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Narzisstischer Vater — Mutter leidet darunter

20. November 2020 um 14:33 Letzte Antwort: 10. Dezember 2020 um 20:58

Hallo ihr Lieben!

Ich bin zwanzig Jahre jung und ziehe in weniger als einem Monat von Zuhause aus. Mein Vater ist ein Narzisst unter dem meine Mutter, Schwester und ich sehr leiden. Er kontrolliert und bewacht sogar das Online-Banking meiner Mum, hat andauernd Ausraster und brüllt uns an, früher wandte er auch körperliche Gewalt an. Ich leide ENORM darunter. Wird er lauter fange ich an zu zittern, schwitze, habe Herzrasen und kann mein Zittern nicht mehr kontrollieren.
er gehört meiner Meinung nach eingesperrt.
Mein Vater kontrolliert uns, liest sich Chats meiner Mutter durch, verbietet uns zu unserer Oma (Mutter Seite) zu fahren!! Wir sind die Kranken und er das arme Schwein- seiner Meinung nach.

-) Jetzt kürzlich ergab sich, dass ich in die Wohnung über den Eltern meines Vaters einziehen kann (sie sind wie mein Vater herrscherisch) 
Ich bin dankbar dass sich die Möglichkeit ergeben hat auch wenn ich dann in der Reichweite seiner Eltern bin.

Mir bereitet das alles ziemlich viel Angst. Am meisten sorgt mich aber meine Mama und ihre Gesundheit. Meine Mama leidet enorm unter meinem Vater. Sie hat scheinbar Angst sich von ihm zu trennen und ich glaube mein Vater möchte dass sie sich in zu Tode arbeitet.
Sie arbeitet 24/7 und nichts reicht. Er hat die Kontrolle über uns alle.
ich weiß nicht wie ich ihr helfen kann oder soll..
Ich habe auch wahnsinnige Angst dass das Tyrannisieren nicht endet wenn ich ausgezogen bin > weil seine Eltern unter mir sind und er jederzeit auftauchen kann

Meine Schwester ist 13 Jahre alt und hat Muster von ihm übernommen, das beunruhigt mich sehr.

Ich weiß nicht ob ich mich gegen seine ganze Familie stellen kann/soll. Ich weiß nicht ob ich es psychisch aushalte. Ich sorge much um meine Mutter und um mein eigenes Leben. Ich weiß nicht mehr weiter und bin verzweifelt.

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30. November 2020 um 16:44

Ou krass!!

Das tut mir sehr Leid, dass du so aufwachsen musstest!

Ich würde sofort zu einer Familienberatung oder einer anderen Anlaufstelle!

So geht das nicht weiter. Auch deine Mutter muss aus ihrer Opferrolle raus und sich trennen. Wenn nötig mit professioneller Unterstützung.

Du bist die Tochter und nicht für die Beziehung deiner Eltern verantwortlich!

Ich hoffe sehr, dass du bald die Hilfe bekommst, die du brauchst.

 

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10. Dezember 2020 um 20:58

Hey, 

das klingt echt heftig. Aber auch danach, dass du eine echt starke Person bist, die das Herz auf dem rechten Fleck hat. 

Wichtig ist erstmal zu verstehen: Ihr müsst da nicht alleine durch. Wende dich an eine Familienberatungsstelle, psychologischen Dienst oder ähnliches. Es gibt da sicherlich Organisationen in deiner Nähe mit Kontakten, die man googeln kann, und wo man dir Unterstützung bieten kann. Nimm diese an. 

Längerfristig wird es für deine Mutter das beste sein, sich von ihm zu trennen, in so einer Situation ist das aber sicher extrem schwierig. 
Wenn du 20 bist bist du wahrscheinlich noch in Ausbildung. Sobald es die Umstände erlauben, bring so viel Abstand wie möglich allein räumlich zwischen euch bzw. deinen Vater/seine Familie und dich/deine Mutter. 

Für deine Schwester wäre es ideal, sich in Therapie zu begeben. Schlimm, wenn sie bereits Verhaltensweisen übernommen hat, dies muss nicht heißen, dass sie genauso werden muss. Es ist allerdings sicher so, dass es für sie momentan eine prägende Zeit ist. Wenn es für dich möglich ist, weil ihr euch z.B. gut versteht, kümmere dich soweit möglich um sie, in der Hoffnung, dass die Prägung deines Vaters nicht das ist, was bleibt. Auch das mit der Therapie wird aber nur helfen, sofern sie das einsieht und auch selbst will. 

In allererster Linie schau dass es dir so gut wie möglich geht und nimm alle Unterstützung an, die du bekommen kannst. Nur wenn es dir gut geht, kannst du deiner Mama (bzw. Schwester) helfen. 

Falls du interessiert bist, mehr über das Thema zu lesen, um es zu verstehen (auch die Manipulationen), kann ich dir das Buch "Die Masken der Niedertracht" empfehlen. 

Vergiss nie, dass du dein Leben selbst in der Hand hast. Du bist stark. Gehe deinen Weg. 
Geh aber nicht alleine, lass dich unterstützen. Alleine schafft man das glaube ich nur sehr schwer.

Und stelle dich nicht so spontan gegen ihn bzw. seine Familie - das kann nur schief gehen. Bereite das vor - nicht allein, sondern mit Unterstützung. Und selbst dann gilt es, auf viele Sachen zu achten, z.B. direkte Konfrontationen möglichst zu vermeiden. 

Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Kraft und dass deine und eure Geschichte gut ausgehen wird. 

Alles Liebe und bleib stark

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