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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Möchte lieber träumen wie leben

Letzte Nachricht: 28. Juli 2012 um 20:22
A
azalea_12061334
18.07.12 um 20:51

Möchte lieber träumen wie leben

Ich möchte nicht lernen damit umzugehen, dass die Welt die ich mir ausgedacht habe nur ein Traum ist, sondern ich will diesen Traum leben!

Ich weiß es geht nicht...
Und genau das schmerzt und stimmt mich sehr traurig und depressiv.

Ich habe drüber nachgedacht und musste feststellen, dass ich mich schon immer in einer Traumwelt flüchtete. Bei meinem 1. Ereignis woran ich mich erinnern kann war ich entweder noch im Kindergarten oder schon in der 1. Klasse.
Ich sah ein Bild - es war eine Stelle an einem Ort zu sehen der nicht darauf deuten lässt wo er sich befindet. Zudem war es gemalt. Ich fühlte mich sehr zu dem Bild hingezogen und wollte so gerne dorthin. Dort hätte ich mich wohlgefühlt. Ich denke bis heute noch daran und frage mich wo ich eigentlich hingehöre.

In der 2. Klasse bekam ich Nacht für Nacht den selben Alptraum und ich hatte Angst schlafen zu gehen. Ich blieb immer sehr lange wach und weinte fürchterlich, weil ich wusste, der Traum wird wiederkommen.
Er war ganz seltsam. Ich saß in einem Kettenkarussel und es drehte sich schnell und stoppte nicht mehr. Immer als ich aufwachte war mir so schwindelig, so dass ich nicht mehr wusste wo vorne oder hinten ist.

Ich träume nun seit langem wie ich in einem weißen Holzhaus wohne umgeben von Wiesen, Feldern und Wäldern. Irgendwie nicht in dieser Zeit, ärmlich, mit viel körperlicher Arbeit, keinem Luxus und wahrscheinlich auch nicht in Deutschland.
Doch ich bin unwahrscheinlich glücklich!

Im Alter von ca. 10 / 11 Jahren verfiel ich in eine Traumwelt die ich mir tagsüber vorstellte und dies ging bestimmt 1 Jahr so weiter. Ich war so traurig, dass ich in der realen Welt leben musste anstatt meiner ausgedachten Welt. Ein Videospiel war der Auslöser. Dort gab es auch Felder, Wälder und Wiesen und es spielte in einem anderen Zeitalter.

Danach kam eine Zeit, in der ich mit mir selber gesprochen hatte heimlich und mir vorstellte, jemand anderes zu sein. Ich fand es merkwürdig was ich tat und es war mir peinlich. Ich wollte damit aufhören und lenkte mich ab, indem ich die Sprache Englisch mir selbst gut beigebracht hatte.
In der Schule war ich dann sehr gut in diesem Fach. Ab und zu denke ich sogar in Englisch.

Mir kam der Wunsch eines Tages auszuwandern und der ist mir bis heute geblieben. Doch wo befindet sich bloß der Ort nach dem ich mich so sehr sehne?

Ich bin nun 23 Jahre alt und habe seit 3 1/2 Jahren wieder diese Tagträume, die mich auch selbst in der Nacht nicht verlassen - glücklich zu sein in dieser einen Welt. Ich sehe die Bilder so real vor mir. Es ist etwas windig, kühl und es regnet ab und zu. Ein bisschen schon fantasievoll und unrealistisch aber in diesen einen Momenten so echt.
Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll.

Ich schrieb dies nun alles auf, weil ich nicht weiß wie es weiter gehen soll mit mir.
Seit ein paar Wochen habe ich Gedanken, wegzugehen. Draußen auf der Wiese irgendwo hier in der Umgebung zu übernachten. Mir den Sternenhimmel anzusehen wie ich es als Kind schon tat. Die frische Luft zu atmen und mir vorzustellen zu sterben weil ich in dieser richtigen Welt keinen Platz finde und einfach nicht finden will.

Mir wäre egal was mit mir geschieht. Doch ich kann es nicht tun, ich habe eine Tochter und 2 Katzen. Deshalb weine ich jeden Tag, weil ich meinen Wünschen einfach nie nachkommen kann. Weder in meiner Traumwelt richtig leben zu können noch mich umzubringen. Was soll ich bloß tun?

