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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Probleme mit meiner Mutter/Eltern (vorsicht lang)

Letzte Nachricht: 4. Dezember 2007 um 9:23
K
karly_13024938
26.02.04 um 12:27

Ich bin Nina, werde bald 28 Jahre alt und bekomme immer mehr Probleme vorallem mit meiner Mutter. Leider arbeite ich auch bei meinem Vater in der Firma, die so klein ist, dass es nur 3 MA gibt, mein Vater, meine Mutter und ich, die Sekretärin für alles. Seitdem ich dort arbeite, im Augsut 3 Jahre, fühle ich mich wieder wie ein kleines, dummes Mädchen, was nix auf die Reihe bekommt. Fast jeden Tag oder bzw. einmal die Woche bekomme ich heftige Streits mit meiner Mutter (die Firma liegt leider zuhause bei ihnen), ich darf keine eigene Meinung haben, was ich von mir gebe, wäre eh nur scheiss, jeden Tag moppt sie mich, bzw. macht Psychoterror. Sie mischt sich ständig in mein Leben ein, und wenn es nach ihr ginge, würde sie mich 24 h am Tag nur um sich rum haben. Viele werden jetzt vielleicht denken, dann kündige doch. Habe ich auch vor, aber mein Mann muss dieses Jahr aus der army raus, wenn ich dann weiss, wo es uns hinziehen wird, kann ich auch kündigen, es würde sich jetzt nicht mehr lohnen, woanders hier in der Nähe neu anzufangen. Ein anderes Problem ist auch noch, dass ich oft 8 h im Büro sitze und absolut nix zu tun habe, was meine Laune natürlich auch nicht bessert. Hatte meinen Eltern zuliebe vor 2 Jahren eine Weiterbildung angefangen, Marketing, was mich ehrlich gesagt nicht die Bohne interessiert und es musste kommen, was kommen musste, ich bin durchgefallen. Jetzt erwarten sie natürlich von mir, dass ich sie nochmal wiederhole im Juli, aber ich muss euch sagen, dass ich es nicht machen werde, da ich total unmotiviert bin und den Sinn des ganzen nicht sehe. Wie ich das denen beibringen soll, weiss ich auch noch nicht. Warte noch auf den richtigen Zeitpunkt, falls es den überhaupt gibt. Meine Mutter hasse ich manchmal wirklich, sie lässt mich einfach nicht so leben wie ich will, oft ist es so arg mit ihren Befehlen und Co., dass ich ganz fertig nach Hause komme, und nur noch am Weinen bin, und auch mittlerweile kaum noch was essen kann. Mein Mann ist da auch keine grosse hilfe, er steht zwischen den Stühlen. Meine Eltern lieben ihren Schwiegersohn sehr, er darf sachen falsch machen, das ist nicht schlimm, aber wenn ich mal was falsch mache, ist es eine Tragödie. Kennt das jemand von euch, oder hat jemand solche eine dominante Mutter, wie ich sie habe?
Danke fürs Zuhören.
LG Nina

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K
karly_13024938
26.02.04 um 14:07

Will mir den keiner helfen, oder einen tipp geben?
hat keiner so eine dominante Mutter, die einem das Leben schwer macht?

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G
gena_12107388
26.02.04 um 14:41

Hallo Nina!
Ich habe Gott sei Dank nicht so eine Mutter. Aber ich antworte dir trotzdem.

Ich denke, dass du die Antwort schon selbst weißt. Du muss da weg, was bleibt dir da noch anderes übrig. Ich weiß ja nicht, ob du mit deiner Mutter schon mal ein ernstes Wort geredet hast und mal auf den Tisch gehauen hast und ihr klargemacht, dass sie mit dir nicht so umgehen darf. Du solltest ihr klipp und klar zu verstehen geben, dass du jetzt erwachsen bist und dein eigenes Leben führst und nicht mehr das kleine Mädchen bist, die man rumkomandieren kann und ihr Vorschriften machen kann. Mehr kannst du wohl nicht machen. Und wenn das alles nichts fruchtet, muss du halt für dich entscheiden und den Kontakt ein bißchen einschränken, nachdem du vielleicht bald von dort weg bist. Ich kann schon verstehen, dass die Umstände, eine andere Stelle zu suchen, für dich im Moment schwierig sind, aber das ist doch absehbar, oder?! Sobald du da weg bist, würde ich den Kontakt einschränken, um deiner Mutter zu verstehen geben, dass es so nicht geht. Keine Ahnung, wie deine Mutter so drauf ist, ob sie es versteht. Was sagt denn dein Vater dazu? Über ihn hast du nichts geschrieben! Hält er sich da komplett raus oder ist er genauso?? Vielleicht wäre es eine Idee mit deinem Vater zu reden und ihn darum bitten (wenn deine Versuche fruchtlos bleiben), ob er nicht mal mit deiner Mutter reden kann und sie darum bitten, sich ein bißchen zurückzuhalten, wenn ihr zusammen seid und dich endlich dein eigenes Leben leben lassen. Kann es sein, dass deine Mutter sich immer einen Sohn gewünscht hast? Ist ne blöde Frage vielleicht, aber du hast ja geschrieben, dass sie deinen Mann total gern haben und sein Tun nie in Frage stellen und bei dir ist es eben anders!!!

lg
duschka

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K
karly_13024938
26.02.04 um 15:54
In Antwort auf gena_12107388

Hallo Nina!
Ich habe Gott sei Dank nicht so eine Mutter. Aber ich antworte dir trotzdem.

