Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Meine Mama stirbt

Letzte Nachricht: 11:11
B
bairre_27734026
16.05.22 um 16:53

Meine Mama, sie wird immer meine Mama bleiben, egal ob in dieser oder einer anderen Welt. Ich bin 59, meine Mama ist 89 Jahre alt. Ich werde immer ihr Kind bleiben und sie meine Mama. 

Angefangen hat es im Oktober 2021. Sie wurde wegen eines Darmverschluss notoperiert. Es traten Komplikationen auf und sie musste einen Tag später erneut operiert werden. Ursächlich war ein Karzinom im Darmbereich. Die Ärzte haben alles entfernt aber der Haupttumor liegt in der Lunge. Nach Rücksprache mit den Ärzten kam eine Chemo nicht mehr in Frage. Das hätte sie nicht mehr gepackt und sie mehr belastet als ihr geholfen. Die Aussage der Ärtze war, dass es sehr schnell zu Ende gehen aber auch noch Monate gut gehen kann. 

Nach dem Krankenhausaufenthalt war sie ca. 1,5 Wochen zur Kurzzeitpflege in eimen schrecklichen Pflegeheim. Dort sollte sie wieder zu Kräften kommen aber das ging gar nicht. Wir mussten ein Pflegeheim nehmen, in welchem ein Platz frei war. Wir haben sie dann wieder nach Hause geholt und sie wurde von einem Familienmitglied betreut, welches aber noch berufstätig ist. Es ging ihr zeitweise gut und dann immer schlechter. Bei einem erneuten Krankenhausaufenthalt wurde Leukämie festgestellt. Eine Bluttransfusion brachte eine vorübergehende Besserung. 

Ende November 2021 hatte ich Rücksprache mit ihrer Hausärztin. Diese hatte wortwörtlich "Bauchschmerzen bei der Vorstellung, dass meine Mama den ganzen Tag alleine ist"........ 

Nach Hin- und Herüberlegens und unter Berücksichtung aller Möglichkeiten (mobile Pflege etc.) sind wir (ich und meine Geschwister sowie der Hausärztin) haben wir uns entschlossen, dass ein Pflegeheim für meine Mama das Beste ist. Wir haben uns diesen Entschluss nicht einfach gemacht aber wir haben keine andere Möglichkeit gesehen, meiner Mama die beste Unterstützung zu bieten. 

Meine Mama ist jetzt seit Mitte Dezember 2021 in einem ausgezeichneten Pflegeheim. 

Ende Januar 2022 dachte ich, dass sie in meinen Armen stirbt. Ihr ging es sehr schlecht. Die Aussage der Ärztin zu diesem Zeitpunkt war, dass wir uns darauf einrichten sollen, dass "es" nicht mehr lange dauern wird. Das war für mich die schlimmste Zeit. 

Im April 2022 musste sie nochmals ins Krankenhaus wegen eines Abzesses, der so groß war, dass er nur operativ entfernt worden konnte. Die Nachbehandlung der Wunde war sehr schmerzhaft. 

Jetzt haben wir den Mai 2022. Sie wird immer schwächer, dünner und schäft nur noch. Sie will nicht mehr und lag mehrfach weinend in meinen Armen und sagte, dass sie keinen "Bock mehr auf dieses scheiss Leben hat". 

Ich bin bereit, sie gehen zu lassen, mehr noch, ich hoffe, dass es bald vorbei ist und sie dorthin gehen kann, wohin sie gehen will. 

Ich liebe meine Mama
 

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L
loomida
17.05.22 um 7:59

Egal wann, es ist immer zu früh. Deine Mama hatte offenbar ein langes erfülltes Leben und hat auch heute noch Menschen (ihre Kinder?) um sich, die sich um sie sorgen und sich um sie kümmern. Was will man mehr? 

Meine Mama ist 2016 gestorben, voran gegangen war auch eine körperliche Leidensgeschichte die bei ihr allerdings nur rund 4 Monate gedauert hat. Auch sie wollte zum Schluss nicht mehr. Ich bin heute noch unendlich froh darüber, dass wir in den letzten 4 Monaten viel Zeit miteinander verbracht haben, alles gesagt wurde, was es noch zu sagen gab. Meine Mama war bis zum letzten Tag geistig topfit, nur der Körper wollte nicht mehr

Ich war bei ihr als sie starb. Sie kam morgens vom Pflegeheim ins KKH, Nachmittags wurde ich informiert und bin eine Stunde später hingefahren. Als ich ihr Zimmer betreten habe, wusste ich, dass ich es erst wieder verlassen würde, wenn sie verstorben ist. Sie war nicht mehr richtig wach, in so einem jammerigen Dämmerzustand, leicht sediert, damit sie keine Schmerzen hat. Ich habe ihr immer wieder gesagt, dass sie gehen darf, dass es ok ist. Um 22.40 Uhr ist sie für immer eingeschlafen. Ich war sehr traurig aber auch erleichtert. Ich habe meinen Frieden mit ihrem Tod. Ich war damals 44 Jahre alt, meine Mama 83

