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Möchte ein Mädchen sein?!

15. August 2017 um 22:38 Letzte Antwort: 18. August 2017 um 23:23

Hallo,
tut mir Leid, wenn der Text etwas länger wird, aber ich muss mir das mal von der Seele reden und ich hoffe echt, dass es hier Leute gibt, die mir vielleicht irgendwie helfen können.

Also zu mir:
Ich bin ein Junge, 15,5 Jahre alt und mache eher Jungssachen (Programmieren, Sachen mit Elektronik bauen, PC-/Smartphone-Spiele spielen).
In der Grundschule hab ich mir öfter mal vorgestellt, wie es wäre ein Mädchen zu sein.
Am Anfang des Gymnasiums (5. - 7. Klasse) war das eigentlich nicht mehr da. Seit der 8. Klasse ist das aber wieder so - und das vermehrt. Und mittlerweile hab ich das wohl auch verstanden.

Ich möchte einfach schon seit längerem ein Mädchen sein. Ich stelle mir das oft genug vor (abends im Bett, während der Busfahrt und und und) und finde den Gedanken daran echt schön. Nur bin ich eben leider ein Junge und mache auch eher Jungssachen. Da ja angeblich Jungs eher blau mögen und Mädchen eher rot: Ich finde rot und blau eigentlich beide schön (jaja, diese rollenspezifischen Farben ^^, hat wahrscheinlich auch nicht viel mit dem Geschlecht zu tun...).

Ich weiß echt nicht, wie das weitergehen soll. Aber es wird noch besser:
Ich bin seit der 8. Klasse in ein Mädchen verliebt! Das alles ist irgendwie etwas verwirrend und ich habe langsam keine Ahnung, ob ich ein Junge oder ein Mädchen bin.

Leider hab ich keinen, mit dem ich darüber reden kann, da mir das echt viel zu peinlich ist, um mit meinen Eltern drüber zu reden und Freunde hab ich leider auch nicht wirklich.

Ich könnte mir aber ein Leben als Mädchen ganz gut vorstellen (lange Haare, Mädchenklamotten etc.). Keine Ahnung, was meine Eltern überhaupt darüber sagen würden, wenn sie's wüssten - oder was meine Mitschüler davon denken würden...

Aber ich könnte doch nicht einfach plötzlich als Mädchen leben. Ich weiß ja nicht, aber Mobbing in der Schule wäre da schon denkbar (vorallem weil ich in der 5./6. Klasse mehr oder weniger (verbal) gemobbt wurde; das hat aber schon vor langer Zeit aufgehört und alles ist mehr oder weniger wieder gut). Außerdem wäre es mir auch noch voll peinlich. Das muss man sich doch auch mal vorstellen, wenn ein Mitschüler plötzlich als Mädchen in die Schule kommt, auch wenn man alle mithilfe der WhatsApp-Gruppe sozusagen vorwarnen würde. Allein wenn ich schon daran denke bekomme ich schon Herzklopfen und in Realität wäre das wohl noch schlimmer.

Was meint ihr dazu? Geht es jemandem genauso? Was habt ihr gemacht?
Vergessen kann ich das natürlich nicht einfach. Kann ich da etwas tun? Der Mut wird mir aber wahrscheinlich eh fehlen, da ich schon Panik vor ner kleinen Spritze haben. :/

Grüße
MLisa02 (hab einfach mal Lisa genommen, weil der Name ganz schön klingt ).

