Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Partner mit Burnout unterstützen

10. März um 10:10 Letzte Antwort: 28. März um 22:25

Hallo liebe Foren-Mitglieder! Ich habe bereits mal in der Rubrik "Liebe" über unser großes Problem geschrieben, nämlich dass mein Partner - wir sind seit 14 Jahren zusammen - sehr viele Symptome eines Burnouts aufweist. das geht seit ca. November 2020 so und wurde immer stärker. Er ist sehr dünnhäutig, zieht sich gerne zurück. Das heißt, er fährt zum Beispiel über das Wochenende zu seinen Eltern. Er meint immer wieder, dass er mich liebt, ich darf das nicht persönlich nehmen, er hält momentan nichts und niemanden aus. Ich weiß auch von seiner Mutter, dass er im Elternhaus dann auch nicht greifbar ist und sich zurückzieht. Wir hatten im Dezember und auch im Februar einen großen Streit. Es stand im Februar die Trennung im Raum. Er hat dann die Wohnung verlassen. Am nächsten Tag haben wir uns auf einen Spaziergang getroffen. Er hat geweint und gemeint, dass ihm einfach alles zu viel wird, er aber nicht ohne mich sein kann. Wir wohnen also wieder zusammen. Inzwischen habe ich sehr viel im Internet nachgelesen, wie es in einem von Burnout Betroffenen aussieht. Nun habe ich mein Verhalten dahingehend geändert, dass ich ihn auf keine Weise bedränge (zum Beispiel spreche ich nicht über, oder mache nicht: Kündigung vorschlagen, Bewerbung schreiben, Vorwürfe machen, sagen, er soll sich zusammenreißen, über den Job alles wissen wollen, WhatsApp während der Arbeit schicken, damit ich weiß, wie es ihm geht etc.). Zusammengefasst: Ich ziehe mich zurück, zeige ihm aber, dass ich für ihn da bin, halte ihm den Rücken frei (Haushalt), gebe eine kleine Struktur vor (gemeinsames Abendessen, gemeinsames Filmegucken am Abend) und lasse ihn einfach SEIN. Gestern meinte er, es gehe ihm einen "Millimeter" besser. So, nun meine Frage an Burnout-Betroffene bzw. Genesene: Was hätte/hat euch in der Burnout-Lage gut getan? Klingt mein Weg nachvollziehbar und unterstützend? Ich will auf keinen Fall, dass die Beziehung aufgrund des Burnouts scheitert. Es ist auch für mich eine sehr anstrengende Situation, weshalb ich noch diesen Monat eine Psychotherapie beginne. Ich bedanke mich im Voraus für eure Kommentare!

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14. März um 18:26
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Hallo liebe Foren-Mitglieder! Ich habe bereits mal in der Rubrik "Liebe" über unser großes Problem geschrieben, nämlich dass mein Partner - wir sind seit 14 Jahren zusammen - sehr viele Symptome eines Burnouts aufweist. das geht seit ca. November 2020 so und wurde immer stärker. Er ist sehr dünnhäutig, zieht sich gerne zurück. Das heißt, er fährt zum Beispiel über das Wochenende zu seinen Eltern. Er meint immer wieder, dass er mich liebt, ich darf das nicht persönlich nehmen, er hält momentan nichts und niemanden aus. Ich weiß auch von seiner Mutter, dass er im Elternhaus dann auch nicht greifbar ist und sich zurückzieht. Wir hatten im Dezember und auch im Februar einen großen Streit. Es stand im Februar die Trennung im Raum. Er hat dann die Wohnung verlassen. Am nächsten Tag haben wir uns auf einen Spaziergang getroffen. Er hat geweint und gemeint, dass ihm einfach alles zu viel wird, er aber nicht ohne mich sein kann. Wir wohnen also wieder zusammen. Inzwischen habe ich sehr viel im Internet nachgelesen, wie es in einem von Burnout Betroffenen aussieht. Nun habe ich mein Verhalten dahingehend geändert, dass ich ihn auf keine Weise bedränge (zum Beispiel spreche ich nicht über, oder mache nicht: Kündigung vorschlagen, Bewerbung schreiben, Vorwürfe machen, sagen, er soll sich zusammenreißen, über den Job alles wissen wollen, WhatsApp während der Arbeit schicken, damit ich weiß, wie es ihm geht etc.). Zusammengefasst: Ich ziehe mich zurück, zeige ihm aber, dass ich für ihn da bin, halte ihm den Rücken frei (Haushalt), gebe eine kleine Struktur vor (gemeinsames Abendessen, gemeinsames Filmegucken am Abend) und lasse ihn einfach SEIN. Gestern meinte er, es gehe ihm einen "Millimeter" besser. So, nun meine Frage an Burnout-Betroffene bzw. Genesene: Was hätte/hat euch in der Burnout-Lage gut getan? Klingt mein Weg nachvollziehbar und unterstützend? Ich will auf keinen Fall, dass die Beziehung aufgrund des Burnouts scheitert. Es ist auch für mich eine sehr anstrengende Situation, weshalb ich noch diesen Monat eine Psychotherapie beginne. Ich bedanke mich im Voraus für eure Kommentare!

