gut gelaufen wär. Allerdings bringt mir das ja nichts, da die anderen ja "nur" die Realität kennen. wenn ich mir z.B. vorstell, dass alles total super läuft, gehts mir irgendwie besser, aber in wirklichkeit geht alles schief. Ich flüchte immer häufiger in diese Tagträume und habe echt Angst, dass ich die Realität nicht mehr wirklich wahrnehmen kann, als das was sie ist. Hinzu kommt dass vor unefähr einem halben Jahr an einer Depression litt, welche ich eigentlich im Moment im Griff hab. Kennt das Problem mit der Realitätsflucht jemand? Würde mich über ein paar Meinungen sehr freuen.
LG Sugar

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15. Juni 2006 um 17:42

Reden, reden, reden,...
Um Hilfe bitten kann jedenfalls nie schaden.
Es kann nur helfen mit sovielen Menschen über deine Probleme zu reden wie es nur geht.
Ich denke, dass das jeder irgendwo von sich kennt. Verdrängen ist eben viel einfacher als sich mit den wirklichen Problemen auseinanderzusetzen.Die meisten Leute geben sowas nur ungern oder nie zu. Keiner ist immer stark und steckt alles so locker weg. Im Gegensatz zu denen, die sich selber was vormachen, hast du den ersten Schritt schon getan: Du hast dein Problem erkannt und darfst jetzt bloß nicht aufhören weiter daran zu arbeiten!Bei mir sind auch Kontakte zu einigen Leuten abgebrochen, weil ich mich nicht um sie bemüht habe, aber es lag unter anderem auch an meiner Depression (Antriebslosigkeit, Rückzug) Meine Ausbildung habe ich auch um ein halbes Jahr verlängern müssen und einen Lover hab ich im Moment auch nicht! Es gab auch bei mir früher extrem schwere Stimmungstiefs in denen ich dachte, da komme ich nie wieder raus. Stell dir vor, was du tun kannst, damit sich deine Situation so wie sie jetzt ist bessert. Versuch die Vergangenheit (schlechte Noten, verlorene Kontakte,...) erstmal auszublenden und ändere die kleinen Dinge, um dein neues Leben ab heute neu zu beginnen. Und wenn du noch ein Jahr draufsetzen musst, dann tu's, aber dann richtig!Wenn dir die Motivation fehlt, such dir Leute mit denen du lernen kannst, oder bitte um Nachhilfe!Es kann auch ein schönes Gefühl sein, wenn man merkt, dass man sein Leben selbst in der Hand hat. In der neuen Klasse lernst du automatisch neue Leute kennen, so einfach wie in der Schule wird das nie wieder, kann ich dir sagen- oder melde dich doch bei alten Leuten und nimm den Kontakt wieder auf. Wenn's Freunde sind, werden die sich für dich interessieren warum du dich so lang nicht gemeldet hast, ohne großes Rumgezicke. Auf solche kann man auch verzichten. Wenn's einem schon nicht so gut geht, dann wär's besser man umgibt sich mit Menschen, die einem gut tun und nicht noch mies von der Seite anmachen, zumindest ist das meine Meinung. Wenn ich mal nicht so stabil bin, lass ich von Männern lieber die Finger,bis es mir wieder besser geht.
Meist werde ich in dieser Zeit von meinen Mitmenschen automatisch gemieden. Dass es mir schlecht geht kriegt nämlich auch jeder mit und viele denken dadurch halt, dass ich ein Problem mit ihnen habe. Deshalb stelle ich das bei Freunden immer klar, wenn ich mich mal länger nicht gemeldet hab.
Wenn dein Tief anhält, wär' ein Verhaltenstherapeut nicht schlecht!Da muss man sich allerdings mindestens ein halbes Jahr vorher anmelden, bis mal ein Platz frei wird-oder du lässt dich vom Psychiater beraten, der überweist dich -nur wenn du willst- eventuell in eine psychotherapeutische Klinik, da hast du erstmal genug Abstand und Betreuung vom Facharzt, Pflegepersonal, die du gerne zuquatschen kannst (dafür werden die schließlich bezahlt ) und viele Therapiemöglichkeiten (Konzentrationstraining, Musik-, Kunst-, etc. je nach Klinik und Bedarf)
Ich hoffe ich konnte dir damit ein wenig helfen und dir geht bald besser

alles Gute

spaciba1

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15. Juni 2006 um 19:51
In Antwort auf shinju_12079976

