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"Nie wieder" - jetzt verstehe ich es erst...

20. September 2008 um 22:36

Gekämpft haben wir gemeinsam,
Gegangen bist Du alleine,
verloren haben wir alle...

Mein Papa hat den Kampf verloren... den Kampf gegen Lungenkrebs... 11 Monate haben wir gehofft, gebangt, ausgehalten, gekämpft, gelitten und doch verloren. Ich war bei Dir die letzten Minuten und habe Deine Hand gehalten.

Meine Lieben, ich war immer stille Mitleser in Foren. Auch das letzte Jahr. Immer in der Hoffnung nach Lösungen und einem Mittel dass meinem Papa oder meiner Mama helfen könnte.... Am 7. September ist mein Papa für immer gegangen. Ich verstehe es aber erst so langsam - bis jetzt war so viel zu tun... Meiner Mama bei den ganzen Behördengängen und Organisationen helfen... und auch mit ihr wegfahren "um Kraft zu tanken". Nun bin ich wieder zurück - fast 2 Wochen nach Papa's Tod und es überfällt mich regelrecht. Ich beginne jetzt erst zu verstehen was "nie wieder" heißt.

Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern und ich bin sicher: "Ich hatte den besten Papa der Welt". Damit möchte ich niemanden zu nahe treten - für mich sind es einfach die besten Eltern die man sich wünschen kann. Fast 1 Jahr seit Diagnose Lungenkrebs habe ich meine Beiden begleitet und immer wieder Tiefschläge erlitten. Das Ganze zu schildern wäre viiiieeel zu lange. In der Zwischenzeit habe ich nach über 1 Jahr Kinderwunsch auch noch eine Fehlgeburt erlitten.. aber das nur am Rande.

Eigentlich sind wir 3 Mädels - meine Mama,meine Schwester und ich. Meine Mama hat alles Mögliches für meinen Papa getan - er hat den 40. Hochzeitstags noch erlebt..am Abend ist er dann zusammengebrochen.... 1 Woche später ist er gestorben...
Meine Schwester hat einen Sohn - das einzige Enkelkind und der ganze Sonnenschein von meinen Eltern und mir. Aber trotzdem lastet die ganze Krankheit und deren Organisation auf mir (Gespräche mit Ärzten, Sozialdiensten, Hospizdiensten bis hin zum Bestattungsinstitutut und nun zu den Dankeskarten).
So gerne ich möchte - irgendwie kann ich nicht mehr. Das Ganze lastet wie eine Zentnerlast auf meinen Schultern... dabei bin ich gerade von einem Kurzurlaub mit meiner Mama zurück. Ich hab' sie in ein Wellnesshotel eingeladen - lange angespart (wir wußten ja was kommt...) aber trotzdem ist man nie vorbereitet und kann nicht davonlaufen.

Es tut mir so leid, dass ich Euch so vollgetextet habe.... aber es musste einfach raus.

Herzlichen Dank!

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1. November 2008 um 23:25

Tod von meinem Schwager - Wie unterstütze ich meine Schwester
Hallo, ich kann dir nicht wirklich helfen, aber ich kann dich so gut verstehen. Der Mann von meiner Zwillingsschwester ist am 11.07.08 gestorben. Er hatte Lymphdrüsenkrebs. Er war ziemlich genau ein Jahr krank. Es gab sämtliche Auf und Abs. Es sag zeitweise sehr gut aus, wir haben alle geglaubt er wird wieder gesund. Sogar die Ärzte haben uns das gesagt. Und dann nach sämtlichen Höhen und Tiefen starb er doch. Ich war zu diesem Zeitpunkt schwanger und er hatte einen Herpes Virus. Also durfte ich nicht zu ihm. Hat mir sehr weh getan, weil ich und mein Mann meine Schwester und meinen Schwager während der ganzen Krankheit versucht haben sehr zu helfen. Und dann konnte ich mich nicht mal von ihm verabschieden.
Wir haben solange alles normal war alles zu viert gemacht, auch als mein Schwager krank war, haben wir noch sehr viel gemacht. So sind wir nicht mehr zusammen in Kneipen gegangen sondern haben ihn halt im KH besucht und dort die abende verbracht. Es geht mir so beschissen. Ich vermisse ihn so. Und das schlimmste ist, mir tut meine Schwester so schrecklich leid. Wir sind Zwillinge. Ich lebe mit meinem Mann zusammen seit sechs Wochen haben wir unser Baby und alles könnte so schön sein. Aber da ist irgendwie immer die Spur von schlechtem Gewissen meiner Schwester gegenüber. Ich würde ihr so gerne helfen, aber wie??? Wenn es schon für mich so schwer ist ohne ihn zurecht zu kommen. Wie soll sie es schaffen. Meine Schwester ist seit seinem Tod auch sehr viel bei uns und wir machen viel zusammen. Dann kommen von sogenannen Freunden ratschläge wie, sie darft uns nicht überfordern. Wir sind unsere eigene Familie und sie darft mir und vor allem meinem Mann nicht zur Last fallen. Wieso hilft ihr denn sonst keiner?? Weil alle ihr normales Leben weiter leben möchten. Mal kurz drandenken und dann ab zur normalität. Es ist ja auch so leicht. Aber das geht für uns nicht. Für mich und meinen Mann. Er fehlt einfach immer. Kann mir irgendwer helfen, wie ich meine Schwester besser unterstützen kann. Was können wir tun?

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