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Meine Mutter musste viel zu früh sterben

18. Juli 2015 um 19:21

Hallo ihr Lieben,

Heute habe ich mal wieder einen schlechten Tag, und da ich ganz alleine zu Hause bin, schreibe ich mir hier etwas von der Seele.

Am 25.6. habe ich meine Mutter verloren, sie wurde nur 54 Jahre alt. Ich hätte noch soviel von ihr lernen wollen, mit ihr erleben wollen... Es ist echt schwer. Obwohl ich ja schon 26ig bin, ist es einfach noch viel zu früh um ohne Mutter zu sein. Ich habe mich so auf die kommende Zeit gefreut. Im habe im März meine Weiterbildung nach 5 Semestern abgeschlossen, bin im April zusammen mit meinem Partner ins Haus meiner Eltern gezogen (2-Familienhaus) und hab mich sehr gefreut mit meiner Mutter Tür an Tür zu leben, Wir wohnten zwar vorher schon sehr nahe, und haben uns fast täglich gesehen, aber so waren wir uns nochmal etwas näher. Und auch meine Mutter hatte sich sehr gefreut.

Meine Mutter hatte Krebs, sie wurde letztes Jahr im Oktober operiert, danach hatte sie jede Woche Chemo. Die Chemo hatte ihr fast keine Probleme gemacht, und sie schien sehr gesund. Anfang Mai hatte sie dann das erste Mal die Chemo nicht durchziehen können, weil sie allergisch reagierte. Der Arzt schlug vor eine kleine Pause einzulegen, damit sich der Körper erholen könne. Darauf hat sich meine Mutter eigentlich sehr gefreut, doch geniessen konnte sie die Chemo-freie Zeit nicht, kaum war die Chemo abgebrochen, hatte sie häufig Schmerzen. Ich hatte im Juni Ferien gebucht, und wollte eigentlich lieber zu Hause bleiben, weil ich merkte, dass es ihr nicht gut ging, Doch meine Mum wollte unbedingt, dass wir fahren. Als ich dann zurückkam, hat mir mein Vater erklärt, dass die Chemo nicht angeschlagen hätte, und sich viele Metastasen gebildet haben (während der Chemo) das käme ganz selten vor... Prognose für meine Mum wären noch etwa 4-6 Monate...
5 Tage später war sie tot. Es ging plötzlich so schnell, niemand hatte damit gerechnet. Ich war zusammen mit meinem Vater bei ihr im Krankenhaus als sie starb, und es war für sie eine Erlösung, sie hatte wirklich Schmerzen und Atemprobleme.

Naja es ist so eine scheiss Situation, ich weiss, dass es für meine Mutter sehr gut war, dass sie relativ schnell gehen konnte, aber für mich ist es der blanke Horror,

Ich bin gerade dabei mein Leben völlig umzukrempeln, was wohl einfach meine Art ist damit umzugehen, aber ich weiss nicht ob es richtig ist in dieser Situation so wichtige Entscheidungen zu treffen z.B. Jobwechsel etc.

Ich kann es mir jedoch wirklich nicht vorstellen, weiterhin dort zu arbeiten, nur schon weil ich oft während der Arbeit kurz bei meiner Mum angerufen habe, es erinnert mich viel in diesem Büro daran.

Ich weiss es gibt keinen allgemein gültigen Weg mit Trauer umzugehen, aber wenn jemand über seinen Weg erzählen möchte, oder sich etwas austauschen mag, würde ich mich freuen.

