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Noch nie verliebt

18. September 2016 um 15:35 Letzte Antwort: 6. Oktober 2016 um 21:52

Hallo (:
Erst mal kurz zu mir: Ich bin weiblich, 18 und Schülerin, ziemlich schüchtern und introvertiert. Ich denke viel nach, über den Sinn des Lebens, über Menschen usw. Jedenfalls bin ich seit einiger Zeit sehr traurig, weil ich 18 bin und noch nie verliebt war.. ich fand noch nie einen Menschen sonderlich anziehend im Charakter, aber auch im Aussehen. Ich habe oft das Gefühl, nicht hier her zu gehören und irgendwie fremd zu sein, dass niemand zu mir passt. Mir fällt es schwer anderen zu vertrauen.. ob ich asexuell bin, frag ich mich auch oft, doch es gibt schon manchmal (aber doch sehr selten) Jungs, die ich doch attraktiv finde, doch wenn ich sie näher kennenlerne, wende ich mich innerlich sofort wieder davon ab... letztens hatte ich einen Typ kennengelernt, wo ich dann erfuhr, dass er eine Freundin hatte und trotzdem die ganze Zeit geflirtet hatte... ein andermal lernte ich wen kennen, dem es nur um Sex ging und ein andermal einen Jungen, der mich von einem Tag auf den anderen einfach links liegen ließ. Und so geht das immer weiter, immer wenn ich mich irgendwie emotional ansatzweise an jemanden binde, werde ich enttäuscht und bis jetzt wollten wirklich alle Kerle nur das Eine... ich verstehe einfach nicht, warum es so schwer ist, einen netten Jungen kennenzulernen. Bin ich einfach zu anders für diese Gesellschaft, dass ich mich nicht anpassen kann? Mich macht das alles so traurig, wenn überall von Liebe geredet wird, in allen Büchern, Filmen. Alle Freundinnen glücklich vergeben sind und ich mir nicht im Entferntesten vorstellen kann, wie es sich anfühlt, jemanden zu lieben oder geliebt zu werden...
Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß, was ich irgendwie falsch mache?...
Dankeschön fürs Lesen (:

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18. September 2016 um 21:44

Ich denke nicht, dass du etwas falsch machst...
Hallo
Zu allererst... Ich bin kein Experte was Asexualität angeht... Aber ich bin - oder war - auch ziemlich introvertiert, weshalb ich gut verstehen kann, wie du dich fühlst.
Meine persönliche Meinung: Liebe hat absolut nichts mit dem Alter einer Person zu tun. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die schon mit 15 die Liebe ihres Lebens finden. Aber ich bin mir sicher, dass es genauso auch Menschen gibt, die mit 27 schon fünf Beziehungen "hinter sich" haben und noch nie so wirklich geliebt haben.
Sich der Gesellschaft anzupassen ist außerdem nicht nur sehr langweilig sondern schlicht unmöglich. Wer sagt schon, was "Gesellschaft" bedeutet? Jeder ist einzigartig und fühlt einzigartig. Wenn ich das sage, hört sich das vielleicht für dich nach dem typischen "Jeder ist perfekt, so wie er ist" an. Dabei finde ich das gar nicht. Ich denke, jeder sollte so leben und fühlen dürfen wie er oder sie möchte. Und dabei muss man sich weder in Schubladen stecken lassen, noch sich selbst hinein quetschen.
Es kann sein, dass du asexuell bist. Oder vielleicht hetero. Oder homo. Oder bi. Ich weiß es nicht, du weißt es nicht - na und? Ich kann mir vorstellen, dass es für Menschen wichtig ist, sich und auch ihre Sexualität genau zu definieren. Aber eben das ist wahnsinnig schwer und kann sich meiner Meinung nach sowieso manchmal noch ändern.
Lass dich nicht davon entmutigen, dass du noch keinen Jungen gefunden hast, der zu dir passt. Und vor allem - versuche nicht, dich zu ändern. Das macht dich auf Dauer nicht glücklich.
Es ist schön, dass es nachdenkliche, introvertierte und verschlossene Menschen gibt. Das alles ist nichts Negatives!!
Ich finde, dass du schon den ersten richtigen Schritt getan hast (und wohlgemerkt - einen richtigen Schritt für DICH und nicht für deine Anpassung an die Gesellschaft) : Du hast darüber geredet und dich somit ein bisschen geöffnet. Ich weiß nicht, ob ich dir mit diesem ganzen Text hier helfen kann aber ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass eine Sache ganz, ganz wichtig ist: Selbstvertrauen. Und das ist jetzt nicht die alte Leier von wegen: "Tritt voll Selbstvertrauen auf, das finden die Männer attraktiv". Was ich damit sagen will ist viel eher, dass du ein inneres Selbstvertrauen brauchst, wie ein weiteres Standbein. Ich habe dieses Standbein unter Anderem durch Reden mit Freundinnen bekommen und im Moment bin ich nicht vergeben und trotzdem glücklich. Es ist wie eine innere Ruhe, die mir sagt: "Keine Sorge, es wird alles werden. Wozu sich stressen?"
Mach dir nicht so viele Sorgen. Bücher und Filme erzählen in der Regel von dem, was die breitere Masse hören möchte. Ein Buch ohne Happy End? Legt man enttäuscht zur Seite. Ein Film, in dem die Liebesgeschichte kein gutes Ende nimmt? Schaltet man aus und hat ein seltsames Gefühl. Aber dein Leben ist weder ein Buch noch ein Film. Es wird noch viele, viele Jahrzehnte gehen und du wirst unzähligen Menschen begegnen, die du entweder magst oder nicht. Die Welt ist nunmal unglaublich facettenreich und du bist ganz sicher nicht fremd in ihr!
Eine Sache könnte dir vielleicht helfen: Reden, reden, reden. Mir fällt es auch nicht leicht, Kontakte zu knüpfen. Aber heutzutage geht das ja auch etwas anonymer in Chats. Du wirst sehen, dass eigentlich kaum jemand so richtig in die "Goldene Mitte der Gesellschaft" passt. Lass dir Zeit. Werde nicht ungeduldig oder traurig und fress nicht alles in dich rein. Du bist gerade mal 18! Wer weiß bitte mit 18 schon wer er ist oder in 10 Jahren sein wird??
Und immer daran denken: "Life isn't about finding yourself. Life ist about creating yourself."

LG Sofie

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18. September 2016 um 23:16

Hast Du nicht
schon einmal unter einem anderen Nick geschrieben?


lib

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18. September 2016 um 23:23
In Antwort auf an0N_1231066199z