Ich denke, dass du die Antwort schon selbst weißt. Du muss da weg, was bleibt dir da noch anderes übrig. Ich weiß ja nicht, ob du mit deiner Mutter schon mal ein ernstes Wort geredet hast und mal auf den Tisch gehauen hast und ihr klargemacht, dass sie mit dir nicht so umgehen darf. Du solltest ihr klipp und klar zu verstehen geben, dass du jetzt erwachsen bist und dein eigenes Leben führst und nicht mehr das kleine Mädchen bist, die man rumkomandieren kann und ihr Vorschriften machen kann. Mehr kannst du wohl nicht machen. Und wenn das alles nichts fruchtet, muss du halt für dich entscheiden und den Kontakt ein bißchen einschränken, nachdem du vielleicht bald von dort weg bist. Ich kann schon verstehen, dass die Umstände, eine andere Stelle zu suchen, für dich im Moment schwierig sind, aber das ist doch absehbar, oder?! Sobald du da weg bist, würde ich den Kontakt einschränken, um deiner Mutter zu verstehen geben, dass es so nicht geht. Keine Ahnung, wie deine Mutter so drauf ist, ob sie es versteht. Was sagt denn dein Vater dazu? Über ihn hast du nichts geschrieben! Hält er sich da komplett raus oder ist er genauso?? Vielleicht wäre es eine Idee mit deinem Vater zu reden und ihn darum bitten (wenn deine Versuche fruchtlos bleiben), ob er nicht mal mit deiner Mutter reden kann und sie darum bitten, sich ein bißchen zurückzuhalten, wenn ihr zusammen seid und dich endlich dein eigenes Leben leben lassen. Kann es sein, dass deine Mutter sich immer einen Sohn gewünscht hast? Ist ne blöde Frage vielleicht, aber du hast ja geschrieben, dass sie deinen Mann total gern haben und sein Tun nie in Frage stellen und bei dir ist es eben anders!!!

lg
duschka

Danke
Hallo liebe Duschka,
danke dir für deine Antwort. Mein Vater hält sich entweder raus, oder er macht mit, je nach Laune, heute hackte er auch auf mir rum, dann kommen immer so dumme Sprüche von Ihnen, wie z. B. Pubertierendes Ungeheuer, ich bekomme auch ständig zu hören, warum ich aggressiv werde, kein Wunder, wenn sie so zu mir ist. Sie sagt dann halt immer zu meinem Vater, diese verdammten knottrige Art kämme von meinem VAter seine Seite, meine Mutter ist Halbschwedin, ich auch, bin aber in Heidelberg geboren. Ich kann mir meine Gene leider auch nicht aussuchen. Auf den Tisch hauen, habe ich schon des öfteren versucht, bringt aber auch nix, da ich wie gesagt, jeden Tag dort arbeiten muss, und sie mich dann noch mehr schickanieren würde.
LG Nina

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K
karly_13024938
26.02.04 um 16:24

Dennoch muss ich Abstand gewinnen
Liebe Ente,
danke dir für deine Antwort. Dennoch ist es besser, erstmal Abstand von Ihnen zu gewinnen, damit sich die Situation entschärft und man später mal wieder normal miteinander umgehen zu können. Das hat nix mit Weglaufen zu tun, ich habe schon vieles probiert, um mit ihnen zu reden, die Firma gehört meinem Vater und am anfang dachten sie beide, ich würde sie übernehmen, aber nein danke, der Job ist nix für mich auf Dauer. Wir haben eine Im-Exportfirma für technische Vliesstoffe. Wir sind das Verbindungsglied zwischen dem Kunden und dem Lieferanten. Neue Kontakte oder ähnliches zu suchen, dazu habe ich nicht die Befugnis, das macht alles mein Vater. Genaugenommen ist die Stelle, die ich habe eher eine Halbtagstelle.
LG Nina

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ariana_12733012
11.05.04 um 14:55
In Antwort auf karly_13024938

Will mir den keiner helfen, oder einen tipp geben?
hat keiner so eine dominante Mutter, die einem das Leben schwer macht?

Auch mit fast 39 immer noch ein Kind?
Liebe Nina,

ich weiß nicht, ob ich Dir helfen kann, ich kann Dir nur sagen: Doch, es gibt mit Sicherheit viele Töchter mit dominanten Müttern.

Diese Mütter würden sich jedoch nie in diese Ecke stellen lassen. Schließlich haben sie ja ALLES für die Tochter getan. In meinem Fall: das Studium finanziert, hinterher Geld für eine Eigentumswohnung gegeben, ein Auto stand während der Studienzeit auch vor der Tür... Dafür kann man im Gegenzug schließlich Aufmerksam- und Dankbarkeit bis ans Lebensende verlangen.

Ja. Das kann man. Aber auch hier sollte man als Mutter Grenzen kennen. Meine Mutter ist inzwischen fast 75, hat aber die Kraft der zahlreichen eisernen Willen... Geht dabei aber auch sehr subtil vor. Schlechtes Gewissen machen, ist ihre Spezialität...

Ich habe lange gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass die vielen (vor allem finanziellen) Zuwendungen auch dazu da waren, die Töchter (ich habe noch eine 2 Jahre jüngere Schwester) an sich zu binden.

Ich bin die ältere Tochter, die auch in Schule, Studium und Beruf immer mehr von ihrer Mutter gefordert wurde (oder sich hat fordern lassen, Pech) wie die jüngere Schwester. Eine 2 in einer Klausur war (zumindest am Anfang im Gymnasium) schon ein Drama. Auch mein Abi mit 1.4 wurde eher enttäuscht kommentiert, es gab schließlich drei Schulkollegen, die mit einer 1.3 abgeschlossen haben.

