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Meine nie zufriedene Mutter

13. Februar 2017 um 13:41

Hallo erstmal zu allererst möchte ich betonen das ich mir sicher bin das meine Mutter nur mein bestes will. Nur ihre Art an das ganze ran zu gehen ist schrecklich.

Also ich bin 23 und studiere zur Zeit Grundschullehramt. Ich habe gerade erst angefangen und merke das der Leistungsdruck mir ziemlich zu setzt. Das heißt ich bin extrem unmotiviert und lenke mich somit auch schnell ab. Meiner Mutter jedoch sage ich nichts davon da ich weiß das ihre Denkweise einfach ist "wenn du es wollen würdest, würdest du lernen". Und genau da ist das Problem. Mein ganzes Leben schon war immer ich das Problem. Wenn etwas schief gelaufen ist oder ich etwas nicht hinbekamen habe war ich immer das Problem. Meine Mutter ist eine sehr moderne Frau und möchte das ihre Tochter sehr viele verschiedene Sachen kann. Heißt ich wurde als Kind in semtliche Kurse gesteckt. Von Klavierspielen bis hin zu Fußball war alles dabei. Jedoch hat mich nichts davon begeistert und ich habe immer all diese Sachen abgebrochen. Meine Mutter jedoch versteht das nicht. Für sie bin ich einfach nur faul. Ich bin auch seit meiner Kindheit ein recht pummliger Mensch. Und ich habe mir das auch mein lebenslang von ihr anhören müssen. Immer sagte sie mir ich sei faul und sollte abnehmen. Mit der Zeit habe ich angefangen eine scheiss egal Einstellung zu entwickeln da alles was ich anrühre ein Misserfolg ist, wenn es nicht die optimale Variante davon ist. (Das ist die Einstellung meiner Mutter). Sie ist dann immer für mehrere Tage angepisst und sagt mir Sachen wie "irgendwann sterbe ich noch wegen dir". Wenn ich mich im Haus aufhalte und merke es ist ruhig oder meine Eltern gucken genervt, sucht mein Kopf direkt alle Aspekte ab die ich wohl wieder falsch gemacht habe. Seit ich mich erinnern kann ist das so. Ich bin seit der Grundschule im gestresst und niemals zufrieden. Ich habe auch mehrere male versucht mit ihr zu reden (eigentlich versuche ich ihr das mein ganzes Leben lang klar zu machen) jedoch ohne Erfolg. Meine Mutter hat die Gabe mir am Ende immer das Gefühl zu vermitteln das ich ein undankbarer Mensch bin.

So kurz zu meiner Mutter als Person : sie ist 55. wir kommen aus dem Iran und sie wuchs in einer Familie mit 9 Geschwistern auf. Heißt sie hat all das was sie mir jetzt bieten möchte selbst nie bekommen. Ich denke auch dass das der Grund dafür ist das sie mich überhaupt nicht versteht. Sie ist sehr belesen und kämpft für die Rechte der Frauen und setzt sich für Gleichberechtigung von Menschen ein. Also ein Vorbild wie es im Buche steht. Sie ist ebenfalls eine sehr jung gebliebene Person. Das heißt das man niemals denken würde das sie 55 Jahre alt ist. Seit ich mich erinnern kann kämpfen mein Vater und sie dafür das wir ein gutes Leben haben. Ich möchte hier betonen das meine Eltern für mich die stärksten Mensch sind die ich kenne und ich habe den größte möglichen Respekt vor ihnen. Daher ist es so schlimm für mich da ich ja weiß das sie es nur gut meinen/meint. Ich kann nicht einfach sagen das sie schlechte Eltern sind und mich damit zufrieden geben. Meine Mutter ist aber auch eine Person die ihren Mitmenschen nicht wirklich liebe zeigen kann. Aber auf der anderen Seite steht sie IMMER hinter einen. Nur das emotionale ist nicht gegeben. Heißt sie ist sehr sachlich. Das wiederum ist schwierig für mich da ich ein sehr sensibler Mensch bin. Sie hat ihre eigene Art von Logik und wenn man sie auf ein Fehler aufmerksam machen will muss man es so erklären das es in ihrer Logik Sinn ergibt (das tut es nie).

So und seit ca 3 Jahren habe ich einen Freund. Wir sind für ca 1 Jahr zusammme gezogen was jedoch nicht funktioniert hat da wir beide unerfahren waren und uns überschätz haben. Seitdem wohne ich wieder bei meinen Eltern. Ich bin immer noch mit meinen Freund zusammen und muss mich trotzdem jedesmal rechtfertigen wenn ich über Nacht bei ihm bleiben will. (Sie hat kein Problem damit das ich einen Freund habe aber sie stört es wenn ich 3 Tage am Stück bei ihm bleibe). Er ist deutscher (falls das eine Rolle spielt) und liebt mich wirklich, aber hat natürlich auch seine eigenen Problem und Schwächen so wie jeder andere Mensch auch. Jedoch merke ich das die Art wie meine Mutter mit mir umgeht und Probleme anspricht sich auf mein verhakten mit ihn übertragen. Heißt ich gehe ihn wegen allem genauso an und bin dauerhaft frustriert. Aber hey immerhin ist mir das klar und ich versuche mich zu bessern.

okay ich bin jetzt vom Thema abgekommme . Was ich sagen will ist das all das mir schon immer extrem zugesetzt hat. Nur als Kind habe ich all das nicht so wirklich an mich rangelassen. Nur als erwachsener macht es mich regelrecht depressiv 😓

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13. Februar 2017 um 14:00

Was hat sich geändert, dass Du es jetzt an Dich heranlässt?

