Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Panikattacken durch "Partner"?

Panikattacken durch "Partner"?

21. Juni 2017 um 18:39

Hallo liebe Community,
kurz zu mir, ich (w) bin 33 und lebe seit 9 Jahren mit meinem Partner zusammen.
Bei uns ging alles  ziemlich schnell, ich bin direkt zu ihm gezogen, da ich zu dem Zeitpunkt, als wir uns kennenlernten, im Ausland gelebt habe. Ich wurde leider krank und lange konnten die Ärzte nicht sagen, was es war.
Seit gut 4 Jahren leide ich jetzt an Panikattacken. Ich war bei zwei Psychologen und die erste sagte mir "sie bewundere mich, weil ich aufgrund der ganzen Probleme noch lachen konnte und sagen konnte, dass es mir gut geht", allerdings habe ich mich bei ihr nicht sehr gut aufgehoben gefühlt und sie konnte mir nie sagen, woher diese Attacken kamen. Ich habe dann einen anderen aufgesucht und mit ihm habe ich eine gute Vertrauensbasis und fühle mich auch wohl bei ihm. Das erste Mal war ich ca vor einem Jahr bei ihm. Er sagte mir, ich solle mir Gedanken machen, ob es vielleicht mit meiner Partnerschaft zu tun haben könnte, da es viele Faktoren gibt, die "dazwischen funken".
In meiner Partnerschaft gab es Höhen und Tiefen und leider durch die Krankheit ging alles relativ schnell. Vor 5 Jahren hatte mein Partner eine Affäre, welche ich ihm damals verziehen habe, da er immer mit mir zu diversen Ärzten gefahren ist oder mich sonst bei allem unterstützt hat. Er hat mir auch alle Fragen beantwortet und auch wenn es wieder hoch kam immer Geduld gehabt und sich von mir alles angehört. Seine Mutter hat ein Saison-Geschäft, das inzwischen von ihm geführt wird. Vor 4 Jahren bin ich auch täglich mitgefahren und habe ihm geholfen. Allerdings wurde ich weder angestellt, noch habe ich etwas verdient. Sie haben von mir erwartet, dass ich da 12 - 14 Stunden am Tag stehe für nichts und wieder nichts. Und da hahe ich dann gesagt, dass ich das nicht mehr mache, weil uns mein Gehalt fehlt und ich das so nicht einsehe. Seine Mutter bedrängte mich immer wieder und redete mir ein schlechtes Gewissen ein. Und natürlich tat es mir für ihn leid, aber nur fordern und fordern und fordern geht einfach nicht. Er hat sich bei den Diskussionen mit seiner Mutter auch rausgehalten und mich nie in Schutz genommen. Er hält sich grundsätzlich aus allem raus und geht den Weg des geringsten Widerstands. In dem Sommer hatte ich zum ersten Mal eine Panikattacke. Wir sind vor 1 1/2 Jahren umgezogen, das blieb alles an mir hängen, unsere Handyverträge laufen aus mache ich. Irgendwelchen Versicherungskram mache ich. Ich kümmere mich um alles, ausser dass ich ins Geschäft fahre. Selbst die Abrechnungen mache ich.
Ich hatte den Psychologen mit seiner Aussage, dass es evtl daher kommen würde, nicht ernst genommen, allerdings langsam sehe ich das ähnlich.
Meine Panik hat die letzten Jahre so zugenommen, dass ich nicht mehr arbeiten konnte. Nachdem es mir besser ging, fing ich wieder an Teilzeit zu arbeiten, ich war mehr unterwegs, hatte Spaß am Leben. Und plötzlich hat es wieder umgeschlagen. Ich bekomme am Tag gefühlte 1000 SMS, was ich mache, wie es mir geht, usw. Wenn ich eine Freundin besuche, frägt er ständig, was wir machen, ob wir Spaß haben. Wir sitzen ständig auf einander und mir fällt die Decke auf den Kopf. Natürlich geht es uns nicht nur schlecht und wir haben auch schöne Zeiten, aber momentan nimmt er mir die Luft zum Atmen.
Ich habe das dringende Bedürfnis, meine Sachen zu packen und zu gehen. Zeit für mich nehmen, drüber nachdenken, was ich (noch) will. Ich habe auch mit ihm drüber geredet und natürlich sehe ich, dass ich ihn damit verletze und jetzt fühle ich mich wieder schlecht, weil ich nicht möchte, das er leidet, aber ich bin an meinen Grenzen angekommen. Ich liebe ihn, aber ich weiß nicht, ob mir der Druck von dem aussenrum guttut, ob ich das noch will.
Er sagte mir, wenn ich mir Zeit für mich nehmen muss, dann können wir uns direkt trennen, weil er weiß, dass es mir ohne ihn besser gehen wird. Aber trennen möchte ich mich auch nicht.
Ich möchte mein Leben wieder geniessen, mich mit Freunden treffen, an den See fahren, shoppen, alles was Frau so tut, wenn ihr danach ist. Und mich halten meine Panikattacken zuhause gefangen. Natürlich gehe ich einkaufen oder treffe eine Freundin, aber ich bin dann nie alleine.
Entschuldigung, es ist lang und wirr geworden
Kann jemand das verstehen? Was würdet ihr an meiner Stellen tun?
Liebe Grüße

Mehr lesen