D.h. ich bin eigentlich von klein auf darauf getrimmt worden, dass gute Leistung erwartet und schlechte bestraft wird. Belohnt worden bin ich für gute Leistungen eher selten. Das war irgendwie selbstverständlich.

Damit wird man über die Jahre zu einem sehr angepassten Menschen. Glücklicherweise habe ich dennoch etwas von der Willensstärke meiner Mutter geerbt, so dass mich das nicht komplett zerstört und zu einem unselbstständigen Menschen gemacht hat.

Im Gegenteil. Es hat mich hart gemacht. Was aber auch nicht immer so toll ist. Ich mache viel mit mir selber aus und merke, wie ich mich inzwischen auch selbst zur Leistung antreibe. Soviel zur Vorgeschichte. Alles kann ich hier gar nicht erzählen.

Meine Mutter, auch das ist mir erst sehr spät klar geworden, ist im Grunde eine sehr eifersüchtige Person. Kontakte von außerhalb (Freundinnen, Partner etc.) waren immer nur insoweit akzeptiert, solange sie das Gefühl hatte, dass sie immer noch die Nr. 1 bei ihren Töchtern ist. Ich erinnere z.B. einen dramatischen Abgang meiner Mutter an meinem 20 Geburtstag, als ich es wagte, an diesem Tag nicht allein mit der Familie zu feiern, sondern mit 10 Freunden und Bekannnten. Sie lief zu ihrer Schwester und heulte sich dort aus...

Dieses Problem betraf auch die Partnerwahl meiner Schwester und mir. Die Herren waren solange geduldet, solange sie keinen Widerspruch wagten. Doch leider blicken Außenstehende sehr viel schneller hinter ein familiäres Marionetten-Theater, als es denen, die die Fäden in der Hand halten, lieb ist. Und dann wird nach Fehlern gesucht. Auf Teufel komm raus. Oder eben auch der Partner extrem ins Familienleben einbezogen, falls er da mitspielt.

Die Schwiegereltern-Familie, mit der hat man, bzw. die Tochter, allerdings am besten nix oder wenig zu tun. Schließlich bin ich, die Mutter, die Nr. 1.
Meine Schwester hat diese Bevormundung mit ihrem Wegzug zumindest eindämmen können. Sie wohnte erst rund 100 km von unserem Wohnort entfernt und lebt nun schon seit 3 Jahren mit Mann (und inzwischen Kind) im Ausland. Rund 600 km weit weg.

Hier ist es inwzischen auch zu einem ernsthaften Konflikt zwischen ihrem Mann und meiner Mutter gekommen, mit dem Resultat, dass der Schwiegersohn zurzeit keinen Kontakt mehr mit der Schwiegermutter haben will. Letzter Auslöser war die Weigerung meiner Mutter, zur Taufe ihres Enkels zu gehen, weil dieser in der Kirche getauft wurde, wo auch die Schwiegereltern wohnen. Also nicht, wie meine Mutter erwaretet hat, im Heimatort meiner Schwester.

Hätte meine Schwester bei ihren Schwiegereltern geheiratet, wäre sie auch nicht zur Hochzeit gekommen. Das sagt sie offen. Denn das empfindet sie als eine Zurückweisung als Mutter. Nunja. Meine Schwester hat dann auf neutralem Boden, im Ausland geheiratet.

Die brave, große Tochter hat sich auf Drängen der Mutter (die auch Geld dazu gegeben hat) eine Eigentumswohnung gekauft. Meiner Mutter wäre es am liebsten gewesen, dass diese sich im Wohnort der Eltern befindet. Wenigstens da habe ich mich ein wenig durchgesetzt und ein Objekt in 25 km Entfernung gesucht, da ich dort inzwischen auch einen Arbeitsplatz gefunden hatte.

Ich habe geheiratet - und mich in der insgesamt 10- jährigen Beziehung und Ehe nahezu jeden Sonntag mit meinem Mann und meinen Eltern getroffen. Schließlich haten sie nach dem Wegzug meiner Schwester ja nur noch mich. Braves Kind.

Meine Ehe ist mittlerweile geschieden. Ein Schlüsselsatz meines Mannes, wenn auch nicht DER Haupttrennungsgrund war der: "Die Nähe zu Deinen Eltern ging mir auch auf den Keks."

ERWARTUNG. Das ist auch so ein Wort, das sie gerne in den Mund nimmt. Sie erwartet. Sie sagt nicht, was sie will, nein. Die Töchter müssen schließlich wissen, was man als Mutter von ihnen erwaretet. Im Grunde erwartet sie permanente Liebesbeweise - und macht genau das mit ihrem fordernden Verhalten sehr schwer...

Wie auch jetzt wieder:
Ich lebe seit drei Jahren wieder in einer neuen Beziehung. Habe einen gut bezahlten Job in Führungsposition (brav) und war der Meinung, dass in den letzten drei Jahren (vielleicht auch ausgelöst durch meine Scheidung) das Verhältnis von Mutter-Tochter gleichberechtigter geworden ist.

Man hat nicht mehr erwartet, dass ich andauernd anrufe, oder am Wochenende vorbeikomme. Ich fühlte mich endlich einmal frei.

Ein Irrtum.

Den letzten großen, bis heute andauernden Krach gab nämlich erst kürzlich, an Ostern. Grund: Meine Schwester feierte die Festtage im Kreise der Schwiegerfamilie und kam erst nach Ostern für 8 Tage mit Enkel zu ihren Eltern.