Ich denke nicht, dass du etwas falsch machst...
Hallo
Zu allererst... Ich bin kein Experte was Asexualität angeht... Aber ich bin - oder war - auch ziemlich introvertiert, weshalb ich gut verstehen kann, wie du dich fühlst.
Meine persönliche Meinung: Liebe hat absolut nichts mit dem Alter einer Person zu tun. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die schon mit 15 die Liebe ihres Lebens finden. Aber ich bin mir sicher, dass es genauso auch Menschen gibt, die mit 27 schon fünf Beziehungen "hinter sich" haben und noch nie so wirklich geliebt haben.
Sich der Gesellschaft anzupassen ist außerdem nicht nur sehr langweilig sondern schlicht unmöglich. Wer sagt schon, was "Gesellschaft" bedeutet? Jeder ist einzigartig und fühlt einzigartig. Wenn ich das sage, hört sich das vielleicht für dich nach dem typischen "Jeder ist perfekt, so wie er ist" an. Dabei finde ich das gar nicht. Ich denke, jeder sollte so leben und fühlen dürfen wie er oder sie möchte. Und dabei muss man sich weder in Schubladen stecken lassen, noch sich selbst hinein quetschen.
Es kann sein, dass du asexuell bist. Oder vielleicht hetero. Oder homo. Oder bi. Ich weiß es nicht, du weißt es nicht - na und? Ich kann mir vorstellen, dass es für Menschen wichtig ist, sich und auch ihre Sexualität genau zu definieren. Aber eben das ist wahnsinnig schwer und kann sich meiner Meinung nach sowieso manchmal noch ändern.
Lass dich nicht davon entmutigen, dass du noch keinen Jungen gefunden hast, der zu dir passt. Und vor allem - versuche nicht, dich zu ändern. Das macht dich auf Dauer nicht glücklich.
Es ist schön, dass es nachdenkliche, introvertierte und verschlossene Menschen gibt. Das alles ist nichts Negatives!!
Ich finde, dass du schon den ersten richtigen Schritt getan hast (und wohlgemerkt - einen richtigen Schritt für DICH und nicht für deine Anpassung an die Gesellschaft) : Du hast darüber geredet und dich somit ein bisschen geöffnet. Ich weiß nicht, ob ich dir mit diesem ganzen Text hier helfen kann aber ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass eine Sache ganz, ganz wichtig ist: Selbstvertrauen. Und das ist jetzt nicht die alte Leier von wegen: "Tritt voll Selbstvertrauen auf, das finden die Männer attraktiv". Was ich damit sagen will ist viel eher, dass du ein inneres Selbstvertrauen brauchst, wie ein weiteres Standbein. Ich habe dieses Standbein unter Anderem durch Reden mit Freundinnen bekommen und im Moment bin ich nicht vergeben und trotzdem glücklich. Es ist wie eine innere Ruhe, die mir sagt: "Keine Sorge, es wird alles werden. Wozu sich stressen?"
Mach dir nicht so viele Sorgen. Bücher und Filme erzählen in der Regel von dem, was die breitere Masse hören möchte. Ein Buch ohne Happy End? Legt man enttäuscht zur Seite. Ein Film, in dem die Liebesgeschichte kein gutes Ende nimmt? Schaltet man aus und hat ein seltsames Gefühl. Aber dein Leben ist weder ein Buch noch ein Film. Es wird noch viele, viele Jahrzehnte gehen und du wirst unzähligen Menschen begegnen, die du entweder magst oder nicht. Die Welt ist nunmal unglaublich facettenreich und du bist ganz sicher nicht fremd in ihr!
Eine Sache könnte dir vielleicht helfen: Reden, reden, reden. Mir fällt es auch nicht leicht, Kontakte zu knüpfen. Aber heutzutage geht das ja auch etwas anonymer in Chats. Du wirst sehen, dass eigentlich kaum jemand so richtig in die "Goldene Mitte der Gesellschaft" passt. Lass dir Zeit. Werde nicht ungeduldig oder traurig und fress nicht alles in dich rein. Du bist gerade mal 18! Wer weiß bitte mit 18 schon wer er ist oder in 10 Jahren sein wird??
Und immer daran denken: "Life isn't about finding yourself. Life ist about creating yourself."

LG Sofie

..
Dankeschön für die liebe Antwort!
Du hast mit allem vollkommen Recht was du sagst... ja Selbstvertrauen ist sehr wichtig... aber das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich. Ich denke es ist mittlerweile auch schon besser geworden, früher war ich noch viel unsicherer. Aber um wirkliches Selbstvertrauen zu haben, dauert es sicher noch ne Zeit. Deine Einstellung finde ich toll, die hätte ich auch gerne... Ja ich denke auch, dass reden helfen wird. Die Überwindung ist da dann nur immer das Problem
Irgendwie geht das Leben immer weiter

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18. September 2016 um 23:24
In Antwort auf lightinblack

Hast Du nicht
schon einmal unter einem anderen Nick geschrieben?


lib

Nein
wieso?

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19. September 2016 um 5:53
In Antwort auf an0N_1275420399z

Nein
wieso?

Es war ja nur
eine Frage!!!!

