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Mutter depressiv, kauft sich einen Hund - gut oder schlecht?

9. September 2012 um 11:09

Hallo, mal kurz was zu meiner Mutter.
Sie hat sich mit ihrem Lebensgefährten vor 1 Jahr ein Haus auf pump gekauft, kurz danach wurden beide plötzlich fast gleichzeitig arbeitslos (nach 15 und 20 Jahren in den einzelnen Betrieben).

Seitdem haben sie Geldsorgen wegen den Raten fürs Haus, hatten auch viel renoviert, einiges neu angeschafft usw.
Nun sitzen die Beiden schon seit einem Jahr nur zuhause, unternehmen nichts und bemitleiden sich selbst. Meine Mum findet keinen Job weil sie "zu überqualifiziert und zu alt" sei usw.

Zur gleichen Zeit ist auch noch unser Hund verstorben (Rottweiler-Mischling) den wir seit 15 Jahren hatten. Kam damals alles zur gleichen Zeit und meine Mutter hat sehr darunter gelitten.

Aus all den Dingen hat sich eine Depression entwickelt (keine Selbstmordgedanken, einfach unglücklich und perspektivlos) meine Mutter nimmt nun ein leichtes Antidepressivum.

Nun hat ihr Lebensgefährte seit 1 Woche einen neuen Job (freu) und nun hat sie sich gestern einen neuen Hund gekauft (Rottweiler). Hat sie immer mal von gesprochen aber eigentlich wollte sie erstmal warten ob sich etwas mit nem Job ergibt und sich die anderen Probleme etwas klären...

Und irgendwie finde ich das überhaupt nicht in Ordnung.
Kommt mir so vor als wäre die 1 Woche allein schon so langweilig gewesen, dass sie das so kurzschlussmäßig gemacht hat... Ist eine süsse, junge Hündin aus dem Tierheim, aber sehr ängstlich und verstört. Die Rasse Rottweiler braucht sehr viel Auslauf, meine Mutter hat Knieprobleme, kann nur mit Bandage länger laufen usw.

Ich weiß dass sie sich ansonsten sehr gut um den Hund kümmern wird. Irgendwie hab ich das Gefühl dass sie gebraucht werden will, eine Aufgabe fehlt usw.

Will damit nicht sagen, dass Depressive keine Hunde haben sollten oder so, würde einfach nur gern wissen ob ich das vllt. einfach zu negativ sehe und ob es vllt. meiner Mutter helfen könnte dass sie wieder aktiver und fröhlicher wird?

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9. September 2012 um 13:20

Gut!
Bei einem Rotti braucht man etwas Erfahrung und muss wissen, was man tut, gleiches gilt oft für Hunde aus dem Tierheim allgemein, weil die eine Vergangenheit haben, die selten schön war - scheint bei ihr aber der Fall zu sein. Bei den Rotti-Ladies ist es auch einfacher als bei den Herren.

Der Hund gibt Halt und hilft, manche Hürde zu überwinden, die ohne viel schwerer ist - gerade in Sachen Aktivität.

Depressionen haben oft das Problem, dass man in Schleifen steckt - Antriebslosigkeit verhindert, dass man Unternehmungen macht - und immer zu Hause verschlimmert die Depression.
Mit dem Hund *muss* man raus. Ob man sich gut fühlt oder müde oder ängstlich, es gibt keine Ausrede, auch nicht vor sich selbst. Hat man es bis vor die Tür geschafft, ist es wesentlich leichter, aber vor die Tür zu gehen, ohne dass man muss, ist oft ein riesen Problem. - Das überwindet der Hund in diesem Falle.

Der Rotti muss zwingend erzogen werden. Diese Beschäftigung des Geistes ist für den Hund fast wichtiger als der Auslauf - und für Deine Mutter auch. Das Zusammenspiel wird ihr gut tun. Rottis sind sehr personenbezogen (was natürlich Vorteil und Nachteil ist), sehr aufmerksam und sehr ausgeglichen. Es ist Aufgabe, Sinn und Bestätigung - Das braucht sie. Auch um aktiver und fröhlicher zu werden.

In fast allen Orten, die ich kenne, finden sich Hundeherrchen und -Frauchen zu regelmässigen gemeinsamen Runden zusammen. Dafür muss man auch nicht gross aktiv werden, das ergibt sich meistens. Damit hat Deine Mutter Kontakt zu anderen Menschen, der seiner Natur nach selten unangenehm ist und Sie muss weniger selbst laufen, wenn der Hund mit Artgenossen rumtoen kann.