Dafür wurde aber nun nicht sie "abgestraft", sondern die andere Tochter, die es gewagt hatte, sich in der Woche vor Ostern auch nicht mehr persönlich bei den Eltern blicken zu lassen. (Es lag an meinem Job).


Meine Anfrage am Gründonnerstag, wie man es denn an Ostern handhaben will, wurde mit zwei Sätzen abgebügelt: Man hätte schon alles eingekauft, und man lege darauf sowieso keinen so großen Wert mehr. Mehr als verärgert und auch, weil ich mich definitiv nicht mehr länger unter Druck setzten lassen will, habe ich mich über Ostern gar nicht mehr gemeldet.

Worauf mich die Woche danach ein Anruf meiner Mutter ereilte, in dem Sie mich darauf hinwies, dass sie es ERWARTE, dass ich mich (mit 39 Jahren!) einmal die Woche beim meinen Eltern persönlich einzufinden habe.

Am besten an einem Wochenende (samstags oder sonntags), da man ja Verständnis habe, dass ich unter der Woche (ich arbeite 60 km von meinem derzeitigen Wohnort entfernt und pendle täglich über die Autobahn) abends zu erledigt bin.
D.h. nach drei Jahren Ruhe drängt sie wieder regelmäßig in mein Leben und damit in meine neue Partnerschaft.

Aber sie fühlt sich dabei absolut im Recht. Sie ist der Meinung, dass erwachsene Kinder nun ihrerseits etwas für die Eltern tun müssen, nachdem diese jahrelang etwas für die Kinder getan haben. Und damit meint sie in erster Linie Zeit zu opfern.

Z.B. bei den Gartenarbeiten helfen - meine Eltern haben ein großes Haus mit Garten und ich erhalte immer wieder versteckte Botschaften, wie anstrengend das alles ist. Eine direkte Aufforderung zur Mithilfe kommt nicht, aber das lehne ich auch ab, weil ich weiß, wie es ist, wenn man meiner Mutter den kleinen Finger gibt. Dann stehe ich nämlich bald jeden Samstag mit dem Rasenmäher bei meinen Eltern daheim.

Vielleicht wirkt das auf Dich jetzt egoistisch. Aber ich sehe es, nach all meiner Erfahrung, und ich habe hier nur einen Bruchteil geschildert, eher als Selbstschutz.

Den größten Hammer musste ich mir nämlich bei meinem letzten freiwilligen Besuch bei meinen Eltern von ihr anhören. Sie sei heute der Meinung, dass sie mehr davon hätte, wenn sie ihre Töchter nicht hätte das Abi machen und studieren lassen. Dann säßen die vielleicht mit einem Stall voll Enkeln (ich bin kinderlos und ich habe eigentlich über die Jahre immer nur gehört, dass meine Mutter keine der Mütter sei, die unbedingt Oma werden wollen) bei ihr im Haus und alles wäre gut.

Nunja, man kann sich schon selbst belügen...

Das hat mich sehr hart getroffen, da sie damit mein ganzes Leben in Frage stellt. Ein Leben, zu dem sie mich letztlich auch immer angehalten hat.

Ich habe mich nach diesem Telefonat, das im Streit endete weitere 2 Wochen nicht mehr gemeldet, was für mich schon sehr belastend war, da ich diese Art der Revolution bislang nie gewagt habe (meine Mutter ist gewohnt, dass ich angekrochen komme...)

An Muttertag bin ich dann mit Geschenk und einem langen Brief, der meine Sicht der Dinge darlegte und in dem ich mich nun auch schriftlich dieser Form der Vereinahmung verweigert habe, nach Hause gefahren - und stand vor verschlossener Tür. Man hat es vorgezogen, zu verreisen. Wie lange und wohin weiß ich nicht. Das ist Stand der Dinge bis heute...

Du siehst,

Du bist nicht allein mit Deiner dominanten Mutter. Es ist nur wichtig, dass Du ihr irgendwann die Grenzen aufzeigst.

Auch Du hast nur ein Leben.

Meine Mutter meinte bei unserem letzten Telefonat noch, sie würde schließlich bald sterben. Und ich hätte dann noch 40 Jahre vor mir. Ich habe sie gefragt, ob sie glaubt Gott zu sein. Oder woher sie sonst dieses Wissen nimmt.

Achja. Es gibt auch noch einen Vater. Aber - und damit werde ich jetzt wohl niemanden überraschen. Der ist natürlich (jahrelange Übung) immer der Meinung meiner Mutter.

Liebe Grüße





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ariana_12733012
11.05.04 um 17:17

Ja, das klingt so leicht...
Seit der netten Oster-Ausladung hab ich wie gesagt ja zurzeit keinen Kontakt mehr. Der Rest ist einfach anerzogener Gehorsam, glaube ich. Sie hat einfach Macht über mich. Schon immer gehabt.

Hinzu kommt seit letztem Jahr eine Erkrankung an Brustkrebs. Da war übrigens auch ich diejenige, die jeden Abend im Krankenhaus war.

Und dann sollte man die emotionale Macht, die eine Mutter haben kann (auch unbewusst) nicht unterschätzen. Desweiteren findet sie in meinem Vater einen willigen Mitstreiter. Da steht es dann immer gleich 2 gegen einen. Und da braucht man schon ziemlich viel Stärke. Die verpulvere ich aber lieber in meinem Job, als in diesen Auseinandersetzungen.

Ich hatte mich, wie gesagt, schon ganz gut freigeschwommen, daher habe ich auch vor, das hier jetzt ziemlich knallhart durchzustehen.

