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Psychotherapie, wie geht man vor?

13. Oktober 2009 um 20:26

Hallo zusammen,
habe ein paar Fragen zwecks einer Therapie. Was sind denn die ersten Schritte, wenn man mit dem Gedanken spielt, eine Therapie zu machen? Wie findet man den geeigneten Therapeuten? Wer trägt die Kosten?
Es ist dringend! Bitte helft mir mit Rat
Danke im Voraus

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16. Oktober 2009 um 10:23

Hallo kugelchen
ich hab deinen beitrag gerade erst gelesen, sonst hätte ich dir schon früher geantwortet.
die kosten trägt deine krankenkasse, sofern du einen therapeuten aufsuchst, der eine kassenzulassung hat.
frage bei deiner krankenkasse nach einer liste der psychotherapeuten in deinem umkreis. die krankenkassen haben diese listen und fragen auch nicht doof, wozu du die haben willst oder so also mach dir da keine gedanken.
es gibt verschiedene ausrichtungen der psychotherapeuten. die gesprächstherapie nennt sich "tiefenpsychologisch fundierte psychotherapie". bei dieser therapieform wirst du also mit dem therapueten über deine probleme sprechen und er/sie wird stellung dazu beziehen, dir tipps geben, andere sichtweisen vermitteln, dir erklären warum du wie reagierst etc... dort haben sowohl dinge aus der vergangenheit platz, so wie auch aktuelle probleme des alltags.
dann gibt es die verhaltenstherapie. der ansatz geht davon aus, dass verhalten "erlernt" ist und auch wieder "verlernt" werden kann. sie wird oft angewendet bei störungen wie der emotional-instabilen persönlichkeitsstörung vom borderline-typ, aber auch bei störungen wie kaufzwang und ähnlichem. dort wird ganz viel mit selbstbeobachtungsprotokollen wie stress-protokoll, verhaltens-analyse und solchen dingen gearbeitet. die vergangenheit hat dort nach meiner erfahrung weniger raum, es geht mehr darum, die aktuellen probleme mittels in der therapie vermittelter techniken zu reduzieren.
die dritte form der therapeutischen ausrichtungen ist die psychonalyse, bei der du frei deine gedanken assoziierst, also alles sagst was dir gerade durch den kopf geht, und der therapeut dir zuhört, allerdings weniger rückmeldungen gibt als bei der ersten therapieform. ich kann dir da allerdings nicjt wirklich was zu erzählen, da ich mit dieser form keinerlei erfahrungen habe. vielleicht googelst du mal oder jemand anders hier kann dir fundierteres dazu erzählen.
ich geh mal davon aus dass du eine gesprächstherapie suchst? da wäre die erste form das mittel der wahl für dich.
auf den listen der krankenkasse steht bei den jeweiligen therapeuten drauf nach welcher methode sie arbeiten.
es gibt noch schwerpunkte, so haben manche therapeuten mit tiefenpschologischer ausrichtung beispielsweise eine spezielle fortbildung im bereich traumatherapie.
nun sollstest du die liste der für dich in frage kommenden therapeuten abtelefonieren und um ein erstgespräch bitten.
lass dich nicht entmutigen, viele therapeuten haben einen anrufbeantworter, da sie logischerweise während der sitzungen nicht ans telefon gehen können. dort heißt es dann z.B......für terminvereinbarungen rufen sie bitte mittwochs zwischen 15:00 und 15.30 an....
viele therapeuten haben wartezeiten für einen therapieplatz und auch für die erstgespräche, du solltest also etwas geduld mitbringen
du kannst bei jedem therapeuten 5 unverbindliche probestunden machen ohne eine genehmigung der krankenkasse. diese 5 sitzungen nennen sich "probatorische stunden" und sind dazu da, dass du und der therapeut schauen können, ob ihr miteinander arbeiten könnt, ob die chemie stimmt, ob eine gemeinsame arbeit sinn macht. hast du kein gutes gefühl, kannst du das sagen und einen anderen therapeuten "ausprobieren". das ist wichtig, denn es sollte sich ja ein vertrauensverhältnis aufbauen im laufe der zeit. es ist ganz normal dass es nicht immer gleich passt und kein therapeut wird dir "böse" sein, wenn du sagst, dass du mit ihm oder ihr dir eine therapie nicht vortsllen kannst.
nach den 5 stunden (du musst nicht 5mal hin wenn du beim 1. oder 2. mal schon das gefühl hast es geht gar nicht) wird der therapeut bei deiner krankenkasse einen antrag auf kostenübernahme für eine psychotherapie stellen, die in der regel dann auch genehmigt wird.
zum ersten gespräch brauchst du nur den termin und eine überweisung deiner hausärztin/hausarzt. vielleicht hast du einen guten hausarzt, der dir sogar einen therapeuten empfehlen kann? fragen kostet ja nichts.
beim erstgespräch läuft es in der regel so ab, dass der therapeut dich fragen wird, aus welchen gründen du da bist, dich bitten wird, etwas von dir zu erzählen. vielen fällt das schwer, einfach einer fremden person so drauflos zu erzählen. ich hab das immer gesagt also z.B. "mir fällt es jetzt sehr schwer was zu erzählen" oder "ich bin sehr aufgeregt". du kannst ihn oder sie bitten, dir fragen zu stellen, die du beantworten kannst, für manche menschen ist das am anfang leichter. ein guter therapeut weiß, dass der erste schritt schwer ist, dass die patienten aufgeregt oder unsicher oder ängstlichg sind und wird dir da behilflich sein, den gesprächseinstieg zu finden.
das war jetzt sehr lang und ich hoff ich hab dich nicht noch mehr verwirrt und verunsichert.
wenn du noch fragen hast, dann frag einfach
lg elmsfeuer

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