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Mit den Eltern zerstritten...

1. Februar 2012 um 20:28 Letzte Antwort: 2. Februar 2012 um 10:53

Hallo,

ich bräuchte mal Rat einer außenstehenden Person. Entschuldigt den langen Text.

Ich muss weit ausholen um mein Problem zu beschreiben.

Als ich noch Kind war, hatte ich keine besonders schöne und auch keine besonders schlechte Kindheit. Ich hatte alles was man so brauchte, ob das nun Spielzeug war oder schöne Klamotten oder Freunde. Ich bekam viele Geschenke zum Geburtstag und zu sonstigen Feierlichkeiten, hatte mein eigenes Zimmer.

Meine Eltern hielten nicht viel davon, ihre Gefühle zu zeigen. Meine Eltern sagten mir nie, dass sie mich liebten, nahmen mich nie in den Arm. Ich weiß, der Klassiker, aber so lief es bei mir nun mal.

Als ich in die erste Klasse kam, bekam ich eine kleine Schwester. Ich hatte sie immer lieb, habe gern mit ihr gespielt.

Meine Eltern zeigten meiner Schwester immer, dass sie von Ihnen geliebt wird. Ich war daraufhin sehr eifersüchtig.

Ich hatte schon in der 1. Klasse Probleme in Mathe. Meine Eltern setzten mich mit dem Lernen immer so unter Druck, dass ich Angst hatte, überhaupt Zahlen und Rechen zu lernen. Wenn ich nicht verstand, was sie mir erklärten, schlugen sie mich. So ging das weiter, bis zur 7. Klasse.
Manchmal wurde ich sogar für eine 3 verprügelt. Ob das jetz mit nem Schuhanzieher oder der bloßen Faust war. Die bekannten blauen und roten Striehmen hatte ich auch.

Ich hatte nie jemandem davon erzählt, ich dachte dass es ja meine schuld war.

Zu den Schlägen kamen auch psychoterror. Sie beleidigten mich, lachten mich aus, machten mich nach wenn ich weinte.

Trotzdem bezahlten sie mir für die 10. Klasse eine Nachhilfe. Ich bestand die Realschulprüfungen gut, war stolz auf mich. Ich begann eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Eigentlich wollte ich Sozialassistentin lernen, doch das durfte ich nicht, weil ich damit ja noch kein Geld verdienen würde, sondern mit dem Schulgeld ja erstmal kosten anhäufen würde.

Ich machte also eine Ausbildung in einem Betrieb.
Dort geriet ich leider an einen Arbeitgeber, der mich nur für Büttelarbeiten brauchte und relativ zeitig absägte. Ich kam in einem anderen Betrieb unter. Dort leif es erst gut, dann fingen Chef und Arbeiter an mich zu mobben. Diesen Januar hörte ich dort auf, da sich der ganze Streß auf meine psyche ausgewirkt hatte.

Seit April 2011 lebe ich mit meinem Freund zusammen. Es ging bei meinen Eltern einfach nicht mehr. Damals war ich 17.

Nun möchte ich eine Ausbildung zur Sozialassitentin machen. Meine Eltern haben mich schon nieder gemacht deswegen, wollen mir das Kindergeld vorenthalten.
Heute schrie mich mein Vater am Telefon an, drohte mir, falls ich die Ausbildung zur Bürokauffrau nicht mehr aufnehmen will. Sie wollen mich wieder zurück holen, da ich ja erstmal arbeitslos bin. Mein Vater drohte mir sogar am Telefon, zu mir gefahren zu kommen, weil ich ihm sagte, er solle mich nicht mehr anschreien. Ich weiß, was er damit meinte.

Daraufhin sagte ich ihm, dass sie sich bitte nicht mehr bei mir melden sollen. Mein Vater sagte nur "wenn du das so willst" und legte auf.

Es sind immernoch Kindergeldzahlungen meiner Eltern offen, da sie mir das immer Bar geben. Ich habe jetz angst, dass sie mir das nicht zahlen. Ich bin ja jetz leider drauf angewiesen.

Habt ihr gute Ratschläge, wie ich mich jetz verhalten soll?
Danke schon mal...