Worte wie "langweilig" würde ich in Bezug auf eine Depression nie verwenden. Unpassend.
Kurzschlussreaktionen - klar die sind nicht gerade selten, aber nicht zwingend etwas schlimmes.
Schau, sie weiß was sie tut, wenn sie sich für einen Hund entscheidet. Nach 15 Jahren mit einem Hund kann sie die Folgen auch bei spontanen Entscheidungen überblicken. Sie weiß, wozu sie sich verpflichtet hat.

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16. September 2012 um 12:57

Hunde geben Stabilität
Hi, wenn der Freund seinen Job behält, was ich wünsche,
sieht es finanziell sicher schon mal besser aus.
Wenn man ein Haus hat, ist Platz und Umfeld für einen Hund.
Sicher vermisst Deine Mutter den früheren Hund sehr...
Bei vielen depressiven Erkrankungen, hilft eine neue AUFGABE und weitere Verantwortung, im Rahmen der
Möglichkeiten. So ein junger Hund, lenkt ab und ist auch
eine neue Herausforderung. Wenn es Deiner Mutter gut tut,
ist jeder Hund besser als vielleicht weitere Medikamente
schlucken zu müssen. Mann/Frau muß Gassie gehen mit dem Tier - so kommt man raus und unter Leute. Gerade bei
Depressionen wichitig. - Nur nicht zu Hause isolieren.
Sollte es doch zuviel mit dem Hund werden, kann man ihn
in bessere Hände oder das Tierheim, abgeben.
Nicht schön für das Tier, aber so schlimm auch nicht.



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16. September 2012 um 14:24
In Antwort auf lecia_11949406

Hunde geben Stabilität
Hi, wenn der Freund seinen Job behält, was ich wünsche,
sieht es finanziell sicher schon mal besser aus.
Wenn man ein Haus hat, ist Platz und Umfeld für einen Hund.
Sicher vermisst Deine Mutter den früheren Hund sehr...
Bei vielen depressiven Erkrankungen, hilft eine neue AUFGABE und weitere Verantwortung, im Rahmen der
Möglichkeiten. So ein junger Hund, lenkt ab und ist auch
eine neue Herausforderung. Wenn es Deiner Mutter gut tut,
ist jeder Hund besser als vielleicht weitere Medikamente
schlucken zu müssen. Mann/Frau muß Gassie gehen mit dem Tier - so kommt man raus und unter Leute. Gerade bei
Depressionen wichitig. - Nur nicht zu Hause isolieren.
Sollte es doch zuviel mit dem Hund werden, kann man ihn
in bessere Hände oder das Tierheim, abgeben.
Nicht schön für das Tier, aber so schlimm auch nicht.




Bis zum letzten Abschnitt dachte ich noch es wäre ein kluger Beitrag aber der letzte Satz lässt mich stark daran zweifeln! Du scheinst keine Hunde zu haben oder dich mit Tieren die sehr menschenbezogen sind auszukennen.

Es ist nicht so schlimm den Hund abzugeben wenn er einem zuviel wird??
Katatrophale Aussage! Möchte ich nun gar nicht viel zu sagen, aber wenn ein Hund sich eingelebt hat und abgeschoben wird hat er Verlassensängste, Sehnsucht und Heimweh! Denkst du diese Gefühle sind nur dem Menschen reserviert?

So eine Aussage würde ich nur tätigen, wenn das Tier in schlimmen Verhältnissen lebt o.ä. aber "man kann ihn ja einfach wieder weggeben wenn er einem zuviel wird" ist für mich eine charakterlose & egoistische Aussage und zeigt deutlich wieso die Tierheime so voll sind. Schrecklich!

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16. September 2012 um 18:08
In Antwort auf amrit_12656902


Bis zum letzten Abschnitt dachte ich noch es wäre ein kluger Beitrag aber der letzte Satz lässt mich stark daran zweifeln! Du scheinst keine Hunde zu haben oder dich mit Tieren die sehr menschenbezogen sind auszukennen.

Es ist nicht so schlimm den Hund abzugeben wenn er einem zuviel wird??
Katatrophale Aussage! Möchte ich nun gar nicht viel zu sagen, aber wenn ein Hund sich eingelebt hat und abgeschoben wird hat er Verlassensängste, Sehnsucht und Heimweh! Denkst du diese Gefühle sind nur dem Menschen reserviert?

So eine Aussage würde ich nur tätigen, wenn das Tier in schlimmen Verhältnissen lebt o.ä. aber "man kann ihn ja einfach wieder weggeben wenn er einem zuviel wird" ist für mich eine charakterlose & egoistische Aussage und zeigt deutlich wieso die Tierheime so voll sind. Schrecklich!