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15. August 2017 um 23:18

Hi, dies was du hast ist ziemlich normal, viele haben das, es nennt sich Transsexualität. Man kann entweder versuchen damit einfach zu leben, oder eine Geschlechtsangleichung antreten. Allerdings reicht es manchen auch sich einfach nur wie das andere Geschlecht zu kleiden. Solltest du eine Geschlechtsangleichung anstreben wollen, kostet das natürlich viel Mut, kann sich aber auch lohnen(besonders im jungen Alter, wenn man noch jung ist fällt es am Ende gar nicht auf, viele die es erst mit zum Beispiel 50 machen sieht man an das ihr Körper früher mal ein anderes Geschlecht hatte). Leider ist in Deutschland der Weg etwas kompliziert, besonders da du minderjährig bist, brauchst du für Hormone etc das Einverständnis von deinen Eltern. Naja, in der Regel läuft es in Deutschland so ab, du suchst dir einen Psychologen oder Psychiater der auf Transsexualität spezialisiert ist, danach musst du erstmal eine Zeit lang als dein angestrebtes Geschlecht Leben(in deinem Fall, Mädchenkleidung, mit Mädchennamen angesprochen werden, Mädchenklo etc.) und nach einer Weile bekommst du vom Psychologen eine Indikation mit der du anfangen kannst Hormone zu nehmen, durch die wirst du in die weibliche Pubertät versetzt und dein Körper verändert sich entsprächend, allerdings auch deine Psyche, wie es auch bei einer normalen Pubertät passiert. Später kannst du noch, musst du aber nicht solltest du ohne zufrieden sein, eine Genitalangleichung vornehmen, die in der Regel allerdings erst mit 18. Und das du auch eher männliche Hobbys hast ist volkommen normal. Du kannst dich auch schlau machen, in vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen die dir helfen können und alles nochmal genauer erklären können. Kannst mir auch gerne eine private Nachricht schreiben, falls du noch Fragen hast und ich hoffe ich hab dich nicht zu sehr bombardiert.

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15. August 2017 um 23:33
In Antwort auf makisukurisu

Hi, dies was du hast ist ziemlich normal, viele haben das, es nennt sich Transsexualität. Man kann entweder versuchen damit einfach zu leben, oder eine Geschlechtsangleichung antreten. Allerdings reicht es manchen auch sich einfach nur wie das andere Geschlecht zu kleiden. Solltest du eine Geschlechtsangleichung anstreben wollen, kostet das natürlich viel Mut, kann sich aber auch lohnen(besonders im jungen Alter, wenn man noch jung ist fällt es am Ende gar nicht auf, viele die es erst mit zum Beispiel 50 machen sieht man an das ihr Körper früher mal ein anderes Geschlecht hatte). Leider ist in Deutschland der Weg etwas kompliziert, besonders da du minderjährig bist, brauchst du für Hormone etc das Einverständnis von deinen Eltern. Naja, in der Regel läuft es in Deutschland so ab, du suchst dir einen Psychologen oder Psychiater der auf Transsexualität spezialisiert ist, danach musst du erstmal eine Zeit lang als dein angestrebtes Geschlecht Leben(in deinem Fall, Mädchenkleidung, mit Mädchennamen angesprochen werden, Mädchenklo etc.) und nach einer Weile bekommst du vom Psychologen eine Indikation mit der du anfangen kannst Hormone zu nehmen, durch die wirst du in die weibliche Pubertät versetzt und dein Körper verändert sich entsprächend, allerdings auch deine Psyche, wie es auch bei einer normalen Pubertät passiert. Später kannst du noch, musst du aber nicht solltest du ohne zufrieden sein, eine Genitalangleichung vornehmen, die in der Regel allerdings erst mit 18. Und das du auch eher männliche Hobbys hast ist volkommen normal. Du kannst dich auch schlau machen, in vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen die dir helfen können und alles nochmal genauer erklären können. Kannst mir auch gerne eine private Nachricht schreiben, falls du noch Fragen hast und ich hoffe ich hab dich nicht zu sehr bombardiert.

Vielen Dank für deine schnelle Antwort, makisukurisu!
Hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht.
Mir ist schon klar, wie sich das nennt, da ich mich darüber informiert habe. Das Problem ist aber eher, dass ich mir nicht zu 100% sicher bin, eben wegen Hobbys etc. Was genau meinst du mit "allerdings auch deine Psyche"? Verhalten etc.?

