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Psychische Labilität zerstört mein Leben

4. Juli 2016 um 14:54 Letzte Antwort: 2. Januar 2017 um 21:48

Hallo liebe Community,
Ich bin 16 Jahre alt und besuche zurzeit die 10. Klasse eines (sehr sehr leistungsorientierten) Gymnasiums.
Ich habe seit Kleinkindalter mit psychischen Krankheiten zu kämpfen (Soziale Phobie, Panikstörung, Zwänge), dann kamen Depressionen und Essstörungen dazu. Außerdem dissoziiere ich sehr häufig und unterschiedlich stark in Folge eines Traumas.
Seit 3 Jahren geht es mir drastisch schlechter, ich bin jedoch seit 2 Jahren wegen meiner psychischen Erkrankungen in (ambulanter) Behandlung.
Ich habe (fast) alles versucht, ich habe etliche Therapieformen und schon mehrere Hypnosen durch, ich esse (inzwischen) wieder genug (auch wenn es so ein harter weiter Weg bis hierhin war), ich nehme Vitamin D und Eisen gegen die Müdigkeit, habe schon Bachblüten und den ganzen Kram durchprobiert.
Ich bin verzweifelt. Immer wieder kommt es zu sehr tiefen Tiefs, wo ich einfach keine Hoffnung mehr in meinem Leben sehen kann. Das Hauptproblem ist, dass ich extrem häufig die Schule schwänze und jetzt auch noch in jeder Arbeit (!) eine 6 geschrieben habe. Meine Versetzung scheint ausgeschlossen. Aber das wäre mein Ende. Ich weiß doch, dass ich viel mehr könnte. (Ich habe auch vor circa einem Jahr wegen eben diesen Problems einen IQ-Test machen müssen, wo ein überdurchschnittlicher Wert herauskam und generell werde ich eher als reif und intellektuell bezeichnet).
Aber die Angst zu versagen ist einfach so riesig, dass ich das Blatt dann leer abgebe. Ich könnte es einfach nicht verkraften keine 1 zu schreiben und mache dann lieber gar nichts. (Jaja, diese Logik ist scheißseltsam).
Ich fühle mich 24/7 unter psychischem Stress, ich fühle mich so auswegslos in dieser Siutation gefangen.
Die Angst und die Depressionen werden einfach nicht weniger. Das Verhältnis zu meiner Mutter hat sich drastisch verschlechtert, weil sie nicht verstehen kann, wie ich mein Leben wegwerfe (verständlicherweise). Gleichzeitig sagt sie, dass ich in meinem Leben schon so viel Hilfe bekommen habe und jetzt endlich mal lernen sollte, sie zu nutzen. Es fällt mir unendlich schwer, mir etwas zu erlauben (ist quasi unmöglich) und ich dissoziiere leider auch stark, wenn ich extreme Gefühle empfinde (dazu zählen eben auch die Positiven...) Aber gleichzeitig will und kann ich so nicht weiterleben. Wir gehen alle so kaputt daran.
In letzter Zeit ist es schon wieder fast unmöglich, aus dem Bett zu kommen und wenn die Schule ansteht, will ich mich am liebsten verstecken.
Vielleicht wird es doch einmal Zeit, über Klinik nachzudenken. Allerdings habe ich das Gefühl, dafür nicht krank genug zu sein und ich weiß auch nicht, ob ich das verkraften würde, ein Jahr zu wiederholen. Andererseits werde ich in diesem Zustand mein Abitur wohl nicht schaffen.
Ich weiß einfach nicht weiter und dachte, vielleicht hat hier jemand eine Antwort oder einen Ratschlag. (Oder vielleicht auch eine Erfahrung - mit Angststörungen bzw. Traumafolgestörungen in eine Klinik?)