Du musst auf jeden Fall zuhören und versuchen die Probleme zu verstehen, Verständnis ist immer der erste Schritt

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21. März um 9:30

Allerdings solltest du auch irgendwann die Konsequenzen ziehen. 
Den Partner unterstützen ist wichtig. Allerdings muss halt irgendwann der Partner mal den Arsch Hochkriegen und die Stöhrenden Lebensumstände anpacken.
Ich war auch schon in Jobs die mir nicht gut getan haben, und hatte eine Partnerin bei der es Seelisch immer mehr bergab ging.
Irgendwann als ich überhaupt nicht mehr konnte, musste ich die Reissleine ziehen und habe nun eine tolle Frau und einen erträglichen Job . 

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26. März um 20:46
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Allerdings solltest du auch irgendwann die Konsequenzen ziehen. 
Den Partner unterstützen ist wichtig. Allerdings muss halt irgendwann der Partner mal den Arsch Hochkriegen und die Stöhrenden Lebensumstände anpacken.
Ich war auch schon in Jobs die mir nicht gut getan haben, und hatte eine Partnerin bei der es Seelisch immer mehr bergab ging.
Irgendwann als ich überhaupt nicht mehr konnte, musste ich die Reissleine ziehen und habe nun eine tolle Frau und einen erträglichen Job . 

Mir ging es ähnlich... Ich habe auch die "Reissleine" gezogen, da es mich irgendwann selber krank gemacht hat...

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27. März um 16:53
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Hallo liebe Foren-Mitglieder! Ich habe bereits mal in der Rubrik "Liebe" über unser großes Problem geschrieben, nämlich dass mein Partner - wir sind seit 14 Jahren zusammen - sehr viele Symptome eines Burnouts aufweist. das geht seit ca. November 2020 so und wurde immer stärker. Er ist sehr dünnhäutig, zieht sich gerne zurück. Das heißt, er fährt zum Beispiel über das Wochenende zu seinen Eltern. Er meint immer wieder, dass er mich liebt, ich darf das nicht persönlich nehmen, er hält momentan nichts und niemanden aus. Ich weiß auch von seiner Mutter, dass er im Elternhaus dann auch nicht greifbar ist und sich zurückzieht. Wir hatten im Dezember und auch im Februar einen großen Streit. Es stand im Februar die Trennung im Raum. Er hat dann die Wohnung verlassen. Am nächsten Tag haben wir uns auf einen Spaziergang getroffen. Er hat geweint und gemeint, dass ihm einfach alles zu viel wird, er aber nicht ohne mich sein kann. Wir wohnen also wieder zusammen. Inzwischen habe ich sehr viel im Internet nachgelesen, wie es in einem von Burnout Betroffenen aussieht. Nun habe ich mein Verhalten dahingehend geändert, dass ich ihn auf keine Weise bedränge (zum Beispiel spreche ich nicht über, oder mache nicht: Kündigung vorschlagen, Bewerbung schreiben, Vorwürfe machen, sagen, er soll sich zusammenreißen, über den Job alles wissen wollen, WhatsApp während der Arbeit schicken, damit ich weiß, wie es ihm geht etc.). Zusammengefasst: Ich ziehe mich zurück, zeige ihm aber, dass ich für ihn da bin, halte ihm den Rücken frei (Haushalt), gebe eine kleine Struktur vor (gemeinsames Abendessen, gemeinsames Filmegucken am Abend) und lasse ihn einfach SEIN. Gestern meinte er, es gehe ihm einen "Millimeter" besser. So, nun meine Frage an Burnout-Betroffene bzw. Genesene: Was hätte/hat euch in der Burnout-Lage gut getan? Klingt mein Weg nachvollziehbar und unterstützend? Ich will auf keinen Fall, dass die Beziehung aufgrund des Burnouts scheitert. Es ist auch für mich eine sehr anstrengende Situation, weshalb ich noch diesen Monat eine Psychotherapie beginne. Ich bedanke mich im Voraus für eure Kommentare!

Liebe zartbitter,

ich gehe davon aus, die Problematik deines Mannes entsteht durch seine Arbeit? Ob es sich um eine Erschöpfungsdepression oder vielleicht bereits eine ausgewachsene Depression handelt sollte von einem Arzt abgeklärt werden. Um deine Frage kurz auf den Punkt zu bringen, was du speziell für deinen Mann tun kannst. Unterstütze ihn dabei neue Ressourcen zu entdecken oder alte Fähigkeiten zu reaktivieren. Das soll nicht in  Vorschlägen oder Bevormundungen ausarten, was ihm alles gut tun "könnte". Es soll sich vielmehr daran orientieren, was seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Das kann eine Begeisterung für Flugzeuge sein, die er jetzt für sich nutzt und in einem Hobbyraum Modellflugzeuge baut, zum Beispiel.