Ich bin ja bereits (leider) in der Pubertät und vor allem klingt meine Stimme ja schon recht tief und so klingt doch kein Mädchen. So viel ich weiß kann man dagegen nichts mehr machen, außer vielleicht Sprachtraining, oder?

Grüße.

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15. August 2017 um 23:42

Sprachtraining kann da schon viel bringen, durch die Hormone besteht allerdings in jungen Jahren noch eine Chance das sie wieder etwas höher wird. Ich kenne viele Cisfrauen die ähnliche Hobbys haben wie du, daran kann man kein Geschlecht bestimmen. Ja dein Verhalten kann sich in der Pubertät verändern. Ich weiß nicht wie weit du bemerkst wie Mädchen sich in deinem Alter verhalten, aber das alles kann dir auch passieren. Ein großteil unseres Verhalten wird nämlich durch Hormone bestimmt, allerdings können sie nicht darüber Bestimmen wer du bist. Falls du willst können wir wie gesagt auch Privat schreiben, wenn du noch mehr wissen willst

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15. August 2017 um 23:45

Du hast übrigens noch die Möglichkeit dir Pubertätsblocker vom Psychiater verschreiben zu lassen, damit deine jetzige Pubertät erstmal auf Eis gelegt wird. Sie kann dann aber sobald du die Blocker absetzt normal weiterverlaufen, falls du bemerken solltest das war doch nicht das was du wolltest.

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17. August 2017 um 10:23

Ich bin grad im Begriff, die Transition (Mann zu Frau) im Erwachsenenalter zu machen.

Ich kann dir nur empfehlen, das ganze lieber früher als später in Angriff zu nehmen. Du musst dich ja nicht jetzt sofort entscheiden, ob du als Mädchen leben willst. Fürs erste wäre es vermutlich das beste, wenn du jemanden hättest dem du dich anvertrauen kannst. Am besten deine Eltern, wenn die im Boot sind könntest du dir einen spezialisierten Psychologen oder Therapeuten suchen, und mit ihm gemeinsam überlegen wie es am besten weiter geht. Wenn du es deinen Eltern erstmal noch nicht sagen willst, gibt es vielleicht eine gute Freundin, die du ins Vertrauen ziehen kannst, und mit der zusammen du vielleicht schon mal ein bisschen Mädchenkleidung etc. ausprobieren kannst? Oder dass sie dich Lisa nennt, und du dann in dich hinein horchen kannst, wie du dich dabei fühlst? 

Die Angst "wie reagieren die Leute? Ich kann doch nicht einfach..." kann ich gut nachfühlen, ging mir genauso. Du musst dich auch drauf einstellen, dass nicht jeder das so toll finden wird, lass dir lieber ein dickes Fell wachsen. Aber auf Dauer ist es auch nicht gut, das zu verdrängen - zumal es auch sehr viele Leute gibt, die das toll finden und Transsexuelle auf ihrem Weg ermutigen. Das hat mich sehr positiv überrascht!

Insofern: Überstürze nichts, aber habe auch nicht zu viel Angst vor diesem Weg. Das Gefühl, endlich mit sich selbst in Einklang zu sein ist wunderbar, ich hätte vorher nicht gedacht dass man sich so gut fühlen kann.

Alles Gute auf deinem Weg, wo auch immer er dich am Ende hin führen wird!

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17. August 2017 um 15:51
In Antwort auf baumknutscherin

Ich bin grad im Begriff, die Transition (Mann zu Frau) im Erwachsenenalter zu machen.

Ich kann dir nur empfehlen, das ganze lieber früher als später in Angriff zu nehmen. Du musst dich ja nicht jetzt sofort entscheiden, ob du als Mädchen leben willst. Fürs erste wäre es vermutlich das beste, wenn du jemanden hättest dem du dich anvertrauen kannst. Am besten deine Eltern, wenn die im Boot sind könntest du dir einen spezialisierten Psychologen oder Therapeuten suchen, und mit ihm gemeinsam überlegen wie es am besten weiter geht. Wenn du es deinen Eltern erstmal noch nicht sagen willst, gibt es vielleicht eine gute Freundin, die du ins Vertrauen ziehen kannst, und mit der zusammen du vielleicht schon mal ein bisschen Mädchenkleidung etc. ausprobieren kannst? Oder dass sie dich Lisa nennt, und du dann in dich hinein horchen kannst, wie du dich dabei fühlst? 

