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Quarterlife Crisis?

7. Juni 2011 um 14:03

Hallo,
ich hoffe ich bin hier in guter Gesellschaft von Leuten die meine diversen Problemchen und diese ewige Lebenskrise die irgendwie nicht mehr abreißen will verstehen. Ich bin 28 Jahre alt, habe mit 23 bereits mein erstes Studium (aufgrund viel zu hohem Ehrgeiz) abgeschlossen. Danach habe ich 3 Jahre als Unternehmensberaterin gearbeitet und war auf dem Papier auch sehr erfolgreich. Auf dem Papier weil ich mich nicht an eine Sekunde erinnern kann, indem ich mich in meinem Leben als tatsächlich erfolgreich gesehen habe. Natürlich bin ich sehr stolz auf das was auf dem Papier steht, aber es sind irgendwie keine echten Erfolgsgefühle. Ich habe 2 Jobs gekündigt um meinen langersehnten und eingebildeten Traum Psychologin zu werden näher zu kommen.. auch in diesem Studium bin ich am Limit. Es macht mir Spass, ist aber auch nicht das 100%ig Wahre.. ich arbeite nebenbei schon seit einigen Jahren in verschiedenen sozialen Einrichtungen, auch das ist es nicht so richtig... langsam bin ich wirklich verzweifelt und müde.. wonach such ich überhaupt? Ist es das überhaupt wert? Ich bin verheiratet und habe auch Kinderpläne, wieso kann ich mich nicht einfach mit der Teilzeitkraft-/ und Mutterrollenidentität anfreunden? Ich will Karriere machen, nur das gibt mir eine Art Sinngefühl im Leben - dass ich überhaupt noch irgendwas erreichen kann. Es muss sich noch nicht mal im Gehalt wiederspiegeln, mir reicht eine sehr gute Position hauptsächlich. Irgendwie fühlt sich bei mir auch privat alles so leer an, bin glücklich verheiratet und habe liebe Freunde... die Freundschaften werden aber immer unbedeutender, die Beziehung zu meinem Partner immer pragmatischer... mich nerven all diese Gespräche und kleinen Alltagsseelsorgen total. Wie ihr hier lesen könnt, bin ich extrem gut geeignet für einen Job als Psychologin - ich kann das Rumgeheule bei anderen nur schwer ertragen, am wenigsten aber bei mir selbst. Ich finde Psychologie sehr interessant, aber weiss, dass ich dafür nicht geschaffen bin... den unbedingten Willen die RIesenkarriere in der Wirtschaft zu machen habe ich auch nicht.. das gibt mir nix... was gibt mir überhaupt was in meinem Leben wo alles im unbedeutender wird???

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17. Juni 2011 um 14:35

Hi Larima
Ich (24) stecke in einer ähnlichen Situation wie du. Mir kam das alles sehr bekannt vor was du schreibst. Kurz zu mir: ich mache nächstes Semester meinen Master fertig,ebenfalls mit einem sehr guten Schnitt. Im Bachelor bestand ein großer Teil des Studiums aus Psychologie,ich wälze auch in der Freizeit Bücher dazu weil ich es wahnsinnig interessant finde,andere (und leider auch mich^^) zu analysieren. Genau das kann einem helfen,aber auch zum Verhängnis werden.
Mein Freund sagt,ich würde andauernd jammern,und als er das sagte,merkte ich dass es stimmt. Eben WEIL ich auch diese Leere im Privaten empfinde,von der du schreibst. Eigentlich ist ja alles gut: hervorragende Ausbildung/Studium, ein toller Freund (seit fast 5 Jahren), wir sind jedoch noch unverheiratet und auch kinderlos. In meiner Familie sind alle gesund und finanzielle Probleme habe ich auch nicht. Mein Freund kommt aus ganz anderen Verhältnissen;er weiß wovon er redet wenn ER sagt, alles ist mies (kein Vater mehr, finanzielle&gesundheitliche Probleme, keine Geschwister und mehrfach fast die Mutter verloren;dadurch ging das Studium dann den Bach runter,soweit die Kurzfassung). Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: eigentlich hat er Recht! Und trotzdem fühle ich mich unglücklich...wie du. Mit der Karriere kenne ich auch:ich habe neulich eine "Zielliste" gemacht,was ich noch erreichen will,weil ich das Gefühl habe,keine Ziele zu haben und jeden Tag vor mich hinzugammeln.Mein Freund wies mich darauf hin,dass 9/10 Sachen Karrierepläne waren. Dabei könnte (und sollte) ich z.B. viel mehr in die Beziehung investieren. Nur was,und wie? Karriere war mir trotzdem NIE so wichtig,ich lebe immer nach dem Grundsatz "solangs zum guten Leben reicht und wir happy sind,ist es OK,egal welchen Titel etc. man trägt"...und ich will auch gar nicht so ein Arbeitstier werden. Trotzdem sieht es nach außen hin aus,als würde ich nur arbeiten und ein Streber sein Und alles wird immer unbedeutender..
Psychologie hin oder her,ich frage mich was da nur los ist...

Ich wollte Dir nur sagen,ich kenne das Gefühl.

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29. Juni 2011 um 13:01

Hi Ceri
vielen Dank für deine AW. Nun ja.. es ist schon gut zu wissen dass man nicht allein mit sowas ist, aber - wie du dir wahrscheinlich erahnen kannst - fällts natürlich schwer eine Lösung für das Problem zu finden. Manchmal habe ich einfach das Gefühl, dass ich übersättigt bin. Ich hatte selbst eine schwierige Kindheit und Jugend (etwa so, wie du das bei deinem Freund beschreibst), da hatte das Leben aber einen Sinn.. ich wollte alles überleben, ich hatte eine klare Aufgabe, die mir von meiner Familie zugeteilt wurde. Es kommt dazu, dass ich aus weniger reichen verhältnissen komme, und eine gefühlter top-verdiener war in meinem letzten job, weil ich überhaupt nciht in der lage bin, im konsum eine ersatzbefriedigung zu finden.

aber abgesehen vom job.. manchmal glaub ich dass es an der zeit ist auch privat die erfüllung zu finden.. ich könnte mir vorstellen dass dir der nächste schritt heirat vllt. was geben könnte. ich glaube kinder geben einem auch sinn.. vllt. ist die zeit ja reif... ?!





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17. Juli 2011 um 23:01

Hallo liebe Elfe
vielen vielen Dank für deine Antwort. Ja, ich denke, dein Vorschlag geht schon in die richtige Richtung. In letzter Zeit male ich häufiger und das ist wirklich total entspannend. Beim Sport klappt es nicht so wirklich, da ich sehr teamsportbegeistert bin und auch hier oft zu ehrgeizig... und das mit der biologischen Uhr hatte ich auch schon im Sinn. Ich kann mir nur nicht vorstellen mich nur der Mutteraufgabe (auch wenn ich weiss, dass es eine sehr große aufgabe ist) zu widmen. Ich will mich selbst nicht verlieren. Naja.. die Leere mit Leere zu füllen tut im Moment ganz gut und hält mich davon ab völlig wahnsinnig zu werden, aber ohne die "große" aufgabe fehlt mir im gesamten auch was.

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