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Paranoide Schizophrenie und Beziehung

13. Mai 2012 um 13:32

Hallo ihr lieben..
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Ich bin nun seit fast 2 Jahren mit einem Paraonid-Schizophrenen Mann (26) zusammen.Wir haben eine gemeinsame Wohnung und ne Katze die er über alles liebt.
Vor gut 2 Wochen kam der Schock..Er kam nichtmehr nach Hause,lebt seitdem bei seiner Mutter und will keinerlei Kontakt zu mir.Er meint er sehe keinen Sinn mehr..
Mir geht es natürlich nurnoch dreckig und ich komm mit dem Herzschmerz nicht klar.
Einen Tag vorher haben wir noch einen Spaziergang gemacht,händchenhaltentd..das war immer das was uns so verband,beim spazieren waren wir verliebter als sonst.alles war perfekt.Am nächsten Abend gab es dann einen streit (der sone radikale trennung aber devinitiv nicht rechtfertigt)
Ich habe gelesen dass sowas bei einer paranoiden schizophrenie vorkommen kann,wenn der betroffene einen Schub bekommt..Es gab vorher auch leichte anzeichen das es ihm nicht so gut geht..
Hat jemand erfahrungen,tips wie ich mich verhalten soll?einfach überrumpeln und zum gespräch "zwingen" ging in die hose..er wollte mich nicht an sich lassen,ich habe richtig den schmerz in seinem gesicht gesehen als er mich sah..
Wie lange dauern solche schübe in der regel?was kann ich tun um ihm zu helfen?wird eh jeh wieder mein Karsten sein,wie ich ihn kenne...?Ich liebe ihn und will ihn nicht loslassen..
LG

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15. Mai 2012 um 21:50

Erfahrungen die vllt helfen...
Hallo erst mal...

Ich berichte erst ein Mal von meinen Erfahrungen, welche ich in einer Beziehung mit einem "psychisch Kranken" Mann (Ich nenne ihn hier einfach mal C.) hatte. Ich muss zugeben, die Bedingungen waren etwas anders, es war meine erste Beziehung und vom Umgang mit "psychischen Krankheiten" hatte ich keine Ahnung (weis nicht in wie weit du damit vertraut bist).
Jedenfalls lernte ich C. über eine dahmalige Freundin kennen welche vor mir mit ihm zusammen war (diese selbst psychische Probleme hatte). Daher wusste ich das er Psychopharmaka nahm, welche auch sehr stark waren, er diese aber selbstständig abgesetzt hatte. Alles lief gut, wir kamen zusammen und abgesehen von den tiefen Narben die er hatte merkte ich nichts von (s)einer Krankheit.
Dann lief es ähnlich wie bei dir ab... Alles war wie immer, scheinbar normal und auch jetzt im Rückblick war für mich kein erkenntlicher Grund für irgendwas Schlechtes da. Aber auf einmal berichtete er mir das er wieder angefangen hat seine Tabletten zu nehmen. Ab da schien dann alles iwie anders zu laufen. Er zog sich zurück und ich verlor den Kontakt zu ihm (wir lebten in einer Fernbeziehung). Auf ein Mal schrieb er mir im Chat Sachen die bewirkten mich schuldig zu fühlen, als wäre ich der Grund dafür das er wieder Psychopharmaka nehmen muss. Am Ende musste ich darum bangen das er Selbstmord begeht.
Das Ende vom Lied war das ich in Schuldgefühlen versank und mit meinem Leben nicht mehr Klar kam.
Wenn ich jetzt an diese Beziehung zurück denke, weis ich das er mit seinen Selbstmorddrohungen nur bewirken wollte, dass ich mich schlecht fühle und das er mich in das Gleiche Unglück stürzen wollte, dass er vllt selbst irgendwo empfand...