Wenn ihr sagt zum Psychologen gehen... dort werde ich nicht hingehen. Es ist mir zu peinlich und es würde nicht gehen wegen meiner Tochter. Wer passt auf und warum(?!) und vorher muss ich arbeiten.
Was könnte er mir außerdem schon erzählen was ihr nicht auch könnt?!

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L
lorrin_12627147
18.07.12 um 21:34

Bittet und Euch wird geholfen.....
Hallo,

ich finde es gut, dass Du Dir auch hier Rat suchst, ABER Dir sollten zwei Dinge bewusst sein.
1. Du solltest schon ernsthaft den Wunsch haben, auch etwas ändern zu wollen und wenn es nur der Versuch ist, auch in dieser Welt wieder Dinge/Menschen zu finden, die Dein Leben lebenswert machen. Ich verurteile Dich in keiner Weise, aber mich macht Deine Situation nachdenklich, denn nicht mal Dein Kind gibt Dir Lebensfreude im hier und jetzt, womit wir bei
2. Wären: Da dem wie oben beschrieben ist, mein Rat....geh dahin wo Du nicht hin willst, zum Psychologen. Es macht einen Unterschied, zu hier, denn Psychologen sind letztlich in ihrem Bereich ausgebildet Dir zu helfen und darum geht es doch letztlich, Du brauchst Hilfe -Notlügen etc sind da bestimmt erlaubt, falls Du Dir Sorgen machst, was unwichtige Leute über Doch denken......

Machs gut und sorry, wenn ich nicht näher auf die Träume selber eingegangen bin....

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S
shun_12939365
28.07.12 um 20:22

Lieber träumen als leben
Hey Marrylilly,

das Leben ist aber kein Traum. Als Kleinkind findet man unzählige Bilder schön. Das ist normal. Allerdings war bei dir, wie du wörtlich schreibst, ein Videospiel der Auslöser. Dort gab es auch Felder, Wälder und Wiesen und es spielte in einem anderen Zeitalter.

Du erkennst richtig, dass das ein Spiel war und in einem anderen Zeitalter stattfand. Es ist durchaus möglich, dass du mal in einem früheren Leben ähnliche Erlebnisse in ähnlichen Gegenden hattest.
Aber, wenn dem so wäre, solltest du dir vor Augen führen, dass du heute hier und jetzt dein Leben meistern musst. Außerdem musst du für dein Kind sorgen und dafür musst du alle deine Gedanken realistisch zusammenhalten. Das bist du dem Kind schuldig.

Deine Vorstellungen von einer schönen Welt, in der der Wind sachte durch grüne Wiesen streicht, müssen für dich keine Vorstellungen bleiben.
Sieh dich um in der Welt, in der du heute lebst. Gehe hinaus in die Natur. Nimm dein Kind mit und erfreue dich an diesem jungen Leben, welches du selbst in die Welt gesetzt hast. Es gibt viele Frauen, die dich darum beneiden, denn ihnen sind Kinder verwehrt.

Man soll im Leben immer das tun, was man unter gar keinen Umständen machen will. Das sind die größten Herausforderungen, die uns einen riesen Schritt vorwärtsbringen. Für dich bedeutet das, dass du dir psychologische Hilfe suchen musst. Peinlich braucht dir nichts zu sein. Was glaubst du wohl, was Psychologen so alles zu hören bekommen?
Deine Tochter kannst du sicherlich nach Absprache mitnehmen. Deine Arbeit steht deinem Besuch bei einem Psychologen nicht im Weg. Es kommt nur auf deinen guten Willen an.

Wenn du bereit bist, diesen Weg zu gehen, wird sich dein Leben positiv verändern. Und das ist nicht nur für dich gut, sondern kommt deiner Tochter ebenfalls zugute. Denn diese sieht das ganze Elend von dir und wird in späteren Jahren ebenfalls diese Empfindungen wie Lebensängste und Todessehnsucht haben und nicht wissen, wohin sie gehört. Sie schaut es dir ab, denn du lebst es ihr vor.

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