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Problemchen oder Problem? laaaaaaaang

4. September 2009 um 12:30

Grüßt euch alle miteinander!
Ich möchte hier mal eine "Beurteilung" von unvoreingenommenen Lesern haben, denn mir fehlt mittlerweile die Distanz und das Können, meine Situation zu beurteilen.
Hier kommt also meine Geschichte und dann die eigentliche Frage:
Ich bin 18 Jahre alt. Vor 5 Jahren sind meine Großmütter, meine Schwester und deren Freund in einen schweren Autounfall verwickelt gewesen. Meine Schwester und ihr Freund haben überlebt. Meine Großmütter nicht. Meine Schwester und auch meine Familie sind damals durch die Hölle gegangen. Denn obwohl meine Schwester überlebt hat und wir alle unendlich dankbar dafür waren, plagten sie Alpträume, Panik, Schuldgefühle und Verzweiflung. Wie man sieht, war ich damals 13 und als ich merkte, dass alles um mich herum zusammenbricht, habe ich eine Gegenaktion gestartet und einfach versucht immer gut drauf zu sein, fröhlich zu sein und alle aufzumuntern. Ich habe den Vorfall damals kein bisschen verarbeitet. Hin und wieder heimlich mal eine Träne, das wars dann auch schon. Die Zeit hat die Wunden meiner Familie geheilt und das Leben ging weiter, auch wenn wir es manchmal gerne angehalten hätten, aber da ist das Schicksal einfach erbarmungslos. Ich habe eine extrem tiefe Bindung zu meiner Schwester und vor allem zu meinem 3 Jahre älteren Bruder gehabt. Die sollte mir jedoch zum Verhängnis werden, als erst meine Schwester zum Studium auszog und anschließend vor 2 Jahren auch noch mein Bruder. Mein Bruder war mein ein und alles. Schon immer. Als er vor 2 Jahren dann nicht mit in den Familienurlaub gefahren war, seine Wohnung fürs Studium vorbereitete und ich von festen Gruppen (meine Eltern, meine Schwester und ihr Freund) umzingelt wurde, begann ich eine Art Sportwahn zu entwickeln. Dann kam noch die Idee, sich gesünder zu ernähren. Ende vom Lied: Ich rutschte ab in die Magersucht. Von 65kg auf 46kg bei 1,66 m. Dazu kamen Angst, Depressionen, Hyperventilation, Selbstverletzung und ein Abschiedsbrief. Aus der Magersucht bin ich nach einem guten halben Jahr rausgekommen. Dafür stiegen die Depressionen und alles andere ins unermessliche. Des weiteren leide ich seitdem an einer nicht näher definierbaren Essstörung, die eine Mischform versch. ES ist. So bin ich am 5.9.2008 in eine psychosomatische Klinik gekommen. Dazu muss ich erwähnen, dass ich mich bereits seit März 08 in ambulanter Therapie befand. 5 Wochen war ich in der Klinik bevor ich den Aufenthalt abgebrochen habe. Aus Angst, in der K12 in der Schule sonst gar nicht mehr mitzukommen, wenn ich zu viele Wochen verliere. Zuhause angekommen war ich nicht mehr daheim und bin es auch jetzt nicht. Man kann sagen, ich bin nie zuhause angekommen. Hier stecken zu viele Erinnerungen dran. Nach der Klinik bin ich so tief abgerutscht wie noch nie. Da ich sonst eine recht ordentliche Schülerin war (11. Klasse mit Schnitt von 2,1 beendet), war es für mich unerträglich so sehr in der K12 zu versagen. Ich war mal ehrgeizig (zu extrem sogar), kämpferisch und zielstrebig, doch davon ist nichts mehr übrig. Nach einem kurzen Hoch Anfang 2009 (wo ich mich auch von meinem 14 Monate Freund getrennt habe) kommen nun immer wieder schwere und krankhafte Phasen auf mich zu. Nun habe ich eine neue Form der Depression erreicht. Ich stehe zwischen Wut und Ohnmacht, was eine Perversion ist, da sich schon allein die Wörter widersprechen. Dazu kommt das übliche Programm mit Selbsthass, Selbstverletzung, Essproblemen, Hyperventilation,....
Gestern telefonierte ich mit meinem Freund, mit dem ich nun 7 Monate zusammen bin. Er ist Rettungssanitäter und kennt sich also mit Extremsituationen aus. Als er merkte, dass es mir dermaßen schlecht ging und er diese Phasen seit 7 Monaten miterlebt (allerdings noch nie so heftig), meinte er zu mir, dass er mich nicht verstehen würde. Er sagte, dass es keinen Grund gibt, dass es mir so schlecht ginge. Meine äußeren Umstände seien perfekt. Ich hätte einen Freund, eine Familie und meinen Hund, der nun eine Art "Heimtherapeut" darstellt. Im Gegensatz zu den Schicksalen, die er sieht, wären mein Leben und meine Situation nur ein Problemchen und das man das alles gar nicht vergleichen könne.
Da begann das Karussell erneut: Ich fühlte mich noch beschissener, weil ich eigentlich kein Anrecht darauf habe. Ich hatte ein schlechtes Gewissen par excellence.
Nun meine Frage: Seht ihr das genauso? Hat er Recht? Übertreibe ich? Ich spiele nämlich auch mit dem Gedanken nächstes Jahr nach dem Abitur nochmal in eine Klinik zu gehen.
Bitte bitte helft mir

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9. September 2009 um 11:16

Hi Ismo
Ob es nun ein Problemchen ist oder ein Problem macht kein Unterschied denn das bleibt sich gleich

bitte behalte im hinterkopf das wir keine Ärzte sind. Und dein Freund auch nicht.
Meine Depressionen sind durch nicht verarbeitete Dinge ausgebrochen. Als ich sie verarbeitet hatte ging es weiter mit dingen die alltäglich sind. Stress bei der Arbeit etc.
Solange man kein Suizid begehen möchte und sich einigermaßen gut fühlt sollte man nicht in die Klinik. Aber eine ambulante Behandlung ist nicht verkehrt denn du setzt dich mit den Sachen auseinander die heute und jetzt passieren und du fängst nicht an wieder was in dich rein zu fressen....
der Arzt gibt dir evtl auch Medis die dich beruhigen und dafür sorgen das du nicht zu viel denkst. Und du selber kannst auch einiges dafür tun. Entspanne öfters es ist nicht gesund aber Solarium hilft, die UV Strahlung macht glücklich.
Man fühlt sich hinterher freier hört sich blöd an ist aber so :P

Such immer die Sonne und keine Dunklen Orte... Es gibt auch viele andere möglichkeiten was auch hilft ist wenn du nen Tagebuch schreibst. Spaziergänge etc.
Ich weiß nicht wie offen du mit deinem Freund reden kannst, aber schnapp ihn dir leg dich mit ihm ins Bett kuschel mit ihm und rede.

ich hoffe das hilft

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