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21. Juli 2015 um 21:36


Hallo Knusperkeks,

Erstmal will ich dir mein Beileid ausprechen. Ich habe das selbe erlebt wie du, meine Mutter ist am 31.08.2010 gestorben da war ich 22 Jahre. Habe eine Schwester die zwei Jahre jünger ist und einen Bruder der 9 Jahre jünger ist. Meine Mutter war 47 Jahre alt.
WIe du so alles schreibst, ist es für mich wie ein Film der etwa 5 Jahre alt ist. Meine Mutter war immer mein ein und alles, wir hatten eher ein Freundschaftliches Verhältnis. Heute bin ich 27 Jahre und ich kann dir sagen obwohl ich ein Mann bin, ich vermisse meine Mutter auch sehr oft. Gerade in der jetztigen Zeit (Besuche Momentan die Meisterschule) wo ich einfach manchmal Lob oder sowas von ihr bräuchte fehlt sie mir unheimlich. Dennoch habe ich eine super liebe Schwiegermutter die alles für mich tut , eine liebende Frau und eine Freundin die in dem ungefähren alter meiner Mutter ist mit der ich über alles reden kann. Ja, auch als 27 Jähriger Mann würde man gerne einen Rat von einer Mutter bekommen dies ist halt meine Ersatzmutter obwohl ihr das eigentlich garnicht so richtig bewusst ist glaube ich. Ich kann dich leider nicht aufmuntern weil es keinen Grund gibt muntern zu sein. Der schmerz vergeht irgendwann haben sie immer alle gesagt. Ich merke bis heute nix davon. An jedem erdenklichen beschissenen Fest sitze ich wie ein kleiner Junge da und heule für mich alleine ne Runde, danach gehts mir besser auch wenn es sich blöd anhört. Ich wünsche dir trotzdem alles Gute auf der Welt. Kannst mir gerne auch mal eine PN schicken.
Lg

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2. August 2015 um 22:48

Hallo Knusperkeks,
bist Du hier noch aktiv? Ich habe gesehen, dass Du auf den Beitrag des letzten Users nicht reagiert hast. Ich würde gerne etwas von Dir lesen und mich mit Dir austauschen. Ich habe auch vor ein paar Jahren meine Mutter verloren. Ich war auch in meinen 20ern und meine Mutter war nicht viel jünger als Deine Ma. Ich kenne den Schmerz, der damit verbunden ist. Ich würde gerne hören, wie es momentan für Dich ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Trauer eine Zeit lang immer schlimmer geworden ist bis ich irgendwann gelernt habe damit zu leben. Ich hoffe, Du hast genügend Beistand.


Liebe Grüße

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19. August 2015 um 20:21


Ich antworte hier einfach mal, weil heute auch wieder ein Tag voller Trauer für mich ist.

Meine Mama ist allerdings schon seit 1998 tot. Ich war damals keine 9 Jahre alt. Ich dachte eigentlich immer, dass ich ganz gut damit klar komme. Doch seit ich selbst Mutter bin, fühlt es sich an, als wär der Schmerz nie stärker gewesen.
Sie fehlt mir so unglaublich! Als Mama, als Freundin und als Oma für meinen Sohn.
Hattet oder habt ihr psychologische Betreuung?
Ich denke im Moment darüber nach, um das ganze doch noch irgendwie aufzuarbeiten.

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29. August 2015 um 13:28

Hallo
Hallo Knusperkeks und alle Anderen,
ich kann Dich sehr gut verstehen und kann den Schmerz förmlich spüren.
Es gibt auch wenig, was einem am Anfang hilft...ausser den Schmerz zuzulassen und darauf zu vertrauen, dass man irgendwann ein wenig besser damit umgehen kann.
Wenn du momentan das Gefühl hast, schwerwiegende Änderungen zu unternehmen, dann mach es. Auch in dieser Situation kann man sich trotzdem oft auf seine Intuition verlassen.
Und egal eas man im Leben macht, ob es der richtige oder falsche Weg war stellt dich erst nach einiger Zeit heraus.
Hast du Menschen um dich, die für dich da sind und dich unterstützen?
Das wirst du nämlich immer wieder brauchen.
Ich erhoffe mir z.b. In diesem Forum auch Verständnis zu bekommen und den ein oder anderen Ratschlag zu bekommen!
Fühlt euch gedrückt.
Glitzi

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19. September 2015 um 21:56

Verlust Mama
Hallo Knusperkeks, ich weiß nicht, ob du noch aktiv in diesem Forum bist.. aber ich musste dir antworten, weil meine geliebte Mama auch am 25.6. viel zu jung an Krebs gestorben ist...auch ich bin erst in ihre Nähe gezogen...

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