So jetzt will ich versuchen das Ganze auf deine Situation zu beziehen. Deine Ausgangssituation war ein Streit. Ich weis nicht worum der Streit ging bzw. inwiefern du Sachen aus seiner Verganenheit kennst (also auch was seine Krankheit ausgelöst hat), ich weis nur das Menschen die seelisch verletzt werden nicht gern drüber reden, um nicht noch ein Mal verletzt zu werden. Euer Streit war vllt. kein trennungsgrund, aber vllt hat es ihn an etwas aus seiner Vergangenheit erinnert, das ihn damals verletzt hat. Oder er hat sich durch den Streit in etwas hineingesteigert, wo vor einfach Angst hat. Wenn du sagst, dass es vorher wie Anzeichen für einen "Schub" hatte würde ich das jetzt nicht unbedingt als einen Schub bezeichnen, sondern eher das es einen Grund gab wo er sich unsicher fühlte (den er dir aber noch nicht verraten konnte) und er durch diesen Streit vllt ganz den Halt verloren hat, den er gebraucht hätte.
Es geht nicht darum, dass du dir jetzt Vorwürfe machen solltest, das macht alles nur schlimmer. Ich will dir nur erklären, dass gerade bei psychisch Kranken Menschen die kleinsten Situatiuonen reichen, dass sie sich negativ in etwas hineinsteigern obwohl du als in dem Sinne "Streitparter" nicht ein Mal etwas damit zu tun haben musst.
Für die Trennung kann es 2 Gründe Geben. Nummer 1: er will sich selbst schützen um vllt nicht noch ein Mal verletzt zu werden und geht deswegen allem aus dem Weg oder Nummer 2: er will dich schützen, weil er vllt glaubt, das er dich verletzen könnte wenn er in einer Phase ist, in der er er selbst nur alles negativ sieht.
In beiden Fällen gilt: Wenn du ihn halten willst musst du ein starker Mensch sein. Und damit meine ich ein wirklich starker Mensch, sonst kann es am Ende passieren das du dich selbst fertig machst ohne ihn damit zu helfen.
Du musst dir im Klaren sein, dass du Zeit brauchst. Du musst damit rechnen, dass du noch öfters solche Phasen erleben wirst, in denen er sich vllt unsicher fühlt und sich in etwas hineinsteigert, dass du selbst nicht verstehen kannst. Es kann sein, dass du den Menschen, den du so sehr liebst, leiden sehen wirst und ihn nicht helfen kannst, weil er dir nicht sagen kann was mit ihm los ist, wovon du dich aber niemals runter ziehen lassen darfst, sonst könnte es sein, dass er sich dadurch nur noch mehr in etwas hinein steigert. Du musst damit rechnen, dass er dich abweist, weil er nicht zulassen will sich selbst oder dich zu verletzen.
Menschen die psychisch Krank sind brauchen jemanden mit viel Kraft, sie spüren die Unsicherheit ihres Gegenüber noch mehr als manch anderer und werden dadurch nur selbst noch mehr verunsichert.
Aus eigener Erfahrung weis ich das ich in dieser Hinsicht damals kein starker Mensch war. Ich wollte C. helfen, aber da ich nicht wusste was mit ihm los war und auch nicht einsehen konnte, das man Menschen nicht immer helfen muss um nur für sie da zu sein, machte ich mir Vorwürfe an seiner Situation Schuld zu sein und half ihm so kein bisschen...
Eins steht fest, dein Karsten ist immer noch dein Karsten, nur weil er psychisch Krank ist, ist er nicht viel anders als du und ich.
Doch du stehst nun erst Mal vor der Frage die ich damals hätte nicht beantworten können und du vllt auch nicht, weil dir die Erfahrung dazu fehlt: Bist du ein starker Mensch oder nicht?
Beantworte diese Frage für dich nicht gleich, sondern stell dir die Situationen vor die ich dir geschildert habe, welche eintreten könnten und versuche realistisch einzuschätzen ob du ihn unterstützen könntest oder ob es dich nur fertig machen würde.
Wenn du deine Entscheidung getroffen hasst, egal in welche Richtung, dann stehe dahinter als ob es nichts anderes mehr geben würde. Bettle ihn weder an, dass er zurück kommt noch zwinge ihn dazu, dir zu sagen was los ist.
Egal wie, ich glaube bei so was muss man immer ein starker Mensch sein. Gib die fürs erste selbst die Zeit für eine Entscheidung, denn es geht hier um dich und um Karsten... und zu entscheiden, was für den anderen und am meisten auch für sich selbst das beste ist, braucht einfach Zeit.

Ich hoffe ich konnte dir damit etwas helfen und das du schreibst wenn dich noch etwas bedrückt.

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