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Nach 22 Jahren baut sich ein Teufelskreis auf...

24. Februar 2009 um 18:19 Letzte Antwort: 7. September 2009 um 20:32

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich gar nicht genau weiß wie ich anfangen soll.

Erstmal ich heiße Ina und bin 30 Jahre alt. Ich hatte eine wirklich fantastische Kindheit. Eine tolle Familie mit mächtig Liebe und Aufmerksamkeit, ein großer Freundeskreis und viel Spaß im Leben. Verhaltensauffällig war ich somit auch nie, denn ich bin schon immer jemand mit einem Lächeln im Gesicht gewesen. Mir macht es einfach sehr viel Freude, wenn andere Menschen um mich herum glücklich sind. Wenn andere lachen, geht es mir gut.

Naja jedenfalls ist dies meine Erinnerung bis vor einem halben Jahr. Letzten Sommer ist plötzlich ein lange verdrängtes Kindheitserlebnis wieder aufgetaucht. Ich wurde im Alter von 8 oder 9 Jahren von einem 7 Jahre älteren Jungen zum Sex gezwungen. Jedenfalls glaube ich, dass man in so einem Alter definitiv nicht sein Einverständnis gibt. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, aber noch genau an die Umgebung und das eine weitere Person aufgepasst hat, das niemand etwas davon mitkriegt. Nachdem alles vorbei war, habe ich mich blutend mit Schmerzen ins Bad eingeschlossen. Niemals habe ich irgendjemanden davon erzählt. Wie denn auch! Ich habe unglaubliche 22 Jahre alles verdrängt! Wie kann denn so was passieren? Wenn man sich mal mit Freunden über das Thema Sex unterhält, hätte es doch einfach klick machen müssen, oder?
Auf jeden Fall wird mir dadurch einiges bewusst, z.B. warum ich seit ich 8 bin stetig an Gewicht zugenommen habe. Oh und männliche Partner sind ein absolutes Tabu! Ich dachte bislang eigentlich immer, dass es an der Figur liegt, keinen Freund zu haben bzw. zu kriegen. Aber wenn ich mir die ganze Sache rückwirkend anschaue, denke ich eher, dass ich absichtlich unterbewußt zugenommen habe, damit mich nie jemanden will, der mir etwas antun könnte. Somit erklärt sich wiederum auch, warum meine besten Freunde sich irgendwann als schwul geoutet haben. Ich scheine ein Faible darin zu haben, so was vor denen zu merken.
Tja, einigen MOnaten sitze ich nunmehr in einen Loch gefangen und es wird täglich schlimmer. Ich traue mich nicht irgendeiner Person dieses schwere Geheimnis anzuvertrauen. Ich will keine Mitleidsblicke oder ähnliches haben. Ich will den Personen um mich herum noch sicher in die Augen blicken können, ohne Hintergedanken die weiß ES. Und niemand soll jemals die Chance auf so einen Dolchstoß haben. Ich will anderen ja auch keine Sorgen bereiten, schließlich bin ich immer ganz gut alleine in meinem Leben klar gekommen. Die Leute um mich herum sind oft zu mir gekommen, wenn sie Probleme hatten oder Rat brauchten, und ich habe versucht zu helfen so gut es ging, so soll es auch bleiben und nicht umgekehrt. Aber zurzeit geht es mir immer schlechter und ich habe das Gefühl privat nichts mehr auf die Reihe zu bekommen. Eine Freundin/Kollegin fragte mich kürzlich, was mir fehlt, ich würde mich anders verhalten wie sonst. Ja, ich muss gestehen, dass ich so oft an alles denken muss und sich immer mehr ein Teufelskreis aufbaut. Vorgestern Abend war ich so traurig und melancholisch, dass ich zu einer Rasierklinge gegriffen habe und mir einen Strich über den Unterarm gezogen habe. Das schlimme daran war: Es war schön! Schön mal einen anderen Schmerz zu empfinden, schön Blut zu sehen und zu merken, dass man noch am leben ist. Schön, dass alles andere im Hintergrund verschwindet und man wieder frei von grausamen Gedanken ist. Gestern morgen habe ich mich dagegen dafür geschämt, weil mans sieht. Ich denke aber mal, dass es nur eine leichte Narbe gibt und sie bald verschwindet. Ängstlich bin ich davor, noch mal in so eine für mich aussichtslose Situation zu gelangen, dass ich wieder zur Klinge greife. Versteht mich nicht falsch, ich habe keine suizidalen Gedanken oder ähnliches. Ich habe sicherlich in der letzten Zeit häufig über eine Lösung nachgedacht, aber niemals würde ich dies wirklich durchziehen. Ich liebe meine Arbeit, meine Familie und meinen Freundeskreis. Ich bin schließlich 30 und stehe mitten im Leben, und bin keine jugendliche Person ohne Zukunftsvisionen. Ich wurde schon immer als starke Persönlichkeit anerkannt und eigentlich bin ich das auch gewesen. Mein Beruf ist für mich perfekt und ich werde dort gebraucht und respektiert. Aber irgendwie sehe ich zur Zeit alles nur schwarz und ich verkrieche mich oft zu Hause in meinem Bett und will einfach in Ruhe gelassen werden...
Könnt ihr mir helfen und mir sagen, wie ich da alleine wieder herauskomme? Ich möchte nicht zu einem Therapeuten, da ich wirklich niemanden etwas davon erzählen will und kann. Sicherlich schlagt ihr mir vor, dass ich trotzdem einfach mal da hingehen soll und es sagen soll, damit ich mich wieder besser fühle, aber ich habe solche Angst davor! Auch meiner Familie würde ich nichts davon freiwillig sagen, da diese die Person von damals auch kennt. Verdammt es ist mir alles so schrecklich peinlich! Gibt es evtl. gute Literatur mit der ihr das geschafft habt? Und wie kann man denn 22 Jahre alles ausblenden und vergessen!!!
Ich bitte euch dringend um ein paar Tipps, damit ich wieder aus diesem Sumpf rauskomme! Das muss doch auch von alleine wieder klappen, am liebsten würde ich einfach alles vergessen. Helft mir bitte!

