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Psychisch kranke Schwester macht mir das Leben zur Hölle (langer Text)

17. Oktober 2012 um 13:04 Letzte Antwort: 18. Oktober 2012 um 16:22

Vor ca. 25 Jahren hat die ganze Geschichte angefangen. Meine Schwester hat sich selbständig gemacht, ist aber bedauerlicherweise kläglich gescheitert. Schon dort hat sich bemerkbar gemacht, dass sie immer nur an das eigene Wohl und das ihrer Familie dachte. Obwohl ich ihr das Geld für den Anfang geliehen hatte, war sie nicht bereit mich zum Einkauf für Gewerbetreibende mitzunehmen, damit ich evtl. auch etwas günstiger an Kleidung kommen konnte. Nein mit http://static.afcdn.com/world/communaute/forum/imforum/smiley/g7.gifscheinheiligen Ausreden ließ sie mich abschmettern!

Wie gesagt,sie ist mit ihrem Unternehmen gescheitert und wollte sich mit Chemikalien das Leben nehmen. ( Hat aber vorher ihrem Ehegatten Bescheid gesagt.)
Tja, was folgte? Eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie!
Mit der Diagnose Borderline konnte sie nach ein paar Wochen entlassen werden. In dieser Zeit habe ich mich um ihre kleine Tochter gekümmert, sofern ihr agressiver Ehemann es zuließ. Für mich ist dieser Mensch eigentlich für die psychischen Probleme meiner Schwester verantwortlich.

Ich könnte noch viele Geschehnisse erzählen, in denen ich andauernd als Schuhabtreter missbraucht, oder mein Vertrauen kläglich hintergangen wurde.
Zum Beispiel hatte sie sich mit ihrer Krankheit um die Pflege meiner todkranken Mutter und anschließend um die Grabpflege gedrückt.
Sie hat beim Hausbau meinen Vater von meiner Baustelle zu ihrer Baustelle geordert und ein Riesentheater gemacht, als sie sah, dass er bei mir arbeitete.
Sie wollte sich hinter dem Rücken meines Vaters beim Notar erkundigen, was er mit seinem Haus machen darf, da wir ja auch einen Teil davon geerbt hatten und sie und ihr Mann Angst hatten, dass mein Vater einen Verkauf anstrebte.
Das war das einzige Mal, dass ich ihrem Mann contra gegeben und ihn darauf hingewiesen habe, dass mein Vater mit seinem Haus tun und machen kann, was er will. Daraufhin hat er mich dann wie Luft behandelt!
Andauernd hatte, bzw. habe ich den Eindruck, dass mich meine Schwester und ihr Mann hassen und mir hintenrum immer wieder eins auswischen wollen.
Sie verlangt von anderen immer, dass sie sich um ihre Familie bemühen, selbst aber lässt sie ihre Verwandschaft kalt. Sie heuchelt zwar scheinheiliges Interesse, aber mit meinen Antennen habe ich ein sehr gutes Gespür entwickelt und bin mir sicher, dass sie es nicht ehrlich mit ihren Mitmenschen meint.
Ich denke da nur an meine Tochter, die als dreijähriges Kind kein Fischstäbchen bekam, da die Menge nicht für ihre eigenen Kinder gereicht hätte. Sie hatte dies dortmals so sehr bedauert und meiner Kleinen versprochen, dass sie das nächste Mal mehr mache. HÄÄÄÄÄ?
Da habe ich als Mutter ganz schön geschluckt!
Ich teilte meine Portion halt etwas kleiner ein, damit ihr Sohnemann oder Tochter auch etwas zu mampfen bekommen und nun sowas?????
Aber wie immer aus Rücksicht und dem Wunsch meine Schwester nicht einem Konflikt auszusetzen, habe ich den Mund gehalten.
Ich war oder bin ganz schön blöd. Normalerweise halte ich mit meiner Meinung gesunden Menschen gegenüber nicht zurück! Nur bei dieser Familie schaffe ich es nicht! Tja 25 Jahre Gehirnwäsche machen sich eben bemerkbar!

Nun bin ich wieder an einem Punkt angelangt, an dem ich mir sage, dass es so nicht mehr weitergeht.
Wir hatten bis vor vier Jahren für längere Zeit keinen Kontakt: Immer wieder werde ich von meiner Schwester total enttäuscht, immer wieder sage ich mir, dass ich anderen Menschen mit solch einem Verhalten schon längst den Laufpass gegeben hätte, aber es handelt sich hier um meine große Schwester.

Ich bin total verzweifelt! Alle meine Vertrauenspersonen sagen, ich solle den Kontakt abbrechen.
Leider leide ich auch erfahrungsgemäß unter dieser Situation.
Ich bin eben kein kaltblütiger, egoistischer und herzloser Mensch, der nur nach seinen Interessen handelt.
Zudem hat mein Mann MS und jeder der diese Krankheit kennt, weiß von welchen psychischen und körperlichen Belastungen ich spreche.
Manchmal denke ich, es wäre am besten, ich würde hier die Zelte abbrechen und an einem anderen Ort neu anfangen. Aber da ist ja auch noch mein Vater, der nur noch mich und meine kleine Familie hat.

Auf jeden Fall ist der Umgang mit Borderline nicht einfach! Vor allem habe ich den Eindruck, dass diese Krankheit dazu verführt, andere Menschen zu missbrauchen und zu thyrannisieren. Diese Krankheit wird von meiner Schwester so richtig ausgenutzt. Sie hat ja immer die Ausrede : Ich bin halt psychisch krank!
Dass sie andere Menschen psychisch in den Ruin treibt, ist ihr entweder nicht bewusst, oder total egal!

