Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Psychologische Hilfe in Anspruch nehmen

Letzte Nachricht: 27. Juli um 11:20
20.06.21 um 23:50

Hallo!
ich versuche mal meine Situation kurz zu fassen.
Ich bin 20 Jahre alt und leide seitdem ich 11/12 bin an depressiven Episoden. Zumindest würde ich sie so bezeichnen. 
Seitdem ich 13 bin habe ich auch mit Suizidgedanken zu kämpfen, die in den letzten 3 Jahren immer stärker wurden. Das erste Mal hatte ich Suizidgedanken schon in der Grundschule.
Seit 2 Jahren führe ich eine Beziehung. Mein Freund bekommt das alles natürlich mit und leidet auch dadrunter. Er selber ist sehr analytisch und objektiv und durchblickt alles was er tut und denkt immer direkt. Deshalb kann er es überhaupt nicht nachvollziehen, wie ich nicht wissen kann, warum ich so bin, wie ich bin. Denn meine Kindheit würde ich als behütet und schön bezeichnen. Ich denke gerne daran zurück und habe keine negativen Empfindungen daran. Jedoch kann ich micj nicht an eine Zeit erinnern, an der ich keinen Selbsthass empfunden habe. Es war einfach schon immer so. Und ich kann es nicht an etwas festmachen oder begründen. Es ist einfach ein Denkmuster und in meinem Kopf ist es einfach als Fakt festgeschrieben. 
Leider ist es auch so, dass sich (vielleicht deshalb?) bei mir keine Libido ausgebildet hat. Ich hatte diese nie und genau das stellt die Beziehung jetzt auch etwas auf die Probe. Wir streiten sehr sehr oft deswegen, weil ich nicht wirklich in der Lage bin Sex zu haben. Alleine feucht werden ist schon eine Hürde.
Mein Freund möchte, dass ich mir Psychologische Hilfe suche und dafür zum Hausarzt gehe.
Ich streube mich jetzt schon seit über einem Jahr davor. Es ist mir einfach so unangenehm und ich schäme mich wie verrückt. Meine Situation erscheint mir gleichzeitig auch so irrelevant und durch Corona ist doch eh jeder ein bisschen "depressiv" oder?
Ich war bereits beim Frauenarzt mit meinem Problem (nach monatelanger Überwindung) und wurde dort etwas abgewimmelt. Das würde wohl vorkommen, aber viel machen kann man da nicht, sagte die Ärztin. Und ich habe mich einfach beschämt gefühlt, dass ich anderen Patienten dafür die Zeit geklaut habe. Es war abartig unangenehm. Ich befürchte das es beim Hausarzt nicht anders laufen wird. Hat jemand Erfahrung damit? Wie genau spricht man sowas an? Es schnürt mir den Hals zu, wenn ich daran denke...

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22.06.21 um 15:27

Hallo,

du hast absolut Recht, durch Corona sind ganz viele Menschen psychisch belastet. 
Wenn du dir psychologische Hilfe holst, dann, weil du es für dich als richtig und sinnvoll erachtest. Die mangelnde Libido mag ein aktuelles Beziehungsproblem darstellen, deine Suizidgedanken machen mir allerdings viel größere Sorgen. Allein schon aus diesen Gründen möchte ich dir dringend raten, dich direkt an einen Psychologen oder psychologischen Psychotherapeuten zu wenden. 

In einer Therapie geht es auch um alte Glaubenssätze und festgefahrene Denkmuster. Es gibt Mittel und Wege diese aufzulösen und neue Blickrichtungen einzunehmen. Wichtig ist aber zunächst einmal Stabilität und hier sehe ich bei dir dringenden Handlungsbedarf. 

Du gehst bitte zum Hausarzt und erzählst ihm von deinen Suizidgedanken oder du gehst direkt in eine psychiatrische Klinik mit den gleichen Worten. 

Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. 

LG Sis

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04.07.21 um 11:10

Hi, hört sich vertraut an.

Meines Erachtens und nach meinen Lebenserfahrungen mit Freunden und Bekannten, die mit Psychologen, Psychiatern gesprochen haben (diverse ähnliche Probleme, war dadurch keine Besserung hervorgegangen. Man ist etwas auf die Suche in der Vergangenheit gegangen und "vermutliche" Ursachen gefunden. Und sich über mehrere Monate ziehen.

Durch meinen Job, war ich mittlerweile viele Hundert Mitarbeiter verantwortlich, und: ich konnte Einigen in Ihren Depressionen, psychischen Problemen praktikabel helfen. 

Als erster instinktiver Vorschlag für Dich - ohne jetzt in der Vergangenheit zu wühlen - ein radikaler Umfeld-Wechsel (häusliche Umgebung, Freund (da er Dich nicht versteht und verstehen will und Dich an einen Psychiater verweist anstatt Verständnis, "Zuhören", Zukunft zu zeigen und zu eröffnen). 

Dann eine neutrale Person finden, mit der man über alles sprechen kann (gibt es eine ptentielle neue "beste" Freundin oder Freund ausserhalb der Familie. Um dann zu "reden" wenn es Dir in einer guten Verfassung und Atmosphäre passt. 
Ist nicht einfach, ich weiss.