Die Angst "wie reagieren die Leute? Ich kann doch nicht einfach..." kann ich gut nachfühlen, ging mir genauso. Du musst dich auch drauf einstellen, dass nicht jeder das so toll finden wird, lass dir lieber ein dickes Fell wachsen. Aber auf Dauer ist es auch nicht gut, das zu verdrängen - zumal es auch sehr viele Leute gibt, die das toll finden und Transsexuelle auf ihrem Weg ermutigen. Das hat mich sehr positiv überrascht!

Insofern: Überstürze nichts, aber habe auch nicht zu viel Angst vor diesem Weg. Das Gefühl, endlich mit sich selbst in Einklang zu sein ist wunderbar, ich hätte vorher nicht gedacht dass man sich so gut fühlen kann.

Alles Gute auf deinem Weg, wo auch immer er dich am Ende hin führen wird!

Vielen Dank für deine Antwort, baumknutscherin. Ich glaube meine größte Angst ist es, nicht verstanden zu werden (vor allem von meiner Familie).

Eine Freundin hab ich leider nicht. Es gibt zwar ein Mädchen in meiner Klasse, mit dem ich mich gut verstehe, aber ich glaube ich bin irgendwie unfähig mich mit jemandem anzufreunden.
Wenn ich es aber schaffe mich mit ihr anzufreunden, kann ich sie ja erstmal möglichst unauffällig ausfragen, was sie davon hält und vielleicht könnte ich dann mit ihr drüber reden, aber wie gesagt, ich bin unfähig, mich mit jemandem anzufreunden...

Ich schätze, ich sollte mir mal einen Plan überlegen, wie ich es meinen Eltern erzählen kann. Leider hab ich das Gefühl, dass ich das einfach nicht schaffen würde.

Und ich würde mir noch blöder vorkommen, wenn ich es ihnen erzähle und später rauskommt, dass ich doch kein Mädchen bin. Andererseits will ich ja nicht grundlos ein Mädchen sein...

Mein Arzt hat wegen ein paar Beschweden die Vermutung, dass ich eine Schilddrüsenüberfunktion haben könnte. Daran kann mein Wunsch aber nicht liegen, oder? 

Grüße.

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17. August 2017 um 18:40

Liebe Lisa,

Schilddrüsenfehlfunktionen können den Hormonspiegel beeinflussen. Ich würde es nicht beschwören, aber ich glaube nicht dass es daran liegt.Du musst dich ja auch gar nicht heute schon festlegen, ob du Mädchen oder Junge bist. Das für sich selbst herauszufinden braucht meist einige Zeit. Seit wann empfindest du denn schon so? Auf jeden Fall musst du keine Angst haben, dich vielleicht "zu Unrecht" so zu fühlen. Egal was am Ende dabei raus kommt, ob es eine Phase ist oder du irgendwann wirklich als Mädchen lebst, JETZT ist es das was du empfindest, das ist real, und niemand kann dir deine Gefühle absprechen.Ich glaube, jeder Transsexuelle findet da seinen ganz eigenen Weg. Mir persönlich hat es jedenfalls nichts gebracht, nur darüber nachzudenken, ich musste es ausprobieren. Ich musste die Erfahrung machen wie es ist, einen weiblichen Namen zu tragen, Frauenkleidung zu tragen, vor anderen offen damit umzugehen um wirklich zu merken "ja, DAS ist es!". Vielleicht geht es dir ähnlich, vielleicht findest du da einen anderen Weg. Ob du ein Mädchen bist hängt jedenfalls nicht davon ab ob du Computer oder die Farbe rosa magst. Die Angst was andere denken ist klar. Aber es ist dein Leben, und auf Dauer willst du es ja so leben wie es dich glücklich macht, nicht so wie andere es von dir erwarten. Die Gesellschaft wird da immer toleranter, und ich war positiv überrascht wie gut die Leute reagiert haben. Hängt natürlich immer auch von dem Umfeld ab, und als Teenager in der Schule ist sicher noch etwas schwieriger... Wie ist denn dein Verhältnis zu deinen Eltern? Könnt ihr über alles reden, sind sie verständnisvoll? Weißt du, wie aufgeschlossen sie bei Themen wie Homosexualität, Trans und co. sind?