Ich hoffe so sehr auf eine Antwort. Mit vielen Grüßen, Marlene

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5. Juli 2016 um 0:05

Versuche es
hallo liebe marlene,

mir ist das so nicht ganz unbekannt, aber in anderen zusammenhängen, die ich hier nicht ausführen möchte =))

Ich bin der Meinung das es vielleicht einmal eine wirkliche Überlegung ist, in eine Klinik zu gehen. Wie weit soll es noch gehen bis das du der selber der Meinung bist, JETZT bin ich krank genug dafür? =)) Man muss sich deswegen nicht schämen! Jeder hat hier oder da seine Probleme und ich finde es sehr gut was du bis jetzt gemacht hast. Bekommst du Medikamente?
Das Leben ist nicht immer einfach, gerade wenn man in deinem Alter ist, das weiß ich auch noch. Von daher wäre es meine Meinung das du es tun solltest. Du hast in einer Klinik mehr Möglichkeiten als in einer ambulanten Therapie, weil du dort eigentlich 24 Std. einen Ansprechpartner hast wenn es mal ganz akut wird. Wichtig- sehr wichtig- ist nur, das du es zulässt, das du Vorschläge, auch für dein Leben, annimmst und es versuchst umzusetzen, dann kannst du alles schaffen =)) Der Wille von Herzen kann Berge versetzen und einen sehr sehr poistiv werden lassen

Ich wünsche dir von Herzen das aller Beste!

LG
Shellan

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5. Juli 2016 um 14:56
In Antwort auf waupee_11888563

Versuche es
hallo liebe marlene,

mir ist das so nicht ganz unbekannt, aber in anderen zusammenhängen, die ich hier nicht ausführen möchte =))

Ich bin der Meinung das es vielleicht einmal eine wirkliche Überlegung ist, in eine Klinik zu gehen. Wie weit soll es noch gehen bis das du der selber der Meinung bist, JETZT bin ich krank genug dafür? =)) Man muss sich deswegen nicht schämen! Jeder hat hier oder da seine Probleme und ich finde es sehr gut was du bis jetzt gemacht hast. Bekommst du Medikamente?
Das Leben ist nicht immer einfach, gerade wenn man in deinem Alter ist, das weiß ich auch noch. Von daher wäre es meine Meinung das du es tun solltest. Du hast in einer Klinik mehr Möglichkeiten als in einer ambulanten Therapie, weil du dort eigentlich 24 Std. einen Ansprechpartner hast wenn es mal ganz akut wird. Wichtig- sehr wichtig- ist nur, das du es zulässt, das du Vorschläge, auch für dein Leben, annimmst und es versuchst umzusetzen, dann kannst du alles schaffen =)) Der Wille von Herzen kann Berge versetzen und einen sehr sehr poistiv werden lassen

Ich wünsche dir von Herzen das aller Beste!

LG
Shellan

Hallo,
danke für deine liebe antwort! ich bekomme keine medikamente, nehme jedoch eisen und vitamin d.
ich werde über klinik nachdenken.
viele grüße, marlene

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5. Juli 2016 um 20:59
In Antwort auf gannet_12061485

Hallo,
danke für deine liebe antwort! ich bekomme keine medikamente, nehme jedoch eisen und vitamin d.
ich werde über klinik nachdenken.
viele grüße, marlene