Bedrängung würde nichts bringen, außer die Lage verschlimmern. Die gefühlte Überforderung wird noch verstärkt durch Ansprüche anderer Personen, auch wenn sie nahestehend sind ist es den Menschen unmöglich diese zu erfüllen. Die Überlastung flutet das gesamte Seelenleben und kann bis zu einem körperlichen Totalausfall führen. Die meisten stressgeplagten Menschen können sich ausruhen und sind nach einer gewissen Zeit wieder fit. Ein Mensch mit Burnout kann sich nicht ausruhen, bzw. es hilft ihm nicht, er kann nicht regenerieren und seine Reserven auftanken. Verständnis macht es diesem Menschen leichter zu akzeptieren, was er schon weiß. Vorwürfe oder Vorhaltungen treiben ihn in die Isolation. 

Es ist sicherlich nicht leicht damit zu leben, oder sich konfrontiert zu sehen mit Stagnation und augenscheinlichem Desinteresse des Partners. Daher finde ich die Idee eine Psychotherapie zu beginnen wirklich gut. Ich hoffe, sie bietet dir wertvolle Hinweise und schafft Möglichkeiten für einen besseren Umgang mit der Situation. 

Ein Burnout ist der Wegweiser für eine radikale Lebensveränderung. Das heißt, es müssen und werden irgendwann Entscheidungen getroffen. Die Zeit bis dahin kann lange andauern oder es passiert ganz plötzlich und unerwartet. Ein Burnout ist nichts, bei dem Stress durch diverse Maßnahmen bekämpft werden kann sondern man deren Auslöser kennenlernt und elemeniert oder weitestgehend neu justiert. 

LG Sis

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28. März um 22:25
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Hallo liebe Foren-Mitglieder! Ich habe bereits mal in der Rubrik "Liebe" über unser großes Problem geschrieben, nämlich dass mein Partner - wir sind seit 14 Jahren zusammen - sehr viele Symptome eines Burnouts aufweist. das geht seit ca. November 2020 so und wurde immer stärker. Er ist sehr dünnhäutig, zieht sich gerne zurück. Das heißt, er fährt zum Beispiel über das Wochenende zu seinen Eltern. Er meint immer wieder, dass er mich liebt, ich darf das nicht persönlich nehmen, er hält momentan nichts und niemanden aus. Ich weiß auch von seiner Mutter, dass er im Elternhaus dann auch nicht greifbar ist und sich zurückzieht. Wir hatten im Dezember und auch im Februar einen großen Streit. Es stand im Februar die Trennung im Raum. Er hat dann die Wohnung verlassen. Am nächsten Tag haben wir uns auf einen Spaziergang getroffen. Er hat geweint und gemeint, dass ihm einfach alles zu viel wird, er aber nicht ohne mich sein kann. Wir wohnen also wieder zusammen. Inzwischen habe ich sehr viel im Internet nachgelesen, wie es in einem von Burnout Betroffenen aussieht. Nun habe ich mein Verhalten dahingehend geändert, dass ich ihn auf keine Weise bedränge (zum Beispiel spreche ich nicht über, oder mache nicht: Kündigung vorschlagen, Bewerbung schreiben, Vorwürfe machen, sagen, er soll sich zusammenreißen, über den Job alles wissen wollen, WhatsApp während der Arbeit schicken, damit ich weiß, wie es ihm geht etc.). Zusammengefasst: Ich ziehe mich zurück, zeige ihm aber, dass ich für ihn da bin, halte ihm den Rücken frei (Haushalt), gebe eine kleine Struktur vor (gemeinsames Abendessen, gemeinsames Filmegucken am Abend) und lasse ihn einfach SEIN. Gestern meinte er, es gehe ihm einen "Millimeter" besser. So, nun meine Frage an Burnout-Betroffene bzw. Genesene: Was hätte/hat euch in der Burnout-Lage gut getan? Klingt mein Weg nachvollziehbar und unterstützend? Ich will auf keinen Fall, dass die Beziehung aufgrund des Burnouts scheitert. Es ist auch für mich eine sehr anstrengende Situation, weshalb ich noch diesen Monat eine Psychotherapie beginne. Ich bedanke mich im Voraus für eure Kommentare!

Hallo,

ich hatte ketztes Jahr ein Burnout und spreche aus Erfahrung. Heute geht es mir wieder wunderbar. Mein Partner war die beste Unterstützung überhaupt. Er war mein Anker, in dem er ein offenes Ohr hatte wenn ich reden wollte oder weinen musste, mich zur Therapie gefahren hat und gewisse Dinge im Haushalt zunächst teilweise übernommen hat. Wichtig ist, dass dein Partner zum Arzt geht und das Thema anpackt. Das würde ich ihm auf jeden Fall spiegeln, immerhin braucht er ggf Hilfe. 

Die Zeit wird auch wieder vorbeigehen. Er braucht aber einen Anstoß wenn er selbst noch nichts unternommen hat. 

Ich habe den Job verlassen, mir eine Auszeit auf ärztlichen Rat genommen, mich gesund ernährt, Yoga gemacht, bin zur Therapie um Stressfaktoren zu verarbeiten und habe ein neues Leben angefangen. 

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