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Papa ist tot. TOT. (Lawinenunglück)

16. Februar 2015 um 1:15 Letzte Antwort: 22. Februar 2015 um 14:16

Hallo,
ich (23) schreibe hier, weil ich nicht verarbeiten kann, was passiert ist... Mein Papa ist vor kurzem im Südamerika-Urlaub verunglückt. Er wollte zusammen mit seiner Freundin, die er erst 2 Monate hatte, auf den Gipfel eines Vulkans gehen. Dabei haben die beiden wohl selbst eine Schneelawine ausgelöst und Papa ist mit ihr dann 600 Meter den Berg heruntergekommen. Zu Anfang wusste niemand, was passiert war. Es wurde meinem Bruder (26) per Handy nur mitgeteilt, dass Papas Mietauto seit 5 Tagen auf demselben Parkplatz an dem Vulkan herumsteht. Dann wurde Papa von einigen Suchtrupps gesucht und mit dem Helicopter. Irgendwann wurde die Suche eingestellt - erfolglos... Mein Bruder ist daraufhin selbst mit einem Freund dahin gereist um zu suchen. Die beiden haben Papa und seine Freundin nach ein paar Tagen, als der Neuschnee getaut war, tot im Schnee gefunden.

Mir war noch nie so schlecht. Ich hatte noch lange nicht mit Papas Tod gerechnet. Aber je mehr Zeit ins Land gegangen war, desto wahrscheinlicher war es geworden, dass ein Unglück passiert gewesen sein musste.

Papa und ich hatten ein sehr enges Verhältnis. Wir waren uns so ähnlich und haben uns immer gegenseitig zugehört und verstanden. Mir fehlt seine Stimme, seine Art und unsere Gespräche. Ich hab ihn sehr lieb... Ich habe das Gefühl, dass meine Freunde (alle so in den zwanzigern) nicht verstehen können, wie das ist, weil sie noch ihre Eltern haben oder nicht so ein enges Verhältnis zu ihren Eltern hatten. Eine Oma und ein Opa von mir sind zwar schon gestorben, aber das war völlig anders für mich. Ich bin so unendlich traurig und habe das Gefühl, die Zeit ist stehen geblieben. Alles fühlt sich so anders an. Das Leben hat sich für mich total verändert. Ich habe so etwas noch nie gefühlt. Ist hier vielleicht jemand, der das ein bisschen nachempfinden und etwas sagen, kann was mir in dieser Situation weiterhilft? Ich bin total fertig...

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22. Februar 2015 um 14:16

Zuerst einmal
mein herzlichstes Beileid!
Du musst jetzt eine sehr schwere Zeit durchleben, ich kann es sehr gut nachvollziehen. Zwar hab ich noch beide Elternteile, aber vor drei Jahren starb plötzlich und unerwartet mein einziger Bruder (23).
Ich fühlte mich sehr lange und auch jetzt noch oft alleine.
Noch immer denke ich darüber nach .. Was wäre wenn ...
Ich glaube einen wirklichen Rat, was man in dieser Situation tun kann gibt es nicht. Jeder muss es auf seine Weise verarbeiten. Viele sagen man sollte den Verstorbenen trotzdem weiterhin in Gespräche einbauen. Viel über ihn reden, als wäre er Präsent..
Noch dazu kam, dass Freunde und Bekannte eher abweisend reagiert haben, schnell alles totgeschwiegen haben, als sie es erfahren haben, dabei hätte ich so gern über meinen Bruder gesprochen und erzählt was er alles mit mir unternommen hatte!
Lass diese Erinnerungen nicht auch sterben. Du hast so viele gute Erinnerungen, freue dich darüber! und es ist völlig OK wenn dir Tränen über das Gesicht kullern. Das tut gut!
Du hast nun einen Schutzengel der dich überall mit hin begleitet, egal wie schwer du es gerade hast, er ist bei dir und unterstützt dich. Noch nie konnte er so oft bei dir sein.
Ja es ist traurig, und ja, man wünscht sich nichts mehr als ihn zu umarmen, mit ihm Gespräche führen zu können, Spaß haben und ihn an deinem Leben teilhaben lassen... Erzähle ihn trotzdem alles was du gemacht und erlebst hast!
Jetzt nimm dir die Zeit zu trauern.. Es tut weh, sehr weh, aber es wird besser... nur leider nicht ganz gut ... zumindest nach drei Jahren nicht wie ich das beurteilen kann. Aber er bleibt trotzdem immer ein Teil von dir. Seh ihn nun als deinen Schutzengel, der hinter dir wacht und auf dich aufpasst. Das hat mir sehr geholfen.
Wünsche dir alles Gute.
Lg

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