Stehe gerne für weitere Ratschläge bereit. 
Wünsche Dir das Beste und Kopf hoch - es gibt soviel auf dieser Welt zu entdecken - besonders DICH !
Kris

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04.07.21 um 20:02
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Hi, hört sich vertraut an.

Meines Erachtens und nach meinen Lebenserfahrungen mit Freunden und Bekannten, die mit Psychologen, Psychiatern gesprochen haben (diverse ähnliche Probleme, war dadurch keine Besserung hervorgegangen. Man ist etwas auf die Suche in der Vergangenheit gegangen und "vermutliche" Ursachen gefunden. Und sich über mehrere Monate ziehen.

Durch meinen Job, war ich mittlerweile viele Hundert Mitarbeiter verantwortlich, und: ich konnte Einigen in Ihren Depressionen, psychischen Problemen praktikabel helfen. 

Als erster instinktiver Vorschlag für Dich - ohne jetzt in der Vergangenheit zu wühlen - ein radikaler Umfeld-Wechsel (häusliche Umgebung, Freund (da er Dich nicht versteht und verstehen will und Dich an einen Psychiater verweist anstatt Verständnis, "Zuhören", Zukunft zu zeigen und zu eröffnen). 

Dann eine neutrale Person finden, mit der man über alles sprechen kann (gibt es eine ptentielle neue "beste" Freundin oder Freund ausserhalb der Familie. Um dann zu "reden" wenn es Dir in einer guten Verfassung und Atmosphäre passt. 
Ist nicht einfach, ich weiss.

Stehe gerne für weitere Ratschläge bereit. 
Wünsche Dir das Beste und Kopf hoch - es gibt soviel auf dieser Welt zu entdecken - besonders DICH !
Kris

Hallo,

du meinst es vielleicht gut aber mir sträuben sich bei deinen Worten die Haare. 
Du schlägst einer kranken und suizidalen Frau vor, sich von ihrer Familie und Freunden zu distanzieren, sich zu isolieren um mit einer "neutralen" Person außerhalb der Familie zu reden. Denkst du da an dich?  Ich würde dich am liebsten melden für diese Äußerungen. Ein depressiver Mensch braucht den Rückhalt von der Familie und den Freunden, man sollte sie ermuntern ihr soziales Netz weiter auszubauen, es aber keinesfalls abzubrechen. Das Loch, was sich auftun könnte wäre riesengroß und die Beurteilung, ob sie ohne ihre Familie besser dasteht, steht dir nicht zu.  

Wieviel Menschen hast du psychologisch betreut? Wie sah deine praktikable Hilfe aus? Würde mich brennend interessieren? 

LG Sis





 

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08.07.21 um 17:12

Schonmal drüber nachgedacht, ob du vielleicht einfach asexuell bist? Asexuelle Menschen sind durchaus in der Lage romantische Beziehungen zu führen, haben aber in der Regel kein Bedürfnis nach Sex.
Unabhängig davon, solltest du alleine wegen andauernden Suizidgedankenund Depressionen eine Therapie machen (und auch deiner Beziehung zuliebe) und auch nicht davor zurückschrecken, eventuell therapiebegleitend durch Medikamente Unterstützung zu bekommen.
Du musst ja dem Hausarzt nicht gleich was von deiner fehlenden Libido erzählen, wenn dir das unangenehm ist. Depressionen sind schon Grund allein für eine Überweisung zum Psychotherapeuten. 

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08.07.21 um 17:17
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Hi, hört sich vertraut an.

Meines Erachtens und nach meinen Lebenserfahrungen mit Freunden und Bekannten, die mit Psychologen, Psychiatern gesprochen haben (diverse ähnliche Probleme, war dadurch keine Besserung hervorgegangen. Man ist etwas auf die Suche in der Vergangenheit gegangen und "vermutliche" Ursachen gefunden. Und sich über mehrere Monate ziehen.

Durch meinen Job, war ich mittlerweile viele Hundert Mitarbeiter verantwortlich, und: ich konnte Einigen in Ihren Depressionen, psychischen Problemen praktikabel helfen. 

Als erster instinktiver Vorschlag für Dich - ohne jetzt in der Vergangenheit zu wühlen - ein radikaler Umfeld-Wechsel (häusliche Umgebung, Freund (da er Dich nicht versteht und verstehen will und Dich an einen Psychiater verweist anstatt Verständnis, "Zuhören", Zukunft zu zeigen und zu eröffnen). 

Dann eine neutrale Person finden, mit der man über alles sprechen kann (gibt es eine ptentielle neue "beste" Freundin oder Freund ausserhalb der Familie. Um dann zu "reden" wenn es Dir in einer guten Verfassung und Atmosphäre passt. 
Ist nicht einfach, ich weiss.

