Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Mit Demenzkranken arbeiten, ohne irgendwelche Tipps?

Letzte Nachricht: 6. August 2013 um 7:32
K
karita_12110175
05.08.13 um 19:48

Hallo liebe Leute.
Hab gerade meinen ersten Praktikumstag hinter mir und ärgere mich ohne Ende!
Ich mache Praktikum in einer stationären Tagespflege für Senioren. Ich habe mir die Einrichtung vorher angeschaut und fand sie wirklich schön.
Jetzt war ich heute wie gesagt zum ersten Mal da und wurde richtiggehend ignoriert! Ich wurde nicht vorgestellt bei den Gästen (das hab ich dann selbst übernommen) und keiner der Gäste wurde mir vorgestellt!
Ich hab dann halt immer da geholfen, wo ich dachte, dass ich da nützlich bin, aber wenn ich mal etwas gefragt habe (meistens wo sich etwas befindet, zum Beispiel ein Tuch um die Tische nach dem Essen zu säubern) waren immer alle richtig ungeduldig (ein anderes Wort fällt mir nicht ein) mir gegenüber. Als dann die Leute nach und nach abgeholt wurden, sollte ich mit ihnen Ball spielen und dabei sowas sagen wie: und jetzt nennen wir Tiere die mit "e" anfangen etc.
Das Problem war nur, dass sie zwar fast alle Demenz hatten, aber nicht alle gleichstark. Ich kann ja niemanden ausschließen der mitspielen möchte, aber wenn dann eine Dame immer nur "Nuss" ruft, bringt sie die anderen damit durcheinander. Und ich weiß einfach nicht, wie ich mich da Verhalten soll. Eine vom Personal sagte dann, als ich diese Dame halt ihr "Nuss" einfach rufen lies, ich solle sie korigieren. Als ich das tat kam eine andere und meinte, die Dame sei stark Dementkrank und ich solle sie in Ruhe lassen. Super Hilfe!!!
Bitte, bitte kann mir jemand sagen, wie ich mit so einer Situation umgehen soll???

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F
freitag10
06.08.13 um 7:32

Hallo Jaenelle,
das ist nicht korrekt, dass Du dort nicht mal vorher eine kleine Einweisung sozusagen bekommen hast!

Bei Demenzkranken ist einiges zu beachten. Ich habe das gerade in einem kurzen Radiobeitrag von einer Fachfrau gehört. Die sagte, wenn zum Beispiel ein Demenzkranker seine Mutter besuchen möchte, die aber schon lange tot ist, dann soll man nicht "gegenanreden" und ihm erklären, die Mutter sei tot, sondern ihn "ablenken". Indem man z.B. nach schönen Begebenheiten fragt, die der Kranke mit seiner Mutter erlebt hat.
Ihn also gar nicht korrigieren wollen. Damit würde man ihn nur aufregen.
Das passt indirekt auch zum Thema mit der "Nuss". Es hätte wenig Sinn, der Dame zu erklären, dass die Nuss nichts mit einem Tier mit e zutun hat. Oder vielleicht doch? Vielleicht meinte sie mit der Nuss ein Eichhörnchen. Vielleicht hat sie früher im Park Eichhörchen mit Nüssen gefüttert.......Irgendeinen Zusammenhang wird es für sie geben. Den sie aber nicht mehr artikulieren kann.

Mir ging es auch mal so ähnlich. Ich habe in den 90ziger Jahren stundenweise bei einer Sozialstation gearbeitet und Senioren zu Hause betreut. Ich wurde da sofort auf die schwierigste Person losgelassen.......weil da kein anderer mehr hingehen wollte zu der Frau.
Es hat über 3 Monate mit ihr sogar geklappt, bis sie irgendeinen dummen Streit vom Zaun brach........Sie hat die Leute immer vergrault, wenns ihr "zu fest" wurde. Dann hat sie sich wahrscheinlich vor sich selbst erschreckt.

Jaenelle, es ist toll, dass sich Jugendliche heutzutage überhaupt für soziale Berufe interessieren! Vielen ist das zu schlecht bezahlt und zu anstrengend und "cool" ist es auch nicht in deren Augen. Bleib am Ball und Du tust intuitiv bestimmt das Richtige. Fang einfach nie an, mit Demenzkranken zu "diskutieren".
Alles Gute für Dich
von freitag

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