Bin ein echter Tiefreund...wirklich.
Deshalb habe ich mir auch niemels in einer Stadtwohnung,
Hund oder Katze zugelegt. Habe einige Bekannte, die lassen
ihre Katze aus Angst, nie oder kaum vor die Tür und ihre Hunde, haben nur abends und am Wochenende, richtigen
Auslauf. Das finde ich richtig scheiße.
Der junge Hund ist doch schon aus dem Tierheim draußen,
was sicher eine große Wohltat für ihn ist und wahrscheinlich, ist Deine Mutter eine gute Halterin und hat die nötige Erfahrung.
Depressionen können wieder verschwinden/vergehen, sich aber auch verstärken und eine ganze Familie, in Mitleiden-
schaft ziehen.
Wenn Du mal öfters so wie ich, betroffene Personen in
Nervenkliniken besucht hättest, die teils tablettenabhängig
waren und denen alles egal war, dann ist es wirklich positiv
zu sehen, dass Deine Mutter sich noch diese Verantwortung zutraut.
Ein ungewollter Jobverlust, löst meistens große Ängste aus und sütürzt die Menschen in Existenzängste. Erst recht
wenn ein Haus zu unterhalten ist.
Vernünftiger wäre, sich erst mal kein Tier zuzulegen. Aber es geht nicht immer um Vernunft.
Freue Dich doch mit ihr und unternehmt gemeinsame Sachen mit dem Hund.

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17. September 2012 um 8:08
In Antwort auf lecia_11949406

Bin ein echter Tiefreund...wirklich.
Deshalb habe ich mir auch niemels in einer Stadtwohnung,
Hund oder Katze zugelegt. Habe einige Bekannte, die lassen
ihre Katze aus Angst, nie oder kaum vor die Tür und ihre Hunde, haben nur abends und am Wochenende, richtigen
Auslauf. Das finde ich richtig scheiße.
Der junge Hund ist doch schon aus dem Tierheim draußen,
was sicher eine große Wohltat für ihn ist und wahrscheinlich, ist Deine Mutter eine gute Halterin und hat die nötige Erfahrung.
Depressionen können wieder verschwinden/vergehen, sich aber auch verstärken und eine ganze Familie, in Mitleiden-
schaft ziehen.
Wenn Du mal öfters so wie ich, betroffene Personen in
Nervenkliniken besucht hättest, die teils tablettenabhängig
waren und denen alles egal war, dann ist es wirklich positiv
zu sehen, dass Deine Mutter sich noch diese Verantwortung zutraut.
Ein ungewollter Jobverlust, löst meistens große Ängste aus und sütürzt die Menschen in Existenzängste. Erst recht
wenn ein Haus zu unterhalten ist.
Vernünftiger wäre, sich erst mal kein Tier zuzulegen. Aber es geht nicht immer um Vernunft.
Freue Dich doch mit ihr und unternehmt gemeinsame Sachen mit dem Hund.

Wirklich
Ich war oft genug in Kliniken, Dank der wunderbaren HILFE der Ärzte, die mir unkommentiert abhängig machende Medikamente gegeben haben, auch schon abhängig. Als selbst Betroffene, nicht, um dort jemanden zu besuchen.

Aber ich habe auch 5 Jahre in einem Tierheim gearbeitet. Ich weiß, wie die Tiere (nicht nur Rottis) leiden, wenn sie von ihrer Familie getrennt werden, selbst wenn sie dort geschlagen wurden.

Aber ich habe auch selbst einen Rotti. Wenn unser Kind mal 3 Wochen bei seiner Omi ist, dann liegt meine Rottidame die ganze Zeit nur traurig auf der Couch. Wenn dazu noch mein Mann weg ist - um den Mini abzuholen, z.B., krieg ich sie fast nicht dazu, wenigstens Gassi zu gehen.
Ein Freund war 3 Jahre lang 3-5 mal in der Woche bei uns und hat sich um die Hunde gekümmert, wenn wir mal weg waren - die sind mit ihm nur mit permanenten Ermahnungen raus gegangen und haben fast nichts gefressen.
Nicht so schlimm, sagst Du? Du irrst. Völlig. Rottis sind unheimlich personenbezogen. Es ist schlimm, wenn diese Personen nicht oder auch nur nicht alle da sind und *wirklich* schlimm, wenn sie für immer von ihnen getrennt werden. Erst recht, wenn es ein Hund aus dem Tierheim ist, der das schon mal hinter sich hat.

Ein echter Tierfreund, sagst Du? Kannst Du hervorragend verbergen. Oder Dir fehlt einfach das Wissen, aber sehr gründlich.

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