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Kris

Sorry, aber das geht gar nicht. Du bist weder in irgendeiner Form qualifiziert, psychische Probleme aufzulösen, noch hast du glaube ich verstanden, was es bedeutet, schwer depressiv zu sein. Ein Freund kann und sollte nicht einen Therapeuten ersetzen. Das ist einem guten Freund auch nicht zuzumuten finde ich und kann aus eigener Erfahrung eine Freundschaft auch massiv belasten. Zumal es durch "reden" echt nicht getan ist. Der Psychologe erkennt die schädlichen Denkmuster und hilft geschult, diese aufzulösen.

Wie genau hast du ihnen denn angeblich geholfen bei ihren Depressionen? Und woher weißt du dass sie geheilt sind und dass es ihnen jetzt gut geht?

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26.07.21 um 14:11

Hallo

Ich finde du solltest den Rat eines Spezialisten suchen. Viele Probleme die man körperlich spürt oder auch nicht spürt, können auf die Psyche zurück führen.

Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal kontakt zum Psychologen gehabt weil ich eine Akuteinweisung in eine Klinik erhalten habe. Bei mir war es nicht so schwerwiegend wie bei dir. Ich habe nur eine starke Vergesslichkeit gehabt, war Lust und Freudlos, habe seit Jahren täglich 11 Std gearbeitet. In der Klinik wurde eine mittelschwere depression festgestellt. Nie im Leben hätte ich gedacht, Das sich Betroffene sein werde. In so einer Klinik wird man intensiv therapiert, das kann man zuhause nicht vergleichen und dabei kommen Sachen aus der Kindheit ans Licht, was man nicht für möglich gehalten hätte. Dies beeinflusst das ganze Leben. Ich war auch behütet aber die Krankheit meines Vaters hat geprägt. Man glaubt garnicht was einem alles belastet wenn man erst darüber spricht.

Bei uns war auch eine junge Frau 23 Jahre alt mit Suizidgedanken. Sie war froh, dass sie den Schritt gewagt hat.

Ich habe die Überweisung von meinen Hausarzt erhalten weil ich vorher noch nie beim Psychologen war. Die Klinikleitung hat nach einem Gespräch gesagt, dass es akut ist.

Ich würde dir auf jeden Fall raten, es mit einer Klinik zu versuchen. In so einer gibt es viele Menschen mit unterschiedlichen Problemen aber auch mit den selben und manchmal fühlt man sich besser, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist.

Deinen Freund würde ich keinen Vorwurf machen, er will nur das es für gut geht und weiß, dass er für nicht helfen kann.

Ich wünsche dir viel Kraft denn man braucht Mut den Schritt zu machen aber glaub mir, nach meinem Klinik Aufenthalt habe ich von so vielen Menschen erfahren, dass sie auch schon psychologischer Behandlung waren, dass hätte ich vorher nie gedacht. Viele trauen sich nicht darüber zu sprechen aber das ist heutzutage nicht mehr so schlimm.

Dein Leben ist viel wert, darum geh bitte zum Arzt. 

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26.07.21 um 14:15

Ich finde deine Aussage nicht richtig. Nicht immer liegt es am nahen Umfeld und wenn man sich von der Familie auch noch trennen soll, ist man ganz allein.

So was vorzuschlagen ohne Jemanden zu kennen oder eine psychologische Ausbildungsplatz zu haben, finde ich verantwortungslos. 

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27.07.21 um 9:00

Zuerstmal musst du dich dafür nicht schämen! Ein normaler Arzt wird dir da kaum helfen können. Geh am besten mal zu einem Psychologen oder Therapeuten. Oder du rufst bei einer Beratungsstelle an. Wichtig wäre, dass du professionelle Unterstützung bekommst. Das ist absolut nichts, wofür mach sich schämen muss. Ich wünsche dir alles Gute

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27.07.21 um 11:20
In Antwort auf

Hallo,

du hast absolut Recht, durch Corona sind ganz viele Menschen psychisch belastet. 
Wenn du dir psychologische Hilfe holst, dann, weil du es für dich als richtig und sinnvoll erachtest. Die mangelnde Libido mag ein aktuelles Beziehungsproblem darstellen, deine Suizidgedanken machen mir allerdings viel größere Sorgen. Allein schon aus diesen Gründen möchte ich dir dringend raten, dich direkt an einen Psychologen oder psychologischen Psychotherapeuten zu wenden. 

In einer Therapie geht es auch um alte Glaubenssätze und festgefahrene Denkmuster. Es gibt Mittel und Wege diese aufzulösen und neue Blickrichtungen einzunehmen. Wichtig ist aber zunächst einmal Stabilität und hier sehe ich bei dir dringenden Handlungsbedarf. 

Du gehst bitte zum Hausarzt und erzählst ihm von deinen Suizidgedanken oder du gehst direkt in eine psychiatrische Klinik mit den gleichen Worten. 

Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. 

LG Sis

Dem kann ich zu 100% zustimmen.

Lass dir bitte helfen und schieb es nicht auf die lange Bank.
Und vor allem schäme dich nicht wegen dir, jeder ist so wie er ist und das ist auch gut so.
Du hast nichts getran wofür du dich schämen müsstest.

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