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lallie_12948435
16.11.05 um 22:38

Jemand, der sowas noch nicht mitgemacht hat
kann dazu auch keine wirklich hilfreichen Ratschläge erteilen... Sadie, es ist zwar ein ganze Zeit her, als Du das hier geschrieben hast, aber vielleicht bist Du hier noch vertreten. Ich würde mich sehr gern mit dir austauschen. Hier mal meine Email-Adr.: [email protected]....
Ich wohne nun mit meinen zwei Kindern seit einem Jahr mit meiner dominanten (oder zwanghaften?) Mutter unter einem Dach, wohl aber in getrennten Wohnungen.... Aber wehe, ich melde mich übers Wochenende nicht und sie erkrankt an "Stimmbänderlähmung".... Es ist irgendwie unbeschreiblich und ich leide derzeit absolut unter dieser Situation. Ich weiß, dass ich so nicht weitermachen kann. Deshalb herrscht jetzt eine ziemliche Unruhe. Ich hatte ihr ebenfalls einen Brief geschrieben, den sie mal wieder nur nach ihren Ansichten auslegt...
Also, wenn Du Zeit und Lust hast, dann schreib mir doch kurz, wie es sich bei Dir entwickelt hat....

Gruß
witch

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arevig_12918929
16.04.07 um 14:49
In Antwort auf ariana_12733012

Ja, das klingt so leicht...
Seit der netten Oster-Ausladung hab ich wie gesagt ja zurzeit keinen Kontakt mehr. Der Rest ist einfach anerzogener Gehorsam, glaube ich. Sie hat einfach Macht über mich. Schon immer gehabt.

Hinzu kommt seit letztem Jahr eine Erkrankung an Brustkrebs. Da war übrigens auch ich diejenige, die jeden Abend im Krankenhaus war.

Und dann sollte man die emotionale Macht, die eine Mutter haben kann (auch unbewusst) nicht unterschätzen. Desweiteren findet sie in meinem Vater einen willigen Mitstreiter. Da steht es dann immer gleich 2 gegen einen. Und da braucht man schon ziemlich viel Stärke. Die verpulvere ich aber lieber in meinem Job, als in diesen Auseinandersetzungen.

Ich hatte mich, wie gesagt, schon ganz gut freigeschwommen, daher habe ich auch vor, das hier jetzt ziemlich knallhart durchzustehen.

Abstand ist das einzige, was hilft
Liebe Sadie,

ich kann Dich gut verstehen und kann Dir aus eigener Erfahrung raten:
Abstand ist das einzige Mittel, das hilft.
Das mußte ich schmerzlich bei meiner Mutter (71) lernen.
Ich (36) habe einen 8 Jahre älteren Bruder, der sich in keinster Weise von Konventionen noch von dem vehementen Einmischen meiner Mutter beeindrucken lässt.
Er lebt mit einer 10 Jahre älteren Frau zusammen, die er nach 20 Jahren dann auch geheiratet hat. Seine Frau ist sehr willensstark. Hinter ihr konnte er sich immer wunderbar verstecken. Folglich versuchte meine Mutter wenigsten mich zu einer braven Tochter zu erziehen, die sich um sie kümmert, sofort aufspringt, wenn sie irgendein Anliegen hat, die ständig erreichbar (und kontrollierbar) ist, die einen anständigen Mann heiraten und ihr Enkelkinder schenkt. Weder mein Bruder noch ich haben eigene Kinder, obwohl wir beide Kinder sehr lieben.
Ich selbst bin mit 20 Jahren sofort 100 km weiter weg in eine Studentenstadt gezogen und mit 27 Jahren in eine Großstadt, die 200 km von dem Wohnort meiner Eltern entfernt liegt. Im Laufe der Jahre habe ich die Telefonate mit meiner Mutter auf ca. 2x im Monat reduziert und ich halte die Gespräche sehr oberflächlich. Besuche beschränken sich auf Weihnachten, Geburtstage und Beerdigungen. Ich habe oft mit meiner Mutter geredet, gestritten, ihr geschrieben etc.. Sie sieht alles ein, was ich ihr sage, hat es aber zwei Tage später schon wieder vergessen. Sie gehört zu den vielen Müttern, die großen emotionalen Druck auf ihre Kinder ausüben. Ich bin das ewige Kämpfen ebenfalls leid - es bringt nichts und verschwendet nur wertvolle Lebensenergie. Folglich lass ich sie nicht mehr an mich ran. Ich nehme kein Geld von ihr an und erzähle ihr möglichst nichts Persönliches. Wenn ich in ihrer Stadt bin, besuche ich alte Freunde, meinen Bruder oder gehe mit meinem Vater spazieren. Denn sonst hieße es sofort, schließ den Videorecorder an, trag die Pflanzen in den Keller, hilf mir in der Küche, schließ den Computer ans Internet, programmier mir den Fernseher, hol mir xy aus dem Keller, räum die Abseite auf, zeig mir, wie man eine SMS verschickt etc., "Kind, Du bist ja überhauipt nicht belastbar" und das alles, obwohl ich nur einen Tag zu Besuch bin und eine unglaublich stressige Arbeitswoche hinter mir habe.

liebe Grüße

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S
sela_12150962
22.04.07 um 12:26

Probleme mit meiner Mutter !
Hallo Nina !

Mein Freund Peter dem ich von meinen Problemen erzähle stöberte im Netz und stiess auf deinen Beitrag der mir aus der Seele spricht !

