Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Depression / Selbstvertrauen

Mir platzt der Kragen! Jetzt schreib ich mal meinen Frust raus.

9. Oktober 2011 um 1:08 Letzte Antwort: 13. Oktober 2011 um 18:40

Momentan bin ich so depressiv, dass ich nicht einmal weiß, wo der Boden unter meinen Füßen liegt. All meine Werte und Ziele im Leben scheinen sinnlos. All meine Vorstellungen, die ich mir zusammengedacht hab, die mich eigentlich von der Masse abheben sollten, gehen nun zugrunde.
Nunja, ich habe seit 2 Wochen eine Ausbildung begonnen. Alles schön und gut. Die Lernfächer sind interessant. Die Ausbildungsvergütung ist ordentlich. Aber: Die Luft in der Klasse ist stickig. Ich fühle mich extrem unter Druck gesetzt. Alles irgendwelche ewig grinsenden, unheimlich kommuniktaive Schnattertanten, die sich perfekt der Horde anpassen. Und nur wenig Jungs in der Klasse. Allein wenn ich schon durchs Schulgebäude spaziere, kriege ich Angstzustände. Ich erinnere mich an die Vergangenheit, in der ich jahrelang gemobbt wurde. Und nun scheine ich schon wieder eine Außenseiterin zu sein. Wobei ich mich doch so sehr dem Team anpassen wöllte! Aber es geht nicht. Ich bin halt kein normaler Mensch ^^
Aber warum kann ich nur so überhaupt nicht mit Frauen umgehen?? Ich meine, heiße Kerle abschleppen oder einfach mal mich mit "guten (Pseudo-) Kumpels" unterhalten liegt mir gut. Doch Mädels sind mir komischerweise total fremd, obwohl ich selber eins bin! Ich habe kaum Freundinnen! Überhaupt fehlen mir soziale Kontakte.
...Also ich treff mich desöfteren mit Kerlen. Ich lerne auch desöfteren welche kennen. Aber das bleiben dann auch eher oberflächliche, flüchtige Kontakte. Und ich lerne Typen immer vereinzelt kennen, nicht die ganze Clique. Und immer, wenn sie dann anfangen: "Joah... und dann treff ich mich noch mit Kumpels... und dann machen wir mit Kumpels dies und das... meine Leute..."
Also das tut mir dann innerlich schon weh. Denn ICH habe nicht meine Leute! Ich stehe alleine da. Ich fühle mich nicht richtig in der Gesellschaft integriert, ich habe das Gefühl, dass ich das Leben nicht ganz kapiert habe.
Ich bin richtig einsam. Und nie kann ich richtig abschalten, nie bin ich zufrieden. Ständig herrscht in mir so eine Dauerspannung, ständig fehlt mir etwas. Ich möchte das Maximale im Leben erreichen, bringe aber nur minimale Erfolge. Bei mir ist es so: Alles oder nichts. Es ist ein ständiger Wackelkontakt. Mal funktioniere ich richtig gut und bin extrem ehrgeizig. Aber dann kommt eine Riesenpause, in der ich zu nix tauge, eine faule Sau bin. Warum kann ich diese Pausen nicht minimieren, oder einfach ganz verschwinden lassen, damit ich endlich mal ein vollwertiges Leben habe und meine Ziele erreiche?
-Das Problem ist manchmal, dass ich in extrem depressiven Situationen meine gestellten Ziele hinterfrage und nicht überzeugt von mir bin. Dann lasse ich alles fallen. Oder ich denk mir, dass der Weg zu weit ist und alles doch so schwer ist und ich es nicht schaffen werde.
...Irgendwann kommt dann ein Moment, wo ich mich wundere, wie ich so faul sein konnte und plötzlich alles Mögliche auf der Welt bewältige. Doch dieser Moment dauert leider viel zu kurz an
... Ganz bald versinke ich dann wieder in meinen Depressionen.
Und in solchen Situationen finde ich kaum irgendwo Halt. Früher war ich mal christlich, aber nun hab ich mich davon abgewendet, weil uns die Kirche in vielen Hinsichten veräppelt.
Ich glaube trotzdem an Gott. Aber... ich muss Gott für mich jetzt ganz anders definieren. Die Religion will uns wie Schäfchen manipulieren und personifiziert Gott. Er ist ein autoritärer Herrscher, nur er hat Recht. -Sorry, ich lasse mich nicht mehr verarschen und ich werde zukünftig auch keine Kirchensteuern zahlen!
