Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Niemand ist für mich da

Letzte Nachricht: 6. Februar 2008 um 21:43
28.01.08 um 17:24

Ende oktober ist mein papa gestorben.
er kam bei der arbeit ums leben,also wurde er einfach aus dem leben gerissen.
zu diesem zeitpunkt war ich im 5. monat schwanger,mein freund war im ausland(das ist er auch nach wie vor -noch bis ende februar)
meine familie, von der ich immer dachte wir wären eine, hält alles andere als zusammen.
im moment habe ich einfach das gefühl das niemand für mich da ist.meine freunde sind einfach wieder zur tagesordnung übergegangen,es ruft niemand einfach mal so bei mir an.keiner fragt wie es mir geht.das macht mich so traurig und auch ein bischen wütend. es wird einfach erwartet das es mir gut geht-auch mit der schwangerschaft und so weiter.
wenn ich dann mal andeute dass ich mich nicht gut fühle kommen entweder so blöde kommentare wie:schwangerschaft ist keine krankheit oder es wird danach gefragt ob ich noch zum psychologen gehe weil da bin ich ja in guten händen...
ich will gar nicht ständig bemitleidet werden aber ich bin einfach in einer situation in der ich meine freunde bräuchte.ich will einfach nicht ständig alleine sein.
ich weiß auch das viele menschen mit so einer situation überfordert sind-die wissen einfach nicht wie sie sich verhalten sollen
aber ich kann grade auch nicht mehr-hab keine kraft mehr ständig über meinen schatten zu springen und schritte auf die anderen zuzugehen.
im moment fühle ich mich einfach wie der einsamste mensch auf der welt und ich bin so traurig das mein armes baby diese ganzen negativen gefühle mitbekommen muss.
vielleicht kennt ja jemand von euch diese gefühle?

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28.01.08 um 19:16

Es ist schlimm, was da passiert ist,
der Tod ist so etwas Mächtiges und wir stehen
fassungslos davor. Und wenn du so wie in deinem
Fall keine Zeit hast dich darauf vorzubereiten,
wenn du einfach dieses Schicksal akzeptieren mußt, dann ist das eine ganz große Herausforderung. Leider ist ja nun dein Lebens-
gefährte auch nicht an deiner SEite. Und wie du
richtig feststellst, können die Menschen um dich herum dir wenig Hilfe sein, weil sie es bestimmt gerne wollten, aber oft nicht wissen wie. Und so ist es natürlich das Einfachste wenn du ganz schnell wieder "normal" bist, dann brauch man sich nicht überlegen, was man mit dir dann macht. Es gibt im Internet Adressen, da wirst du Hilfe finden www.verwitwet.de, das
ist verwirrend, aber gilt für alle Menschen.Dann gibt es noch www.elternlos.de. Was ich dir noch empfehlen kann. Schreibe Tagebuch oder schreibe Briefe an deinen Vater. Schreibe ihm alles wie es dir geht, schreibe ihm alles was dich noch beschäftigt und was du ihm noch sagen möchtest und nicht sagen konntest. Es wird bei ihm ankommen, denn die Toten sind nicht weg, sie sind nur auf der anderen SEite des Vorhangs und für die Meisten von uns unsichtbar. Und rede auch mit deinem
"Ungeborenen" erzähl ihm von diesem Opa, erzähl ihm, was du alles mit ihm erlebt hast. Wie sehr du ihn geliebt hast. Kannst auch so einen kleinen Altar aufstellen, Bild vom Vater mit Blumen und Kerze. Mach einfach das, was dir gut
tut. Es wird nicht ohne Tränen gehen, aber sie
gehören dazu. Mein Vater ist auch 6 Wochen vor der Geburt meines Sohnes gestorben. Ich weiß,
wie es dir geht. Mein Sohn möchte vieles von
seinem Opa wissen, wobei er schon 24 J. ist.
Vielleicht kannst du für dein Kind ein kleines
Album machen, das Bilder und Geschichten von
Opa enthält. Oder wenn du einen Garten hast, so pflanze einen Baum für Opa oder einen Strauch.
Noch etwas zu deinen Freunden, sie sind wahrscheinlich sehr unsicher und oft hilft reden und manchmal muß man einfach auch sagen "Ich brauch dich jetzt." Das muß unter Freunden möglich sein.
LIeben Gruß

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06.02.08 um 21:43

Hallo,

....ersteinmal möchte ich dir sagen, wie leid es mir für dich tut, das du deinen geliebten Papa verloren hast.

Du fragst ob jemand diese Gefühle der Einsamkeit kennt.....oh jaaaaaaaaa, Trauer kann sehr sehr einsam machen.....ich habe mich in meinem ganzem Leben noch nie so einsam gefühlt, wie in der Zeit als meine über alles geliebte Mama starb. Ich weiß genau wovon du redest....und verstehe deinen Schmerz, deine Ängste und natürlich deine Trauer.
Glaub mir, die Menschen um dich herum, wollen dir ganz sicher nicht weh tun, sie wissen nur nicht, wie sie mit deiner Trauer umgehen sollen, sie haben vielleicht selbst noch nie solch eine Erfahrung machen müssen....und sind deshalb so hilflos, dir gegenüber.
Vielleicht sind aber auch Menschen dabei, die selbst erstmal mit der Situation fertig werden müssen, die selber mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt sind, von denen kannst du keinen Trost erwarten, denn sie hätten diesen wahrscheinlich selber nötig.

Ich kann nur von meiner eigenen Familie reden. Ich habe einen sehr liebevollen Mann und eine herzensgute Tochter, aber beide haben keine tröstenden Worte gefunden. Meine Tochter war viel zu sehr mit ihrer eigenen Trauer um die geliebte Omi beschäftigt und mein Mann wußte nicht, was er am besten tun solle...
Es ist schwer, auch für die Angehörigen, Bekannten und Freunde, also fall bitte nicht zu hart mit ihnen ins Gericht, sie meinen es bestimmt nicht so.

Auch dir möchte ich den Rat geben, mal bei www.elternlos.de im Forum "Dorfplatz" reinzuschaun. Dort findest du ganz sicher Trost und Ansprache, denn dort geht es sehr vielen so wie dir.

Ich wünsche dir für die nächste Zeit ganz viel Kraft und Stärke und glaub mir, auch wenn es sich für dich im Moment nicht so anfühlt......der Schmerz wird erträglicher irgendwann.

Mit freundlichen Grüßen
Gabi

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