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Nicht länger schweigen

6. Oktober 2016 um 21:18 Letzte Antwort: 7. Oktober 2016 um 16:05

Guten Tag liebe User, ich bin 20 und neu hier, war auf der Suche nach einem Forum und nach Menschen, die mich verstehen. Ich fühle mich so wertlos. Ich bin jetzt in eine neue Stadt gezogen, weil ich da eine Ausbildung gefunden habe. Aber es kommt einfach alles wieder hoch. Kein Wunder, denn es ist erst 5 Monate her. Ich habe ein Jahr lang nebenher bei einem Lieferservice gearbeitet, meine Mutter kennt die Familie gut, denn sie arbeitet dort schon seit 6 jahren. Wir haben uns alle immer gut verstanden und hatten Spaß bei der Arbeit. Im Mai hat mich dann mein Chef (er ist verheiratet und hat ein kleines Kind) zu seinem Geburtstag eingeladen. Ich wollte ihn natürlich besuchen, war ja auch irgendwie so eine Art Abschied, weil das kurz vor meinem Umzug war. Doch als ich seine Wohnung betrat, waren wir nur zu zweit. Er meinte, seine Familie sei im Urlaub, er habe ihn kurzfristig storniert, weil er lieber mal seine Ruhe wollte. Ich fand das schon etwas merkwürdig, aber an was schlimmes hatte ich nicht gedacht, denn eigentlich war er ja immer nett zu mir.
Zuerst gab er mir ein Glas Wein und machte den Fernseher an und meinte, wir könnten eine witzige Komödie anschauen. Das fand ich gut, denn dann hätten wir wenigstens was zu lachen und keine komische Stille im Raum, weil mich das so verwunderte.
Er meinte dann mitten im Film, er sei jetzt total k.o. Da dachte ich, das ist gut und meinte, dass ich das auch bin und den früheren Bus nehmen werde. Er legte dann seinen Kopf auf meinen Schoß und fing an, mit seiner Hand an meine Brust zu fassen und reinzubeißen. Ich hatte große Schmerzen dabei und wich zurück, an den Rand des Sofas.Dadurch konnte er sich richtig auf mich legen und biss ungefähr eine halbe Stunde zu. (Ich hatte davon dann auch eine Art Abszess) Leider hat er auch noch weitere Dinge getan, da er es geschafft hat, mich auszuziehen, während ich versuchte seinen Mund von meiner Brust zu lösen. Ich habe immer wieder leise "nein" gesagt und wurde auch mal panisch und laut, als er mit seinem Penis in meinen Genitalbereich eindrang. Einmal nahm er auch seinen Finger...Ich habe es irgendwann geschafft, vom Sofa wegzukommen und war gerade dabei mich anzuziehen, da hat er es von hinten versucht. Er sagte zu mir, dass es vorbei ist, wenn ich ihm einen blase. Er packte meinen Kopf, aber ich schaffte es zum Glück, mich dann loszureißen. Das hätte ich nicht auch noch geschafft, mir war sowieso schon schlecht genug. Ich war die ganze Zeit zittrig und habe mich gefühlt, wie eine wehrlose Puppe. Zuerst konnte ich es wochenlang nicht beim Namen nennen, doch inzwischen weiß ich, dass das eine Vergewaltigung war. Nach ca. 4 Stunden bin ich gegangen und er meinte noch, dass war schön. Während der vergewaltigung hat er oft gesagt, ich habe einen heißen Körper und ob ich nun eine richtige Frau bin oder nicht (weil ich ihn nicht angeschaut habe und meine Augen zugekniffen habe). Er betonte dann immer wieder, dass die Musik hier bei ihm spielt und nicht woanders. Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass er das nicht absichtlich böse gemeint hat und evtl. dachte, ich wollte auch eine Nacht mit ihm verbringen. Aber leider hat er mir danach noch Gummis gezeigt, also hatte er das von Anfang an vor, was ich wollte war ihm nicht wichtig. Am nächsten Tag habe ich mich gefühlt, wie ein Zombie und war gar nicht richtig bei der Sache.
2-3 Wochen habe ich dort nicht mehr gearbeitet, habe immer Ausreden erfunden. Aber zum Abschluss bin ich doch noch paar mal erschienen, ich konnte ihn allerdings nicht mehr ansehen und habe leider niemandem davon erzählt, wüsste auch gar nicht wie. Schließlich kennen sich meine Mutter und er schon ewig und sie denkt, er ist immer so nett wie bei der Arbeit. Ich habe mich so "nackt" gefühlt, als ich noch paar mal dort gearbeitet habe, obwohl er mir das angetan hat. Hauptsache, ich habe es jetzt geschafft.
Leider habe ich bemerkt, dass ich jetzt Schwierigkeiten habe, vor vielen Menschen zu reden, weil ich dann im Mittelpunkt stehe und alle mich anschauen. Ich fühle mich dann so "erkannt", also als ob sie das wüssten, obwohl es natürlich nicht sein kann. War das bei euch auch so? Ich habe mich hier auch bei einer Frauengruppe angemeldet, die sich alle 2 wochen trifft. Vielleicht wird es ja dann wieder besser, wisst ihr was darüber?
ich hoffe einfach, dass ich bald wieder richtige Worte finde, denn meistens bin ich sehr still und ich will mich doch auch gerne normal mit den anderen unterhalten, wobei ich natürlich auch gerne zuhöre. Ich habe Angst, dass sie denken könnten, dass ich einfach nicht gerne mit ihnen rede. Kann ja keiner wissen, was mir im Kopf herumgeistert.
Vielen lieben Dank an alle, die sich hierhin gesetzt und das gelesen haben. Ich habe hier auch schon einiges durchgelesen, mein tiefes Mitgefühl an alle, denen etwas derartiges passiert ist! Sehr erschreckend zu sehen, wie Menschen sein oder werden können.
Ich hoffe, euch allen geht es auch bald besser!