Reden, reden, reden,...
Um Hilfe bitten kann jedenfalls nie schaden.
Es kann nur helfen mit sovielen Menschen über deine Probleme zu reden wie es nur geht.
Ich denke, dass das jeder irgendwo von sich kennt. Verdrängen ist eben viel einfacher als sich mit den wirklichen Problemen auseinanderzusetzen.Die meisten Leute geben sowas nur ungern oder nie zu. Keiner ist immer stark und steckt alles so locker weg. Im Gegensatz zu denen, die sich selber was vormachen, hast du den ersten Schritt schon getan: Du hast dein Problem erkannt und darfst jetzt bloß nicht aufhören weiter daran zu arbeiten!Bei mir sind auch Kontakte zu einigen Leuten abgebrochen, weil ich mich nicht um sie bemüht habe, aber es lag unter anderem auch an meiner Depression (Antriebslosigkeit, Rückzug) Meine Ausbildung habe ich auch um ein halbes Jahr verlängern müssen und einen Lover hab ich im Moment auch nicht! Es gab auch bei mir früher extrem schwere Stimmungstiefs in denen ich dachte, da komme ich nie wieder raus. Stell dir vor, was du tun kannst, damit sich deine Situation so wie sie jetzt ist bessert. Versuch die Vergangenheit (schlechte Noten, verlorene Kontakte,...) erstmal auszublenden und ändere die kleinen Dinge, um dein neues Leben ab heute neu zu beginnen. Und wenn du noch ein Jahr draufsetzen musst, dann tu's, aber dann richtig!Wenn dir die Motivation fehlt, such dir Leute mit denen du lernen kannst, oder bitte um Nachhilfe!Es kann auch ein schönes Gefühl sein, wenn man merkt, dass man sein Leben selbst in der Hand hat. In der neuen Klasse lernst du automatisch neue Leute kennen, so einfach wie in der Schule wird das nie wieder, kann ich dir sagen- oder melde dich doch bei alten Leuten und nimm den Kontakt wieder auf. Wenn's Freunde sind, werden die sich für dich interessieren warum du dich so lang nicht gemeldet hast, ohne großes Rumgezicke. Auf solche kann man auch verzichten. Wenn's einem schon nicht so gut geht, dann wär's besser man umgibt sich mit Menschen, die einem gut tun und nicht noch mies von der Seite anmachen, zumindest ist das meine Meinung. Wenn ich mal nicht so stabil bin, lass ich von Männern lieber die Finger,bis es mir wieder besser geht.
Meist werde ich in dieser Zeit von meinen Mitmenschen automatisch gemieden. Dass es mir schlecht geht kriegt nämlich auch jeder mit und viele denken dadurch halt, dass ich ein Problem mit ihnen habe. Deshalb stelle ich das bei Freunden immer klar, wenn ich mich mal länger nicht gemeldet hab.
Wenn dein Tief anhält, wär' ein Verhaltenstherapeut nicht schlecht!Da muss man sich allerdings mindestens ein halbes Jahr vorher anmelden, bis mal ein Platz frei wird-oder du lässt dich vom Psychiater beraten, der überweist dich -nur wenn du willst- eventuell in eine psychotherapeutische Klinik, da hast du erstmal genug Abstand und Betreuung vom Facharzt, Pflegepersonal, die du gerne zuquatschen kannst (dafür werden die schließlich bezahlt ) und viele Therapiemöglichkeiten (Konzentrationstraining, Musik-, Kunst-, etc. je nach Klinik und Bedarf)
Ich hoffe ich konnte dir damit ein wenig helfen und dir geht bald besser

alles Gute

spaciba1

Danke
Hey! Ich wollt mich schnell für die ausführliche Antwort bedanken! Es tut gut zu hören, dass andere ähnliche Probleme haben/hatten. Außerdem macht mir das Mut, was du geschrieben hast!
Danke...
Liebe Grüße Sugar

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