Ina

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25. Februar 2009 um 19:57

Warum nicht alleine?
Vielen Dank für deine Antwort!

Aber glaubst du nicht, dass man das auch alleine schaffen kann?
Ich meine, es war schon so schwer dies hier ins Forum zu schreiben, wie soll ich ES jemandem denn in Worte verpacken? Ich habe 2 ganz liebe Freunde, denen ich auch sehr vertraue, aber ich kann es nicht sagen! Wie oft habe ich nachts schon wach gelegen und die "Beicht-Situation" durchgespielt... und jedesmal denke ich mir: Das kannst du keinem antun. Ich möchte keine extra Aufmerksamkeit deswegen, sondern eher meine Ruhe (auch wenn die Ruhe nachts sehr erdrückend sein kann). Ausserdem möchte ich wirklich wie immer schon behandelt werden, ohne wenn und aber. Und ich glaube, dass das dann nicht mehr möglich ist. Damit würde ich mich ja selbst zusätzlich bestrafen!?!

Beim ritzen ist es bislang auch bei dem einen mal geblieben. Der Zwang kommt abends wenn ich im Bett liege und die Gedanken freien Lauf haben. Gestern war es besonders schwer mich abzulenken, da ich den ganzen Tag extrem aggressiv war und ich nicht wusste wie ich den Druck wieder abbauen soll... naja lieber einen blauen Fleck als ne Narbe

Sag mal, hast du schon mal in so einer Notrufzentrale angerufen? Oder wie würde so etwas bei einem Therapeuten laufen? Ich möchte auf keinen Fall, dass irgendjemand in meinem Umfeld etwas mitkriegt! ABSOLUT NIEMAND! Man sah mich immer als starke Person, die alles locker schafft... das muss irgendwie so bleiben... Aber die "Maske" bröckelt...

Würde mich freuen wenn Du/Ihr mir hierzu nochmal etwas sagen könnt!

bye Ina!

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25. Februar 2009 um 20:44


Hallo liebe Ina!
Das was du da schreibst kommt mir alles sehr bekannt vor.
Bei mir sind die sexuellen Übergriffe aus meiner Kindheit vor ca. einem Jahr hochgekommen.
Ich habe damals geglaubt das ich NIMALS darüber reden kann. Ich dachte wirklich das es unmöglich ist.