Folgendes : Ich werde am 24.04.07 46 Jahre alt und ich werde solange ich zurück denken
kann von meiner dominanten Mutter gegängelt.Ich kann ihr nichts recht machen,kurz gesagt ich bin nichts und ich kann nichts .Zudem starb auch mein Vater im Februar vor einem Jahr der ebenfalls sehr unter dieser Frau zu leiden hatte.Ich liebte meinen Vater sehr , doch ich hatte immer den Verdacht,dass dieser mir seine Liebe gar nicht recht zeigen konnte,aus Angst vor meiner eifersüchtigen Mutter.Es gab nur eine Person die von meiner Mutter abgöttisch geliebt wurde,und dies ist mein Bruder Andreas.Bei dem war das immer alles anders,der schien perfekt zu sein und ich
im besten Fall das 5 Rad am Wagen.Aus jetziger Sicht,und an dieser Stelle muss ich bemerken,dass mein Freund den ich seit 2 Jahren kennen und lieben gelernt hatte,mir etwas die Augen geöffnet hatte,fällt mir auf,dass mein Bruder diese abgöttische Liebe nicht unbedingt erwidert hatte.Statt dessen hatte mein Bruder unseren Kontinent vor 20 Jahren verlassen und war nach Australien ausgewandert.Ich vermute,seitdem dreht meine Mutter buchstäblich am Kabel!Tatsache ist,mein Vater wurde von seinem Schöpfer abberufen,er ist gegangen,und auch mein Bruder hat sich entzogen.Übrig geblieben bin ich und nur ich.

Meine Mutter wiederum behauptet nun ,dass Oberhaupt der Familie zu sein,und wenn ich nicht so will wie sie will,ich aus der Familie ausgestossen werde.Doch ich frage mich allmählich immer öfter,von was für einer Familie redet die eigentlich?Ferner hatte ich natürlich in der Vergangenheit immer wieder eine Reihe finanzieller Probleme,bei denen mir meine Mutter unter die Arme griff,allerdings um mir dies bei passender Gelegenheit wieder vorzuhalten um mich gefügig zu machen,wobei es sich allerdings zu 50 % um das Geld meines Vaters handelte und auch mein Bruder derartige Zuwendungen erhielt die er als Startkapital in Übersee benötigte.Doch das wird selbstverständlich tot geschwiegen!Natürlich hatte ich auch Schwierigkeiten wegen meines geschiedenen albanischen Ehemannes mit dem ich 11 Jahre verheiratet war.Dieser war am Ende zuckerkrank und litt zudem an einer Psychose.Hinzu kommt , dass meine Mutter von Anfang an gegen diese Ehe war,obwohl sie meinen Mann kaum kannte.Ich vermute daher dass ich auch aus Trotz handelte.Tja und nun hatte ich vor etwa drei Jahren in einer Firma in der ich als Leiharbeiterin tätig war,meinen jetzigen Freund kennengelernt.Dieser baut mich regelrecht auf und zeigt mir dass es überhaupt nicht so ist wie meine Mutter sagt,kurz das ich jemand bin!Jetzt spinnt meine Mutter noch mehr,da es ausser mir niemanden gibt den sie dominieren könnte.Immer wieder ruft sie an um mir die sogenannte Familie zu kündigen und sich ab jetzt nicht mehr zu melden,doch dieser Vorsatz hält bestenfalls knapp 24 h,dann zeigt sie wieder ihr Honiggesicht und säuselt mir die liebende Mutter ins Ohr.Zuckerbrot und Peitsche,mich niedermachen um mich hernach wieder aufrichten zu wollen,so verrückt das klingen mag.Mein Freund spricht im Bezug auf meine Mutter vom W O L F im Schafspelz ! Es gäbe noch viel viel mehr zu berichten,doch dass soll es vorerst mal gewesen sein. Ich danke für entgegengebrachtes Interesse !

Gruss Gabriele O.!

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lmadan_11872096
07.05.07 um 14:55
In Antwort auf lallie_12948435

Jemand, der sowas noch nicht mitgemacht hat
kann dazu auch keine wirklich hilfreichen Ratschläge erteilen... Sadie, es ist zwar ein ganze Zeit her, als Du das hier geschrieben hast, aber vielleicht bist Du hier noch vertreten. Ich würde mich sehr gern mit dir austauschen. Hier mal meine Email-Adr.: [email protected]....
Ich wohne nun mit meinen zwei Kindern seit einem Jahr mit meiner dominanten (oder zwanghaften?) Mutter unter einem Dach, wohl aber in getrennten Wohnungen.... Aber wehe, ich melde mich übers Wochenende nicht und sie erkrankt an "Stimmbänderlähmung".... Es ist irgendwie unbeschreiblich und ich leide derzeit absolut unter dieser Situation. Ich weiß, dass ich so nicht weitermachen kann. Deshalb herrscht jetzt eine ziemliche Unruhe. Ich hatte ihr ebenfalls einen Brief geschrieben, den sie mal wieder nur nach ihren Ansichten auslegt...
Also, wenn Du Zeit und Lust hast, dann schreib mir doch kurz, wie es sich bei Dir entwickelt hat....

