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Papa verstorben-wie soll ich das alles schaffen

6. April 2010 um 1:46

Hallo ich heiße Andrea, am 25.03.2010 ist mein Papa gestorben im Krankenhaus an Speisenröhrenkrebs. Ich kann es nicht so richtig begreifen......es tut so weh. Ich war mit meiner Schwester an diesen Tag sehr lange im Krankenhaus, meine Schwester bis um halb sechs abends und ich bin um 19.10 Uhr. Um 19.35 Uhr rief das Krankenhaus an und teilete uns mit, dass er verstorben ist....ich bin zusammengebrochen und frage mich bis jetzt, warum ich nicht länger geblieben bin. Mein Papa hat die ganze Zeit geschlafen und hatte auch furchtbar geschwitzt. Mir ging es schon am Morgen nicht so gut und ich hatte den ganzen Tag geweint. Als ich im Krankenhaus ankam, hatte mein Papa schwere Schluckbeschwerden, was auch später abgesaugt wurde und das schlimmste für mich war, dass er kaum Stimme hatte und ich ihn nicht verstanden habe. Das war furchtbar. Als ich den nächsten Tag im Krankenhaus anrief um von der Schwester zu wissen, wie seine letzten Atemzüge war, fühlte sie sich von mir in die Enge getrieben. Ich habe es nicht verstanden! Mein Papa sah friedlich aus, als wir um 20 Uhr da waren, aber das war doch mein Recht, oder? Ich hatte immer Angst, das sich mein Papa quält. Warum hat sich die Schwester so verhalten? Warum hat sie sich angegriffen gefühlt? Mit meiner Mutter habe ich keinen Kontakt, sie hat mich damals ausgesetzt und gesagt du kommst schon klar. Ich habe dann bis zum 18.Lebenjahr bei meinen Papa gewohnt und es waren die schönsten Jahre.....

Jetzt habe ich den besten Menschen der Welt verloren und weiß nicht, wie ich das schaffen soll? Es gab für mich in der letzten Zeit viele Schicksalsschläge im Leben.....vorallem das letzte halbe Jahr.

LG Andrea

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26. April 2010 um 11:20

Liebe Andrea
ich weiß nicht wirklich, wie ich dir antworten soll. Der Tod einer nahestehenden Person ist etwas, das jeder Mensch für sich selbst verarbeiten muss. Trotzdem möchte ich versuchen, dir zu helfen.

Für mich war der Tod meiner Großmutter (April 2007) ein schwerer Schlag. Sie wohnte seit 7 Jahren mit uns im selben Haus. Im Jänner 2007 gab uns der Arzt die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Speziell für meine Mutter (sie war die jüngste Tochter) war die Diagnose schwer zu verkraften. Eine meiner Tanten, (Schwester meiner Mutter) wohnt auch bei uns im Haus und für die beiden Begann eine harte Zeit.

Sie kümmerten sich um meine Großmutter, am Ende ihrer Krankheit sogar rund um die Uhr und unsere ganze Familie "musste" dabei zusehen, wie aus meiner lebenslustigen, fröhlichen Oma eine demente, alte und verbrauchte Frau wurde. Wir haben sehr darunter gelitten. Als sie dann tatsächlich starb, brach -selbstverständlich- für meine Mutter eine Welt zusammen.
Als ich sie fragte, wie sie den Kummer übersteht meinte sie: "Du kennst doch deine Oma. Der würde es nicht gefallen wenn du trauerst." Das klingt abgedroschen, aber es ist wahr! Wir haben uns die guten Tage mit Oma in Erinnerung gerufen und halten an diesen Erinnerungen fest.

Wenn die Zeit bei deinem Papa die schönsten Jahre waren, dann ruf dir diese Jahre in Erinnerung. Erinnere dich an das warme Gefühl das er dir gab und tilge damit die Leere, die jetzt wohlmöglich in deinem Herzen ist.


"....ich bin zusammengebrochen und frage mich bis jetzt, warum ich nicht länger geblieben bin. " Was diese Aussage betrifft, möchte ich dir noch etwas aus meiner Berufserfahrung erzählen:
Ich arbeitete früher in einem Krankenhaus, auf der Inneren Medizin in der Intensivstation. Wir hatten des öfteren Fälle, die so waren wie deiner.
Vielleicht wollte dein Vater nicht, dass du dabei bist. Um dir eine schlimme Erfahrung zu ersparen. Von dieser Warte aus kannst du es auch betrachten.

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