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Mutter faul

16. Februar 2017 um 14:34 Letzte Antwort: 20. April 2017 um 7:31

Hallo liebe Gemeinde,

ich bin das erste Mal in so einem Forum. Ich weiß nicht mehr weiter und hoffe hier vielleicht ein paar Tipps oder Meinungen zu hören. Ist doch immer schöner, wenn das Ganze etwas anonymer ist. 

Nun zu meiner Situation. Wir sind 4 Kinder zu Hause und ich bin das 2. älteste Kind. Meine Mutter ist nicht berufstätig, sie geht nur 1-2 mal die Woche nebenbei putzen. Obwohl sie schon längst wieder arbeiten gehen könnte, da mein Bruder nach den Sommerferien die 5. Klasse besuchen wird. 

Anstatt, dass sie dann zu Hause putzt und den Haushalt erledigt, sitzt sie nur rum und hängt den lieben, langen Tag am Tablet. Zusätzlich ist noch der Fernseher an. Nebenbei darf das Handy auch nicht vergessen werden. Ich wasche und bügle meine Wäsche selbst, finde auch, dass ich in meinem Alter das machen sollte. Bin selbst nämlich schon 22. Aber zusätzlich wasche ich ab und zu auch die Wäsche von allen Anderen und bügle diese, weil sie es nicht macht und die Wäsche sich irgendwann so hoch stapelt, dass ich die Schnauze voll hab. Sie kocht zwar, aber der Spül bleibt meistens 2-3 Tage stehen, bis sie sich endlich dazu aufrafft dies zu erledigen. Der Rest, der Spülmaschinentauglich ist, wird auch erst nach 2-3 Stunden verräumt, aber das macht sie zumindest. Den Backofen putzt sie nie, weshalb das ganze Fett an den Seiten festgebraten ist. Ich mache es dann ab und zu sauber, komme aber auch nicht dazu, da ich auch arbeiten muss. Das Badezimmer hat sie, seit dem wir neu eingezogen sind (dies ist 8 Jahre her), nicht einmal geputzt. Dies hat entweder immer meine Schwester oder ich erledigt, wobei meine Schwester die Schnauze voll hat und das alles nun an mir hängen bleibt. Immer wenn ich meine Mutter darauf anspreche, stürzt sie sich in Ausreden und tut so, als würde sie ja so viel machen. Das Schlimme ist auch, dass sie das tatsächlich glaubt. Sie schaut sich jeden Tag Frauentausch an und lacht über die Frauen, wenn sie dreckig sind oder sich blamieren, obwohl sie selbst kein Deut besser ist. Mein Vater geht arbeiten, einkaufen und räumt öfters auch die Spülmaschine aus. Er hält total zu meiner Mutter und hat immer Angst, etwas gegen ihr zu sagen.  Er kommt einfach nicht gegen sie an, bzw. hat keine Lust auf den Streit, der dann folgt und auf die Sturköpfigkeit meiner Mutter.

Sonst staubsaugt sie auch nur 2 mal im Monat und wenn sie mal putzt oder aufräumt, dann hat sie jedes Mal schlechte Laune. Wenn man aber aus Stress selbst mal was vergisst wegzuräumen, meckert sie einen an, anstatt es aber dann weggeräumt zu haben, hat sie es einfach stehen lassen. Egal, wie oft ich etwas von ihren Sachen wegräume oder irgendwo helfe. Meine 2 jüngeren Geschwister haben sich diese Faulheit auch schon von ihr angeguckt und dementsprechend sieht deren Zimmer auch aus. Jedes Mal, wenn ich mich mit ihnen dazu aufraffe das aufzuräumen, braucht das ganze Ewigkeiten. Meiner Mutter ist es egal. Sie sieht sich dann immer nur das Endergebnis an und sagt so Sprüche wie "Seht ihr, wenn ihr immer direkt die Dinge wegräumen würdet, mit denen ihr spielt, dann müsstet ihr auch nicht so lange aufräumen."  Aber das mal anzusprechen, das aufgeräumt werden sollte oder konsequent dahinterzustehen macht sie nicht. 

Ich will dieses Jahr noch ausziehen, hab aber Angst, dass ich meine Geschwister dann in diesen Saustall zurücklasse...ich bin momentan die Einzige, die dort noch für Sauberkeit sorgt. Es ist jetzt nicht so übertrieben dreckig, ab und zu putzt sie ja dann auch. Aber es ist viel zu wenig! Die Küche ist voller fett, der Boden dort mit Brotkrümel vollgesaut und wenn ich das Badezimmer nicht jeden Tag putzen würde, würde ich nicht wissen wollen, wie es dort aussieht. 

Habt ihr vielleicht Ideen, was ich machen sollte/könnte? Habt ihr sowas vielleicht selbst erlebt und könnt mir über eure Erfahrungen etwas berichten? Ideen geben, wie ich selbst damit umgehen sollte? Ich kriege meistens dermaßen Wutausbrüche, spreche meine Lutter darauf an und Schnauze auch, weil ich nicht mehr kann. Dann versuche ich mich im Nachhinein immer zu beruhigen, aber dann sehe ich mal wieder, wie sie über eine Frau im Frauentausch redet und so tut, als wäre sie besser und da überkommt es mich wieder. Vielleicht habt ihr ja Ideen, was ich dann machen könnte? Ob ich sie trotzdem weiter darauf ansprechen sollte, obwohl sie weiterhin nichts ändert und weiterhin vor dem Tablet sitzt oder einfach still sein sollte?  