Ich wünsche dir alles Gute beim Abschied von deiner Mama 

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S
sisteronthefly
17.05.22 um 17:29

Hallo, 

deine Worte gehen mir sehr zu Herzen. Natürlich bleibt deine Mama immer deine Mama und egal, wo sie sein wird oder hingehen wird, das wird auf ewig so sein. Es ist sehr schwer anzusehen, wenn Menschen leiden müssen, besonders nahestehenden Familienmitglieder fällt das unglaublich schwer. Man fühlt sich so hilflos und ohnmächtig, würde gerne aktiv helfen und muss doch die Pein eines geliebten Menschen ertragen. 

Ich wünsche euch, dass sie gut aufgehoben, umsorgt und betreut wird. Wenn du es möchtest kannst du ihr mit einem Waschlappen und lauwarmen Wasser ganz sanft Gesicht und Arme waschen. Viele Menschen empfinden so eine Waschung sehr angenehm und entspannen sich zusehends im Bett. Genau dieses Lockerlassen ist in dieser Phase enorm wichtig. Du brauchst gar nicht viel sprechen, Kommunikation geschieht auf diese Art non-verbal. Du kannst einen Duft Perfusor im Zimmer deiner Mutter aufstellen für die Zeit deines Aufenthaltes oder die Einrichtung bitten das durchzuführen. Hier werden besonders wohltuende, reine ätherische Duftöle empfunden, z.B. Iris, Zedernholz, Benzoe-Siam oder auch Rose. Diese Düfte erleichtern das Loslassen und sorgen für ganz viel Frieden. Nur in Vernebler anwenden, nicht auf der Haut! Die Marke Primavera führt reine ähterische Öle. Wenn du magst kannst du auch leise Musik anstellen. Keine Lieblingsmusik sondern eher Entspannungsmusik oder aus dem Bereich Reiki. 

Es ist in Ordnung wenn sie viel schläft. Der Körper bereitet sich auf die letzte Reise vor. Ich wünsche euch einen ganz liebevollen und friedlichen Abschied.

LG Sis
 

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U
user1939064934
30.05.22 um 19:09

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
Bei mir war es meine Oma, ähnliche Geschichte. Das schlimmste ist einen geliebten Menschen leiden zu sehen.... Ich hab damals sehr gelitten u war fast tgl im Hospiz. Auch als sie einschlief war ich dabei.... Viel Kraft! 

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R
ricardo
11:11
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo, 

deine Worte gehen mir sehr zu Herzen. Natürlich bleibt deine Mama immer deine Mama und egal, wo sie sein wird oder hingehen wird, das wird auf ewig so sein. Es ist sehr schwer anzusehen, wenn Menschen leiden müssen, besonders nahestehenden Familienmitglieder fällt das unglaublich schwer. Man fühlt sich so hilflos und ohnmächtig, würde gerne aktiv helfen und muss doch die Pein eines geliebten Menschen ertragen. 

Ich wünsche euch, dass sie gut aufgehoben, umsorgt und betreut wird. Wenn du es möchtest kannst du ihr mit einem Waschlappen und lauwarmen Wasser ganz sanft Gesicht und Arme waschen. Viele Menschen empfinden so eine Waschung sehr angenehm und entspannen sich zusehends im Bett. Genau dieses Lockerlassen ist in dieser Phase enorm wichtig. Du brauchst gar nicht viel sprechen, Kommunikation geschieht auf diese Art non-verbal. Du kannst einen Duft Perfusor im Zimmer deiner Mutter aufstellen für die Zeit deines Aufenthaltes oder die Einrichtung bitten das durchzuführen. Hier werden besonders wohltuende, reine ätherische Duftöle empfunden, z.B. Iris, Zedernholz, Benzoe-Siam oder auch Rose. Diese Düfte erleichtern das Loslassen und sorgen für ganz viel Frieden. Nur in Vernebler anwenden, nicht auf der Haut! Die Marke Primavera führt reine ähterische Öle. Wenn du magst kannst du auch leise Musik anstellen. Keine Lieblingsmusik sondern eher Entspannungsmusik oder aus dem Bereich Reiki. 

Es ist in Ordnung wenn sie viel schläft. Der Körper bereitet sich auf die letzte Reise vor. Ich wünsche euch einen ganz liebevollen und friedlichen Abschied.

LG Sis
 

Erinnert auch an die guten Momente im Leben, mach reinen Tisch mit allem was schief gelaufen ist. Lacht zusammen, sag ihr, dass du sie liebst.

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