Gruß
witch

Hilfe
endlich habe ich mal hier leute gefunden denen es genauso geht und es ist schon seltsam wie die verhaltensweisen der mütter auch zu meiner wie die faust aufs auge passen..habe mich vorigen sonntag ziemlich heftig mit meiner mutter gestritten und sie hat sehr unschöne worte zu mir gesagt, wie z. B. ich wäre in berlin arrogant, eingebildet und verbittert geworden jeder der nicht mindestens genauso hübsch ist wie ich der ist in meinen augen minderwertig, und dann sagte sie noch eine schöne tochter wäre ich dass hätte sie sich nie träumen lassen, das ich mal so werde, sie wünscht sie hätte eine tochter wie die tochter ihrer besten freundin, das wäre ein tolle tochter.. ich war ziemlich fertig und weiß nun nicht was ich machen soll..vor allem vor dem hintergrund, das nächsten sonntag muttertag ist und sie erwarten wird, dass ich anrufe..aber ich bin z.B. seit drei wochen krank und sie hat auch net angerufen...

vor unserem streit war es so wie schon geschildert, liebesbekundungen gab es nie nur teure geschenke und dafür wurde dann auch gehorsam erwartet.meine mutter meinte sich auch immer in die wahl meiner partner einmischen zu müssen, hat mir mehrmals gesagt dass ich ohne schminke häßlich aussehe etc. fand meine klamotten doof, meinte mir immer ihren geschmack aufdrücken zu müssen etc... man kann ihr nie widersprechen oder anderer meinung sein..immer muss sie recht haben, alles was ich mache ist falsch, egal ob es um spargel schälen geht oder essensgewohnheiten...

hat jemand rat...habe schon überlegt mal zu einem psyochologen zu gehen um mich mal richtig auszusprechen...auch über meine kindheit..hat jemand erfahrung damit?

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avis_12486177
27.10.07 um 13:22
In Antwort auf lmadan_11872096

Hilfe
endlich habe ich mal hier leute gefunden denen es genauso geht und es ist schon seltsam wie die verhaltensweisen der mütter auch zu meiner wie die faust aufs auge passen..habe mich vorigen sonntag ziemlich heftig mit meiner mutter gestritten und sie hat sehr unschöne worte zu mir gesagt, wie z. B. ich wäre in berlin arrogant, eingebildet und verbittert geworden jeder der nicht mindestens genauso hübsch ist wie ich der ist in meinen augen minderwertig, und dann sagte sie noch eine schöne tochter wäre ich dass hätte sie sich nie träumen lassen, das ich mal so werde, sie wünscht sie hätte eine tochter wie die tochter ihrer besten freundin, das wäre ein tolle tochter.. ich war ziemlich fertig und weiß nun nicht was ich machen soll..vor allem vor dem hintergrund, das nächsten sonntag muttertag ist und sie erwarten wird, dass ich anrufe..aber ich bin z.B. seit drei wochen krank und sie hat auch net angerufen...

vor unserem streit war es so wie schon geschildert, liebesbekundungen gab es nie nur teure geschenke und dafür wurde dann auch gehorsam erwartet.meine mutter meinte sich auch immer in die wahl meiner partner einmischen zu müssen, hat mir mehrmals gesagt dass ich ohne schminke häßlich aussehe etc. fand meine klamotten doof, meinte mir immer ihren geschmack aufdrücken zu müssen etc... man kann ihr nie widersprechen oder anderer meinung sein..immer muss sie recht haben, alles was ich mache ist falsch, egal ob es um spargel schälen geht oder essensgewohnheiten...

hat jemand rat...habe schon überlegt mal zu einem psyochologen zu gehen um mich mal richtig auszusprechen...auch über meine kindheit..hat jemand erfahrung damit?

Wahnsinn - wieviel es betroffene Töchter gibt
Hallo Ihr alle,

bin durch Zufall auf das Forum gestoßen und total erstaunt, wieviele betroffene Töchter es gibt. Ihr habt mir alle aus dem Herzen gesprochen. Das große Problem bei dominanten Müttern ist aber, dass selbst Abstand und konkrete Grenzen nichts nützen. Jedenfalls nicht auf Dauer. Es bleibt ein ständiger Kampf, um die dominante Mutter in den Schranken zu halten. Und das finde ich sehr anstrengend, weil ich meine Kraft eigentlich für wichtige Sachen brauche (z. Bsp. Job, 2 Kinder, Mann usw.).
Schön wäre es, wenn mal einer aus fachlicher (psychologischer) Sicht erklären könnte, was in den Köpfen unserer Mütter vorgeht und warum sie ständig so "herrschen" wollen.

Viele Grüße

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evanna_11937085
04.12.07 um 9:23
In Antwort auf avis_12486177

Wahnsinn - wieviel es betroffene Töchter gibt
Hallo Ihr alle,

bin durch Zufall auf das Forum gestoßen und total erstaunt, wieviele betroffene Töchter es gibt. Ihr habt mir alle aus dem Herzen gesprochen. Das große Problem bei dominanten Müttern ist aber, dass selbst Abstand und konkrete Grenzen nichts nützen. Jedenfalls nicht auf Dauer. Es bleibt ein ständiger Kampf, um die dominante Mutter in den Schranken zu halten. Und das finde ich sehr anstrengend, weil ich meine Kraft eigentlich für wichtige Sachen brauche (z. Bsp. Job, 2 Kinder, Mann usw.).
Schön wäre es, wenn mal einer aus fachlicher (psychologischer) Sicht erklären könnte, was in den Köpfen unserer Mütter vorgeht und warum sie ständig so "herrschen" wollen.

Viele Grüße

Bin auch betroffen
Hallo alle zusammen,
ich bin durch gezielte Suche auf dieses Forum gestossen und möchte euch meine Geschichte erzählen, denn wenn ich die erzähle, hoffe ich, dass es mir etwas besser geht bzw. dass mir vielleicht auch jemand helfen kann.