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6. Oktober 2016 um 21:18

Guten Tag liebe User, ich bin 20 und neu hier, war auf der Suche nach einem Forum und nach Menschen, die mich verstehen. Ich fühle mich so wertlos. Ich bin jetzt in eine neue Stadt gezogen, weil ich da eine Ausbildung gefunden habe. Aber es kommt einfach alles wieder hoch. Kein Wunder, denn es ist erst 5 Monate her. Ich habe ein Jahr lang nebenher bei einem Lieferservice gearbeitet, meine Mutter kennt die Familie gut, denn sie arbeitet dort schon seit 6 jahren. Wir haben uns alle immer gut verstanden und hatten Spaß bei der Arbeit. Im Mai hat mich dann mein Chef (er ist verheiratet und hat ein kleines Kind) zu seinem Geburtstag eingeladen. Ich wollte ihn natürlich besuchen, war ja auch irgendwie so eine Art Abschied, weil das kurz vor meinem Umzug war. Doch als ich seine Wohnung betrat, waren wir nur zu zweit. Er meinte, seine Familie sei im Urlaub, er habe ihn kurzfristig storniert, weil er lieber mal seine Ruhe wollte. Ich fand das schon etwas merkwürdig, aber an was schlimmes hatte ich nicht gedacht, denn eigentlich war er ja immer nett zu mir.
Zuerst gab er mir ein Glas Wein und machte den Fernseher an und meinte, wir könnten eine witzige Komödie anschauen. Das fand ich gut, denn dann hätten wir wenigstens was zu lachen und keine komische Stille im Raum, weil mich das so verwunderte.
Er meinte dann mitten im Film, er sei jetzt total k.o. Da dachte ich, das ist gut und meinte, dass ich das auch bin und den früheren Bus nehmen werde. Er legte dann seinen Kopf auf meinen Schoß und fing an, mit seiner Hand an meine Brust zu fassen und reinzubeißen. Ich hatte große Schmerzen dabei und wich zurück, an den Rand des Sofas.Dadurch konnte er sich richtig auf mich legen und biss ungefähr eine halbe Stunde zu. (Ich hatte davon dann auch eine Art Abszess) Leider hat er auch noch weitere Dinge getan, da er es geschafft hat, mich auszuziehen, während ich versuchte seinen Mund von meiner Brust zu lösen. Ich habe immer wieder leise "nein" gesagt und wurde auch mal panisch und laut, als er mit seinem Penis in meinen Genitalbereich eindrang. Einmal nahm er auch seinen Finger...Ich habe es irgendwann geschafft, vom Sofa wegzukommen und war gerade dabei mich anzuziehen, da hat er es von hinten versucht. Er sagte zu mir, dass es vorbei ist, wenn ich ihm einen blase. Er packte meinen Kopf, aber ich schaffte es zum Glück, mich dann loszureißen. Das hätte ich nicht auch noch geschafft, mir war sowieso schon schlecht genug. Ich war die ganze Zeit zittrig und habe mich gefühlt, wie eine wehrlose Puppe. Zuerst konnte ich es wochenlang nicht beim Namen nennen, doch inzwischen weiß ich, dass das eine Vergewaltigung war. Nach ca. 4 Stunden bin ich gegangen und er meinte noch, dass war schön. Während der vergewaltigung hat er oft gesagt, ich habe einen heißen Körper und ob ich nun eine richtige Frau bin oder nicht (weil ich ihn nicht angeschaut habe und meine Augen zugekniffen habe). Er betonte dann immer wieder, dass die Musik hier bei ihm spielt und nicht woanders. Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass er das nicht absichtlich böse gemeint hat und evtl. dachte, ich wollte auch eine Nacht mit ihm verbringen. Aber leider hat er mir danach noch Gummis gezeigt, also hatte er das von Anfang an vor, was ich wollte war ihm nicht wichtig. Am nächsten Tag habe ich mich gefühlt, wie ein Zombie und war gar nicht richtig bei der Sache.