Deine Mutter kannst Du nun einmal nicht ändern (und sollst Du auch nicht und das Recht dazu hättest Du auch nicht) - also wenn eine Mutter-Kind-Beziehung zu sehr dem Leitsatz "gut gemeint kann das genaue Gegenteil von gut gemacht sein" folgt, bleibt nur die Möglichkeit, sich selbst zu distanzieren.

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13. Februar 2017 um 14:10
In Antwort auf avarrassterne1

Was hat sich geändert, dass Du es jetzt an Dich heranlässt?

Deine Mutter kannst Du nun einmal nicht ändern (und sollst Du auch nicht und das Recht dazu hättest Du auch nicht) - also wenn eine Mutter-Kind-Beziehung zu sehr dem Leitsatz "gut gemeint kann das genaue Gegenteil von gut gemacht sein" folgt, bleibt nur die Möglichkeit, sich selbst zu distanzieren.

Weil ich jetzt einfach älter bin und mir einfach über mehr Sachen Gedanken mache. Als Kind ist man ja etwas unbekümmerter. Ich wollte meine Mutter auch nie ändern, niemals. Ich möchte nur das sie mich und meine Lebensweise versteht und mir nicht das Gefühl gibt ständig das Problem zu sein. Den auch wenn ich es nicht will nehme ich mein Selbstbewusstsein und auch meine Kraft aus ihren Worten. Ich weiß nicht wieso aber mir ist das was sie denkt unglaublich wichtig. Und auch wenn ich ausziehe ist es so als ob sie mich immer noch unter Kontrolle hat. Wenn sie es nicht ist die mich wegen allem als Problem darstellt dann mach ich das selbst. Automatisch. Ich möchte aber auch nicht das Opfer hier spielen. Mir ist klar das ich auch meine Schwächen habe aber das ist nun mal ein Punkt der mich schon immer auf mir lastet.

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13. Februar 2017 um 14:23
In Antwort auf mahtab2010

Weil ich jetzt einfach älter bin und mir einfach über mehr Sachen Gedanken mache. Als Kind ist man ja etwas unbekümmerter. Ich wollte meine Mutter auch nie ändern, niemals. Ich möchte nur das sie mich und meine Lebensweise versteht und mir nicht das Gefühl gibt ständig das Problem zu sein. Den auch wenn ich es nicht will nehme ich mein Selbstbewusstsein und auch meine Kraft aus ihren Worten. Ich weiß nicht wieso aber mir ist das was sie denkt unglaublich wichtig. Und auch wenn ich ausziehe ist es so als ob sie mich immer noch unter Kontrolle hat. Wenn sie es nicht ist die mich wegen allem als Problem darstellt dann mach ich das selbst. Automatisch. Ich möchte aber auch nicht das Opfer hier spielen. Mir ist klar das ich auch meine Schwächen habe aber das ist nun mal ein Punkt der mich schon immer auf mir lastet.

ja, kenne ich. Aber einen anderen Weg als Distanz habe ich auch nicht gefunden.
Man kann niemanden dazu zwingen, einen zu verstehen, auch dann nicht, wenn man verwandt ist. Auch nicht dazu, andere Standpunkte eben einfach mal zu akzeptieren, wenn man sie schon nicht versteht.
Auch meine Mutter will stets das beste für mich, daran habe ich gar keinen Zweifel - aber dass das Beste für mich eben nicht das Gleiche ist, wie das Beste für sie, hat sie in 40 Jahren nicht verstanden - und ich habe so meine Zweifel, ob sich das je ändert. Aber daraus ergeben sich so viele Konflikte, dass ein enger (vor allem emotional enger) Kontakt einfach nicht möglich ist.

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13. Februar 2017 um 15:19
In Antwort auf avarrassterne1

ja, kenne ich. Aber einen anderen Weg als Distanz habe ich auch nicht gefunden.
Man kann niemanden dazu zwingen, einen zu verstehen, auch dann nicht, wenn man verwandt ist. Auch nicht dazu, andere Standpunkte eben einfach mal zu akzeptieren, wenn man sie schon nicht versteht.
Auch meine Mutter will stets das beste für mich, daran habe ich gar keinen Zweifel - aber dass das Beste für mich eben nicht das Gleiche ist, wie das Beste für sie, hat sie in 40 Jahren nicht verstanden - und ich habe so meine Zweifel, ob sich das je ändert. Aber daraus ergeben sich so viele Konflikte, dass ein enger (vor allem emotional enger) Kontakt einfach nicht möglich ist.

Ja ich habe auch schon oft gehört das Distanz die einzige Möglichkeit ist.. ich muss einfach mal schauen ob ich wieder ausziehe. Den dadurch das ich es beim ersten mal nicht wirklich geschafft habe ist diese Stimme in meinem Kopf die mir die ganze Zeit sagt das ich es nicht packe weil ich ja faul und unfähig usw bin.. (das sind die Sachen die meine Mutter seitdem Auszug sagt).

ich wollte einfach immer nur ein Mutter-Tochter Beziehung die ruhiger verläuft. Nicht immer Streit und tagelanges anschweigen. 

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