Mitlerweile kann ich mit meiner besten Freundin und meiner Phychologin darüber sprechen. Bis jetzt habe ich zwar nur gesagt das ich als Kind sexuell missbraucht wurde und was ich für Gefühle bei den errinnerungen hatte/habe.
Ich habe es zwar auch noch nicht über mich gebracht das geschehen in allen Einzelheiten zu erzählen
was dieser ,,Mann" mit mir gemacht hat. Aber ich denke das wichtigste ist das du weisst nicht allein zu sein. Das du eine Freundin hast die wirklich zu dir steht und das nicht denkst du wärst ganz allein auf dieser Welt.

Ich habe damals auch gedacht das ich das alleine schaffe, ich habe alle meine Gefühle beiseite geschoben und vor ein paar Monaten ist dann alles über mir zusammen gebrochen. es ist zu viel geworden, die Last wurde zu schwer. Ich möchte nicht das du das auch erlebst, denn dann kann es sein das es die schlechter geht als vorher.

Du musst ja nicht gleich alles deinen Freunden erzählen, du könntesr bzw. solltest erst einmal das gespräch mit einer phychologin suchen. lass dich beraten was sie dazu meint, du musst ja nicht gleich die ganze story erzählen.

Liebe Grüße und viel Glück !

Sabrina.

P.S alles Gute!!!

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25. Februar 2009 um 21:09
In Antwort auf ulla_12926097


Hallo liebe Ina!
Das was du da schreibst kommt mir alles sehr bekannt vor.
Bei mir sind die sexuellen Übergriffe aus meiner Kindheit vor ca. einem Jahr hochgekommen.
Ich habe damals geglaubt das ich NIMALS darüber reden kann. Ich dachte wirklich das es unmöglich ist.

Mitlerweile kann ich mit meiner besten Freundin und meiner Phychologin darüber sprechen. Bis jetzt habe ich zwar nur gesagt das ich als Kind sexuell missbraucht wurde und was ich für Gefühle bei den errinnerungen hatte/habe.
Ich habe es zwar auch noch nicht über mich gebracht das geschehen in allen Einzelheiten zu erzählen
was dieser ,,Mann" mit mir gemacht hat. Aber ich denke das wichtigste ist das du weisst nicht allein zu sein. Das du eine Freundin hast die wirklich zu dir steht und das nicht denkst du wärst ganz allein auf dieser Welt.

Ich habe damals auch gedacht das ich das alleine schaffe, ich habe alle meine Gefühle beiseite geschoben und vor ein paar Monaten ist dann alles über mir zusammen gebrochen. es ist zu viel geworden, die Last wurde zu schwer. Ich möchte nicht das du das auch erlebst, denn dann kann es sein das es die schlechter geht als vorher.

Du musst ja nicht gleich alles deinen Freunden erzählen, du könntesr bzw. solltest erst einmal das gespräch mit einer phychologin suchen. lass dich beraten was sie dazu meint, du musst ja nicht gleich die ganze story erzählen.

Liebe Grüße und viel Glück !

Sabrina.

P.S alles Gute!!!


Aber was würde denn ein Therapeut alles so fragen? Ich meine, wie soll er denn helfen können, wenn man nicht alles detailliert bekannt gibt? Das es einem "besch**" geht, sollte ihm/ihr auch so klar sein.

Vielleicht sind meine Gedanken zur Zeit auch einfach zu beschränkt um das zu begreifen, aber ich möchte da echt alleine durch. Ich möchte niemanden meiner Vertrauenspersonen Sorgen bereiten...

Wie haben denn die Leute bei dir reagiert, denen du dein Geheimnis anvertraut hast? Ich hab Bedenken, dass mir jmd aus Angst, Sprachlosigkeit oder ähnlichem den Rücken zu kehrt. Das wäre absolut das Letzte was jetzt noch passieren dürfte...

Danke! Ina

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25. Februar 2009 um 23:23

Hatte auch 20 Jahre lang erfolgreich verdrängt ... hat nicht funktioniert
Hallo deepfeelings,
auch ich hatte 20 Jahre lang erfolgreich verdrängt, was mir passiert ist. Auch ich hatte NIE irgendjemandem darüber erzählt. Bis es doch rauskam. Ich habe es vor einigen Wochen meinem Freund erzählt. Lange Geschichte. Er hat auch so einiges erlebt in seiner Jugend, tut hier nichts zur Sache.