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17. August 2017 um 19:48
In Antwort auf baumknutscherin

Liebe Lisa,

Schilddrüsenfehlfunktionen können den Hormonspiegel beeinflussen. Ich würde es nicht beschwören, aber ich glaube nicht dass es daran liegt.Du musst dich ja auch gar nicht heute schon festlegen, ob du Mädchen oder Junge bist. Das für sich selbst herauszufinden braucht meist einige Zeit. Seit wann empfindest du denn schon so? Auf jeden Fall musst du keine Angst haben, dich vielleicht "zu Unrecht" so zu fühlen. Egal was am Ende dabei raus kommt, ob es eine Phase ist oder du irgendwann wirklich als Mädchen lebst, JETZT ist es das was du empfindest, das ist real, und niemand kann dir deine Gefühle absprechen.Ich glaube, jeder Transsexuelle findet da seinen ganz eigenen Weg. Mir persönlich hat es jedenfalls nichts gebracht, nur darüber nachzudenken, ich musste es ausprobieren. Ich musste die Erfahrung machen wie es ist, einen weiblichen Namen zu tragen, Frauenkleidung zu tragen, vor anderen offen damit umzugehen um wirklich zu merken "ja, DAS ist es!". Vielleicht geht es dir ähnlich, vielleicht findest du da einen anderen Weg. Ob du ein Mädchen bist hängt jedenfalls nicht davon ab ob du Computer oder die Farbe rosa magst. Die Angst was andere denken ist klar. Aber es ist dein Leben, und auf Dauer willst du es ja so leben wie es dich glücklich macht, nicht so wie andere es von dir erwarten. Die Gesellschaft wird da immer toleranter, und ich war positiv überrascht wie gut die Leute reagiert haben. Hängt natürlich immer auch von dem Umfeld ab, und als Teenager in der Schule ist sicher noch etwas schwieriger... Wie ist denn dein Verhältnis zu deinen Eltern? Könnt ihr über alles reden, sind sie verständnisvoll? Weißt du, wie aufgeschlossen sie bei Themen wie Homosexualität, Trans und co. sind?

„Seit wann empfindest du denn schon so?“
> Zitat aus meinem ersten Post:
“In der Grundschule hab ich mir öfter mal vorgestellt, wie es wäre ein Mädchen zu sein. Am Anfang des Gymnasiums (5. - 7. Klasse) war das eigentlich nicht mehr da. Seit der 8. Klasse ist das aber wieder so - und das vermehrt. Und mittlerweile hab ich das wohl auch verstanden.“
Und wenn ich mich nicht irre wird es sogar immer mehr.

„Wie ist denn dein Verhältnis zu deinen Eltern? Könnt ihr über alles reden, sind sie verständnisvoll?“
> Das Verhältnis zu meiner Mutter ist ganz gut und zu meinem Vater eigentlich ok. Ehrlichgesagt bin ich glaube ich grade auch in einem Alter, in dem ich nicht besonders viel mit ihnen rede und vor allem nicht über solche Themen.
Kling vielleicht komisch, aber ich bin mir jetzt nicht ganz so sicher, ob sie wirklich verständnisvoll sind.

„Weißt du, wie aufgeschlossen sie bei Themen wie Homosexualität, Trans und co. sind?“
> Da hab ich keine Ahnung.

„Liebe Lisa“
> Klingt schonmal nicht schlecht.

Danke, Grüße.