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2. Februar 2012 um 7:57

Arabella hat dir ja schon einiges erklärt,
ich möchte dir aber noch ganz dringend anraten, dass du dir Hilfe holst, denn das Niedermachen deiner Eltern hat nachhaltig gewirkt , indem du dann im Beruf Mobbing erlebt hast, Mobbing hattest du ja eigentlich schon in deiner Familie. Nur als Kind kann man sich schlecht wehren. Zuerst mußt du dich völlig von Zuhause lösen. Das kann auch mal eine Kontaktabbruch sein. Dann solltest du dafür sorgen, dass dein Selbstwert gestärkt wird. Wahrscheinlich fällt es dir auch schwer "nein" zu sagen. WEnn du bei www.amazon,de mal als Stichwort "nein sagen" eingibst kommt eine Reihe von Büchern.
Auch das Buch "vergiftete Kindheit" könnte dir weiterhelfen.
Schau nach vorne.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute. Und wenn du Hilfe und Unterstützung brauchst, dann solltest du wissen, dass Caritas und Diakonie kostenlos beraten.
Gruß melike

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2. Februar 2012 um 10:35

Wow
also danke erstmal für eure herzlichen ratschläge.
die kindergeldnummer habe ich. meine mutter musste für mich die nummer fürs arbeitsamt angeben, die nummer hab ich telefonisch übermittelt und das formular behalten, also dürfte das nicht das problem sein...

also es stimmt ja, ich kann vorallem zu meinen eltern schwer nein sagen. ich denke an dem moment auch immer daran, was sie schon für mich getan haben und dass sie ja eigentlich meine eltern sind.

trotzdem ist es schwierig für mich, den kontakt aufrecht zu erhalten. weil meine eltern bei jeden kleinen schwierigkeiten richtig an die decke gehen... deswegen habe ich meinen eltern immer versucht alles recht zu machen, oder im schlimmsten fall sogar sachen verschwiegen, das kam dann raus und, naja, der ärger den ich dann hatte, war auf keinen fall besser.

ich weiß dass es besser ist, den kontakt ab zu brechen.
es wird schon schwierig sein, ich muss familienfeiern meiden und so, das könnte auch den rest der familie gegen mich aufbringen.

ich habe auch angst, zu versagen und meinen eltern zu zeigen, dass sie eigentlich recht hatten.

in solchen situationen bin ich auch immer wieder froh, dass ich einen treuen und lieben freund habe und leute die einem so gute ratschläge geben wie ihr es tut.

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2. Februar 2012 um 10:53
In Antwort auf melike13

Arabella hat dir ja schon einiges erklärt,
ich möchte dir aber noch ganz dringend anraten, dass du dir Hilfe holst, denn das Niedermachen deiner Eltern hat nachhaltig gewirkt , indem du dann im Beruf Mobbing erlebt hast, Mobbing hattest du ja eigentlich schon in deiner Familie. Nur als Kind kann man sich schlecht wehren. Zuerst mußt du dich völlig von Zuhause lösen. Das kann auch mal eine Kontaktabbruch sein. Dann solltest du dafür sorgen, dass dein Selbstwert gestärkt wird. Wahrscheinlich fällt es dir auch schwer "nein" zu sagen. WEnn du bei www.amazon,de mal als Stichwort "nein sagen" eingibst kommt eine Reihe von Büchern.
Auch das Buch "vergiftete Kindheit" könnte dir weiterhelfen.
Schau nach vorne.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute. Und wenn du Hilfe und Unterstützung brauchst, dann solltest du wissen, dass Caritas und Diakonie kostenlos beraten.
Gruß melike

Hallo
also Eltern haben für dich Sorge zu tragen, das ist die Pflicht von Eltern, sie können dann noch ein Übriges tun, indem sie ihr Kind lieben , es achten und schätzen und als ein kostbares Geschenk ansehen. Das wäre das Ideal, was wir leider alle ganz selten erleben und haben dann ein Leben lang damit zu tun Selbstwert und Selbstachtung zu bekommen. Nein, du mußt nicht ewig dankbar sein. Du mußt auch niemand etwas beweisen und schreib dir bittte ganz groß auf:
ICH BIN NICHT AUF DIESER WELT UM SO ZU SEIN WIE ANDERE MICH HABEN MÖCHTEN!!!!!!!
dies sollte dir in Fleisch und Blut übergehen. Alles , was du nun tust, tust du nur für dich. Denn nun mußt du es auch selbst verantworten. Du darfst Fehler machen, falsche Entscheidungen treffen, einen falschen Blickwinkel haben, das alles gehört dazu.
Gruß Melike

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