Auch ich habe mich, so gut es geht, verkrochen, schlafe nicht mehr, bin ein Wrack, fühle mich wie ein Zombie. Umgekehrtes Ergebnis: habe in 6 Wochen 10 Kilo abgenommen, und ich war sowieso schon immer eher dünn als schlank.
Ich habe drei Kinder aus einer früheren Beziehung, hier muß alles weitergehen, kann mich nicht wirklich verkriechen. Und auch ich will mit niemandem darüber reden.
Ich merke aber auch, daß es nicht klappt. Allein falle ich immer tiefer, und das will ich gar nicht!
Letzte Woche hatte ich ein Vorgespräch mit einer Therapeutin. Übermorgen beginne ich eine Therapie.
Meine Zielsetzung: das Erlebte so weit verarbeiten, daß es wie auf einem Nebengleis mein Leben begleiten kann, ohne mich zu blockieren oder einzuschränken. Man kann es nicht ungeschehen machen, und man kann es nicht vergessen. Aber ich bin davon überzeugt, daß es möglich ist, zu lernen, damit zu leben. Und daß das Leben dann auch durchaus prima sein kann!

Ich wünsche Dir alles Gute!

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26. Februar 2009 um 19:33

Schreiben ist bislang einfacher als sprechen...
Ich danke sehr für die Unterstützung hier im Forum!

Es ist für mich noch schwer Worte zu finden, und ich muss gestehen, dass mich die Anonymität hier sehr beruhigt. Ich bin für jeden Tipp und Ratschlag offen, auch wenn es mit dem Zuwand an eine bekannte Person hapert. Ich glaube auch, dass ich irgendwann gar nicht drumherum komme mich jemanden anzuvertrauen.

Ich habe von einer anderen User per PM den Buchtipp "Trotz allem" bekommen. Ich werde mal versuchen diesen Titel in Angriff zu nehmen. Vielleicht hilft es mir ja schon ein Stückchen weiter.

Darf ich dich mal fragen, wie lange du schon mit deinem Erlebnis kämpfst? Was hat dir denn am meisten geholfen? Du hast ja geschrieben, dass du geritzt hast. Geht es dir jetzt besser?
Wenn du darauf nicht antworten magst, dann kann ich das gut verstehen. Ich bin einfach nur sehr beunruhigt, was alles auf mich zukommen könnte...

Danke
Ina

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4. März 2009 um 21:45

Schlaf wäre schön
Hallo! Danke für deine guten Worte.

Die letzten Tage waren einigermaßen erträglich. Ich habe bei der Arbeit zur Zeit sehr viel zu tun und komme daher tagsüber auch weniger auf diese ganzen Nebengedanken. Am schlimmsten ist es noch immer abends, sobald man wach liegt und nicht einschlafen kann... da funktioniert das Verdrängen überhaupt nicht. Es schießen tausende Gedanken durch den Kopf und wenns am schlimmsten ist, hat man das Gefühl als würde jemand auf dem Brustkorb stehen und die Luft abschnüren...

Hatte mir am Wochenende fest vorgenommen jemanden einzuweihen. Aber irgendwie klappt es noch nicht. Entweder finde ich das die Situation gerade doch unpassend ist oder ich finde, dass die Person gerade nicht in der richtigen Laune dazu ist. Wahrscheinlich ist es aber auch einfach nur Angst meinerseits. Man sucht sich ja immer gerne irgendwelche Ausreden Aber wie du schon mal geschrieben hast: ich möchte mich damit auch nicht noch zusätzlich unter Druck setzen... es wird schon der richtige Zeitpunkt kommen.

Ist schon alles manchmal seltsam: Man freut sich darüber unter Menschen zu sein um abgelenkt zu werden, und andererseits wünscht man sich alleine zu sein. Abundzu habe ich mich diesbezüglich nicht richtig unter Kontrolle und fühle mich hinundher gerissen was ich denn nun wirklich will. Aber wahrscheinlich sind solche Gefühlsschwankungen normal...

Was mich allerdings derzeitig ziemlich irritiert ist, dass ich 2mal morgens mit irgendwelchen kleineren Verletzungen aufgewacht bin und mir absolut nicht erklären kann wie das passiert sein könnte. Eine Wunde sieht einer Brandblase ähnlich... ach keine Ahnung! Gott sei Dank, ist alles nicht sehr schlimm, auch wenn es unangenehm ist. Es beunruhigt mich einfach, dass ich alles nicht zuordnen kann...