Ich bin in einem Viermäderlhaus aufgewachsen - meine Oma - meine Mutter - meine Schwester und ich. Meine Oma wurde ziemlich früh Witwe und mußte sich alleine mit ihrer Tochter durchs Leben schlagen, vermutlich ist sie durch diese Schicksalsschläge eine so dominante Frau, die alles unter Kontrolle haben muß, geworden. Meine Mutter stand immer unter der "Fuchtel" meiner Oma, hat sich mehr oder weniger das gesamte Leben bestimmen lassen, ist mittlerweile 52 Jahre alt, und hat leider diese Eigenschaften auch alle angenommen.

Ich bin nun 32 Jahre alt und hab nun 32 Jahre immer mit einem schlechten Gewissen gelebt, wenn ich mit einer Freundin was unternommen hatte, wenn ich einen neuen Freund hatte, wenn ich an den Wochenenden während des Studiums mal nicht nach Hause gefahren bin (was meistens eh nicht möglich war, weil ich dazu gezwungen wurde, mich am Wochenende daheim blicken zu lassen).
Nach dem Studium wurde mir ein Job in der Nähe meines Heimatortes besorgt (den Job wollte ich nicht, hab ihn aber trotzdem angenommen, Arbeitsplätze nach dem Studium sind kostbar), und nach fünf Jahren hab ich mich dann für meinen Traumjob, allerdings ca. 130 km von daheim entfernt, entschieden. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich versucht habe, auf eigenen Beinen zu stehen, eine eigene Wohnung zu finden. Die Freude daheim war nicht sehr groß, v.a. wurde ich wieder mehr oder weniger dazu gezwungen, anstatt mich zu unterstützen, dass ich einen Bekanntenkreis in der neuen Stadt kennenlerne, die Wochenenden natürlich zuhause zu verbringen. Tatsache war, dass ich von Freitag, wo ich nach Hause gekommen bin, bis zum Sonntag, wo ich wieder gefahren bin, 90% geschlafen hab. Ich war nicht glücklich und hab mich daher lieber ins Bett oder vor den Fernseher gehockt, ich wusste ja sonst nichts mit mir anzufangen, denn Bekannte treffen, war nicht drin, ich mußte ja wieder zum Kaffeetrinken, Essen etc. zuhause sein. Nur ich kannte es nicht anders, daher hab ich mich nicht sonderlich beschwert. Das zu machen, was ich wollte, hab ich einfach 32 Jahre lang ignoriert, weil ich den Druck und die Streitigkeiten, dass ich nicht für meine Familie da bin, nicht herausfordern wollte. Ich war einfach unendlich feige und hab einen großen Teil meines Lebens durch diese Feigheit nicht genießen können.

Nun hab ich seit gut anderthalb Jahren eine fixe Beziehung, dazu muß ich sagen, dass diese, wenn ich noch den Job und die Wohnung zuhause gehabt hätte, nie funktioniert hat. Anfänglich war ich der Meinung (dies war der 1. Freund, den ich in den letzten 10 Jahren vorgestellt habe), dass er von meiner Familie super aufgenommen wird, nur der Schein trügte. Meine Familie war der Meinung, dass dies nur von kurzer Dauer (max. 3 Monate) sein wird und nach Ablauf dieser Zeit fing der Stress so richtig an. Ich sollte mich mindestens alle zwei Wochen zuhause blicken lassen, mein Freund war zu Hause (obwohl er anfänglich so ein lieber Kerl war) nicht mehr erwünscht, ich wurde, wenn ich an den Wochenenden nicht nach Hause kam, immer mit schlechtem Gewissen bombardiert (schwere Krankheit meiner Mutter/Oma, dringende Hilfe im Haushalt/Garten ist notwendig) etc.
Ich versuchte, länger als ein Jahr lang, es jedem Recht zu machen, meiner Family und meinem Freund, habe auf viele gemeinsame Wochenende (wir hatten eine Fernbeziehung) verzichtet, aber auch das hat nichts geholfen, da gab es keine Einsichtigkeit von Seiten meiner Familie, dass ich mein Leben leben will und sie zwar zu meinem Leben gehören, aber mein Leben auch noch was anderes beinhaltet, sie wollten mich ganz für sich alleine. Dann kam der Gipfel des Eisberges.
Im September diesen Jahres riefen sie die Mutter meines Freundes (die haben sie noch nie im Leben gesehen) an und machten sie voll zur Sau. Daraufhin hab ich nun jeden Kontakt mit ihnen abgebrochen, denn ihr einziges Ziel ist, uns beide auseinanderzubringen. Und das hoffe ich bei Gott, werden sie nicht schaffen.
Ich habe nun seit gut drei Monaten nichts von ihnen gehört, aber nun kommt Weihnachten und ich hab große Angst, dass sie nun wieder mit ihrem Terror anfangen werden, ich will friedliche Weihnachten, egal wo, nur nicht bei meiner Familie verbringen. Was sollen wir nun die heile Familie spielen, wenn das ganze Jahr nur gestritten wird, nur die Angst, die sich bei mir aufstaut, die macht mich derzeit total krank, ich kann in der Nacht nicht schlafen, träume nur schlimme Sachen, es ist echt extrem. Ich hoffe nur, dass nix passiert und ich zu Weihnachten meinen Frieden habe und auch dass die Familie meines Freundes ihren Frieden hat.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen? Würde mich über ein Feedback freuen.
Wie bereits die Erzähler obiger Geschichten geschrieben haben, auch dies ist nur die kurze Version, die Lange würde vermutlich die Größe des Forums sprengen
lg & danke
biene

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