... Es ist nur schwierig, Gott nicht aus diesem eingeengten christlichen Blickwinkel zu betrachten, sondern als etwas Unendliches, das uns umgibt.
Ich bete extrem selten. Innerlich möchte ich allein mit meinem Leben zurechtkommen und Gott nicht auf die Nerven gehen. Aber in Situationen, wo ich keinen anderen Ausweg finde, z.B., wenn ich krank bin und es auch dem Glück überlassen ist, wann ich gesund werde, bete ich. Und es hilft sogar! Tatsächlich, als ich vor einem halben Jahr betete, dass ich eine Ausbildungsstelle kriegen will, hat es funktioniert, und als ich vor einpaar Tagen betete, dass ich ruhig schlafen soll, hat es schon wieder geklappt.
-Nur ehrlich gesagt ist es mir peinlich zu beten. Es ist wie zum Arbeitsamt gehen und um Sozialgelder betteln.
...
-Aaaber ich glaube, jetzt kommt mir ein altes Sprichwort in den Sinn: Gebet ohne Arbeit ist Betteln, Arbeit ohne Gebet ist Sklaverei.
... Obwohl ich mit dem Christentum nichts mehr zu tun haben will, könnte ich vielleicht trotzdem noch beten?!?
Wahrscheinlich hilft mir das sogar aus den Depressionen heraus?!?
-Ich will deswegen nichts mit dem Christentum zu tun haben, weil meine sexuelle Einstellung ganz anders ist. Ich bin FÜR Kondome, ich toleriere Homosexuelle, ich finde Abtreibungen ok und ich schlafe mit vielen Kerlen.
Wenn mir hier jemand einreden will, dass meine Ansichten in dem Bereich völlig krank sind, kann sich gleich vom Acker machen. Meine Ansichten sind gut.
-Nur meine Scheiß-Depression ist schlecht. Auch der Haushalt, in dem ich wohne, macht mir zu schaffen. Ohne mich wäre es eine harmonische Familie. Aber ich komme mit meiner Stiefmutter einfach nicht klar. Wir sind eine größere Patchworkfamilie. Ständig gibt es Lärm in der Bude, nie kann ich richtig abschalten. Den anderen macht das alles nichts aus, schließlich haben sie sich ja alle lieb. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich nur meinen Vater lieb habe. Und die anderen, der Hund, die 3-jährige Halbschwester, die Stiefschwester, und am allerehesten die Stiefmutter, die sind mir völlig überflüssig.
Wobei ich sagen muss, dass meine Stiefschwester und meine kleine Halbschwester an nichts schuld sind. Nur ihre Mutter...grrrr.... sie hat mich zutiefst erschüttert, verletzt und besonders wegen ihr fühle ich mich so unwohl in dieser Asibude. Ein bis zweimal im Jahr wird meine Stiefmutter hysterisch und schreit mir jede Grausamkeit ins Ohr, die sie über mich denkt. Dann bricht eine Welt für mich zusammen. Überhaupt habe ich Angst vor ihr. Und alle sind an ihrer Seite. Mein Vater liebt sie und meine Stiefschwester und die Kleine sowieso. Sie ist auch eine sehr fürsorgliche Mutter. Aber zu mir ist sie ganz anders. Seitdem sie mit meiner Großmutter verstritten ist (Auslöser des Streits war meine Wäsche), möchte sie ihren Kontakt zu mir nicht bessern. Vor diesem Streit hatten wir uns noch gut verstanden und sie war eine Ansprechperson für mich. Aber seitdem geht garnichts mehr. Ich hasse sie und sie kann mich auch nicht leiden. Sie hat mir gesagt, dass sie in dieser Situation meine Oma mit einem Messer erstochen hätte, wenn mein Vater nicht da wäre.
-Wie soll ich sie bei so einem Geständnis noch mögen?
Da kommen natürlich auch die riesigen Differenzen unserer Moral hinzu. Ich bin eher leistungsorientiert und denke mir, dass man im Leben Karriere machen muss, oder zumindest eine Arbeit haben sollte, zudem bin ich sexuell freizügig.