LG Ina

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5. März 2009 um 12:07

Kenne das
Hi erstmal Liebe Ina,
das alles kommt mir bekannt vor!Vor 10 jahre würde ich mehrmals von meinen ehemaligen Stiefvater Missbraucht Jahrelang...daraus kam mein jetztiger Sohn!!!Ja mein Steifvater ist der Vater von meinen Sohn...!Mein großes Problem ist bis heute,mein VERTRAUEN zu MENSCHEN!!!Vertraue niemanden groß...wo ich vielmals sage...warum!?Reden tue ich ganz selten darüber,weil es mir imma noch verdammt sehr arg weh tut!!!

Lg Nadi

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7. März 2009 um 17:31
In Antwort auf hanne_12572857

Kenne das
Hi erstmal Liebe Ina,
das alles kommt mir bekannt vor!Vor 10 jahre würde ich mehrmals von meinen ehemaligen Stiefvater Missbraucht Jahrelang...daraus kam mein jetztiger Sohn!!!Ja mein Steifvater ist der Vater von meinen Sohn...!Mein großes Problem ist bis heute,mein VERTRAUEN zu MENSCHEN!!!Vertraue niemanden groß...wo ich vielmals sage...warum!?Reden tue ich ganz selten darüber,weil es mir imma noch verdammt sehr arg weh tut!!!

Lg Nadi


Hallo Nadi!

Ja, Vertrauen ist etwas sehr schweres.
Darf ich mal fragen, wie die Leute reagiert haben, denen du es anvertraut hast?
Meine große Angst ist u.a., dass ich danach nicht mehr so behandelt werde wie jetzt...
Ich vertraue 2 Personen sehr, habe aber die Befürchtung, dass mein Geheimnis zu viel für die Person ist, und diese sich dann wieder jemanden anvertraut. Tja, und plötzlich ists ein Lauffeuer.

LG
Ina

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23. März 2009 um 14:22
In Antwort auf irit_12089840

Schlaf wäre schön
Hallo! Danke für deine guten Worte.

Die letzten Tage waren einigermaßen erträglich. Ich habe bei der Arbeit zur Zeit sehr viel zu tun und komme daher tagsüber auch weniger auf diese ganzen Nebengedanken. Am schlimmsten ist es noch immer abends, sobald man wach liegt und nicht einschlafen kann... da funktioniert das Verdrängen überhaupt nicht. Es schießen tausende Gedanken durch den Kopf und wenns am schlimmsten ist, hat man das Gefühl als würde jemand auf dem Brustkorb stehen und die Luft abschnüren...

Hatte mir am Wochenende fest vorgenommen jemanden einzuweihen. Aber irgendwie klappt es noch nicht. Entweder finde ich das die Situation gerade doch unpassend ist oder ich finde, dass die Person gerade nicht in der richtigen Laune dazu ist. Wahrscheinlich ist es aber auch einfach nur Angst meinerseits. Man sucht sich ja immer gerne irgendwelche Ausreden Aber wie du schon mal geschrieben hast: ich möchte mich damit auch nicht noch zusätzlich unter Druck setzen... es wird schon der richtige Zeitpunkt kommen.

Ist schon alles manchmal seltsam: Man freut sich darüber unter Menschen zu sein um abgelenkt zu werden, und andererseits wünscht man sich alleine zu sein. Abundzu habe ich mich diesbezüglich nicht richtig unter Kontrolle und fühle mich hinundher gerissen was ich denn nun wirklich will. Aber wahrscheinlich sind solche Gefühlsschwankungen normal...

Was mich allerdings derzeitig ziemlich irritiert ist, dass ich 2mal morgens mit irgendwelchen kleineren Verletzungen aufgewacht bin und mir absolut nicht erklären kann wie das passiert sein könnte. Eine Wunde sieht einer Brandblase ähnlich... ach keine Ahnung! Gott sei Dank, ist alles nicht sehr schlimm, auch wenn es unangenehm ist. Es beunruhigt mich einfach, dass ich alles nicht zuordnen kann...

LG Ina

Dieses WE
Hallo!
Ich muss mich nochmals zu Wort melden...

Ich war am Wochenende zu einer Party eingeladen und ganz im Gegensatz zu sonst fand ich die vielen unbekannten Menschen eher beängstigend. Normalerweise mag ich gerne neue Leute kennenlernen und mich mit ihnen unterhalten, aber diesesmal habe ich mich quasi an die bekannten Personen geklammert. Ich muss auch sagen, dass ich mich zur Zeit in meinen eigenen 4-Wänden und bei der Arbeit am wohlsten fühle. Komisch, ist aber so. Das ist sehr ungewöhnlich für mich. Kennt ihr das auch? Legt sich sowas wieder?

