Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Narzisstin als Mutter

18. September um 9:58 Letzte Antwort: 18. September um 10:35

Hallo,
ich bin neu in dieser Gruppe, weil ich den starken Verdacht habe, dass meine Mutter narzisstisch veranlagt ist.
Vorweg: meine Mutter ist nicht der Teufel auf Erden, aber in manchen Momenten verzweifle ich selbst.

Wo fange ich am besten an?
Am besten da, wo wir uns gestern zerstritten haben.
Es geht darum, dass mein Verlobter und ich im Januar heiraten wollen und es schon Anfang des Jahres damit anfing, dass sie ihre Freundin inklusive Familie ohne unser Wissen eingeladen hat (kleine Feier insg. 33 Gäste). Wir haben jeweils unsere Familien eingeladen, von denen wir gesagt haben: okay, die können kommen. Meine Mutter kommt aus Polen und hat da eine serh schwierige Familiensituation (Eltern eigentlich getrennt, auf Papier verheiratet, mein Opa hat seit 25 Jahren eine andere Frau, 1 Onkel hochverschuldet, 1 Onkel Alkoholiker, Mutter mit 1000 Ängsten und auch narzisstischen Zügen). Aufgrund der Größe der Hochzeit haben wir uns dafür entschieden quasi nur den einen /ersten) Onkel mit meinen Großeltern einzuladen. Mit dem anderen haben wir ohnehin kaum was zu tun und jedes Treffen mit ihm, seiner Frau und den Kindern ist jedes Mal total erzwungen und keiner hat Lust darauf. Nun fing sie gestern an, nachdem wir schon vor langer Zeit die eine Seite ausgeschlossen haben, weil wir dafür 6-7 Plätze reservieren müssten, obwohl sie sowieso nicht kommen und sie erwarten, dass wir Reise, Kost und Logis übernehmen (können wir uns nicht leisten). Ich dachte, das sei seit langem schon geklärt, aber gestern sagte sie, dass sie mit ihrem 1. Bruder gesprochen hat und er gefragt hat, ob wir die andere Seite auch einladen, hat sie das verneint und es war ihr so peinlich. Dann fing sie am Telefon an zu weinen, sie habe tagelang deswegen nicht geschlafen und findet das so schlimm, dass ich NIEMANDEN aus ihrer Familie berücksichtigt hätte und sie so verletzt ist und sie mein Denken nicht versteht. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich sehr wohl meinen Onkel und meine Großeltern eingeladen habe, aber es nicht einsehe den anderen einzuladen, weil es sowieso keine enge Familie für mich ist. Sie hat mich wie der letzte Dreck fühlen lassen. Das sind so Geschichten, die sich häufen. Jetzt haben wir seit gestern nicht mehr geredet und von ihr kommt niemals irgendwas. Etwas versöhnliches oder eine Entschuldigung kennt sie nicht.
Sie hält mir dauernd aus dem nichts alte Geschichten vor, wo ihre vermeintlichen Bedürfnisse nicht erkannt habe. Wenn sie krank ist, frage ich nie ob sie was braucht und wenn ich was bringe, dann bin ich genervt.
Vor Jahren hatte sie mal eine ambulante Mini OP am Augenlid (200m von ihrer Wohnung entfernt). Sie wollte, dass ich mitkomme und ich habe meinen Dienst getauscht (was nicht einfach ist), aber ihr fehlte diese "Selbstverständlichkeit" von mir. Jetzt beim Schreiben merke ich, wie mich das zerfrisst.
Eine weitere Geschichte aus 2016. Meine Oma aus Polen war da und meine Mutter hat sie nach Hause begleitet. Habe beide damals spätabends zum Hauptbahnhof begleitet, mein Freund kam nicht mit, da er anderen Tags Frühdienst hatte und ich ihm gesagt habe, er solle schlafen gehen. Meine Mutter fand das respektlos, dass er die Koffer nicht runtergetragen hat für sie und hat wortwörtlich einen Blumenstrauß von ihm erwartet. Diese Geschichte hält sie ihm und mir bis heute regelmäßig vor.
Als wir damals unseren Kinderwunsch hatten und leider medizinische Hilfe dafür brauchten, war sie sowieso komplett gegen ein Kind und hat mich das auch spüren lassen. Wenn eine Behandlung angeschlagen hat, hat sie mich scharfen Worten kritisiert und wenn es nicht geklappt hat, hat sie sich regelrecht gefreut.
Wenn mich ihre Worte verletzen sagt sie immer, dass ich immer nur das hören will, was ich denke und keine andere Meinung (ihre zulasse) und dabei grinst sie so abfällig.

Ich fühle mich im Umgang mit meiner Mutter nicht gesehen, wertlos, dass ich nicht die Tochter bin, die sie sich gewünscht hat, und nach jedem Treffen bin ich so leer. Ich versuche ihr alles recht zu machen, dass ich einen Funken Liebe bekomme und denke bei allem drüber nach, was sie davon hält (z.B. bei Thema 2. Kind). Sie holt sooft alte Geschichten raus, um mir Schuldgefühle zu machen nach Monaten und Jahren. Das ist krank, das merke ich selbst, aber ich weiß nicht, wie ich mich da lösen kann. Kontakt abbrechen geht leider nicht so einfach. Sie hat hier niemanden, es gibt noch einen Enkel und ich kann das durch diese emotionale Abhängigkeit nicht so einfach.
Vielleicht kennt jemand diese Situationen.
Ich beantworte auch gerne weitere Fragen

Liebe Grüße,
Romina

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18. September um 10:35

ja. keenne ich.

Daraus lösen: Kontaktabbruch. Ist das einzige, was mir einfällt.
Und nein, sie wird es Dir nicht leicht machen, wenn sie Narzisstin ist, im Gegenteil, sie wird alle Register ziehen - und das sind einige. Bleib stur.

Selbst wenn sie keine Narzisstin ist - der Kontakt tut Dir nicht gut und da ist völlige Distanz wohl die einzige Alternative. Nicht persönlich nehmen, nur emotionale Distanz wahren, geht bei der eigenen Mutter nun einmalnicht.

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