2-3 Wochen habe ich dort nicht mehr gearbeitet, habe immer Ausreden erfunden. Aber zum Abschluss bin ich doch noch paar mal erschienen, ich konnte ihn allerdings nicht mehr ansehen und habe leider niemandem davon erzählt, wüsste auch gar nicht wie. Schließlich kennen sich meine Mutter und er schon ewig und sie denkt, er ist immer so nett wie bei der Arbeit. Ich habe mich so "nackt" gefühlt, als ich noch paar mal dort gearbeitet habe, obwohl er mir das angetan hat. Hauptsache, ich habe es jetzt geschafft.
Leider habe ich bemerkt, dass ich jetzt Schwierigkeiten habe, vor vielen Menschen zu reden, weil ich dann im Mittelpunkt stehe und alle mich anschauen. Ich fühle mich dann so "erkannt", also als ob sie das wüssten, obwohl es natürlich nicht sein kann. War das bei euch auch so? Ich habe mich hier auch bei einer Frauengruppe angemeldet, die sich alle 2 wochen trifft. Vielleicht wird es ja dann wieder besser, wisst ihr was darüber?
ich hoffe einfach, dass ich bald wieder richtige Worte finde, denn meistens bin ich sehr still und ich will mich doch auch gerne normal mit den anderen unterhalten, wobei ich natürlich auch gerne zuhöre. Ich habe Angst, dass sie denken könnten, dass ich einfach nicht gerne mit ihnen rede. Kann ja keiner wissen, was mir im Kopf herumgeistert.
Vielen lieben Dank an alle, die sich hierhin gesetzt und das gelesen haben. Ich habe hier auch schon einiges durchgelesen, mein tiefes Mitgefühl an alle, denen etwas derartiges passiert ist! Sehr erschreckend zu sehen, wie Menschen sein oder werden können.
Ich hoffe, euch allen geht es auch bald besser!

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6. Oktober 2016 um 22:56

Hey
Also das du dich erkannt fühlst ist glaub ich normal, dass hatte ich zumindest auch. Schließlich ist es noch nicht so lange her. Ich kann dir nur raten eine Therapie anzufangen, denn da findest du deine Sprache wieder, da du da reden 'musst'. Wenn du es willst, dann rede ruhig mit deiner Mutter, dann weiß sie wenigstens woran sie ist und macht nicht irgendwann den gleichen Fehler. Ich weiß, dass das schwer ist, aber du schaffst das schon.

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7. Oktober 2016 um 16:05

Mutig bleiben
Hey du!
Schrecklich was dir widerfahren ist und mutig von dir dich hier so zu öffnen! Ich habe meine Erfahrungen jahrelang verdrängt und verschwiegen, was dazuführte, dass das Erlebte nie wirklich aus dem alltäglichen Denken verschwand.

Aus diesem Grund bestärke ich dich darin, dir Hilfe zu suchen! Wenn es zu schwer ist mit deiner Mutter darüber zu sprechen, dann such dir jemanden professionellem. Mir fiel es auf alle Fälle leichter, das diese Person mir nicht nahe stand. Dass du dich regelmässig mit einer Gruppe triffst find ich auf alle Fälle super! Bleib mutig, bleib aktiv dran, erlaub dir zu fühlen, was du fühlst, erlaub dir das, was dir gut tut!

Ich wünsch dir nur das Beste und dass du ganz viel Unterstützung bekommst!

Lieben Gruss

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