Anzeige

Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Meine Mama hat gekämpft und doch verloren

Letzte Nachricht: 1. Oktober 2011 um 13:10
J
judie_610396
05.09.11 um 22:02

Hallo Welt,

Ich habe meine Mama vor 16 Tagen verloren. Für mich und meine Familie ist eine Welt zusammengebrochen, ich fühle mich leer, allein gelassen und untröstlich.

Ich bin Studentin und studiere BWL in Cottbus, ursprünglich komme ich aus Berlin, wo auch meine Eltern immer noch wohnen. Seit anfang Juli habe ich Semesterferien, meine ersten großen Semesterferien da ich jetzt mein 2. Semester durch habe und 1 Jahr rum ist. Vor diesem einen Jahr bin ich auch von zu Hause ausgezogen um in Cottbus studieren zu können, dort wohne ich jetzt mit meinem Freund zusammen, wir haben es uns sehr schön eingerichtet dort, unsere erste gemeinsame Wohnung. Trotzdem fiel mir bis jetzt jeder Tag schwer ohne meine Eltern, besonders ohne meine Mama, da ich ein absolutes Mamakind bin. Schon immer gewesen! Mama ist einfach die Beste! Sie weiß immer einen Rat und weiß am besten was und wie ihr Kind fühlt, selbst wenn ich krank war, Sie war die beste Medizin. Sie hat für mich und meinen Bruder immer nur das größte gewollt selbst wenn Sie dabei zurückstecken musste.

Ich kam am 19.7. nach Berlin, am 20.7. hatte ich meinen 22. Geburtstag. Ich habe mich so sehr gefreut auf knapp 2 Monate Berlin und meine Eltern und Freunde. Es ist immer ein wahnsinniges Gefühl wieder "nach Hause" zu gehen. An meinem Geburtstag war ich wieder Prinzessin auf der Erbse, meine Mama hat einen immer überwältigt mit ihrer Kreativität egal ob zum Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach zwischendurch. Sie schenkte mit soviel Liebe und Herz. Egal was es war.

An diesem Tag hörte ich zum ersten Mal, dass Sie seit knapp 2 Wochen über Magenschmerzen plagte. Sie hat das aber immer für nichts Schlimmes gehalten und versuchte mit Paracetamol auszukommen. Einen Tag nach meinem Geburtstag hat Sie sich jedoch entschieden sich in ein Krankenhaus einzuweisen um eine Grunduntersuchung durchführen zu lassen.
Nach etlichen Untersuchungen und 5 Tagen später der Schock: Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Eine der schlimmsten Krebskrankheiten die es gibt, da die Symptome erst so spät auftreten, dass eine Op zu 99% nicht mehr möglich ist, das der Tumor schon in einem sehr fortgeschrittenem Stadium ist. Mir brach der Boden unter den Füßen zusammen, dass war die schlimmste Nachricht, die hätte kommen können.
Je mehr ich mich über diese Krankheit belesen hatte, desto größer wurde meine Angst. Es sah schlecht aus.

Mein Papa hat versucht was möglich war um Sie an einen Ort zu bringen wo man ihr am besten helfen konnte. Sie wurde nun in ein anderes Krankenhaus verlegt wo es Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebspatien ten gab.
Dort wurde ihr ein sogenannter Port durch eine Op unter die Haut gelegt worüber die Chemotherapie laufen sollte.
Gleich am nächsten Tag bekam Sie eine 46-stündige Intensivchemo.
Von da an ging alles bergab.
Die ersten 2 Tage waren es noch übliche Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schwäche.
Doch schon einige Tage später häuften sich unerklärliche Komplikationen.
Verwirrung, Arterienverschlüsse, ein Hirninfarkt...
zu viel Leid was meine Mama ertragen musste.
Es kam soweit, dass Sie auf der Intensivstation landete..
Jeden Tag gab es schlechte Nachrichten, jeden verdammten Tag wurde mir meine Hoffnung genommen.

Mein Papa, mein Bruder und ich waren jeden Tag an ihrem Bett, und jeden Tag mussten wir mit ansehen wie es ihr immer schlechter ging und wie sehr sie gelitten hat.

Als Sie dann auch noch in einen komatösen Zustand fiel, sagten die Ärzte, auch wenn Sie es nicht direkt sagten, dass meine Mama das alles nicht mehr lange aushalten wird. Sie wussten nicht ob Sie überhaupt nocheinmal aufwacht.
Im Zuge dessen, haben Sie sich zusammen mit uns dafür entschieden weitere Maßnahmen, Therapien nicht durchzuführen.
Sie wurde auf ihre alte Station gebracht um dort dann einzuschlafen, wann immer sie möchte.

5 Tage atmete Sie noch...5 Tage waren wir Tag und Nacht bei Ihr, haben ihr vorgelesen, Sie geküsst, gestreichelt, ihr Mut und Hoffnung gegeben, Liebe und Zärtlichkeit und versucht stark zu sein. 5 Tage voller Leid und Qual.

Am 19.8. kamen wir ins Krankenhaus und die Tür ihres Zimmers war zu.
Wir haben mit dem schlimmsten gerechnet.
Dieser Tag ist der tragischste Tag in meinem Leben.
Sie hat um 16 Uhr aufgehört zu atmen und ist leise von uns gegangen.

Ich bin zusammengebrochen.
Der für mich großartigste und liebenswürdigste Mensch hat mich verlassen. Mit 58 Jahren.
Es gibt soviel was ich mit meiner Mama erleben wollte, soviel was ich mit ihr teilen wollte und wobei ich auf ihre Hilfe und Unterstützung gebaut habe, soviel was ich noch hätte lernen können von ihr.