Vielen Dank im Voraus für euren Rat! Und tut mir leid,  dass der Text so lang geworden ist, hab sogar versucht das Ganze noch kurz zu halten. Sonst müsste ich ein Buch drüber schreiben!  

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16. Februar 2017 um 20:11

Schwierig.
Hast sie ja schon drauf angesprochen.
Koenntest das Jugendamt einschalten, weil sie ja die Kinder, die minderjaehrig sind, vernachlaessigt.
Vielleicht macht sie ja aber auch mehr, wenn keiner (du) mehr da ist, der es fuer sie macht?
War sie schon so, als du noch klein warst?

Ich finde es uebrigens toll, dass du dir da so Sorgen drum machst und dich kuemmerst - koenntest ja auch einfach alles stehn und liegen lassen und einfach gehn.

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17. Februar 2017 um 16:37

Danke für die netten Antworten!! 

@suahelischnurrbarthaar : Als ich noch klein war, war sie nicht so. Ich meine, als wir älter wurden, haben meine Schwester und ich schon beim putzen geholfen oder beim Abwasch. Aber erst nachdem meine 2 kleineren Brüder geboren sind, fing es wirklich an, schlimm zu werden. Sie hatte damals zwar auch gerne mal was liegen lassen, aber nicht so wie heute. Danke für die netten Worte! Es ist für mich einfach so, ich könnte es nicht einfach so alles stehen und liegen lassen, obwohl ich das ja bald muss, wenn ich ausgezogen bin.


@dalocu : Danke dalocu für deine Antwort. Du hast vielleicht Recht. Wird wohl nicht ganz einfach werden, aber es muss wohl oder übel sein. Ich habe mich schon so sehr damit befasst, dass ich es die ganze Zeit als meine Pflicht angesehen habe, es zu ändern. Zähle auch schon die Monate, bis ich ausziehe. Danke für das Zitat! Ich glaube, dass muss ich mir echt merken und es irgendwie verinnerlichen. Und wenn ich mal wieder wütend bin, denke ich einfach daran. 

Ihr habt mir echt Mut gegeben. Jetzt werde ich mit einem guten Gewissen ausziehen können, auch wenn ich da wohl ab und an vorbeischauen werde, um zu gucken, ob alles glatt läuft. Das werde ich wohl nicht lassen können.   

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19. April 2017 um 10:46

hallo ich habe mich im forum angemeldelt um dir zu antworten. Bei mir zu Hause läuft es genau gleich ab und ich werde noch verrückt. bei mir ist es sogar soweit gekommen, dass ich meinen Freund nicht vorstelle, da ich mich schäme

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19. April 2017 um 23:47

Ich hab meinen Freund zunächst auch nicht vorgestellt...das will man ja auch keinem zumuten. Aber irgendwann war er sauer, weil er meine Familie berechtigterweise kennenlernen wollte. Das Schlimme war, seine Mutter hat einen Putzfimmel. Ich war bei ihnen zu Hause und man hatte Angst etwas zu berühren, weil man es sonst dreckig machen könnte. Ich hatte echt so Angst, dass er mich verlassen würde, wenn er sieht, dass meine Familie das komplette Gegenteil von seiner ist. Aber es ist anders gekommen. Er unterstützt mich und hört mir zu. Im Nachhinein hat er mir erzählt, dass er zunächst schon geschockt war, da er es anders gewohnt ist, aber er weiß ja, dass ich nicht so bin. Er hat mich so genommen, wie ich bin, weil er mich liebt!  Aber trotzdem habe ich lange mit mir gekämpft. Ich kann dich also verstehen...

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20. April 2017 um 7:31
In Antwort auf beryl_12068987

Ich hab meinen Freund zunächst auch nicht vorgestellt...das will man ja auch keinem zumuten. Aber irgendwann war er sauer, weil er meine Familie berechtigterweise kennenlernen wollte. Das Schlimme war, seine Mutter hat einen Putzfimmel. Ich war bei ihnen zu Hause und man hatte Angst etwas zu berühren, weil man es sonst dreckig machen könnte. Ich hatte echt so Angst, dass er mich verlassen würde, wenn er sieht, dass meine Familie das komplette Gegenteil von seiner ist. Aber es ist anders gekommen. Er unterstützt mich und hört mir zu. Im Nachhinein hat er mir erzählt, dass er zunächst schon geschockt war, da er es anders gewohnt ist, aber er weiß ja, dass ich nicht so bin. Er hat mich so genommen, wie ich bin, weil er mich liebt!  Aber trotzdem habe ich lange mit mir gekämpft. Ich kann dich also verstehen...

Danke für deine Antwort, es tut gut zu hören, dass es dir ähnlich geht, auch wenn man es niemanden wünscht. Ich habe meinem Freund erzählt, wie es bei uns zu Hause aussieht. Es ihm zu zeigen, schaffe ich aber nicht. Mittlerweile bekomme ich manchmal einen richtigen Hass. Ich kann diese Faulheit nicht mehr mitansehen. Ich halte es nicht mehr aus, aber möchte auch irgendwie helfen, v. a. meinen Geschwistern. was ich gut fand, mein Freund hat gesagt, dass wir uns unser Leben selbst schaffen und gestalten.

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