Ich könnte einen ganzen Roman schreiben, der voll mit Emotionen gefüllt wäre, aber ich belasse es bei diesem, etwas konfusen Text.
Bedanke mich bei den Lesern, die sich die Mühe gemacht haben den Schrieb bis zum Ende durchzulesen.

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18. Oktober 2012 um 13:14

Danke, für euren Zuspruch
Ich sitze weinend hier und kann es nicht glauben, dass mich zwei Antworten so aus der Fassung bringen.
Es zeigt mir wirklich, dass ich einen Schritt tun muss, der mich zwar viel Kraft kosten wird, aber letztendlich aus einer Situation befreit, mit der ich sonst vollends zu Grunde gehe.

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18. Oktober 2012 um 16:04

Unfug!
Also Sorry, aber als Borderliner kann ich Dir sagen, dass das was Du schreibst auf einige zutreffen mag - als pauschale Aussage aber Unsinn ist.

"Möchten niemals verlassen werden..." na schön wärs!

Teilweise generell falsch, wie das:
"...Borderlinern immer Verständnis entgegenzubringen hat..." => Quatsch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das bringt weder dem Grenzgänger noch den Angehörigen was, wo hast Du denn den Unsinn her?

Therapie? Hat eine "Erfolgsquote" von deutlich unter 10% (Ich weiß, dass ich das nicht schreiben dürfte. Ausdrücklich an alle Grenzgänger: Ihr müsst es zumindest versuchen! Aber macht Euch keine Gedanken, dass Euch nicht geholfen werden kann, wenn das nicht klappt - das hat nichts zu sagen!) Das ist höchst selten der Weg zu einem würdigen und zufriedenen Leben - für alle (!) Beteiligten.

Abgrenzen ist der einzige sinnvolle Ratschlag in Deinem Text.
Was man statt dessen tun kann, sollte, wie man miteinander umgehen kann ohne dass ständig emotional "Land unter" ist, habe ich hier schon über 10 mal geschrieben => Suchfunktion 4tw!

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18. Oktober 2012 um 16:22
In Antwort auf shana_12823803

Danke, für euren Zuspruch
Ich sitze weinend hier und kann es nicht glauben, dass mich zwei Antworten so aus der Fassung bringen.
Es zeigt mir wirklich, dass ich einen Schritt tun muss, der mich zwar viel Kraft kosten wird, aber letztendlich aus einer Situation befreit, mit der ich sonst vollends zu Grunde gehe.

All das kostet Deine Schwester genauso viel Kraft und mehr
Das was Du erlebst, ist nicht das, wie Grenzgänger "nun mal sind" es sind die Folgen von Emotionen, die Du Dir nicht vorstellen kannst.
Du kennst es sicher, wenn man sich tief verletzt fühlt, angegriffen fühlt, reagiert man irrational. Man tut Dinge, die man sonst nicht tun würde.
Deine Schwester reagiert wie ein verletztes und in die Ecke getriebenes Tier, weil sie sich wie ein verletztes und in die Ecke getriebenes Tier FÜHLT.

Rücksicht ist - wie ich schon sagte - der absolut falsche Weg. Das bringt niemandem etwas. Weder Dir noch Deiner Familie noch Deiner Schwester.

Deine Schwester muss lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen, da kannst Du nur sehr wenig tun dabei. Es hat auch wenig Sinn, Dir erklären zu wollen, was sie tun muss, daher spare ich mir das - ich habe es wie gesagt auch schon paar mal hier im Forum geschrieben.
Deine Schwester kann mich gern anschreiben, wenn sie möchte, vielleicht kann ich ihr einige Hinweise geben - soweit das über ein Forum / EMail halt geht, die Möglichkeiten sind da begrenzt.

Tritt zurück - Du kannst nicht viel tun. Das wenige, was Du tun kannst, muss weitestgehend Deine Schwester mit Dir klären.

Eine kurze Zusammenfassung, soweit man das allgemein sagen kann:
Deine Schwester muss ständig ihren "emotionalen Status" überwachen. - Damit sie einschreiten und gegensteuern kann, bevor Situationen eskalieren - das muss nicht zwangsläufig in dem enden, was Du beschreibst, mann kann das weit vorher abfangen - wenn man es rechtzeitig bemerkt. Manchmal sind die Anzeichen für andere früher sichtbar, als für uns selbst, insbesondere, wenn uns die Übung fehlt.
Das zweite ist: es gibt bestimmte Situationen, Personen, Erinnerungen, Bilder u. dgl. mehr, die bei uns extreme Reaktionen hervorrufen. Die kann (und sollte) man nicht alle vermeiden, aber nahestehende Personen sollten zumindest in einer ruhigen Minute informiert werden, was das ist und was da passiert - um zu verstehen, warum man möglicher Weise plötzlich irrational agiert und reagiert. Das werden Dinge sein, wo Du zum großen Teil keine Ahnung hast, was daran ein Problem sein könnte, aber es wird Dir helfen, wenn Du weißt, was eigentlich los ist. Auch da können wir Grenzgänger unsere Reaktionen abfangen - es muss nicht eskalieren.

Eines aber muss ich auch sagen, wir sind nicht "heilbar". Wir können lernen, damit so zu leben, dass wir und unsere Umgebung Zufriedenheit und Ruhe finden, aber ein "Du machst mal 4 Wochen Therapie, nimmst fein Deine Pillen und alles wird gut" - gibt es nicht.
Aber es geht ganz sicher ohne sich selbst und alle Menschen, mit denen man näheren Kontakt hat / haben will zu zerfleischen.

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