Hallo
Es sind zum Teil Dinge womit alle Menschen zu kämpen haben. Bein einingen Personen kommt es halt mehr zum Vorschein. Zum Beispiel die Angst zu Versagen ist ein Urproblem von allen Menschen. Dieses Gefühl alleine dazustehen und als Losser dazustehn das kenne ich allzu gut.
Wenn alles gut läuft fühlen wir uns stark und meinen uns gehört die WElt, doch dann kann plötzllich genau das Gegenteil eintreffen, da wo wir gefordet werden, Situaitonen kommen die wir nicht kennen und plötzlich fühlen wir uns schwach und versuchen zu fliehen.
Selbst in der Bibel lesen wir massenhaft von solchen Begebenheiten. Zum Beispiel in den Psalmen. Der König David (König wohlbemerkt) schreit oft vor Todesangst zu Gott. Er konnte sich nicht mehr selber helfen (genau wie du) und rief immer wieder Gott an. Und Gott half ihm immer wieder. David sagt sogar über Gott "Psaml 62 Er (Gott) alleine ist mein Fels
und mein Heil, meine Burg , das nimmer ich wanke. Bei Gott steht mein Heil und mein Ruhm. Er ist mein starker Fels. In Gott ist meine Zuflucht."
WEist du, wir Menschen sind alle schwach und anfällig. Nur viele geben es ungern zu. Doch der >Mensch der zu Gott kommt und es zugibt, dem hilft Gott immer. Gott kann einen Menschen nicht abweeisen der in Demut vor ihn tritt und ihn um Hilfe anruft. Wenn du die Bibel ließt, auch wenn es am Anfang dir Lästig erscheint. So wirst du merken das dich dieses Buch verändern wird. Es wird dich innerlich stärken. Bete davor zu Gott und lies darin . Du wirst merken es bewirkt Wunder.
Psalm 50,15. Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen

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2. Januar 2017 um 21:48

Meine Antwort kommt etwas spät und ich hoffe du hast einen Weg gefunden. 

Letztes Jahr hatte ich meine Psychose. Ich bin verrückt geworden von diesem Leben.
Ich leide, jeden Tag, ich bin labil, jeden Tag. Immer wieder kommen die Bilder meiner Vergangenheit und zerstören meine stabilität und ich rutsche jedes Wochenende in diese tiefschwarzen Löcher. Ich fühle mich ausgelutsch von diesem Leben und wenn man mich fragen würde wie es sich anfühlt, dann würde ich sagen: Wie sterben. Die Traumas die ich hatte, der psychische Missbrauch im Elternhaus, Mobbing im privaten Umfeld und Schule, alles beeinflusst mein Leben und manchmal fühlt es sich so endlos an. Als gebe es eine Fahrt irgendwohin und sie endet nie. 
Ich habe ein permantentes Gedankenrasen im Kopf und kann manchmal mir selber nicht folgen.
 
Dennoch bin ich gut in der Schule.
Du musst dir bewusst machen das du es nicht gerade leicht hast. 
Du musst wissen woher du kommst und wohin du gehen willst.
Und finde einen Antrieb im Leben, der dir wieder Mut macht und dafür sorgt das du zur Schule gehst und dich hinsetzt und lernst. 

Konzentriere dich erstmal darauf was du hast.
Du hast die Angst. 
Die Angst vor dem Versagen und entweder du ergibst dich oder du zeigst deine Zähne und sagst:
ICH HABE ANGST UND DIESE ANGST SORGT DAFÜR DAS ICH MEHR LERNE.
Sobald du die richtigen Hebel in Gang gesetzt hast wird der Rest folgen.
Es fängt immer klein an. eine 3+, dann eine 2 und letztendlich die 1. 
Flüchte nicht davor sondern kämpfe! Für deine Zukunft, für dein Leben, aber wenn du dich kampflos ergibst wirst du nie deine Depression besiegen und die entsteht durch permantens Versagen. 

Du hast deine Labilität... Es steckt eine immense Kraft in dir. 
Das ist fehlgeleitete Energie und du musst es einfach kanalsieren. 
Eine Weg die labilität zu beseitigen haben ich noch nicht gefunden, aber je labiler ich werde, desto verbissener gehe ich an eine Sache ran. Ich meide es nicht, sondern suche es. Ich geniesse es und auch wenn ich damit sehr viel Leid verbinde ist sie dennoch so produktiv. 

Letzendlich ist jede Note die du bekommst ein Erfolg auch wenn es keine 1 oder 2 ist. 
Du hast es nicht leicht, aber dennoch schaffst du es irgendwie deine Ziele zu erfüllen.

Ich hoffe ich konnte helfen.

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