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17. August 2017 um 22:24

Oh, sorry - da hab ich ungenau gelesen. Und das klingt ja schon alles sehr, als wäre es dir ernst.

Dass dir das "liebe Lisa" gefällt dachte ich mir schon. Ich krieg auch immer ein spontanes Lächeln, wenn ich mit meinem Frauennamen angesprochen werde.

Naja, dass das nicht das Alter ist wo man groß mit seinen Eltern über persönliche Dinge redet ist klar... prinzipiell kannst du natürlich erstmal warten. Wenn du älter bist fällt es dir vielleicht leichter, mit deinen Eltern drüber zu reden, oder du kannst dir auf eigene Faust einen Therapeuten suchen. Außerdem musst du dann nicht im der Schulzeit durch die ganze Geschichte durch.

Andererseits merkst du ja jetzt schon, wie es immer stärker wird (ist übrigens nicht ungewöhnlich, gerade durch die Pubertät und die körperlichen Veränderungen). Und allgemein ist es immer besser, die medizinischen Schritte früher als später einzuleiten, weil der Körper sich sonst immer stärker vermännlicht. Ist kein Weltuntergang, aber du bist ein junges Mädel, und kannst auch jetzt schon die Schritte in die richtige Richtung einleiten. (Wenn du jetzt einen Therapeuten suchst, heißt das übrigens nicht dass du gleich nächste Woche anfängst, Hormone zu nehmen. Das hat alles eine längere Vorlaufzeit, in der er sich vergewissert, dass es wirklich das richtige für dich ist - also auch für dich noch Zeit, es dir in Ruhe zu überlegen.)

Deine Entscheidung, Lisa - aber ich würde dir empfehlen, nicht zu lange damit zu warten. Ich habe übrigens mehrere Monate gebraucht von dem Entschluss es meinen Eltern zu erzählen, bis ich es wirklich getan habe - und das als Erwachsene.   Die Unsicherheit und Angst ist also ganz normal, das geht nicht nur dir so.

Liebe Grüße

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18. August 2017 um 23:23
In Antwort auf baumknutscherin

Ich bin grad im Begriff, die Transition (Mann zu Frau) im Erwachsenenalter zu machen.

Ich kann dir nur empfehlen, das ganze lieber früher als später in Angriff zu nehmen. Du musst dich ja nicht jetzt sofort entscheiden, ob du als Mädchen leben willst. Fürs erste wäre es vermutlich das beste, wenn du jemanden hättest dem du dich anvertrauen kannst. Am besten deine Eltern, wenn die im Boot sind könntest du dir einen spezialisierten Psychologen oder Therapeuten suchen, und mit ihm gemeinsam überlegen wie es am besten weiter geht. Wenn du es deinen Eltern erstmal noch nicht sagen willst, gibt es vielleicht eine gute Freundin, die du ins Vertrauen ziehen kannst, und mit der zusammen du vielleicht schon mal ein bisschen Mädchenkleidung etc. ausprobieren kannst? Oder dass sie dich Lisa nennt, und du dann in dich hinein horchen kannst, wie du dich dabei fühlst? 

Die Angst "wie reagieren die Leute? Ich kann doch nicht einfach..." kann ich gut nachfühlen, ging mir genauso. Du musst dich auch drauf einstellen, dass nicht jeder das so toll finden wird, lass dir lieber ein dickes Fell wachsen. Aber auf Dauer ist es auch nicht gut, das zu verdrängen - zumal es auch sehr viele Leute gibt, die das toll finden und Transsexuelle auf ihrem Weg ermutigen. Das hat mich sehr positiv überrascht!

Insofern: Überstürze nichts, aber habe auch nicht zu viel Angst vor diesem Weg. Das Gefühl, endlich mit sich selbst in Einklang zu sein ist wunderbar, ich hätte vorher nicht gedacht dass man sich so gut fühlen kann.

Alles Gute auf deinem Weg, wo auch immer er dich am Ende hin führen wird!

Glückwunsch!

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