Und meine Stiefmutter lebt nun seit mehr als 4 Jahren in Deutschland, kann immernoch kein Deutsch, hat keinen Job, dafür hat sie aber innerhalb der 4 Jahre diese kleine Nervensäge zur Welt gebracht. -An ihrer Stelle hätte ich abgetrieben, da nicht genügend finanzielle Mittel und Stabilität vorhanden sind. Aber für sie ist es wohl nicht das Wichtigste, eine Arbeit zu haben, sonst hätte sie sich schon längst den Arsch aufgerissen, Deutsch gelernt und irgendeinen Job gefunden. Ich hatte ihr in der Vergangenheit desöfteren vorgeschlagen, ihr beim Deutschlernen zu helfen, sie lehnte meine Hilfe ab.
... Sie hat wohl eine typisch patriarchale Moralvorstellung. Der Mann verdient Geld, die Frau ist eine Gebärmaschine, kocht, putzt und sorgt sich um die Kinder.
Denn die Art, wie sie handelt, spiegelt genau das wieder.
-Ich werde jedenfalls bis zum 30. Lebensjahr kein Kind auf die Welt bringen! Ich hab mir sogar schon mal überlegt, ob ich mich nicht sterilisieren lasse. -Na gut, soweit werde ich auch nicht gehen. Aber ich bin einfach völlig abgeschreckt vom Kinderkriegen, weil ich in einer sozial schwachen Patchworkfamilie lebe und ich selber nicht so enden will!
... Und sollte ich in den nächsten 5 Jahren schwanger werden, treibe ich augenblicklich, ohne Wenn und Aber, ab. Da kann mir kein Arzt widersprechen, und mir täte es ums achsoaaarme Embryo kein bisschen Leid. Denn in den ersten Wochen ist das sowieso noch kein richtiges Lebewesen. Und ich will noch mein Leben leben, Geld verdienen, zudem kann ich so einem Geschöpf noch nix bieten. So wie in dieser Familie soll es bei mir nie enden!
Keine finanzielle Sicherheit, aber zig Kinder auf der Backe.
...Bähh.
Nun bin ich zu müde zum Schreiben. Mir fallen die Augen zu. Tja... das nächste Mal schreib ich meinen Frust wieder mal öffentlich nieder: knallhart, ekelhaft und egoistisch ^^
-Ich gebe auch gerne. Nur das Problem ist, dass ich früher mal zu nett war, ein naives Muttersöhnchen, und gern mal ausgenutzt wurde. Von meiner jetzigen sogenannten Familie lasse ich mich jedenfalls nicht ausnutzen. Darum bin ich hier einfach nur egoistisch.
-Denn: Ich hab mir die Leute nicht ausgesucht, sondern mein Vater. Anfangs war ich für alles offen und einverstanden, war eine Ja-Sagerin. Aber mittlerweille gehen mir alle derbst auf den Sack! Vor einem Jahr hat meine Stiefschwester auch noch einen Hund geschenkt bekommen und das war dann die absolute Tragödie! Nun muss ich ständig dieses Tier riechen, ob ich will oder nicht.
... Zumindest ist es halbwegs ok, dass sich meine Stiefschwester um den Hund kümmert und er in ihrem Zimmer haust. Vor einpaar Tagen hat er da in ihrem Zimmer sein Geschäft gemacht...-widerlich. Anfangs hab ich es nicht mitbekommen. Aber dann sah ich, wie meine Stiefmutter und meine Stiefschwester angefangen haben, extrem rumzuputzen und mit Lappen und Waschmittel durch den Flur hin-und herzurennen.
Am Ende meinte dann meine Stiefmutter, dass ich an dem Tag besonders viel Glück haben werde, da Hundescheiße Glück bringen soll und ich nun als Erste die Wohnung verlasse.... (IIIIIIIiiihhhgitt!!!)
Bei mir lief der Tag jedenfalls alles andere als gut. Ich war extrem müde, verfressen und schlecht drauf.
...
So, nun geh ich aber mal wieder schlafen. Ich habe schon Angst, wie morgen alles funktionieren soll.....



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13. Oktober 2011 um 18:40

Du hast sehr viel geschrieben
Ich habe nicht viel Zeit. Aber eines schlage ich dir einmal vor: bete doch einmal zu Gott, daß er sich dir offenbart.

Du hast doch selbst geschrieben, daß bisher alles wahr geworden ist, um was du ihn gebeten hast. Probier es einfach aus.
Sieht keiner, hört keiner, weiß keiner.
Nur du und er.

Ein Versuch ist es wert.

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