Tja, und gestern war ich dann über das seltsame Wochenende doch sehr bestürzt und habe zur Klinge gegriffen... verdammt! Ich konnte mich auch immer noch nicht aufraffen jemandem mein Ereignis anzuvertrauen. Irgendwie funktioniert das alles nicht so, wie ich es mir vorstelle. In der Woche gehts meistens recht gut, und am Wochenende, wenn ich alleine bin (was ich auch definitiv will!), dann schwebt plötzlich sowas wie eine schwarze Wolke über mir und vernebelt alles. Klare Gedanken sind dann eher selten...

Habt ihr evtl. noch irgendeinen Tipp für mich, wie ich mich ablenken könnte?

Danke im Voraus!
Ina

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27. März 2009 um 20:22

Hallo Ina
Du bekommst dein eigenes Leben nicht so zurück. Du verletzt dich selber, du weißt teilweise nicht, wann du es getan hast. Jahrelang hast du verdrängt, bis es hochgekommen ist!

J e t z t m u ß t d u d i c h d a m i t a u s e i n a n d e r -
s e t z e n !!!

Such dir eine Psychologin und rede, auch wenn es im ersten Moment schwer fällt und arbeite deine Gefühle auf. Das hat nichts mit "bemitleiden lassen" zu tun! Und vergiß nicht, daß du dich nicht schämen mußt, denn du hast daran keine Schuld!

LG und Alles Gute

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2. April 2009 um 21:47
In Antwort auf sondra_12929530

Hallo Ina
Du bekommst dein eigenes Leben nicht so zurück. Du verletzt dich selber, du weißt teilweise nicht, wann du es getan hast. Jahrelang hast du verdrängt, bis es hochgekommen ist!

J e t z t m u ß t d u d i c h d a m i t a u s e i n a n d e r -
s e t z e n !!!

Such dir eine Psychologin und rede, auch wenn es im ersten Moment schwer fällt und arbeite deine Gefühle auf. Das hat nichts mit "bemitleiden lassen" zu tun! Und vergiß nicht, daß du dich nicht schämen mußt, denn du hast daran keine Schuld!

LG und Alles Gute

Ich danke euch...
Ich danke euch sehr für die lieben Kommentare und Ratschläge!

Ich habe auch sehr sehr lange darüber nachgedacht. Und ja ich hoffe noch immer eine Tür aufzustoßen und dahinter ist alles wieder normal wie vorher. Vielleicht kann ich mich auch u.a. deswegen niemandem anvertrauen?

Ich habe lange gegoogelt um eine Therapeutin zu finden. Auch wenn ich eine etwas mehr im Auge habe, muss ich doch sagen, dass ich mich zur Zeit noch nicht traue.

Dürfte ich mal wissen wie sowas überhaupt läuft? Müsste ich vorher meinen Hausarzt fragen wegen einer Überweisung? Das wäre für mich fatal, denn er ist mit meiner Familie zu gut befreundet. Schweigepflicht hin oder her... Und muss man die Krankenkasse "um Erlaubnis" fragen? Wie funktioniert das ganze?

Würde mich sehr freuen, wenn ihr mir hierbei nochmals helfen könntet.

Danke
Ina

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3. April 2009 um 22:29

Aber
Ich traue meinem Hausarzt, da er auch verdammt gut ist.
Aber da ich es ja nicht mal schaffe ES einer mir viel stärker vertrauten Person zu sagen, wie kann ich dann einem befreundeten Hausarzt um Rat bitten? Es wäre mir zu peinlich.
Muss man denn zum Hausarzt? Oder kann man das irgendwie überspringen? Ich bin da völlig ahnungslos.

Wäre schön, wenn mir das mal jemand schildern könnte.

Danke Ina

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7. April 2009 um 15:34
In Antwort auf irit_12089840

Aber
Ich traue meinem Hausarzt, da er auch verdammt gut ist.
Aber da ich es ja nicht mal schaffe ES einer mir viel stärker vertrauten Person zu sagen, wie kann ich dann einem befreundeten Hausarzt um Rat bitten? Es wäre mir zu peinlich.
Muss man denn zum Hausarzt? Oder kann man das irgendwie überspringen? Ich bin da völlig ahnungslos.

Wäre schön, wenn mir das mal jemand schildern könnte.