LG.,

lib

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21. September 2016 um 10:54

Hallo Melyne,
ich finde es schön, wie reflektiert du dich selbst betrachtest. Man merkt, dass du viel über Dinge und auch dich selbst nachdenkst. Das ist gut, weil das bedeutet, dass du dich selbst kennst. Ich verstehe, dass du dich fragst, wieso du noch nie verliebt oder in einer Beziehung warst, denn Liebe ist etwas wunderschönes. Aber ich denke, dass viele, welche in einer Beziehung sind, dies nur aus Neugier oder wegen äußerlicher Anziehung sind. Das willst du nicht und das ist okay so. Ich bin mir sicher, dass du eines Tages jemanden finden wirst. Du schreibst, du bist Schülerin, d. h. du wirst wahrscheinlich bald einen neuen Lebensabschnitt starten (Studium oder Ausbildung oder ein FSJ etc.) Das bietet dir auch eine Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, die vielleicht noch mehr mit dir auf einer Wellenlänge liegen. Viele Grüße!

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26. September 2016 um 9:22

Liebe melyne!
Du schreibst doch selber, dass Du schüchtern und introvertiert bist, oder? Über Menschen kannst Du ja nachdenken, aber nicht über den Sinn des Lebens, weil Du damit auf keinen grünen Zweig kommst. Ich war mit 16 auch so ein Mensch, hatte Angst vor Frauen, traute mich nicht, sie anzusprechen. Ich dachte mir: Mensch, die gefällt mir, mit der möchte ich mal reden, herausfinden, wie sie "so ist" (ohne 2 "s"!!!). Damals arbeitete ich im Büro und E. saß nur 2 Meter von mir weg. Und wenn sie mich ansah, schaute ich weg, obwohl ich wusste, dass ich in sie verliebt war. Was ich NICHT wusste, war, dass sie das auch wusste, aber nichts sagte. Ich war dick, genaugenommen kugelrund und steckte voller Hemmungen. All meine Freunde hatten eine, nur ich nicht, der fette und dumme lib. Nachts weinte ich still und leise vor mich hin, was die Sache NOCH schlimmer machte. Den nächsten Tag sprach ich sie an und sagte ihr die ganze Wahrheit. Es fiel mir unglaublich schwer, ich zitterte und schwitzte. Ich wartete auf einen Lachanfall von ihr. Ich täuschte mich. Sie hörte aufmerksam zu. Dann sagte sie: "Gemeinsam schaffen wir das, lib." Mir fiel ein ganzes Bergmassiv vom Herzen. Ich hatte meine erste Freundin und miteinander verbrachten wir ein tolle Zeit. Ich hatte es doch noch geschafft. Und wenn ICH das zustande brachte, dann schaffst Du das auch. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher!

Viel Glück und viel Erfolg!

Liebe Grüße,

lib

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6. Oktober 2016 um 21:52
In Antwort auf renarenana

Hallo Melyne,
ich finde es schön, wie reflektiert du dich selbst betrachtest. Man merkt, dass du viel über Dinge und auch dich selbst nachdenkst. Das ist gut, weil das bedeutet, dass du dich selbst kennst. Ich verstehe, dass du dich fragst, wieso du noch nie verliebt oder in einer Beziehung warst, denn Liebe ist etwas wunderschönes. Aber ich denke, dass viele, welche in einer Beziehung sind, dies nur aus Neugier oder wegen äußerlicher Anziehung sind. Das willst du nicht und das ist okay so. Ich bin mir sicher, dass du eines Tages jemanden finden wirst. Du schreibst, du bist Schülerin, d. h. du wirst wahrscheinlich bald einen neuen Lebensabschnitt starten (Studium oder Ausbildung oder ein FSJ etc.) Das bietet dir auch eine Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, die vielleicht noch mehr mit dir auf einer Wellenlänge liegen. Viele Grüße!

..
Erstmal danke für deine Antwort! Hm, ob ich mich selbst kenne, weiß ich nicht. Ja ich denke sehr viel nach.. was leider nicht immer positiv ist, denke ich :/ Ja, ich hoffe sehr, dass ich bald auf Menschen treffe, mit denen ich mich gut verstehe, und die mir ähnlich sind. leider fällt es mir sehr schwer, auf Menschen zuzugehen und generell sind die meisten irgendwie anders und haben andere Interessen. Schüchterne Menschen gibt es ja doch nicht so oft, wie Extrovertierte. Aber ich denke, man sollte immer optimistisch durchs Leben gehen

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