Meine Mama fehlt mir so unendlich doll.
16 Tage sind nun vergangen, und jeder Tag ist ein verlorener ohne Sie, kein Tag vergeht ohne Tränen.
Soviel Erinnerungen die einem das Herz zerbrechen.
Meine Mama war so selbstlos und so ein lebensfroher aktiver Mensch. Ich habe soviel mit ihr gelacht....

Und mit einem Mal ist alles vorbei...
Sie hat so gesund gelebt und alles versucht richtig zu machen, und als Bestrafung besiegt Sie diese Krankheit.
Sie hat das nicht verdient.
Was hab ich falsch gemacht, dass man mir meine Mama nimmt, ich bin doch erst 22 Jahre alt.
Für mich ist das alles wie ein Alptraum, unbegreiflich und so unfair.

Ich will stark sein und für meine Mama weiterleben und kämpfen. Aber ich weiß nicht wie ich mein Leben ohne Sie meistern soll ?!

In 7 Tagen ist die Beerdigung.
Ich habe sehr große Angst davor.
Ich realisiere im Moment garnichts.
Ich denke jede Sekunde an Sie, kann nicht aufhören.
Und glaube ständig daran, dass Sie wieder kommt...

Ich weiß nicht wie ich das verarbeiten soll, ich glaube ich werde es nie verarbeiten können.

Alles kam so plötzlich, womit niemand gerechnet hat.
Und nun steh ich vor vollendeten Tatsachen und muss das Leben ohne meine geliebte Mama leben....

Mein Herz schmerzt durchgängig, ich kann nicht schlafen, Träume von meiner Mama...weiß nicht wies weiter gehen soll...


Ich bedanke mich bei denen die das Lesen und mir damit "zugehört" haben


Mehr lesen

A
an0N_1205186199z
14.09.11 um 23:16


Hey laurimac es tut mir sooo leid was passiert isz mein beleid ich bin so in tränen ausgebrochen als ich dein beitrag las eine mama zu verlieren ist das schlimmste
Du musst jetzt stark bleiben ich weiss leicht gesagt als getan abet du kannst es leider
Nicht mehr ändern deine mutter ist jetzt bestimnt an eibem sehr schönen ort und ist trotzdem
Immer bei dir . Zu sagen leide
Nicht oder wein nicjt ist schwachsinn lass deine emotionen raus deinen tränen freien lauf das gehört dazu . Zieh dich auf keinen fall zuruck unterstützr euch in der familie gegenseitig . Glaub mir
Deine mama ist sehr sehe stolz auf dich vernachlässige nicht das was du davor gemacht zb studium etc leb weiter in ehren deiner liebe vollen mama ich wünsche dir und deiner familie viel viel kraft und mein herzliches beileid

Gefällt mir

I
iabha_12321834
18.09.11 um 12:02

Nach drei zeilen ..
.... asl du geschrieben hast sie ist tot musste ich aufhören zu lesen. Ich glaub ich fang auch an zu weinen.
Mein Beilied.
Der Gedanke allein.....

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg in deinem Leben.
Viele Menschen die du liebst.

Gefällt mir

K
kalani_12741994
21.09.11 um 19:45


habe vor 3 wochen meinen geliebten vater verloren.. wünsche euch so viel kraft!!! es ist einfach so schwer und unfair. ich umarme dich

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

Anzeige
A
aubree_12547074
30.09.11 um 21:45

Liebe laurimac
Ich bin auch vor einem jahr mit meinem freund zusammen gezogen (100km von mami weg)
Und freu mich immer irrsinnig wenn ich "nach Hause" komme und mit ihr über gott und die welt reden kann.
Wenn mich so ein schicksalsschlag treffen würde - ich wüsste nicht wie mein leben weiter gehen sollte.
Es tut mir so unendlich leid für dich...
Ich wünsche dir alles alles gute und ganz ganz viel kraft für die nächste zeit.


Ich drück dich

Gefällt mir

A
adwoa_11885410
01.10.11 um 11:57

Animus 10
Ich habe mein Vater gestern Vormittag verloren. Ich fühle mich genauso leer und ich habe absolut keine Ahnung wann dieser schmerz aufhört. Mann versucht sich
zusammen zu reissen für die andere Familien Mitglieder weil man älter ist und das erwartet wir und wenn man nach hause kommt ist keiner für einen da weil man immer auf stark tut.
Ich kann das Gesicht von meinem Vater nicht vergessen nach dem er gestorben ist.Er ist gestern Vormittag gestorben und seit dem kann ich nicht schlafen.Es tut so unheimlich weh ich habe keine Ahnung wie ich die Sache angehen und was ich machen soll.Am liebsten in die ecke verkriechen und in Ruche gelassen werden. Bin etwas überfordert wäre über hielfe dankbar.

Gefällt mir

K
kalani_12741994
01.10.11 um 13:10

@animus
mein vater hat sich vor einem monat das leben genommen, ich weis wie du dich fühlst.. lass deine gefühle zu.. weine und schreie wenn dir danach ist.. und hol dir hilfe! es tut git mit jemandem neutralem zu sprechen.. ich konnte auch lange nicht schlafem, hatte angstzustände als ich alleine war.. habe dann beruhigungs/schlafmedikamente bekommen.. dies hat mir sehr geholfen, und seit letzten sonntag nehme ich keine medis mehr.. ich wünsche dir unendlich viel kraft!!!! es wird eine schwere zeit auf dich zukommen. ich umarme dich

Gefällt mir

Anzeige