Danke Ina

Therapie
Hallo,

also habe viel gelesen hier von Dir und kann dir nur folgendes raten, wie viele hier such Dir Hilfe bei einem Therapeuten, glaub mir das wird wie wunder wirken, wenn Du den richtigen hast.

Zum Ablauf: Also Du kannst direkt bei einem Therapeuten anrufen und nach einem "Erstgespräch" fragen. In der Regel dauert dies eine weile, viele Therapeuten haben wartelisten von 2-6 und mehr Monaten. Du brauchst zum ersten Termin nur deine Krankenkassenkarte und eine Überweisung vom Hausarzt. Wenn Dir das unangenehm ist kannst Du aber einfach die 10 EUR einmalig selber bezahlen, ohne überweisung ist auch nicht nötig.

Dann kannst Du bis zu 5 Therapiestunden mit dem Therapeuten "probieren". Das läuft dann ohne weitere Formalitäten ab. Danach muss der Therapeut dann einen Antrag auf Behandlung bei der Krankenkasse einreichen, der in aller Regel auch genehmigt wird.

Wenn Du weitere Fragen zum Ablauf einer Therapie hast kannst Du mich gerne fragen ich bin Psychologe

Lg
Ted

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7. September 2009 um 20:32
In Antwort auf cory_12905650

Therapie
Hallo,

also habe viel gelesen hier von Dir und kann dir nur folgendes raten, wie viele hier such Dir Hilfe bei einem Therapeuten, glaub mir das wird wie wunder wirken, wenn Du den richtigen hast.

Zum Ablauf: Also Du kannst direkt bei einem Therapeuten anrufen und nach einem "Erstgespräch" fragen. In der Regel dauert dies eine weile, viele Therapeuten haben wartelisten von 2-6 und mehr Monaten. Du brauchst zum ersten Termin nur deine Krankenkassenkarte und eine Überweisung vom Hausarzt. Wenn Dir das unangenehm ist kannst Du aber einfach die 10 EUR einmalig selber bezahlen, ohne überweisung ist auch nicht nötig.

Dann kannst Du bis zu 5 Therapiestunden mit dem Therapeuten "probieren". Das läuft dann ohne weitere Formalitäten ab. Danach muss der Therapeut dann einen Antrag auf Behandlung bei der Krankenkasse einreichen, der in aller Regel auch genehmigt wird.

Wenn Du weitere Fragen zum Ablauf einer Therapie hast kannst Du mich gerne fragen ich bin Psychologe

Lg
Ted

Lang lang ists her...
Hallo!

Ich habe absichtlich die letzten 5 Monate hier nicht hineingeschaut, weil ich etwas Abstand von allem haben wollte. Denn auch hier zwischen Hilfe und Rat andere "Fälle" zu lesen, war für mich doch sehr schwer.

Was hat sich in der Zwischenzeit geändert?
Ich habe das Buch "Trotz allem" durch und auch einige Hinweise auf bestimme Reaktionen bei mir kann ich nun besser zuordnen und teilweise ablenken. Ich habe es zwar immer noch nicht geschafft eine Therapie anzufangen, geschweige denn auch nur einer Person mein Erlebtes anzuvertrauen, aber immerhin bedrückt mich das Ganze nicht mehr so heftig wie im Frühjahr. Gut, es kommt immer mal wieder vor, dass sich meine Gedanken wie schwarze Nebelschwaden komplett um mich herum ausbreiten, aber irgendwie komme ich dort schneller wieder raus noch vor Monaten. Leider muss ich aber auch gestehen, dass ich mir inzwischen 2mal etwas mit der Klinge leicht zugefügt habe. Aber man kann ja nicht alles auf einmal schaffen. Das passiert immer in Situationen, in denen die sonst meist gelwollte Einsamkeit durchbricht und nach Abwechslung schreit. Ich kanns auch nicht richtig erklären, aber ich muss dann sehen, ob ich überhaupt noch am leben bin. Hört sich blöd an... ich weiss

Naja, ich wollte mich eigentlich auch nur nochmal kurz melden und mich bei allen hier bedanken, die mir so sehr Hilfestellung gegeben haben. Ich konnte zwar nicht alles umsetzen, aber immerhin ist es schon mal besser als zu Beginn meines Forenbeitrags. Und vielleicht gehts ja auch irgendwann mal einen grossen Schritt weiter zu einer Therapie...

Danke euch lieben Helfer!

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